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	<title>Derangierte Einsichten &#187; statistik</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>Arnie und Zufälle</title>
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		<comments>http://p-pricken.de/2009/11/arnie-und-zufalle/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 11:58:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[arnold schwarzenegger]]></category>
		<category><![CDATA[fuck you]]></category>
		<category><![CDATA[skepsis]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[zufall]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetArnold Schwarzenegger hat einem politischen Gegner ein Fuck You1 ins Veto geschrieben. Siehe dazu auch die hilfreiche Hervorhebung meinerseits nach dem Umbruch. Arnie sagt nun, das sei nur Zufall gewesen, und dieses Ereignis ist ein schöner Anlass, um Zufall und Intention anzusprechen. Denn es heißt ja auch schön: Schreibe einem Ereignis nie Intention zu, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton1036" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D1036&amp;text=Arnie%20und%20Zuf%C3%A4lle&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2009%2F11%2Farnie-und-zufalle%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Arnold Schwarzenegger hat einem politischen Gegner ein <a href="http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2009/10/28/MNBN1ABKB8.DTL" target=_blank>Fuck You</a><sup><a href="http://p-pricken.de/2009/11/arnie-und-zufalle/#footnote_0_1036" id="identifier_0_1036" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="via BoingBoing und Politblogger">1</a></sup> ins Veto geschrieben. Siehe dazu auch die hilfreiche Hervorhebung meinerseits nach dem Umbruch. Arnie sagt nun, das sei nur Zufall gewesen, und dieses Ereignis ist ein schöner Anlass, um Zufall und Intention anzusprechen.</p>
<p>Denn es heißt ja auch schön: Schreibe einem Ereignis nie Intention zu, wenn du es auch durch Unfähigkeit erklären kannst. Oder eben Zufälligkeit.<br />
<span id="more-1036"></span><br />
<img src="http://p-pricken.de/uploads/2009/11/arniefuck.jpg" alt="arniefuck" title="arniefuck" width="625" height="392" class="alignnone size-full wp-image-1037" /></p>
<p>Wie wahrscheinlich ist es, dass diese unmissverständliche Botschaft zufällig entsteht? Die folgenden Werte nehme ich aus den Kommentaren bei BoingBoing, weil ich nicht rechnen kann.</p>
<p>Wir haben folgende Angaben:</p>
<p>Die Wahrscheinlichkeit, dass sieben Worte im Initial &#8220;Fuck You&#8221; ergeben, beträgt etwa 8 Milliarden zu 1. (26^7:1)</p>
<p>Nimmt man die Verteilung von Buchstaben im Englischen dazu, sind wir bei über hundert Milliarden zu 1.</p>
<p>Nimmt man die Verteilung bei Wortanfängen, kommt man sogar auf eine Un-Wahrscheinlichkeit von über einer Billion zu 1.</p>
<p>Der Fall sollte klar sein, oder? Schwarzenegger hat das geplant.</p>
<p>Das ist der Moment, an dem auch viele Wunderheilungen und Verschwörungen aufhören. Es MUSS einfach gewollt sein – es ist zu unwahrscheinlich, dass das nur Zufall ist. Oder?</p>
<p>Was fehlt in der obigen Berechnung? Meines Erachtens fehlen zwei gewichtige Faktoren, welche die Person und die Nachricht selbst betreffen.</p>
<p>Erstens ist es doch zunächst einmal egal, wer was für einen Brief schreibt. Berechnet man die Wahrscheinlichkeit, so sollte man alle englischsprachigen offiziellen Schriftstücke einbeziehen. Wie viele derartige Schriftstücke gibt es also jeden Tag, geschweige denn pro Jahr oder sogar im Jahrzehnt? Da ist man auch schnell in den Millionen. Schließlich ist es nicht wichtig, dass ausgerechnet Schwarzenegger ausgerechnet jetzt ausgerechnet in einem Veto so was versteckt – wenn man den Zufall berechnen will.</p>
<p>Zweitens geht es um die Natur der Botschaft. Muss es &#8220;Fuck You&#8221; sein? Könnten es nicht auch &#8220;asshole&#8221; oder &#8220;retard&#8221; oder &#8220;motherfucker&#8221; oder &#8220;you suck&#8221; oder&#8230; sein? Wie viele kurze Schimpfworte gibt es, die so gebildet werden können? Muss es überhaupt ein Schimpfwort sein (wahrscheinlich ja).</p>
<p>Bezieht man beides in die Rechnung ein, so wird es plötzlich denkbar, dass eine solche Botschaft zufällig auftaucht, und Schwarzenegger ist nur das zufällige Opfer – diesmal. Wahrscheinlich kommt so was ständig vor.</p>
<p>Ebenso, wie es absolut normal ist, dass vor einem großen Ereignis jemand davon träumte, dass eine gewisse Zahl von Menschen gerade an jemanden denken, der dann im nächsten Moment anruft, dass jemand einen Terroranschlag zufällig überlebt, dass Krebs zufällig – und nicht wegen irgendwelcher Quacksalbereien – in Remission geht. Die große Zahl von Ereignissen macht die Unwahrscheinlichkeit, dass ein einzelnes Ereignis eintritt, mehr als wett.</p>
<p>Es ist absolut unwahrscheinlich, dass ich sechs Richtige im Lotto habe. Trotzdem würde, gewänne ich im Lotto, wohl niemand behaupten, ich hätte die Ziehung manipuliert. Die vielen Lottospieler machen den Fall, dass jemand gewinnt, einfach wieder wahrscheinlicher.</p>
<p>Das muss wiederum nicht heißen, dass Schwarzenegger oder seine Redenschreiber keine Botschaft im Text versteckten – die Geschichte ist ja auch gut genug, um sie zu glauben. Man wird es wohl nicht nachweisen können, stellt sich nicht heraus, dass jeder einzelne Brief von Arnies Büro sowas enthält, was auf Planung hindeuten könnte.</p>
<p>Aber es könnte Zufall sein. So unwahrscheinlich das auch scheint.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1036" class="footnote">via <a href="http://boingboing.net/2009/10/28/arnold-schwarzenegge.html" target=_blank>BoingBoing</a> und <a href="http://www.politblogger.net/du-mich-auch/" target=_blank>Politblogger</a></li></ol>
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		<title>Grrr&#8230;.</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 13:51:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[superwahljahr]]></category>
		<category><![CDATA[zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetIch bin wirklich unsicher, ob die Piratenpartei eine Stimme wert ist. Schließlich fehlen mir bei ihr entscheidende Programmpunkte wie Frauenpolitik oder Sozialpolitik. Aber wenn ich mitkriege, wie jetzt schon der sogenannte rechtsfreie Raum auf weitere Kontrolle vorbereitet wird, dann holen die Piraten wieder auf. Der nächste Punkt auf der Tagesordnung sind wohl rechtsextreme Inhalte im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton796" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D796&amp;text=Grrr%26%238230%3B.&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2009%2F08%2Fgrrr%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Ich bin wirklich unsicher, ob die Piratenpartei eine Stimme wert ist. Schließlich fehlen mir bei ihr entscheidende Programmpunkte wie Frauenpolitik oder Sozialpolitik. Aber wenn ich mitkriege, wie jetzt schon der sogenannte rechtsfreie Raum auf weitere Kontrolle vorbereitet wird, dann holen die Piraten wieder auf.</p>
<p><span id="more-796"></span>Der nächste Punkt auf der Tagesordnung sind wohl <a href="http://www.spindoktor.de/2009/08/web-sperren-jeder-darf-mehr-fordern.html" target=_blank>rechtsextreme Inhalte</a> im Netz. Wie auch bei Kinderpornografie werden solche Inhalte von Providern schnell gelöscht, es besteht also keine wirkliche Sperrpflicht. Aber es bereitet wunderbar vor: Erst Kinderporno, dann Rechtsextreme, dann urheberrechtliche Gesetzesverstöße, dann Netzneutralität, dann&#8230;</p>
<p>Da wird sich auf eine Statistik berufen, nach der jugendschutz.net im letzten Jahr 1707 rechtsextreme Seiten im Internet fand, und in sozialen Medien mehr als 1500 solcher Beiträge fand.</p>
<p>Ehrlich? Von Millionen deutschsprachiger Internetseiten sind 1707 rechtsextrem, und von den ebenfalls Millionen<sup><a href="http://p-pricken.de/2009/08/grrr/#footnote_0_796" id="identifier_0_796" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ein Rechenbeispiel nach der JIM 2008: von 7 Millionen Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren nutzen 57% (etwa 4 Millionen) t&auml;glich oder mehrmals die Woche Internet-Communities. Geht man davon aus, dass dies mindestens einen Beitrag bedeutet mindestens zwei Mal die Woche hat man 8 Millionen Beitr&auml;ge die Woche, also eine Million Beitr&auml;ge am Tag &ndash; ohne Nutzer &uuml;ber 19 mitzuberechnen">1</a></sup> von Beiträgen in sozialen Medien inkl. Videoplattformen gut 1500? Das ist ein so kleiner Anteil an der Gesamtmenge, dass ich fast sagen würde, dass die Zahlen viel zu klein sind.</p>
<p>Sie sind außerdem in keinster Weise handlungsbedürfend – wenn man nicht absolute Kontrolle und Sicherheit für »unsere Kleinen« will. Unter der Maßgabe des Kinderschutzes winkt das Volk ja alles durch. Kinderschänder und Rechtsextreme gehören eben ausgerottet und vernichtet, da kann niemand gegen sein, also weg mit ihnen aus dem Netz. Dazu ist alles Recht.</p>
<p>Wenn ich darüber nachdenke, mit welcher Falschheit hier politischer Diskurs geführt wird, und zu welchem Zwecke – nämlich eben der immer weiter fortschreitenden Kontrolle im Netz und genauso außerhalb – dann packt mich eine kalte Wut, die mich auf die Listen vom Verfassungsschutz bringen könnte.</p>
<p>Der Marktplatz der Ideen und die Demokratie funktionieren nur, wenn man frei Ansichten tauschen kann – aber wenn die eine Seite im Besitz von Lautsprechern ist und die andere nur Stille Post spielen darf, dann hat dieser Austausch ein Problem. Hier sind Unternehmen und Politik im Verbund dabei, Propaganda zu betreiben, und der Bürger muss sich schon anstrengen, anderslautende Informationen zu bekommen. Wie weit kann so etwas gehen, ohne das System an sich derart zu beschädigen, dass man es nicht mehr von innen korrigieren kann?</p>
<p>Auf der einen Seite gehört es dazu, dass auch Mehrheiten, die meine Ansichten nicht teilen, regierungsbefugt sein müssen. Die CDU hat wahrscheinlich bei der nächsten Wahl eben diese zwischen SPD und FDP, und wer sich ihr mehr unterordnet, der wirds. Also haben wir vier Jahre schwarz vor uns, allenfalls dunkelgrau. Und es wäre auch fraglich, ob die Begehrlichkeiten der Geheimdienste und der Industrie gekoppelt mit der Kontrollmacht selbst vor der SPD halt machen würde, hätte sie sich zu einer rot-rot-grünen Regierung durchgerungen.</p>
<p>Auf der anderen Seite aber sehe ich im ohnehin schon nicht so freien Internet, wie man gerne sagt, immer noch eine große Chance für aufklärerischen und freien Diskurs, einen Motor der Gesellschaftsveränderung. Da ist es nur normal, dass die Statthalter diesem Motor den Treibstoff entziehen wollen. So läuft das eben: Konservative Kräfte gegen progressive Kräfte, und die Mitte gewinnt. Aber wo sind die progressiven Kräfte? Muss die Mitte so weit rechts sein?</p>
<p>Insofern also doch Klarmachen zum Ändern?</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_796" class="footnote">Ein Rechenbeispiel nach der JIM 2008: von 7 Millionen Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren nutzen 57% (etwa 4 Millionen) täglich oder mehrmals die Woche Internet-Communities. Geht man davon aus, dass dies mindestens einen Beitrag bedeutet mindestens zwei Mal die Woche hat man 8 Millionen Beiträge die Woche, also eine Million Beiträge am Tag – ohne Nutzer über 19 mitzuberechnen</li></ol>
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