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	<title>Derangierte Einsichten &#187; pfusch</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>Achtung, Finanzdetails lassen Köpfe implodieren</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 09:03:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[buchhalterei]]></category>
		<category><![CDATA[finanzkrise]]></category>
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		<description><![CDATA[TweetAch, die Banken. Erst sind sie voll drin in der Finanzkrise, drohen Pleite zu gehen, bekommen Bürgschaften und Gelder, die sie nicht zweckmäßig verwenden – und jetzt machen sie plötzlich wieder genug Profite, um Riesenprämien zu bezahlen, obwohl wir doch eigentlich noch mitten in der Krise sein müssten. Geht es wirklich aufwärts? Nein, aber Banken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton550" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D550&amp;text=Achtung%2C%20Finanzdetails%20lassen%20K%C3%B6pfe%20implodieren&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2009%2F05%2Fachtung-finanzdetails-lassen-kopfe-implodieren%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Ach, die Banken. Erst sind sie voll drin in der Finanzkrise, drohen Pleite zu gehen, bekommen Bürgschaften und Gelder, die sie nicht zweckmäßig verwenden – und jetzt machen sie plötzlich wieder genug Profite, um Riesenprämien zu bezahlen, obwohl wir doch eigentlich noch mitten in der Krise sein müssten. Geht es wirklich aufwärts? Nein, aber Banken tricksen bei Bilanzen – und eine gute Bilanz heißt: Prämien. Ich will versuchen, ein paar Tricks aufzudröseln, an zwei Beispielen. Citibank und Goldman Sachs<sup><a href="http://p-pricken.de/2009/05/achtung-finanzdetails-lassen-kopfe-implodieren/#footnote_0_550" id="identifier_0_550" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dank an Wall Street Journal: Deals, NY Times: Norry blog und Dear John Thain, via Obsidian wings ">1</a></sup>.</p>
<p>Also Vorsicht! Realitätsverdrehung voraus&#8230;</p>
<p><span id="more-550"></span>Nehmen wir zuerst Citibank. Die hat in ihrem ersten Quartal 1,6 Milliarden Plus auf der Bilanz, was ziemlich beeindruckend ist. Zunächst einmal liegt das u.a. daran, dass eigentlich abzuschreibende Werte in der Bilanz versteckt wurden – hier wird es aber recht technisch, und im Endeffekt sind das Bilanzregeln, die man als Laie kaum versteht und bei denen man mit Tricks rechnet. Es werden eben Lücken ausgenutzt, um anstelle von schlechten Krediten in Milliardenhöhe nur wenig Abschreibungen auszuweisen. </p>
<p>Das ist in etwa, als hätte jemand den Kammerjäger gerufen und zur Verteidigung würde man die Ratten alle ins Bad sperren, sich vor die Badezimmertür stellen und so tun, als wäre alles okay. Jeder weiß, dass die schlechten Hypothekenkredite irgendwo stecken müssen, aber sie sind nicht zu sehen.</p>
<p>Spannender ist jedoch die zweite Quelle von Profiten, denn die existiert nicht mal. Stattdessen sind die nur einer theoretischen Abrechnungspraxis zu verdanken. Und das geht so:</p>
<p>Eine Bank leiht sich Geld, indem sie Aktien ausgibt. Sagen wir, zum Kurs von 10 Dollar pro Stück. Das sind Schulden. Für hundert Dollar gibt sie 10 Aktien raus. Jetzt ist die Aktie weniger Wert, sagen wir 8 Dollar. Wenn die Bank die Aktien jetzt zurückkauft, dann zahlt sie nur 80 Dollar für etwas, wofür sie 100 Dollar bekommen hat. Sie macht einen Gewinn von 20 Dollar.</p>
<p>Wenn jetzt also der Kurs fällt und damit diese Schulden weniger wert sind, dann <em>geht die Bank einfach davon aus</em>, das sie die Aktien zurückgekauft habe, und verzeichnet die Differenz als Gewinn. Im Endeffekt sinkt der Aktienkurs, und als Resultat schreibt die Citibank sich 20 Dollar aufs Guthabenkonto.</p>
<p>Nur, dass es sich hierbei um ein Guthaben von 2,7 Milliarden Dollar handelt, das die Citibank theoretisch bekommen würde, wenn sie die Aktien zurückkaufte, die dank der Finanzkrise in den Keller gefallen sind. Und nein, das ergibt keinen Sinn, da die Bank ja nicht wirklich zurückkauft. Aber die Aktien werden eben ihrem aktuellen Wert angeglichen, und da ist es dann ein Bilanzvorteil. Weil also die Aktien der Citibank richtig gesunken sind, kriegen die Bankmanager einen großen Bonus raus. Verstanden?</p>
<p>Noch besser übrigens Goldman Sachs, ohnehin in fast alle Geschichten um die Finanzkrise involviert. Bis 2008 hat man dort das Finanzjahr bis November gezählt. Ab 2009 rechnet man von Januar bis Dezember. Das bedeutet, dass der Dezember 2008 in keine der beiden Bilanzen fällt. Ergo hat man dann in den Dezember alle Abschreibungen gesteckt – insgesamt ein Minus von 1,3 Milliarden – und im neuen Quartal Gewinn gemacht.</p>
<p>Hurra.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_550" class="footnote">Dank an <a href="http://blogs.wsj.com/deals/2009/04/17/citigroup-did-it-really-earn-16-billion-not-really/" target=_blank>Wall Street Journal: Deals</a>, <a href="http://norris.blogs.nytimes.com/2009/04/14/the-case-of-the-missing-month/" target=_blank>NY Times: Norry blog</a> und <a href="http://dearjohnthain.wordpress.com/2009/04/20/citis-earnings-even-cittier-than-you-think/" target=_blank>Dear John Thain</a>, via <a href="http://obsidianwings.blogs.com/obsidian_wings/2009/04/magic.html" title="Obsidian Wings: Magic" target=_blank>Obsidian wings</a> </li></ol>
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