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	<title>Derangierte Einsichten &#187; new age</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>Männer, die auf Ziegen starren</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 14:18:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Der neue Film mit George Clooney und Ewan McGregor beruht auf dem gleichnamigen Buch von Jon Ronson, in dem dieser – ein investigativer Journalist – beschreibt, wie das US-Militär seit den späten Sechzigern an paranormalen Streitkräften gearbeitet hat. Das Buch ist mitunter erschreckend komisch, gerade auch weil die Dinge, die darin beschrieben werden, real sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der neue Film mit George Clooney und Ewan McGregor beruht auf dem gleichnamigen Buch von Jon Ronson, in dem dieser – ein investigativer Journalist – beschreibt, wie das US-Militär seit den späten Sechzigern an paranormalen Streitkräften gearbeitet hat. Das Buch ist mitunter erschreckend komisch, gerade auch weil die Dinge, die darin beschrieben werden, real sind. <em>Männer, die auf Ziegen starren</em> ist eine fiktionalisierte Version der Geschichte, und da haben wir auch schon das Problem.<br />
<span id="more-1517"></span><br />
<div id="attachment_1518" class="wp-caption alignright" style="width: 151px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/03/maennerziegen.jpg" alt="" title="maennerziegen" width="141" height="200" class="size-full wp-image-1518" /><p class="wp-caption-text">Men Who Stare At Goats (2009)</p></div>Der Journalist Bob Wilton (McGregor) begegnet nahe dem Irak Lyn Cassidy (Clooney), der in geheimer Mission unterwegs ist, wie er behauptet. Durch einen Zufall entschließt er sich, Bob mitzunehmen und ihn in das Geheimnis der Spezialeinheit einzuweihen, der er angehörte, dem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/First_Earth_Battalion" target=_blank>First Earth Batallion</a>. Von nun an erfahren wir in Rückblenden, wie dieses Batallion gegründet wurde, während Wilton und Cassidy gleichzeitig versuchen, sich in den Irak durchzuschlagen und dort Osama bin Laden zu finden.</p>
<p>Die Absurdität der Details, die in Ronsons Buch durchkommen, verlieren leider in der fiktionalen Rahmenhandlung an Wirkung, und natürlich können auch nicht alle Einzelheiten vorkommen. So war einer meiner Lieblingsmomente im Buch, dass das Oberhaupt der Einheit, die Präsident Noriega überwachte, zum Schutz vor Noriegas Flüchen dessen Namen in seine Schuhsohlen einlegen ließ. Und gleichzeitig nahm die Geschichte auch düstere Wendungen, wenn es um die Behandlung von Terrorverdächtigen nach dem elften September ging, bei der New-Age-Methoden  wieder auftauchten. </p>
<p>In dem Film erfährt man wenig von diesen Terrorverdächtigen, ganz dem aktuellen us-amerikanischen Diskurs entsprechend, in dem die Folterdiskussion ohnehin nahezu ausgeblendet wird. Auch Ronsons Buch hatte nur den Erfolg, dass sich ein paar Fernsehleute darüber amüsierten, dass Gefangenen ein singender Plüschdinosaurier vorgeführt wurde, um sie zum Reden zu bringen, anstatt über die Folter an sich zu sprechen.</p>
<p>Ein weiterer Nachteil ist, dass der Film nicht umhin kann, sich nicht auf eine Seite zu schlagen, wenn es um die Existenz von übernatürlichen Kräften geht. Wird in Ronsons Buch ziemlich deutlich, dass an den New-Age-Methoden nicht viel dran ist – genial die Szene, in der ein angeblicher Psi-Killer ein Video zeigt, auf dem er einen seiner beiden Hamster mittels Gedanken getötet haben will: plötzlich fällt der Hamster um und rührt sich nicht. Dann steht er wieder auf – die Gedanken hatten ihn nur ohnmächtig gemacht, der Mann wollte aus Rücksicht auf Jon Ronson dann das Video mit dem Tod doch nicht zeigen. Dann fällt der andere Hamster um und rührt sich nicht, aber das wird als normales Verhalten abgetan. Im Film wiederum löst Lyn eine Wolke auf, und am Ende geht sogar jemand durch eine Wand. </p>
<p>Man kann den Film als Skeptiker sehen, aber auch als jemand, der an so etwas glaubt, ohne enttäuscht zu werden. Das ist aus Marketingsicht verständlich, aber für den Zuschauer schade, denn richtige Komik positioniert sich nun mal und ist oft unbequem. So ist <em>Männer, die auf Ziegen starren</em> zwar zeitweilig amüsant, aber eben längst nicht so lustig wie das Buch, und längst nicht so beängstigend wie das Buch, und eben leider auch nur ein leicht überdurchschnittlicher Film.</p>
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