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	<title>Derangierte Einsichten &#187; meinungsfreiheit</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>Blasphemie!</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 06:06:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[TweetSeit Anfang Januar ist es in Irland also strafbar, gotteslästerliche Äußerungen von sich zu geben. Nicht, dass sich der jeweilige Gott beschwert hätte, sondern die armen Gläubigen halten es einfach nicht aus, dass jemand etwas sagt, das ihnen nicht gefällt. Während der Karikaturist Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat entgeht und ohnehin ständig von Leibwächtern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton1343" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D1343&amp;text=Blasphemie%21&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2010%2F01%2Fblasphemie%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Seit Anfang Januar ist es in Irland also <a href="http://blasphemy.ie/2010/01/01/atheist-ireland-publishes-25-blasphemous-quotes/" target=_blank>strafbar</a>, gotteslästerliche Äußerungen von sich zu geben. Nicht, dass sich der jeweilige Gott beschwert hätte, sondern die armen Gläubigen halten es einfach nicht aus, dass jemand etwas sagt, das ihnen nicht gefällt. Während der Karikaturist Kurt Westergaard nur knapp einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/763/499047/text/" target=_blank>Attentat</a> entgeht und ohnehin ständig von Leibwächtern bewacht werden muss, hält Irland es also für angebracht, diese Idioten auch noch gesetzlich zu schützen.<br />
<span id="more-1343"></span><br />
<div id="attachment_1344" class="wp-caption alignleft" style="width: 170px"><a href="http://p-pricken.de/uploads/2010/01/mohammed_karikatur_7.jpg"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/01/mohammed_karikatur_7.jpg" alt="" title="mohammed_karikatur_7" width="160" height="200" class="size-full wp-image-1344" /></a><p class="wp-caption-text">Bumm!</p></div>Der für mich einzige Grund, warum die Gefühle religiöser Menschen besonderen Schutzes bedürfen, ist eine vermeintliche Zerbrechlichkeit ihres Glaubens. Denn man darf sich ja weiter über Schwule, Frauen, Behinderte, Ausländer, Männer, Journalisten, Anwälte, Linke, Rechte, CDU-ler, FDP-ler, Grüne, Politiker, Sportler, Esoteriker, Skeptiker, Wissenschaftler, Dumme, Kluge, Rollenspieler, Dicke, Dünne, &#8230; lustig machen oder negativ äußern. Aber Religion? Wahrscheinlich stehen so viele Gläubige so kurz vor dem atheistischen Abgrund, dass ein kleiner Witz oder ein dummer Spruch sie über die Klippe schicken würde.</p>
<p><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/01/ferkelrabbi.jpg" alt="" title="ferkelrabbi" width="150" height="200" class="alignright size-full wp-image-1345" />Interessant ist natürlich auch die Frage, was zur Blasphemie erklärt wird. Darf ich mich über Zeus lustig machen? Über Krishna? Über Scientology? Über die Moon-Sekte? Oder kann ich Angela Merkel zu meiner Schutzgottheit erklären und dann von allen Kabarettisten Unterlassung verlangen? Oder muss ich dazu erst mit Gewalt drohen, bevor Angela nicht mehr kritisiert werden darf? Denn das darf man dabei nicht vergessen, dass der Vorwurf von Gotteslästerlichkeit sich ja sehr schnell auch auf die Kirche bezieht. Gerade die irische katholische Kirche hat ja in letzter Zeit mit sehr viel Missbrauchs-Schindluder von sich reden gemacht, da wäre es natürlich schön, wenn diejenigen, die sich da im Auftrag des Herrn an Kindern vergriffen haben, gesetzlich vor Kritik geschützt würden.</p>
<p><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/01/ferkelpriester.jpg" alt="" title="ferkelpriester" width="140" height="200" class="alignleft size-full wp-image-1346" />Na ja, das Gesetz definiert Blasphemie ja als »die Veröffentlichung oder Äußerung von Inhalten, die beleidigend oder missbräuchlich in Bezug auf Dinge sind, die von irgendeiner Religion als heilig angesehen werden, wodurch bewusst Aufregung bei einer substanziellen Zahl von Anhängern dieser Religion verursacht wird.« Also ist die Kirche vielleicht doch nicht sicher – wohl aber diese komischen Leute, die ihren Vermieter verklagen, weil sie durch das automatisch angehende Licht im Flur am Sabbat nicht mehr rausgehen können, denn dadurch würden sie ja Arbeit verrichten. Oder die Leute, die Homosexualität nach der Bibel für eine Sünde halten. Was ist mit den Gegnern von Abtreibung? Das Leben ist heilig, darf ich jetzt nicht mehr pro Abtreibung sprechen? Bin ich dann gotteslästerlich? Frag mal, wie viele Fundamentalisten sich aufregen, wenn man pro Abtreibung ist. </p>
<p>Die Strafe bei diesem Gesetz ist bis zu 25.000 Pfund. Also bloß nichts gegen die Verschleierung von Frauen sagen, oder weibliche Genitalverstümmelung, oder männliche Beschneidung, oder das Priesteramt und Zölibat, oder Marien-Erscheinungen auf Toast, oder die Lichtarbeiter mit ihren Engeln, oder dass die Moon-Sekte wildfremde Menschen verheiratet und glaubt, durch eine gesunde Ehe ließen sich sowohl Aids als auch Kriege beenden, oder&#8230;</p>
<p>Dass so ein Mist in einem europäischen Land Gesetz werden kann, ist beängstigend.</p>
<p>Und weil ich nicht die rechten Worte finden will, überlasse ich den Schluss Pat Condell. Wahrscheinlich könnte man jedes Video von ihm verlinken, aber hier spricht er über die jährliche UN-Resolution zur Wahrung religiöser Gefühle, und das passt zum Thema. Er macht einfach Redefreiheit zu einer für ihn heiligen Sache – theoretisch müssten also die irischen Politiker für das Gesetz Strafe zahlen. Mit diesem Gedanken übergebe ich an Pat Condell.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/8bzTA_D5NpU&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/8bzTA_D5NpU&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Und ein Follow-Up zu Irland:<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KjSjpNe1-Vc&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/KjSjpNe1-Vc&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>

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		<title>Noch mal Rollenspieler-Homophobie</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 13:28:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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		<category><![CDATA[homophobie]]></category>
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		<description><![CDATA[TweetWir erinnern uns: da hatte jemand für seine Runde keine Homosexuellen gewollt, und andere fanden das gut. Das Thema ging noch ein wenig weiter, und dann bekam ich eine persönliche Nachricht. Die mich zu einer langen Antwort veranlasste, also hier die Aufarbeitung. Erst mal aus dem Forenthema: Was mich allerdings mehr ärgert ist wie sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton1368" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D1368&amp;text=Noch%20mal%20Rollenspieler-Homophobie&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2010%2F01%2Fnoch-mal-rollenspieler-homophobie%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p><a href="http://p-pricken.de/2010/01/schwulenhasser-bei-rollenspielern/" target=_blank>Wir erinnern uns</a>: da hatte jemand für seine Runde keine Homosexuellen gewollt, und andere fanden das gut. Das Thema ging noch ein wenig weiter, und dann bekam ich eine persönliche Nachricht. Die mich zu einer langen Antwort veranlasste, also hier die Aufarbeitung. Erst mal aus dem <a href="http://forum.dnd-gate.de/index.php/topic,24909.75.html" target=_blank>Forenthema</a>:</p>
<blockquote><p>Was mich allerdings mehr ärgert ist wie sich hier einige Member darüber echauffieren. Ihr müsst doch nicht mit ihm spielen. Wenn XXX diese Vorurteile hat, werdet ihr die höchstwahrscheinlich nicht durch kollektives Bashing aus ihm herausprügeln. Es zwingt euch ja keiner ihn zu mögen, aber dann grenzt ihn doch selbst aus. Ignoriert ihn.</p>
<p>Ich nehme mal an 95% von euch gehen ja auch nicht zu Weltfriedensdemos oder bekehren Extremisten jedweder Art.</p>
<p>Es ist ja nunmal so, dass sich der Mensch seit Anbeginn seiner Existenz immer jemanden sucht, den er nicht leiden kann. Früher schlug man sich den Schädel ein. Heut solltet ihr zivilisiert genug sein, dieses Bashing sein zu lassen.</p></blockquote>
<p><span id="more-1368"></span></p>
<blockquote><p>Da die Charaktere meiner Spieler nur das Geschlecht haben dürfen, welches die Spieler selbst haben, erlaube ich keine Ladyboys in meiner Gruppe. Ist das jetzt diskriminierend?</p></blockquote>
<p>Nur als Anmerkung: da »Ladyboys« ja auch ebensolche Charaktere spielen könnten, ist es diskriminierend.</p>
<blockquote><p>In meiner Runde sind keine &#8220;Power-Player&#8221; erlaubt&#8230;.. also meldet Euch und fühlt Euch angegriffen&#8230;. halt, nein&#8230; diskriminiert&#8230;.   </p>
<p>Leute es gibt echt schlimmeres&#8230;.  </p></blockquote>
<p>Anmerkung: Power-Player bezeichnet einen generellen Spielstil, und damit wäre natürlich ein direkter Bezug zum Rollenspiel hergestellt. Diskriminierend wäre es, nicht mit Power-Playern ins Kino zu gehen. Weil einem von denen übel wird. Aber dann bekam ich, wie gesagt, Post:</p>
<blockquote><p>st Dir selbsternanntem Kämpfer für Toleranz eigenlich schon mal in den Sinn gekommen, dass mein Wunsch, keine Homosexuellen in meine Wohung lassen zu wollen, ganz andere Ursachen als plumpe Intoleranz haben könnte?</p>
<p>Intolerant wäre ich wenn ich sie aus dem öffentlichen Leben verbannen wollte, wenn ich gegen eine Gleichberechtigung wäre, wenn ich dazu aufrufen würde sie allgemein in Spielgruppen zu meiden, wenn ich herablassend oder beleidigend ihnen gegenüber wäre. Das tue ich jedoch alles nicht. Ich will aus guten Gründen lediglich keinen in meine Wohnung lassen, was vereinfacht ausgedrückt an einem gewissen Unwohlsein in deren Gegenwart liegt. Und das hat ganz andere Ursachen als Intoleranz, das kann ich Dir versichern&#8230;</p>
<p>Ach, was rechtfertige ich mich vor Dir überhaupt noch. Ich bin ich in Deinen Augen halt ein intolerantes Arschloch welches es öffentlich mit Dreck zu bewerfen gilt. Damit kannst Du Dich echt prima selbst als Kämpfer für Toleranz und Gerechtigkeit profilieren. Meine Hochachtung. Gratulation. Du hast echt das Richtige getan und den Richtigen getroffen. Weiter so. Wir brauchen mehr von Deiner Sorte!</p></blockquote>
<p>Mir gefällt das Wort Toleranz eigentlich nicht, weil damit viel Schindluder getrieben wird und sie eben oft so eingeklagt wird, dass man nicht über das Verhalten oder die Ansichten anderer reflektieren oder reden solle, sondern diese stillschweigend »erdulden«. Insofern gefällt mir Intoleranz auch nicht, weil auch dahinter keine Gründe stehen, sondern nur das Ergebnis bezeichnet wird. Es gibt nämlich Gründe, weshalb man bestimmte Dinge nicht dulden sollte. Nicht dulden, das tust du ja auch mit Homosexuellen, damit wäre das schon per definition intolerant.</p>
<p>Besser als Toleranz wäre allerdings Respekt vor der Würde des Menschen. Und wenn ich dich als Mensch respektiere, dann gehört dazu auch, dass du in der Lage bist, zu denken, zu argumentieren, zu reflektieren, und damit gehört auch dazu, über deine Ansichten nachzudenken. Und dabei erkenne ich, dass sie nicht nur intolerant sind, sondern auch noch aus allenfalls fadenscheinigen Gründen. Es sind homophobe Ansichten – und weil das so harmlos klingt, verdeutsche ich das mal zum Schwulen- und Lesbenhasser.</p>
<p>Nein, dein Wunsch hat keine anderen Gründe als Homophobie, und ich rege mich viel mehr darüber auf, dass du und viele andere hier im Gate das anscheinend unproblematisch finden.</p>
<p>Ich garantiere dir, dass du mindestens eine homosexuelle Person kennst, bei der dir nicht übel wird, weil du nämlich nicht weißt, dass diese Person homosexuell ist.</p>
<p>Was du mit deinem Ausschlusskriterium gesagt hast, ist: Homosexuelle sind alle gleich, und zwar so, wie Heterosexuelle und Bisexuelle und Transsexuelle nicht sind. Anstatt Leute einzuladen und dann, wenn die jeweilige Person dir unsympathisch ist, diese nicht in die Gruppe aufzunehmen, wird dir einfach bei Homosexuellen übel.</p>
<p>Da es m.W. keine medizinische Indikation für eine Allergie gibt, die allein bei der Anwesenheit von Homosexualität in 10m Radius anspricht, wird dir einfach dann übel, wenn dir bewusst ist, dass eine bestimmte, in der Gesellschaft benachteiligte Bevölkerungsgruppe in deiner Nähe ist. Es wäre schlimm genug, wenn dir in Gegenwart von Frauen oder Türken übel würde, aber noch dazu sieht man Homosexualität ja niemandem an – und du würdest dich wundern, wie viele feminine Männer / maskuline Frauen nicht homosexuell sind, oder wie viele Leute bisexuell sind.</p>
<p>Insofern ist es völlig egal, ob du mal von Homosexuellen vergewaltigt wurdest – was ich bezweifle; aber wenn, dann ist das natürlich ein schlimmes Erlebnis, ich kenne Frauen, die danach hart daran arbeiten mussten, nicht Männern generell zu misstrauen, aber der Punkt ist, dass sie erkannten, dass ein generelles Misstrauen falsch ist und sie daran arbeiten mussten. Und damit meine ich eine echte Vergewaltigung, keine Anmache, keine Hand auf dem Knie und keinen betrunkenen Kuss. </p>
<p>Ebenso gehe ich davon aus, dass ihr in eurer Runde keine Orgien feiert und ihr deshalb nur kompatible Spieler sucht.</p>
<p>Du verschließt deine Wohnung einer Gruppe, die außer ihrer sexuellen Orientierung nur sehr wenig gemein hat, wenn es an das konkrete Verhalten geht. Dann gibst du einen diffusen Grund an, den du haben könntest. Weißt du was? Vielleicht gibt es einen Grund, der mir nicht in den Sinn kommt, und der dich nicht zu einem Homohasser macht. Mir kommt eben nur keiner in den Sinn, und du nennst deinen Grund ja nicht.<sup><a href="http://p-pricken.de/2010/01/noch-mal-rollenspieler-homophobie/#footnote_0_1368" id="identifier_0_1368" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nebenbei ist dies eine &uuml;bliche Taktik f&uuml;r alle m&ouml;glichen Behauptungen: &raquo;Es gibt den Beweis, aber ich kann ihn nicht ver&ouml;ffentlichen.&laquo; In einem Pamphlet &uuml;ber die Sch&auml;dlichkeit von Mikrowellenstrahlung stand mal: &raquo;Quelle z.Z. nicht verf&uuml;gbar&laquo;. Ob es einen Beweis gibt und wie stichhaltig der ist, dar&uuml;ber kann ich nur dann eine Aussage machen, wenn ich den Beweis kenne. Ebenso mit diesem angeblich guten Grund.">1</a></sup> Die Ablehnung von Personengruppen nur aufgrund ihres gemeinsamen Merkmals ist übrigens Diskriminierung – niemand kann sich damit herausreden, er habe nichts gegen Frauen im Beruf, ihm würde dabei nur übel, darum wolle er keine einstellen.</p>
<p>Du äußerst also diskriminierenden Mist über eine benachteiligte Minderheit – und jetzt kommt es, du findest das auch noch okay, wenn dir im Angesicht von [Juden, Behinderten, Frauen, Ausländern] übel wird, weil du ja einen »Grund« hast. Den haben andere auch: Ausländer nehmen die Arbeit weg, Frauen gehören verschleiert, Behinderte sind unwertes Leben, Juden haben Christus getötet. Das macht es gleich viel besser.</p>
<p>Der absolute Hammer aber ist, dass dann hier Leute kommen und dich dafür loben, diesen Homohass zu zeigen, und sich gleichzeitig dagegen verwehren, dir zu sagen, dass du ein Homohasser bist. Als wäre eine Meinung nur deshalb heilig, weil man eine hat. </p>
<p>Nicht Meinungen sind heilig, sondern die Meinungsfreiheit, und die beinhaltet, andere Meinungen zu kritisieren. Darum kann ich sehr wohl dagegen argumentieren, wenn jemand</p>
<p>- bei Homosexuellen übel wird<br />
- Ausländer für Kriminelle hält<br />
- seine Frau nicht alleine aus dem Haus lassen will<br />
- die Evolution für eine Lüge hält<br />
- usw.</p>
<p>Ich darf das nicht nur – nur so funktioniert eine offene und demokratische Gesellschaft, indem man herabwürdigenden und undemokratischen Meinungen den Marsch bläst und sie eben nicht mit einem Tätscheln auf den Kopf zum spielen schickt. Indem man eben nicht sagt: »Toll, dass du eine Meinung hast«, »Deine Meinung ist scheiße.«</p>
<p>Und bei manchen Dingen erübrigt sich über solche Meinungen auch jede Diskussion. In der Erklärung der universellen Menschenrechte heißt es: »Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen«, und zwar »ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.«</p>
<p>Was da nicht steht: es sei denn, einem wird davon übel.</p>
<p>Ist die Diskriminierung groß, wenn du deine Wohnung vor Homosexuellen verschließt? Nein, da werden die meisten mit leben können. Das ist eine einzelne Wohnung, und um ehrlich zu sein, wollen die meisten Leute gar nicht irgendwo rein, wo ihre bloße Anwesenheit anderen Übelkeit verursacht. </p>
<p>Aber das bedeutet nicht, dass es nicht doch eine Diskriminierung ist. Auch, wenn 90% der Rollenspieler ihre Türen für Homosexuellen verschließen würden, würde jede einzelne Runde doch nur eine Wohnung darstellen, und trotzdem sähe die Sache ganz anders aus.</p>
<p>Und jetzt kommen hier Beiträge, in denen diese (kleine) Diskriminierung gut geheißen wird. Wer sich für eine benachteiligte Bevölkerungsgruppe ausspricht, ist ein Gutmensch und proto-Faschist, weil er Homohass nicht einfach so stehen lassen kann – stattdessen ist das angeblich richtige Verhalten, den Homohass als ebenso gleichwertige Meinung gelten zu lassen wie alle anderen auch. Nur mit dem Zusatz, dass die Meinung, diesen Homohass könne man nicht stehen lassen, eben keine ebenso wertvolle Meinung ist. Die darf angegangen werden, die darf kritisiert werden – die ursprüngliche Meinung aber nicht.</p>
<p>Da muss man schon einige Hirnverdrehungen machen, um das zu kapieren.</p>
<p>Noch dazu ist eben trotz Postmoderne nicht jede Meinung gleich. Die Meinung, Frauen sollten Genitalverstümmelt werden, ist nicht gleichwertig mit der Meinung, dass sie es nicht sollten. Die Meinung, der Klimawandel sei eine Verschwörung, ist nicht gleichwertig mit der Meinung, dass es keine ist.</p>
<p>Hier im Forum diskutieren Leute gerade über politische Systeme, über mehrere Seiten, und da hat noch niemand dafür plädiert, eine Seite in Ruhe zu lassen, weil die schließlich auch ihre Meinung haben dürften. Liegt es daran, dass deine Meinung vielleicht so offensichtlich homophob ist und eben nicht zu verteidigen, dass dieses Plädoyer hier erfolgt? Weil man eben keine guten Argumente dafür vorbringen kann, Homosexuelle alle für gleichsam Übelkeit erregend zu halten, muss man das so stehen lassen? </p>
<p>Eher im Gegenteil.</p>
<p>Und was das Arschloch angeht: schöne und lustige Beleidigungen kann man ganz toll an sich herab gleiten lassen oder umdeuten, gar nicht hinhören. Manchmal reicht es nicht aus, jemanden sanft wegzustoßen oder abzulenken, manchmal muss man Leuten eine Ohrfeige geben, um eine Grenze anzuzeigen und sie mit ihrem Verhalten zu konfrontieren, damit sie eben nicht behaupten können, es habe keine klaren Signale gegeben. Das Arschloch war ein solches klares Signal, das kann man nicht fehldeuten.</p>
<p>Ich finde es ehrlich gesagt immer noch bestürzend, dass hier im Forum Leute dafür plädieren, dass man sich gegen Randgruppen äußern darf, diese Äußerung aber dann nicht als das bezeichnen darf, was sie ist. Wenn man sich irgendwo halbwegs sicher und aufgehoben fühlt, trifft es schon hart, wenn da der Teppich unter den Füßen weggezogen wird.</p>
<p>Ich verbiete dir keineswegs, diese Einstellung zu haben, aber ich nehme mir auch das Recht heraus, diese Einstellung für homophob zu halten und angesichts deiner Verteidigung derselben dich auch für eine entsprechende Person. Und ich nehme mir dazu noch heraus, die Leute auf deiner Seite entweder für Gesinnungsgenossen oder für Leute zu halten, die als Opfer der Postmoderne oder aus sonstigen Gründen die Idee der Meinungsfreiheit und des mündigen Bürgers nicht verstanden haben.</p>
<p>Dass ich so harsch reagiert habe, lag allerdings auch daran, dass ich erstens im persönlichen Umfeld Bekannte mit allzu viel Diskriminierungserfahrung habe, dass mir wie gesagt ein wenig der Boden unter den Füßen fehlte wegen des Zuspruchs für deine intolerante Einstellung, und dass mir das Problem bei diesem Zuspruch wie auch der Homohass deiner Einstellung so offenbar waren, dass mich eine längere Diskussion darüber schon aus der Reserve lockte.</p>
<p>Es gibt eben Ansichten, bei denen kann man nicht schweigen, bei denen muss man auch sagen, was man von ihnen hält. Es heißt doch immer so schön, dass man eben nicht wegsehen soll, dass man Initiative und Zivilcourage zeigen soll. Und in einem Forum ist es wahrlich kein großer Akt, nicht wegzusehen. Wenn aber man schon hier als Gutmensch verunglimpft wird, wie viel größer sind dann die Barrieren, in einer realen Situation aufzustehen und zu sagen, das gehe so nicht?</p>
<p>Anders: wer hier im Forum nichts dazu sagt, der wird doch in einer realen Situation erst Recht nichts sagen.</p>
<p>Und damit muss es auch reichen.</p>
<p>(Anmerkung: ich habe ein Zitat, das ich vorher zögerlich als Sarkasmus eingestuft hatte, entfernt, weil sich herausstellte, dass das Zitat tatsächlich keine Unterstützung, sondern Sarkasmus war)</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1368" class="footnote">Nebenbei ist dies eine übliche Taktik für alle möglichen Behauptungen: »Es gibt den Beweis, aber ich kann ihn nicht veröffentlichen.« In einem Pamphlet über die Schädlichkeit von Mikrowellenstrahlung stand mal: »Quelle z.Z. nicht verfügbar«. Ob es einen Beweis gibt und wie stichhaltig der ist, darüber kann ich nur dann eine Aussage machen, wenn ich den Beweis kenne. Ebenso mit diesem angeblich guten Grund.</li></ol>
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		<title>Schwulenhasser bei Rollenspielern</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 21:55:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tweet(Achtung, sehr lang, da viele Zitate) Erst gerade musste ich feststellen, dass im Forum der Richard-Dawkins-Stiftung gerne mal weibliche Journalisten als Fotze (&#8220;cunt&#8221;) oder Ähnliches bezeichnet werden1. Und dann las ich im Rollenspielforum des D&#038;D-Gates: Unsere bestehende Wiesbadener D&#038;D Gruppe hat noch einen Platz frei. Wir spielen D&#038;D 4E auf deutsch. Die Spieler sind teils [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton1354" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D1354&amp;text=Schwulenhasser%20bei%20Rollenspielern&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2010%2F01%2Fschwulenhasser-bei-rollenspielern%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>(Achtung, sehr lang, da viele Zitate)<br />
Erst gerade musste ich feststellen, dass im Forum der Richard-Dawkins-Stiftung gerne mal <a href="http://richarddawkins.net/articleComments,4868,Prejudiced-Danes-provoke-fanaticism,Nancy-Graham-Holm---guardiancouk,page3#447207" target=_blank>weibliche Journalisten als Fotze (&#8220;cunt&#8221;)</a> oder Ähnliches bezeichnet werden<sup><a href="http://p-pricken.de/2010/01/schwulenhasser-bei-rollenspielern/#footnote_0_1354" id="identifier_0_1354" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="via Butterflies and Wheels in den Kommentaren">1</a></sup>. Und dann las ich im Rollenspielforum des <a href="http://forum.dnd-gate.de/index.php/topic,24909.0.html" target=_blank>D&#038;D-Gates</a>:</p>
<blockquote><p>Unsere bestehende Wiesbadener D&#038;D Gruppe hat noch einen Platz frei. </p>
<p>Wir spielen D&#038;D 4E auf deutsch. Die Spieler sind teils absolute Rollenspielanfänger, teils erfahrene Spieler im Alter zwischen 22 und 31 Jahren. 1 Frau, 4 Männer, alle Nichtraucher. Die Charaktere sind zwischen erster und vierter Stufe, ein Einstieg ist also problemlos möglich.</p>
<p>Nächster Spieltermin ist Freitag der 1. Januar 2010 und danach Samstag der 16. Januar 2010. Im Durchschnitt spielen wir einmal im Monat, gelegentlich (aber selten) auch mal öfter.</p>
<p>Vorzugsweise würden wir uns über einen Spieler oder eine Spielerin freuen, der einen Charakter spielt der mit Fallen umgehen kann, also einen Rogue oder Assassin. Aber grundsätzlich sind alle Klassen und Rassen aus den PHBs und dem Dragon erlaubt und willkommen. Auch und insbesondere Rollenspielanfänger sind bei uns gerne willkommen!</p>
<p>Raucher können unter der Voraussetzung mitspielen, dass sie den Abend ohne Rauchen aushalten  </p>
<p>Wen wir nicht wollen sind beispielsweise:</p>
<ul>
<li>Rollenspiel-Freaks die mit Raben auf der Schulter und/oder ähnlichen Nerd-Accessoires durch&#8217;s Leben laufen.</li>
<li>Leute die altersmäßig deutlich über oder unter unserem Durchschnitt liegen.</li>
<li>Leute die sich den Platz in unserer Gruppe schon mal für Mitte 2010 reservieren wollen.</li>
<li>Leute die einen Laptop zum Spielen benötigen.</li>
<li>Leute die um Mitternacht schon Ermüdungserscheinungen zeigen.</li>
<li><strong>Homosexuelle</strong> (Hervorhebung von mir)</li>
</ul>
</blockquote>
<p><span id="more-1354"></span><br />
Damit nicht genug. Der Schreiber rechtfertigte sich noch einmal:</p>
<blockquote><p>So so, wessen Geistes Kind bin ich Deiner Meinung nach denn nur weil ich mir das Recht rausnehme selbst zu entscheiden mit wem ich meine Freizeit verbringen möchte und wen ich in meine Wohnung lassen will?</p>
<p>Oder bin ich deswegen schon böse weil ich niemanden in meine Wohnung lassen möchte, in dessen Gegenwart mich ein ausgesprochenes Unwohlsein überkommt, auch wenn ich mir bei rationaler Betrachtungsweise durchaus bewußt bin, dass diese Gefühle absolut irrational sein mögen?</p></blockquote>
<p>Ausgesprochenes Unwohlsein. Versuchen wir das mal mit anderen Inhalten: Frauen. Ha ha, da macht Mario Barth ja Witze drüber. Frauen sind eh Prügelknaben, da findet bestimmt niemand was dran. Wie wäre es damit: Bin ich schon böse, wenn mich in Gegenwart von Juden ein ausgesprochenes Unwohlsein überkommt? Muslimen? Behinderten?</p>
<p>Noch schlimmer allerdings, was dann von anderen Schreibern folgte:</p>
<blockquote><p>Endlich mal jemand, der zu dem steht, was er nicht will. Mehr von diesen Menschen bitte und weniger von denen, die in allem eine Diskriminierung sehen wollen.</p>
<p> *daumen hoch* (Emoticon)</p></blockquote>
<p>oder</p>
<blockquote><p>Ich finde das absolut legitim, das jemand, der eine Gruppe zum Spielen sucht, bestimmte Vorausetzungen festlegt und auch bestimmte Personengruppen nicht zu sich nach Hause einladen will. Das ist eine vollkommen private Sache und wenn ich nun mal keine Über 30jährigen, keine Homosexuellen, keine Gelsenkirchener und auch keine SPD-Angehörigen dabei haben will, dann kann ich das hier in so einem Aufruf ruhig sagen, finde ich und das hat mit Diskriminierung rein gar nichts zu tun.</p></blockquote>
<p>oder</p>
<blockquote><p>Wohin soll das eigentlich führen, was ihr hier betreibt? Das die Leute erkennen, wie gut und tolerant ihr seid? Das ihr es nicht seid beweist ihr mit jedem eurer Kommentare und wer von euch sagt, wie Leute zu sein haben? Wer ist denn hier so toll, das es besser nicht mehr geht?</p>
<p>Der Spruch ist zwar schon sehr alt, aber er gilt immer noch: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.</p></blockquote>
<p>Genau. Weil ich schon mal was Schlechtes gemacht habe, darf ich nie mehr was sagen, wenn anderes was Schlechtes machen. So ein Unsinn.</p>
<blockquote><p>Vielleicht sollte man zwischen Homosexuellen und Schwuchteln differenzieren. Ich glaube fast, XXX meint letztere&#8230;<br />
Ich habe viele Homosexuellen/Schwulen im Freundeskreis, denen man es niemals anmerken würde.<br />
Die schimpfen selbst über &#8220;Schwuchteln&#8221;, und das nicht zu knapp.</p></blockquote>
<p>Stimmt. Mir wird übel, wenn ich Schwuchteln sehe, ist gleich viel besser.</p>
<blockquote><p>Ein nicht geringer Anteil dieser Entrüstung ist natürlich auch das in Deutschland so verbreitete Gutmenschentum. Wenn ich sagen würde keine Frauen würde es auch Stress geben. Bei keinen Kindern gibt es einen Schrei der Entrüstung von werdenen, planenden oder tatsächlichen Eltern. Bei vorbehalten gegenüber Israelis springt einem erst der Zentralrat der Juden und dann Deutschlands Politik auf das Dach. </p></blockquote>
<p>Ja, das ist Gutmenschentum. Nicht etwa die Erkenntnis gesellschaftlicher Missstände, die man für ungerecht hält. Der folgende Beitrag bemüht sich um Sachlichkeit:</p>
<blockquote><p>Hier wird für mich nicht diskriminiert, Diskriminierung wäre ein Ausdruck wie Schwuchtel  oder sogar die &#8221;Nichtauflistung&#8221; von Homosexuellen und der darauf folgenden Ablehnung von Jemandem, der, bis auf homosexuell, keinen der aufgelisteten Punkte erfüllt und einen fadenscheinigen Grund nachgereicht bekäme o. ä. </p>
<p>Hier wird nur selektiert, mit wem man sich abgeben will und das ist ungeachtet der Pflichten eines jeden Individuums das gute Recht. Ich muß nicht jeden mögen, lieben, tolerieren und akzeptieren. Ich darf aber deshalb niemanden Schaden zufügen, nur weil ich ihn nicht mag/akzeptiere/toleriere. Und die Aussage, daß man nicht mit Person x im Sandkasten spielen will, ist kein Schaden zufügen, vor allem dann nicht, wenn es um den privaten Sandkasten geht.</p>
<p>Ich bin jedoch froh darüber, daß jemand klar und deutlich sagt, was er/sie will und was nicht. Damit muß man heute z. B. bei jedem Berufsgespräch leben, was ein gesetzlich legales Diskriminierungsurteil darstellt.</p>
<p>Von daher sehe ich absolut gar kein Problem mit einer derart subjektiven und persönlichen Wunschäußerung in einem öffentlichen Forum.</p></blockquote>
<p>Es geht ja nur um eine persönliche Wunschäußerung, die muss doch noch erlaubt sein, und weil die persönlichen Wünsche über alles gehen, ist das dann auch in Ordnung. Wenn ich äußere, dass ich noch ein paar Jungs suche, um abends Behinderten den Schädel einzuschlagen, dann sage ich offen, was ich will, und äußere nur meine Freizeitwünsche. Das sollte gelobt werden.</p>
<p>Dann kam die Frage: »Wie wäre es also mit heterosexuellen, drogensüchtigen, jüdischen, ex-Sträflingen?« Und die Antwort:</p>
<blockquote><p>Würdest Du jemanden bedenkenlos in Deine Wohnung lassen den Du nicht kennst und von dem Du nur weißt, dass er ein ein drogensüchtiger Ex-Sträfling ist?</p></blockquote>
<p>Für den Schreiber ist offenbar: Würdest du jemanden bedenkenlos in deine Wohnung lassen, den du nicht kennst, und von dem du nur weißt, dass er ein Homosexueller ist? Bedenkenlos? Was, wenn der eine Banane isst?!</p>
<p>Hier ist das Entscheidende:</p>
<blockquote><p>Genau das ist die Heuchelei dabei, wer sind wir denn, daß wir XXX etwas aufzwingen wollen, indem wir hier öffentlich ihn/sie anprangern, nur weil uns seine Meinung nicht passt?</p></blockquote>
<p>NIEMAND will den Ersteller zwingen, mit Homosexuellen spielen zu müssen, aber in dieser komischen Welt, in der die Leute leben, ist es schon verboten, die Meinung von jemand anderem zu kritisieren. Meinungen sind heilig! Auch wenn sie sexistisch, rassistisch, dumm, falsch oder sonstwas sind. Wenn ich meine, Frauen müssten eine Genitalverstümmelung bekommen und dürfen alleine nicht vor die Tür, geschweige denn fremde Männer sehen, dann ist das meine Meinung und damit DARF NIEMAND MEHR WAS SAGEN. Wir sind ja nicht im Dritten Reich.</p>
<p>Das bedeutet nicht Meinungsfreiheit und Redefreiheit. Diese Freiheiten sind deshalb heilig, weil nur auf dem Marktplatz der Ideen, wie es so schön heißt, gute und schlechte unterschieden werden können. Ich kann niemanden zu einer Meinung zwingen, aber ich kann nicht nur, ich muss ihm sagen, wenn ich seine Meinung für verkehrt halte. Das ist Freiheit, das ist Mündigkeit – mit seinen Meinungen in der Öffentlichkeit bestehen können, für sie einstehen oder sie ggf. ändern.</p>
<p>Stattdessen sind wir so weit, dass wir es erlauben, nachweislich diskriminierte und benachteiligte Bevölkerungsgruppen herabzusetzen, weil die andere Meinung ja so hoheitlich ist. Bloß niemandem auf die Füße treten – das, was hier den angeblichen &#8220;Gutmenschen&#8221; vorgeworfen wird, nämlich überzureagieren, ist stattdessen umgekehrt der Fall. Da sieht sich eine Mehrheitsgruppe in ihrer Freiheit eingeschränkt, wenn man mal sagt, was man von deren Ansichten hält. </p>
<p>Es steht jedem frei, keine Homosexuellen in sein Umfeld zu lassen, aber dann muss er damit rechnen, dafür kritisiert zu werden – ebenso wie man damit rechnen muss, kritisiert zu werden, wenn man irgendetwas anderes tut oder äußert. Wenn man aber so jemandem keinen Gegenwind vorsetzt, dann merkt er gar nicht, dass es vielleicht auch einen solchen gibt. Leider ist eine normale Argumentation auf dem oben zitierten Niveau überhaupt nicht möglich, da werden Bauchgefühle und diffuse Freiheitsvorstellungen als Argumente vorgebracht. Manchmal muss man auch einfach die Notbremse ziehen. Was ich getan habe:</p>
<blockquote><p>Die Wahrheit ist, dass es legitim ist, Personengruppen einzugrenzen, die man für Aktivitäten will. Diese Eingrenzung sollte jedoch mit der Aktivität zu tun haben. Wenn man Klettern geht, will man keine unsportlichen Dicken dabei haben – okay. Für den Theaterbesuch bitte keine Punker, weil man sich gerne schick kleiden will – auch gut.</p>
<p>Was aber bitte hat Rollenspiel mit Homosexualität zu tun? Solange da nicht am Tisch gepoppt wird, kann es ja nur so sein, dass die Idee, ein Gegenüber fängt irgendwas mit dem gleichen Geschlecht an, den Threadersteller so unheimlich fasziniert und stört, dass er an nichts anderes mehr denken kann. Wahrscheinlich kennt er bereits einen oder mehrere Homosexuelle, die ihm das nur nicht sagen (kein Wunder!).</p>
<p>Was mich aber richtig erschreckt ist die Tatsache, dass hier Leute jubeln. Klar ist das toll, wenn jemand seine Vorurteile so offen auf den Tisch legt, da kann man gleich sehen, was das für ein Arschloch ist. Aber so ist das ja nicht gemeint, sondern diese Angabe wird gut geheißen? Ehrlich? Zum Rollenspiel ist es okay, Schwule und Lesben auszuladen? Nicht, ob es erlaubt ist, das ist es natürlich – es ist ja die eigene Wohnung –, aber allein die Idee, man könne so was bestimmen?</p>
<p>Dahinter steckt die Idee, man könnte so was kontrollieren, also könnte man das einwandfrei erkennen? Wie bitte soll das im Kontext einer Rollenspielrunde gehen? Wahrscheinlich weil alle Schwulen wie Bruce Darnell sind oder was?</p>
<p>Meine Fresse. Da wird aus der Freiheit, ein Arsch sein zu dürfen, der gesellschaftliche Ruf danach, doch ein Arsch zu sein. Weiter so, Arschloch, wir sind stolz auf dich, wir brauchen mehr von dir.</p></blockquote>
<p>Dafür bekam ich jetzt Ärger, weil ich den ersten Schreiber beleidigt habe. Und in einer Folgediskussion kam noch das hier:</p>
<blockquote><p>Ist umfassend ignorantes, vollkommen selbstbezogenes, abolut unreflektiertes, und scheinbar anständiges Gutmenschentum nicht etwas schönes?</p></blockquote>
<p>Wer das liest und nachdenkt, merkt: Wem bei Homosexuellen übel wird, dem muss beigestanden werden. Homosexuellen muss nicht beigestanden werden. Wer Schwulenhassern beisteht, der ist aufgeklärt, selbstlos, reflektiert und tatsächlich anständig – wer aber für die Minderheit eintritt, ist das genaue Gegenteil.</p>
<p>Zum Glück gab es auch genug andere Schreiber in dem Forum, die sich bestürzt zeigten. Trotzdem – wenn das der Zustand der Gesellschaft ist, dass man die ignoranten Arschlöcher beschützt und die Benachteiligten nicht verteidigt, dann läuft da etwas gewaltig falsch.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1354" class="footnote">via <a href="http://www.butterfliesandwheels.com/notesarchive.php?id=3049" target=_blank>Butterflies and Wheels</a> in den Kommentaren</li></ol>
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		<title>Barney Frank und das Publikum</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 17:53:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[TweetSo geht man mit Störungen um: nicht als unzulässig beschreiben, sondern kontern. Meinungsfreiheit gewahrt, und Diskurs auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton832" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D832&amp;text=Barney%20Frank%20und%20das%20Publikum&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2009%2F08%2Fbarney-frank-und-das-publikum%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>So geht man mit Störungen um: nicht als unzulässig beschreiben, sondern kontern. Meinungsfreiheit gewahrt, und Diskurs auch.</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/15trj5KemVk&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/15trj5KemVk&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>

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		<title>Die Grenze von Meinungsfreiheit?</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 15:11:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<category><![CDATA[meinungsfreiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[TweetManchmal ist es wirklich erstaunlich, wie unzivilisiert die USA eigentlich sind. Gerade zeigt sich das wieder an der Debatte um eine Gesundheitsreform. Die Geschichten vom amoralischen Verhalten der Versicherungsunternehmen in den Staaten sind Legion; da wird ein autistisches Kind benutzt, um Versicherungsschutz zu verweigern, oder Diabetes, um die Krebsbehandlung nicht zu bezahlen – sogenannte vorher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton724" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D724&amp;text=Die%20Grenze%20von%20Meinungsfreiheit%3F&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2009%2F08%2Fdie-grenze-von-meinungsfreiheit%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Manchmal ist es wirklich erstaunlich, wie unzivilisiert die USA eigentlich sind. Gerade zeigt sich das wieder an der Debatte um eine Gesundheitsreform. Die Geschichten vom amoralischen Verhalten der Versicherungsunternehmen in den Staaten sind Legion; da wird ein autistisches Kind benutzt, um Versicherungsschutz zu verweigern, oder Diabetes, um die Krebsbehandlung nicht zu bezahlen – sogenannte vorher existierende Erkrankungen, um die sich in den Konzernen ganze Abteilungen bemühen, also genauer darum, Gründe zur Verweigerung von Versicherungsschutz zu finden. Unversicherte Amerikaner, von denen es viele gibt, haben dann die Wahl, sich im Falle einer schweren Krankheit zu verschulden oder zu sterben – oder zu sterben und ihrer Familie Schulden zu hinterlassen.</p>
<p>Die Abneigung gegen eine allgemeine Pflichtversicherung ist ohnehin schon unverständlich, jetzt nimmt sie aber groteske Züge an.</p>
<p><span id="more-724"></span>Die USA haben eine <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/08/14/AR2009081401495_pf.html" target=_blank>lange Tradition</a><sup><a href="http://p-pricken.de/2009/08/die-grenze-von-meinungsfreiheit/#footnote_0_724" id="identifier_0_724" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="via Slacktivist">1</a></sup> von konzertiertem Aufruhr seitens der politischen Rechtsaußen, man nehme nur die ständigen Proteste bei Abtreibungskliniken. Im Moment ist es <a href="http://thinkprogress.org/2009/07/31/recess-harassment-memo/" target=_blank>Gang und Gäbe</a>, Protestler zu <a href="http://edition.cnn.com/2009/POLITICS/08/07/health.care.scuffles/index.html" target=_blank>Bürgertreffen</a> zu schicken, um dort ganz bewusst für Unfrieden zu sorgen: Brüllen, Protestieren, Terz machen ist die Devise. Ausbuhen das Resultat. Ein Beispiel:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/UOLs7Cybnqw&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/UOLs7Cybnqw&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p><a href="http://thinkprogress.org/2009/07/28/dem-effigy-afp/"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2009/08/hangingkratovil-1-150x150.jpg" alt="hangingkratovil-1" title="hangingkratovil-1" width="150" height="150" class="alignright size-thumbnail wp-image-802" /></a> Dazu kommen dann Verlautbarungen wie das Editorial vom <a href="http://www.ibdeditorials.com/IBDArticles.aspx?id=333933006516877" target=_blank>Investor&#8217;s Business Daily</a>, der beschreibt, wie im sozialistischen Großbritannien jemandem wie Stephen Hawking die Behandlung verweigert würde – Hawking ist Brite und wurde zeit seines Lebens dort behandelt. Sarah Palin schreibt von der <a href="http://andrewsullivan.theatlantic.com/the_daily_dish/2009/08/obamas-baby-death-camp.html" target=_Blank>&#8220;Todesjury&#8221;</a>, die entscheiden würde, ob ein älterer Mitbürger sich umbringen müsse, um Kosten zu sparen, oder die ihrem autistischen Kind die Behandlung verweigerten. Auch hier lässt sich anfügen, dass gerade ältere Menschen auch heute schon mit MediCare versichert sind und die autistischen Kinder gerade bei der aktuellen Situation ein Problem darstellen.</p>
<p>Im Grunde sind dies alles Lügen, die noch dazu gegen einen ohnehin schwachen Plan angehen, nämlich neben Versicherungsangebote auch die Möglichkeit einer staatlichen Versicherung zu stellen, nicht einmal eine Pflichtversicherung. Und selbst diese »Public Opion« droht nun zu scheitern, weil die einfachen Leute Sozialismus fürchten, angestiftet von Republikanern und einigen wenigen »Blue Dog«-Demokraten, initiiert von den Versicherungskonzernen.</p>
<p>Groß ist jetzt das Geschrei, diese Proteste seien undemokratisch, und diese Frage ist tatsächlich nicht einfach zu beantworten. Schließlich gibt es keinen politischen Diskurs, sondern irrationale und unwahre Behauptungen und Panikmache, es gibt nur Störungen, keine wirklichen Gespräche. Und das gesteuert nicht von der Bevölkerung selbst, sondern von konservativen Organisationen.</p>
<p>All das ist m.E. relativ egal. Problematisch ist nicht, dass die Proteste organisiert sind – wie bei Gewerkschaften auch sehe ich durchaus die Notwendigkeit, sich in der Medienlandschaft zu positionieren und mit mehr als einzelnen Stimmen zu sprechen. Dass ich in diesem Falle nicht mit den Organisatoren übereinstimme, ist unwichtig. Auch gehören Störungen für mich zum Werkzeug politischen Aktivismusses – wenn man nicht angehört wird, ist es vielleicht sogar die einzige Möglichkeit.</p>
<p>Ich störe mich natürlich an den Unwahrheiten, und hier liegt das eigentliche Problem. Das Volk wird mutwillig belogen und betrogen und aufgehetzt, und im Gegenzug fühlen sich die Demokraten verantwortlich, es nicht noch weiter aufzuhetzen, sondern ruhig zu halten. Die einen machen Panik, die anderen wollen für ruhigen Schlaf sorgen, keiner hat den Mumm, das Richtige zu tun. Und die Wahrheiten kommen nicht an die einfachen Leute, die Fox News gucken und Rush Limbaugh hören. Die Presse hat mit wenigen Ausnahmen in den USA ohnehin versagt, und die Leute, die eben nur ihren Leuten vertrauen, sind eben auch nicht zu beschwichtigen. Ihnen werden Lügen vorgesetzt, so wie hier bei uns auch Lügen vorgesetzt werden. Das ist das Undemokratische. Und damit wird dann so viel Lärm erzeugt, bei dem die Wahrheit ungehört verhallen muss.</p>
<p>Das Ideal von Adam Smith und seinen freien Märkten geht davon aus, dass jeder einzelne rational seinen eigenen Nutzen erhöht und damit ein Marktgleichgewicht entsteht, dass zudem ständigen Fortschritt verheißt. Lügen und Betrug aber machen dieses Ideal zunichte, denn die Leute, die unversichert gegen Versicherung protestieren, handeln nicht rational.<sup><a href="http://p-pricken.de/2009/08/die-grenze-von-meinungsfreiheit/#footnote_1_724" id="identifier_1_724" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebensowenig ist es &uuml;brigens individuell rational, zur Wahl zu gehen, da die eigene Wahlstimme aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Ausschlag gibt, und die Idee des rein rationalen Menschen hat auch andere Angriffspunkte">2</a></sup> <a href="http://andrewsullivan.theatlantic.com/the_daily_dish/2009/08/chart-of-the-day-6.html" target=_Blank>Andrew Sullivan</a> hat zu diesem Thema eine nette Grafik veröffentlicht, wie wahr die Behauptungen der beiden politischen Lager sind:</p>
<p><a href="http://andrewsullivan.theatlantic.com/the_daily_dish/2009/08/chart-of-the-day-6.html"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2009/08/healtgraph.png" alt="healtgraph" title="healtgraph" width="500" height="297" class="alignnone size-full wp-image-804" /></a>  </p>
<p>Es ist wirklich schlimm anzusehen, dass ein demokratischer Präsident mit demokratischem Senat und ebensolchem Repräsentantenhaus nicht in der Lage ist, diesem Lärm zu begegnen. Damit droht Obama bei der Gesundheitsfürsorge zu scheitern, während er in Punkto Folter und Guantanamo weiter der Bush-Linie folgt. Der Wechsel ist immer weniger zu sehen. Gleichzeitig ist es ein erstaunliches Zeichen für die Korruptheit eines Systems, dass solche Misinformationen flügge werden können und ihnen nicht begegnet wird. Erinnert mich an die deutsche Diskussion um Internetsperren (unter anderem).</p>
<p>Und jetzt bin ich doch wieder nach links gerutscht.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_724" class="footnote">via <a href="http://slacktivist.typepad.com">Slacktivist</a></li><li id="footnote_1_724" class="footnote">ebensowenig ist es übrigens individuell rational, zur Wahl zu gehen, da die eigene Wahlstimme aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Ausschlag gibt, und die Idee des rein rationalen Menschen hat auch andere Angriffspunkte</li></ol>
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		<title>Müde Demokratie</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 19:17:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[TweetIn zwei Tagen wird in Deutschland eine Zensur für das Internet eingerichtet. Das ist anscheinend beschlossene Sache, weil sich SPD und CDU geeinigt haben, den Vorstoß zu verabschieden. Unter der falschen Maßgabe der Bekämpfung von Kinderpornographie wird eine Sperrliste eingerichtet, welche die Inhalte von unliebsamen Seiten gleichwohl online lässt, sie nur für den normalen unmotivierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton627" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D627&amp;text=M%C3%BCde%20Demokratie&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2009%2F06%2Fmude-demokratie%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>In zwei Tagen wird in Deutschland eine Zensur für das Internet eingerichtet. Das ist anscheinend beschlossene Sache, weil sich SPD und CDU geeinigt haben, den Vorstoß zu verabschieden. Unter der falschen Maßgabe der Bekämpfung von Kinderpornographie wird eine Sperrliste eingerichtet, welche die Inhalte von unliebsamen Seiten gleichwohl online lässt, sie nur für den normalen unmotivierten User nicht erreichbar macht.</p>
<p>Das ist aus mehreren Gründen bezeichnend für den Status unserer Demokratie.</p>
<p><span id="more-627"></span>Zunächst ist es bezeichnend, dass mit dem Thema Kinderpornographie hantiert wurde, um jegliche Diskussion von vorneherein auszuschalten. Gegner des Gesetzes waren Befürworter von Kinderpornos und Kindesmissbrauch. In dieser Gesprächshaltung wurden entsprechend sowohl Experten für Informationsfreiheit und das Internet als auch für Kindesmissbrauch und dessen Verbreitung ignoriert, wenn sie das Gesetz kritisierten. Auch Opferorganisationen sprachen sich gegen die Sperre und für das Löschen von bekannten Kinderpornoseiten aus – vergeblich.</p>
<p>Ich will den Befürwortern dieses Gesetzes nicht ankreiden, dass sie sich nicht einmal für Kindesmissbrauch interessieren und ausschließlich an einer Zensur-Infrastruktur interessiert waren – aber die Errichtung dieser Struktur war eindeutig ein weiteres Ziel der Propaganda und Lügen. Denn es wurde gelogen, es wurden Zahlen und Statistiken erfunden oder verfälscht und selbst nach Richtigstellung nicht korrigiert.</p>
<p>Dann war da noch die <a href="http://netzpolitik.org/2009/die-bundesregierung-hat-keine-kenntnis-will-aber-sperren/" title="netzpolitik: keine Kenntnis, will aber sperren" target=_blank>Anfrage an die Bundesregierung</a>:</p>
<blockquote><p>    Frage: In welchen Ländern steht Kinderpornographie bislang nicht unter Strafe?</p>
<p>    Antwort: Dazu liegen der Bundesregierung keine gesicherten Kenntnisse im Sinne rechtsvergleichender Studien vor. [...]</p>
<p>    Frage: Wie viele Server [...] stehen in Ländern, in denen Kinderpornographie nicht unter Strafe steht?</p>
<p>    Antwort: [...] [Die Bundesregierung] hat keine Informationen über Serverstandorte in solchen Ländern.[...]</p>
<p>    Frage: Über welche wissenschaftlichen Erkenntnisse verfügt die Bundesregierung im Zusammenhang mit der Verbreitung von Kinderpornographie [...]</p>
<p>    Antwort: Die Bundesregierung verfügt über keine eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse. [...]</p>
<p>    Frage: In welchem Umfang plant die Bundesregierung die vergabe einer wissenschaftlichen Studie über das Ausmaß und die Wege der Verbreitung von Kinderpornographie im Internet und Wege zur Effektiven Bekämpfung solcher Inhalte?</p>
<p>    Antwort: Die Bundesregierung plant derzeit nicht die Vergabe einer wissenschaftlichen Studie. [...]</p>
<p>    Frage: Welche Sperrlisten anderer Länder hat die Bundesregierung untersucht?</p>
<p>    Antwort: Die Bundesregierung hat keine Sperrlisten untersucht. [...]</p>
<p>    Frage: Auf welche Datengrundage stützt sich die Bundesregierung bei der Einschätzung des kommerziellen Marktes für Kinderpornographie in Deutschland?</p>
<p>    Antwort: die Bundesregierung verfügt über keine detaillierte Einschätzung des kommerziellen Marktes für Kinderporngraphie in Deutschland. [...]</p>
<p>    Frage: Wie Hoch schätzt die Bundesregierung die Gefahr ein, dass Anbieter und Interessenten von Kinderpornographie die Sperren für sich ausnutzen, um zu ermitteln, ob sie sich bereits im Fokus von Ermittlungen befinden? [...]</p>
<p>    Antwort: Die Bundesregierung sieht hierin keine Gefahr. [...] [Anmerkung: sprich: technischer Sachverstand: Null.]</p></blockquote>
<p>Man hört nicht auf Experten, kennt keine Zahlen aber wettert von der Kanzel mit der Moralkeule. Gleichzeitig werden einzelne Auslassungen, dass man das System dann ja auch für extremistische, staatsfeindliche oder andere illegale Seiten nutzen könnte, schnell wieder zurückgenommen, und es kommt die Maßgabe, sich doch erst mal auf die Kinderpornos zu konzentrieren.</p>
<p>Zur selben Zeit rufen Leute organisiert bei Abgeordneten an, machen Demonstrationen und kleine Aktionen bei Auftritten von Frau von der Leyen, es unterschreiben so viele Leute die Petition gegen die Zensur wie noch keine Petition zuvor: 130.000. Zumindest ein Teil der Bevölkerung ist politisiert und wird durch dieses Vorhaben aktiv.</p>
<p>Aber das Gesetz kommt dem allem zum Trotz, über die Petition wird dann bezeichnenderweise erst nach der Wahl entschieden. (Mit anderen Worten: Tschüs, SPD!) Und die CDU begrüßt in ihrer <a href="http://www.cducsu.de/Titel__pressemitteilung_klare_kante_gegen_kinderpornographie/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__13368/Inhalte.aspx" title="Pressemitteilung CDU/CSU" target=_blanK>Pressemitteilung</a> das Umfallen der Sozialdemokraten:</p>
<blockquote><p>Damit ist eine gefährliche Entwicklung gestoppt worden. Unter Berufung auf eine angebliche Internetzensur durch den Staat wollten die Linksaußen in der SPD durchsetzen, dass das Internet zum rechtsfreien Raum wird. Die SPD wäre dadurch Gefahr gelaufen, Straftaten im Internet Vorschub zu leisten, von der Vergewaltigung und Erniedrigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß gegenüber Künstlern und Kreativen.</p></blockquote>
<p>Urheberrechtsverletzungen. Gelesen? Die Abstimmung findet – danke, <a href="http://udo.springfeld.eu/blog/2009/06/17/geht-klar-zensursula/" title="Geht klar, Zensursula" target=_blank>Udo Springfield</a> – doch nicht mit Fraktionszwang statt, wie ich ursprünglich (ohne nachzuprüfen) dachte. Natürlich wird Gleichschritt trotzdem gerne gesehen, und ich bin gespannt, wie viele Abweichler sich denn trauen werden.</p>
<p>Nächster Halt: Bundesverfassungsgericht?</p>
<p>Jedenfalls ist dieses Blog ab sofort für Mitarbeiter der Parteien <a href="http://www.peterkroener.de/zensiert-zurueck-das-wordpress-plugin-um-parteien-und-fraktionen-auszusperren/" title="zensiert zurück!" target=_blank>zensiert</a>. Was immer das auch bringen soll&#8230;</p>

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