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	<title>Derangierte Einsichten &#187; information</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>Falsch verstanden</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 13:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[information]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ein großer Freund der Idee eines staatlichen Fernsehprogramms. Ob man es mag oder nicht, das Fernsehen ist das wichtigste Kultur- und Informationsmedium unserer Zeit, und wenn die Sender ins Internet expandieren, erhöht sich dieser Stellenwert nur noch. Gleichzeitig zeigen die Bereiche Kultur und Information, dass freie Märkte nicht den Anforderungen einer Gesellschaft genügen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ein großer Freund der Idee eines staatlichen Fernsehprogramms. Ob man es mag oder nicht, das Fernsehen ist das wichtigste Kultur- und Informationsmedium unserer Zeit, und wenn die Sender ins Internet expandieren, erhöht sich dieser Stellenwert nur noch. Gleichzeitig zeigen die Bereiche Kultur und Information, dass freie Märkte nicht den Anforderungen einer Gesellschaft genügen – die Jagd nach dem Kunden führt zu Marktschreierei und dem, was gemeinhin als »Unterschichtenfernsehen« verschrien wird. Öffentlich-Rechtliche Sender können da einen Gegenpol bieten, wie z.B. die BBC in England beweist, die neben populären Programmen auch immer wieder qualitativ hochwertige Formate produziert.</p>
<p>Womit wir beim Problem sind.<br />
<span id="more-1714"></span><br />
Denn die deutschen öffentlich-rechtlichen schaffen es nicht, eine der BBC auch nur ansatzweise vergleichbare Rolle zu spielen. Mit Ausnahme der teuer bezahlten Sportsendungen gibt es dort nur behäbig-altertümliche Formate oder aber Kopien der Sendungen, die auch in den Privaten zu sehen sind. Und Selbstkritik findet man hier natürlich auch nicht, eher Postenschiebereien. Und im Internet kann man denn auch die Informationen, die man bei den öffentlich-rechtlichen nicht findet, selbst suchen.</p>
<p>Ich kann mir also gut vorstellen, dass es immer mehr Leute gibt, die auf einen Fernseher verzichten. Ich gehöre dazu, und ich kenne auch einige Menschen persönlich, die ohne Fernseher auskommen. Und die Kosten für Bundesliga, Weltmeisterschaft und Olympia werden auch immer höher. Also haben die öffentlich-rechtlichen Programme Finanzierungsprobleme. Die GEZ-Gebühr wird ohnehin immer erhöht, und jetzt soll eine <a href="http://carta.info/26663/unbedenklich-kein-fernseher-und-volle-abgaben/" target=_blank>Abgabe kommen</a>, die jeder Haushalt unabhängig vom Vorhandensein eines Geräts zahlen soll.</p>
<p>Das ist nicht die Lektion, die zu lernen war. Die öffentlich-rechtlichen tun sich sehr schwer, den Rundfunkstaatsvertrag zu erfüllen. Als Zuschauer habe ich einzig die Möglichkeit, sie dafür finanziell zu strafen, indem ich einen Fernseher abschaffe. Diese Möglichkeit soll nun auch genommen werden.</p>
<p>Mein Problem ist nicht einmal die Haushaltsabgabe – wie gesagt halte ich die Idee des öffentlichen Rundfunks für eine gute, und eine Haushaltsabgabe ist für mich nicht verwerflich. Allerdings sollte das, wofür der Staat bezahlt – wofür also die Bürger bezahlen – auch entsprechend kontrolliert werden und zu entsprechenden Formaten führen, die in der Gesamtmenge <em>jeden</em> ansprechen, nicht nur die Rentner und die Sportfans. Man sehe sich die lange Reihe von erfolgreichen Eigenproduktionen der BBC an, die diese zu besten Sendezeiten ausstrahlen, ob es nun Dokumentationen, Filme, Shows oder Serien sind. Und man suche verzweifelt nach ähnlichen Dingen bei ARD und ZDF.</p>
<p>Wenn es nur darum geht, dafür zu bezahlen, dass die öffentlich-rechtlichen Sender unter Beweis stellen, private Sender noch unterbieten zu können, indem sie nämlich niveaulos <em>und</em> langweilig sind, dann wirkt die GEZ doch weniger wie die Unterstützung einer gesellschaftlichen Funktion und eher wie die Protektion einer Senderfamilie, wo man Parteifreunden einen Posten verschaffen kann.</p>
<p>Und dann bin ich auch dagegen.</p>
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		<title>Sperrt das Internet</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 17:47:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[idioten]]></category>
		<category><![CDATA[information]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihr wollt Seiten sperren? Schlechte Idee.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://netzpolitik.org/2009/wir-praesentieren-das-bundestag-gutachten-zur-netzensur/" title="netzpolitik: wir präsentieren das Bundestagsgutachten zur Netzensur" target=_BlanK>Netzpolitik</a> hat die PDF-Version eines Gutachtens online gestellt, das für den Bundestag erstellt wurde und Maßnahmen in Betracht zieht, wie man Internetzugang einschränken kann.</p>
<p>Werfen wir mal einen Blick hinein.</p>
<p><span id="more-344"></span>Die Sperrung von Internetseiten ist das neue In-Ding gegen Informationsfreiheit. Die Medienkonzerne gehen von der Verfolgung einzelner »Piraten« zur Praxis über, Provider unter Druck zu setzen, und unter der Maßgabe des Jugendschutzes (und Staatsicherheit) will nun auch die Bundesregierung in das Spiel einsteigen, das woanders schon nicht funktioniert.</p>
<p>Die Idee ist, einzelne Seiten zu sperren, wobei die gesperrten Seiten üblicherweise nicht nur nicht bekannt gegeben werden, sondern auch nicht die Maßgabe, nach der über Sperrung von Seiten entschieden wird. Diese fehlende Transparenz führt unweigerlich bereits dazu, dass auch »unschuldige« Seiten gesperrt werden. Den neuen Jugendschutz lasse ich mal weg, der ist auch anders schlimm genug.</p>
<p>Zum Gutachten. Zunächst werden drei Verfahren der Sperrung beschrieben und bewertet, DNS-Sperrung, IP-Sperrung und Proxy-Server.</p>
<blockquote><p>Daher ist zum einen festzuhalten, dass Sperrungen durch die Access-Provider zwar technisch möglich sind, jedoch kann jede der drei aufgeführten Sperrtechniken mit einem vergleichsweise geringen Aufwand von dem Nutzer oder den Anbietern der Inhalte umgangen werden. Zum anderen bleibt bezüglich der Verhinderung des Zugangs zu bestimmten Webseiten festzuhalten, dass eine dauerhafte, zielgerichtete Sperrung ohne erhebliche Nebenwirkungen auf der Grundlage der gegebenen Internetstruktur nahezu unmöglich ist.</p></blockquote>
<p>Das stimmt schon mal, selbst wenn man unberücksichtigt lässt, dass gesperrte Seiten möglicherweise abwandern und sivh andere Adressen zulegen. Darüberhinaus wird auch beschrieben, wie ungenau manche Sperrverfahren sind und auch, wie veraltete Datensätze zu unerwünschten Sperrungen führen können – im Endeffekt müsste man zusätzlich zur Einrichtung der Sperre auch noch regelmäßig die gesperrten Seiten prüfen, ob sie zu entsperren sind; wer aber sucht lange nach toten Links, wenn die Linkliste mehr als 100 Daten umfasst?</p>
<blockquote><p>Eine Erklärung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aus dem Jahre 2005, die sich im Juni desselben Jahres mit der Meinungsfreiheit im Internet befasste, sprach sich dafür aus, die Inhaltskontrolle allein den Nutzern zu überlassen.</p></blockquote>
<p>Ja, das wäre ideal. Wird aber nicht passieren, denn da draußen im Netz sind ja so viele eklige Spinnen, und wer sich da einmal drin verfängt – nein, lieber sperren wir den Zugang zumindest teilweise. Damit unsere Kinder nicht von ihrem Computer missbraucht werden, müssen wir der ganzen Bevölkerung Fußketten anlegen. Und das, obwohl das Internet nicht mal <a href="http://www.boingboing.net/2009/01/13/internet-is-full-of.html" title="BoingBoing: Internet full of bullies" target=_blanK>so voller Pädophile</a> ist, wie man gemeinhin annimmt, sondern die größte Gefahr für Kids von Gleichaltrigen ausgeht, die sie hänseln oder zu unüberlegten Taten bringen&#8230; <strong>genau wie im richtigen Leben</strong>, wer hätte das gedacht?</p>
<p>Der Bericht lässt auch Zweifel an der Zumutbarkeit solcher Sperren aufkommen, präsentiert dann aber ausgerechnet China als ein Modell, wie es trotzdem funktionieren kann. Machen wirs wie in China? </p>
<p>Ein Schelm, wer glaubt, dass die Sperren damit vom Tisch sind. <a href="http://netzpolitik.org/2009/grosse-koalition-im-eu-parlament-fuer-internet-filterungen/" title="netpolitik: Große Koalition für Internetsperrungen" target=_blanK>Wieder Netzpolitik</a> beschreibt, wie die Sache auf die EU ausgelagert werden soll, weil dann kann man sich in Deutschland ja dagegen aussprechen und »muss« es trotzdem umsetzen.</p>
<p>Nicht vergessen werden soll ein Link aufs Medienrauschen: <a href="http://www.medienrauschen.de/archiv/auf-wiedersehen-internet-freiheit/" title="Auf Wiedersehen, Internet-Freiheit" target=_blanK>England sperrt die Wayback-Machine</a> als Kinderporno.</p>
<p><a href="http://www.eff.org/" title="Electronic Frontier Foundation" target=_blanK>Freunde</a>.</p>
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