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	<title>Derangierte Einsichten &#187; fantasy</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>HBOs Game of Thrones</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 10:38:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<category><![CDATA[filmkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 12.07. erscheint A Dance with Dragons, der fünfte Band von George RR Martins Lied von Eis und Feuer-Serie. In den letzten Wochen habe ich die Hörbücher der vorherigen vier Teile gehört und die TV-Adaption des ersten Buchs gesehen. Wahrscheinlich werde ich in den nächsten Tagen noch einmal auf die Bücher eingehen &#8211; heute möchte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12.07. erscheint <em>A Dance with Dragons</em>, der fünfte Band von George RR Martins <em>Lied von Eis und Feuer</em>-Serie. In den letzten Wochen habe ich die Hörbücher der vorherigen vier Teile gehört und die TV-Adaption des ersten Buchs gesehen. Wahrscheinlich werde ich in den nächsten Tagen noch einmal auf die Bücher eingehen &#8211; heute möchte ich die erste Staffel der TV-Serie Revue passieren lassen.</p>
<p><span id="more-3872"></span><br />
Die erste Staffel begann ziemlich gut und endete sehr stark, wie ich fand. Die letzten drei Episoden insbesondere wirkten, als hätte es bei den Produzenten und Autor_innen endlich »geklickt«, aber das kann auch damit zu tun haben, dass in diesen Folgen entscheidende Ereignisse stattfinden.</p>
<p>In meinen Augen ist die Regie der meisten Folgen immer noch ein wenig verbesserungsfähig. Die Kamera ist ein Instrument, das mehr kann als nur aufzuzeichnen. Aber wir bekommen sehr oft recht statische Einstellungen, wenn Szenen durch Bewegung (der Figuren oder der Kamera) mehr Dynamik gewinnen könnten. Als Deckmantel hat sich HBO entschlossen, in jeder Folge mindestens einmal eine nackte Frau zu zeigen und die Exposition als Sexszene zu filmen. Das funktioniert aber nur manchmal; gerade in der Häufung wirkt diese Taktik eher belustigend bis ärgerlich, weil eben zum Großteil (wenn auch nicht ausschließlich) Frauen nackt gezeigt werden und sich das anfühlen kann, als wolle man hier gezielt Männer ansprechen &#8211; aber der männliche Blick ist ja ohnehin der Standard im Fernsehen.</p>
<p>Fernsehen ist allerdings von jeher eher das Medium für Autor_innen, und hier kann sich <em>Game of Thrones</em> sehen lassen: die Mono- und Dialoge sind fast ausnahmslos bemerkenswert gut geschrieben, und das bezieht sich auch auf die Szenen, die in den Büchern nicht oder anders passierten. Und mit den großartigen Kulissen und der noch besseren Besetzung &#8211; ich kann ad hoc keine Schwachstelle bei den Darsteller_innen ausmachen, aber sehr viele Lieblinge nennen &#8211; können diese Sätze auch gewürdigt werden. </p>
<p>Noch einmal zur Wiederholung, denn man kann es nicht oft genug sagen: die Darsteller_innen sind von staunenswerter Qualität, jede neue Figur anscheinend mit genau der Person besetzt, der die Rolle auf den Leib geschrieben wurde. George Martins Figuren sind eindrucksvoll, sodass ich mich als Fan auf den Auftritt jeder neuen Person freute, und jedes Mal aufs Neue stimmte es einfach. Dass dennoch Peter Dinklage als Tyrion Lannister den ganzen Haufen in die Tasche steckt, ist daher ein noch größerer Triumph. Allerdings darf er auch den verhassten Prinz Joffrey schlagen &#8211; diese Szene ist inzwischen in diversen You-Tube-Videos verewigt.</p>
<p>Die »Sexposition« ist der eine Schwachpunkt, die Kamera ein kleiner Makel, und schließlich würde ich meine Kritik an dem Erzählstrang ausrichten, der das kriegerische Nomadenvolk der Dothraki behandelt. Dieses Stammesvolk, das schon in den Büchern etwas stereotyp wirken kann, wird in der Serie noch stärker verkürzt, sodass die meisten der farbigen Figuren Klischee-Wilde darstellen. Ich kann nachvollziehen, dass dieser Erzählstrang auf die dort befindliche Hauptfigur verkürzt und pointiert wurde &#8211; aber gleichzeitig hat sich niemand Gedanken gemacht, was mit den Dothraki im Gegenzug passiert. Ebenso führen die Änderungen zwar zu einem stärkeren Fokus auf Daenerys, die an den Führer der Dothraki (Drogo) verkauft wird, aber auch dazu, dass sie sich schließlich in ihren Vergewaltiger verliebt.</p>
<p>Ich bin froh, dass die Serie insgesamt ein gutes Stück von Martins Zwiespältigkeit beibehält. So kann ich behaupten, dass man sich als Zuschauer durchaus unwohl fühlen darf bei diesen Ereignissen, weil sie eben keinesfalls als heldenhaft und gut aufgezwungen werden. Im Gegenteil: Die Perspektive der einfachen Leute, die von den Ränkeschmieden der Lords und Ladys betroffen werden, ohne wirklich betroffen zu sein, wird immer wieder aufgegriffen, selbst wenn die Serie letztendlich doch von eben diesen Ränken handelt und Menschen, die aus gutem oder zumindest nachvollziehbarem Grund so handeln, wie sie handeln, und damit willentlich oder unwillentlich Unheil heraufbeschwören.</p>
<p>Als Adaption halte ich <em>Game of Thrones</em> für gelungen, als Serie vor allem in den letzten Folgen sogar für sehr gelungen. Ich bezweifle, dass jemand die letzte Folge sieht und nicht gespannt ist, wie es weitergeht, gefangen in einem Gemisch aus Zorn, Hoffnung, Bewunderung und Fuck Yeah. Eben so, wie es sich für das Werk von George Martin gehört.</p>
<p>Empfohlen.</p>
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		<title>A Game of Thrones (HBO)</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 21:24:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin ein großer Fan der Buchreihe von George R. R. Martin, auch wenn ich eine der wichtigsten Heldenfiguren, den unerträglichen Jon Snow, überhaupt nicht leiden kann. Von diesem Bastard abgesehen aber gefällt mir, wie Martin mit genau gezeichneten Figuren seine Fantasy-Welt zum Leben erweckt und dann so ziemlich jedem (außer eben Jon Snow) richtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ein großer Fan der Buchreihe von George R. R. Martin, auch wenn ich eine der wichtigsten Heldenfiguren, den unerträglichen Jon Snow, überhaupt nicht leiden kann. Von diesem Bastard abgesehen aber gefällt mir, wie Martin mit genau gezeichneten Figuren seine Fantasy-Welt zum Leben erweckt und dann so ziemlich jedem (außer eben Jon Snow) richtig viel Mist widerfahren lässt. Ich habe die Bücher auf Englisch gelesen, dann zweimal auf deutsch, und dann habe ich die Hörbücher zweimal gehört. Das ist mit Ausnahme vielleicht von China Mieville also wirklich meine Fanboy-Serie.</p>
<p>Entsprechend aufgeregt habe ich natürlich die Fernsehserie von HBO abgewartet.<br />
<span id="more-3719"></span><br />
<a href="http://p-pricken.de/uploads/2011/04/game-of-thrones-serie.jpg"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2011/04/game-of-thrones-serie.jpg" alt="" title="game-of-thrones-serie" width="400" height="242" class="aligncenter size-full wp-image-3736" /></a></p>
<p>Man sollte meine, eine gewisse Enttäuschung sei normal. Und das ist sie vielleicht auch. Trotzdem weiß ich, was zu einer erfolgreichen Adaption gehört, und kann in der Regel Änderungen von einem Medium zum anderen akzeptieren. Ich habe wenige Probleme mit den Ereignissen, die in der Serie anders sind als in den Büchern. Bislang zumindest. Eher denke ich, dass die Produzenten vielleicht hätten mehr ändern sollen, denn die Folgen nehmen sich wie die Bücher Zeit, in die Welt einzuführen. Wenn ich aber zwischen den Folgen eine Woche warten muss&#8230; ich weiß nicht, wie aufgehoben sich Leute da fühlen, die nicht vorher die Bücher lasen.</p>
<p>Die Besetzung ist ziemlich klasse und ich kann bislang keinen Fehlgriff und einige Glücksgriffe erkennen. Emilia Clarke als Daenerys Targaryen ist anscheinend der Aufgabe, die sie erwartet, gewachsen, und auch Maisie Williams als Arya macht sich sehr gut. Dass Peter Dinklage als Tyrion großartig ist, war ohnehin zu erwarten. Das sind die drei, die für mich am auffälligsten waren, und ich freue mich sehr auf Petyr Baelish, dessen Darsteller Aidan Gillen ich aus <em>The Wire</em> kenne. Aber wie gesagt, das darstellerische Niveau ist sehr hoch, und Mensch, fällt es leicht, Jack Gleeson als Joffrey zu hassen.</p>
<p>Die Austattung ist eindeutig teuer gewesen und ist sehr beeindruckend. Sie kann sich wirklich sehen lassen&#8230; und da sind wir bei meinem Problem mit der Serie bislang. Sie lässt sich nicht wirklich sehen. Die Regie ist schwach, vor allem die Kameraführung. Die ersten beiden Folgen bestanden fast ausschließlich aus Establishing Shots gefolgt von dem einfachen Shot / Reverse-Shot-Muster, das einfachste Fernseharbeit ist. Die Regie ist, mit anderen Worten, langweilig. </p>
<p>Wir haben fast nur Szenen, in denen sich Darsteller gegenüber stehen oder gegenüber sitzen und sich unterhalten. Wenn dann noch eine statische Kamera dazu kommt, stockt alles. Warum lässt man die Figuren sich nicht bewegen, durch den Raum gehen? Warum geht die Kamera nicht durch den Raum? Warum sieht man nicht ein Gespräch in der Totalen? Die Serie ist doch teuer genug, da kann man auch diese etwas zeitraubenderen Einstellungen verwenden &#8211; oder? </p>
<p>Dadurch, dass bislang wirklich fast nur Informationen vermittelt wurden, und die dann auch noch derart statisch, reißt die Serie mich nicht mit. Ich genieße sie, weil ich die Bücher so sehr liebe, und weil sie ansonsten wirklich hochklassig ist. Aber die Kamera muss erzählen, sie muss uns führen, sie muss Tempo reinbringen. Und das tut sie leider wirklich nicht.</p>
<p><em>Update</em>: Ich möchte doch noch betonen, wie sehr ich hoffe, dass sich auch das noch gibt. Denn Martin beschreibt zwar eine streng patriarchalische Welt &#8211; aber er beschreibt sie bewusst so, und er füllt die Bücher trotzdem mit vielen Frauen, die in dieser Welt ihr eigenes Ding machen. Hier gibt es einen ganzen Batzen von großartigen Frauenfiguren, auch wenn ich weniger Hoffnung habe, was ethnische Varianz angeht (was aber auch mit Hollywood-Casting zusammenhängt).</p>
<p>Frage: Ich werde die erste Staffel definitiv sehen. Besteht Interesse an einer Besprechung der einzelnen Folgen?</p>
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		<title>Wishbone</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 05:13:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wishbone ist ein erotischer Roman von Lauren P. Burka. Der Titelheld ist ein junger Stricher in der Hafengegend einer typischen Fantasy-Hauptstadt, als er eines Nachts von einem Shih-aan gekauft wird. Wishbone verliebt sich in &#8220;Sir&#8221; und, durch widrige Umstände, endet als Sirs Diener und Sexualpartner. Sowohl die Tatsache, dass ein katzenähnlicher Shih-aan einen Menschen so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wishbone ist ein erotischer Roman von Lauren P. Burka. Der Titelheld ist ein junger Stricher in der Hafengegend einer typischen Fantasy-Hauptstadt, als er eines Nachts von einem Shih-aan gekauft wird. Wishbone verliebt sich in &#8220;Sir&#8221; und, durch widrige Umstände, endet als Sirs Diener und Sexualpartner. Sowohl die Tatsache, dass ein katzenähnlicher Shih-aan einen Menschen so nah an sich heran lässt, als auch die gegen Unzucht und die &#8220;Dämonen&#8221; streitende Kirche machen den beiden das Leben schwer. Aber sie lassen sich nicht unterkriegen&#8230;<br />
<span id="more-2357"></span><br />
<img src="http://p-pricken.de/malvolio/uploads/2010/04/Wishbone185.jpg" alt="" title="Wishbone185" width="133" height="200" class="alignleft size-full wp-image-260" />Um ehrlich zu sein, ist Wishbone kein besonders guter Fantasy-Roman. Die Charaktere werden nicht wirklich lebendig und die Schwierigkeiten sowohl persönlicher als auch politischer Art werden relativ oberflächlich behandelt. Es gibt zwar ein Rätsel um mögliche Attentäter, aber auch dieses wird mit minimaler Anstrengung gelöst.</p>
<p>Nein, Wishbone besticht nur in einer Weise, nämlich in der Beziehung der Hauptfiguren, und da vor allem darin, dass die detaillierten (homosexuellen) Sexszenen tatsächlich diese Beziehung formen und gestalten. Außerdem sind sie wirklich gut geschrieben, sodass ich großen Spaß an ihnen hatte.</p>
<p>Alles andere, von Wishbones Einführung in die Sprache und Kultur der Shih-aan, von der Frage, ob er sein altes Leben aufgeben kann, ob Sir bei ihm bleiben wird, &#8230; – all das ist oberflächlich und nicht sonderlich spannend. Es steht vorgeblich einiges auf dem Spiel, aber davon merkt man nichts. Als Liebesroman jedoch ist Wishbone durchaus erfolgreich, und da zwischen Sir und seinem Gefolge ohnehin eine leichtes Machtgefälle besteht und der Sex nicht ohne Fesseln und Peitschen auskommt, hat <em>Wishbone</em> trotzdem vergleichsweise gute Sexszenen. Wenn man mit Männerliebe klar kommt.</p>
<p>Das ist ja auch mal eine Empfehlung wert.</p>
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		<title>Premium:The Velderet</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jan 2011 05:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<title>Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (1)</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 16:51:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ah, Gier. Sie ist die Triebfeder so vieler Entscheidungen. Beispielsweise der Entscheidung, das vielleicht schwächste Buch der Harry Potter-Reihe in zwei Teile zu zerlegen, um mit dem letzten Film noch einmal doppelt Kasse zu machen – wie es auch mit dem vierten Twilight-Film passiert. Gerade dieses siebte Buch böte allerdings ausreichend Material, das gestrichen werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ah, Gier. Sie ist die Triebfeder so vieler Entscheidungen. Beispielsweise der Entscheidung, das vielleicht schwächste Buch der <em>Harry Potter</em>-Reihe in zwei Teile zu zerlegen, um mit dem letzten Film noch einmal doppelt Kasse zu machen – wie es auch mit dem vierten <em>Twilight</em>-Film passiert. Gerade dieses siebte Buch böte allerdings ausreichend Material, das gestrichen werden könnte.<br />
<span id="more-2642"></span><br />
<div id="attachment_2643" class="wp-caption alignright" style="width: 177px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/12/harry-potter-and-the-deathly-hallows-split.png" alt="" title="harry-potter-and-the-deathly-hallows-split" width="167" height="220" class="size-full wp-image-2643" /><p class="wp-caption-text">Harry Potter 7a (2010)</p></div><em>Harry Potter</em> entpuppt sich in Band Sieben als eine der enttäuschendsten Buchreihen seit langem, auch weil andere Bände so vielversprechend und unterhaltsam waren. Anstelle der richtigen und über sechseinhalb Bücher vorbereiteten Entwicklung ist J K Rowling zu feige und bindet das schmalzigste Happy End ein, das man sich denken kann. Und ganz ehrlich, ich mag es ohnehin nicht, dass die Bücher den Potter-Jungen so feiern. Er ist besonders darum, weil er eben besonders ist. Die wahre Heldin der Geschichte ist eigentlich Hermione – sie ist klug, kreativ, einfallsreich. Sie kann am besten zaubern. Sie weiß mehr als die beiden Jungs. Sie ist ein Schlammblut und sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn sowie ein Gespür für Klassenunterschiede. Sie erklärt Dinge, sie rettet die Jungs – aber der Held ist Harry Potter. Weil er Harry Potter ist.</p>
<p>Damit muss der Film also ohnehin schon einmal auskommen. Da hilft es nicht, die ganze Litanei an künstlichen Plotentwicklungen aus den Büchern zu übernehmen. Hier sind die Hauptfiguren entweder im Wald versteckt oder Spielball der Pläne anderer. Sie werden durch Zufälle und Autorenhilfe gerettet, Probleme ergeben sich ebenfalls weniger aus der Situation und den Figuren, sondern aus der Plotkonstruktion. Und die lange Wartezeit im Zelt im Wald ist nicht atmosphärisch-bedrückend, noch spürt man Drängen, sondern all das hat die Spannung eines Zeltausflugs.</p>
<p>Ron wird nicht verletzt, weil er etwas Ron-typisches macht, sondern einfach, weil er sich verletzen soll. Er bricht nicht mit der Gruppe, weil er wirklich die Schnauze voll hat, sondern weil der Horcrux wie der Wahre Ring wirkt – und was den <em>Herrn der Ringe</em> angeht, so sind auch die Geschenke der Elfenkönigin – ich meine, die Geschenke Dumbledores die Art Geschenke, die im rechten Plot-Moment benötigt werden. Die Hauptfiguren müssen gar nicht wirklich rätseln, weil zur rechten Zeit eh andere sie mit der Nase auf alles stoßen oder sie aus der Klemme holen, und wenn sie dabei halt selbst sterben, gehört das auch dazu.</p>
<p>Für einen Moment hatte ich immerhin gehofft, die Enthüllung, dass Dumbledore schwul gewesen sei, von Rowling vorsichtshalber nicht in den Büchern, sondern außerhalb getätigt, hätte ihren Weg in den Film gefunden, aber da war ich zu optimistisch. </p>
<p>Das letzte Problem schließlich ist, dass der Film sich auf die Kinder konzentriert, wir sehen nur am Rande all die anderen Figuren, die über sechs Filme wichtig wurden. Und während Daniel Radcliffe und Rupert Grinch und Emma Watson über die Jahre ganz ordentliche Schauspieler wurden, waren und bleiben sie doch die uninteressantesten Darsteller und entsprechend eher diejenigen, die man am wenigsten im Film begleiten möchte.</p>
<p>Natürlich ist <em>Harry Potter und der volle Geldbeutel, Teil 1</em> gut inszeniert, und es gibt regelmäßige Action, die einen wachrüttelt. Tatsächlich sind einzelne Momente extrem gelungen, und für eine einzelne Szene, in der Radcliffe und Watson tanzen, schien es sogar so, als würde hier ein Argument vorbereitet, warum Harry der Auserwählte ist. Wurde aber nicht.</p>
<p>Am Ende bleibt der Tod einer Computerfigur, die immer schon nervig ehrerbietig gegenüber dem vermeintlichen Helden war, und der von Radcliffe leider nicht so gestützt wird, dass ich mitleide. Und Voldemort schwört mal wieder Harry den Tod. Aber was sich Rowling nicht traute, trauen sich die Gebrüder Warner erst Recht nicht.</p>
<p>Leider.</p>
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		<title>Kushiel&#8217;s Dart</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 18:48:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<category><![CDATA[erotik]]></category>
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		<description><![CDATA[Kushiel&#8217;s Dart ist ein Fantasybuch von Jaqueline Carey, der Anfang einer Trilogie und ein relativ klassisches Epos: es geht um nichts weniger als den Erhalt des fantastischen Königreiches Terre D&#8217;Ange. Terre D&#8217;Ange ist eine Abwandlung von Frankreich, und entsprechend wird das Reich von Barbaren aus dem Norden bedroht. Gleichzeitig ist es eben eine Abwandlung: so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kushiel&#8217;s Dart</em> ist ein Fantasybuch von Jaqueline Carey, der Anfang einer Trilogie und ein relativ klassisches Epos: es geht um nichts weniger als den Erhalt des fantastischen Königreiches Terre D&#8217;Ange. Terre D&#8217;Ange ist eine Abwandlung von Frankreich, und entsprechend wird das Reich von Barbaren aus dem Norden bedroht. Gleichzeitig ist es eben eine Abwandlung: so wurde Terre D&#8217;Ange von wirklichen Engeln gegründet und die Adelshäuser verfolgen ihre Herkunft bis zu einem dieser Engel zurück. In diese Welt kommt nun Phédre, die das Mal des Engels Kushiel trägt – sie ist eine <em>Anguisette</em>, also jemand, der Lust empfindet, wenn ihm Schmerz zugefügt wird. Phédre ist eine Kurtisane, bis ihre Eigenschaft als Anguisette entdeckt wird – danach wird ihr Vertrag von einem Adeligen gekauft, der sie zur Spionin ausbildet. Und so kommt Phédre mittenmang in das Spiel um den Thron von Terre D&#8217;ange.<br />
<span id="more-2355"></span><br />
<img src="http://p-pricken.de/malvolio/uploads/2010/03/kushiel.jpg" alt="" title="kushiel" width="124" height="200" class="alignleft size-full wp-image-219" />Um ehrlich zu sein, habe ich mir das Buch eher gekauft, weil ich mir davon eine enge Verknüpfung von Erotik und Fantasy versprach. Leider schaffte es der Stil nicht, mich in die Geschichte hineinzuziehen, und ich blieb stets auf Distanz mit der Erzählerin Phédre. Die politischen Machenschaften verloren dadurch ebenso an Spannung wie die gefährlichen Momente, und natürlich auch die Sexualität, die das Buch enthält – auch wenn Jaqueline Carey hier das Ganze noch &#8220;verschlimmert&#8221;, indem sie die Sexszenen relativ oberflächlich und kurz beschreibt. Das Buch soll natürlich kein Porno sein, aber selbst Erotik bleibt weitestgehend auf der Strecke.</p>
<p>Phédre wird zwar zur unwillentlichen Retterin des Reiches, aber trotz des großen Einsatzes, der auf dem Spiel stand, fand ich mich doch wesentlich mehr daran interessiert, wie sich ihre Beziehung zu ihrem Leibwächter entwickelt und die persönliche Fehde mit der Schurkin Melisande. Leider gerät gerade diese zunehmend in den Hintergrund, da Phédre in der zweiten Hälfte des Buches durch die Lande reist und Melisande untergetaucht ist. </p>
<p>Um allerdings als reine Fantasy-Geschichte zu funktionieren, ist Careys Welt zu bekannt – es gibt die klassischen Entwicklungen und Überraschungen und Rettungen in letzter Minute. Es gibt den Leibwächter, der ein so unfassbar guter Schwertkämpfer ist, dass alle kriegerischen Auseinandersetzungen an Gefahr verlieren, und es gibt den gewollten Schlag Tragik im Opfer eines Freundes, das aber auch keine wirklichen Kosten beinhaltet.</p>
<p>Alles in allem Fantasy-Durchschnitt – immer noch gut lesbar, aber nichts Besonderes –, der leider nicht durch erotisches Prickeln aufgewertet wird. Ich war enttäuscht.</p>
<p><a class="a2a_button_facebook_like addtoany_special_service" data-href="http://p-pricken.de/2010/10/kushiels-dart/"></a><a class="a2a_button_google_plusone addtoany_special_service" data-annotation="none" data-href="http://p-pricken.de/2010/10/kushiels-dart/"></a><a class="a2a_button_twitter_tweet addtoany_special_service" data-count="none" data-url="http://p-pricken.de/2010/10/kushiels-dart/" data-text="Kushiel&#8217;s Dart"></a><a href="javascript:if(document.all){window.external.AddFavorite('http://p-pricken.de/2010/10/kushiels-dart/','Kushiel&#8217;s%20Dart')}else{var%20b=a2a_config.localize.BookmarkInstructions%20||%20'Press%20Ctrl+D%20to%20bookmark%20this%20page';alert(a2a_config.localize.BookmarkInstructions)}" title="Bookmark/Favorites" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://p-pricken.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/bookmark.png" width="16" height="16" alt="Bookmark/Favorites"/></a><a class="a2a_button_email" href="http://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2010%2F10%2Fkushiels-dart%2F&amp;linkname=Kushiel%E2%80%99s%20Dart" title="Email" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://p-pricken.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/email.png" width="16" height="16" alt="Email"/></a><a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2010%2F10%2Fkushiels-dart%2F&amp;linkname=Kushiel%E2%80%99s%20Dart" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://p-pricken.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2010%2F10%2Fkushiels-dart%2F&amp;title=Kushiel%E2%80%99s%20Dart" id="wpa2a_22">Share/Bookmark</a></p>
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		<title>Kriegsklingen</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 22:41:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn es noch eines Beweises bedürft hätte, dass Fantasy-Leser nicht unbedingt anspruchsvoll sind, dann hätte man sich nur die Rezensionen zu Joe Abercrombies Kriegsklingen durchlesen müssen. Denn Abercrombie wird derart hoch gelobt, dass ich fast glaube, das falsche Hörbuch gehört zu haben. Auch sind es durchaus deutsche Rezensionen, die so positiv sind, es kann also [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es noch eines Beweises bedürft hätte, dass Fantasy-Leser nicht unbedingt anspruchsvoll sind, dann hätte man sich nur die Rezensionen zu Joe Abercrombies <em>Kriegsklingen</em> durchlesen müssen. Denn Abercrombie wird derart hoch gelobt, dass ich fast glaube, das falsche Hörbuch gehört zu haben. Auch sind es durchaus deutsche Rezensionen, die so positiv sind, es kann also nicht an einer schlechten Übersetzung gelegen haben, dass dieses gänzlich durchschnittlich schlechte Buch derart gut bewertet wurde.<br />
<span id="more-1708"></span><br />
<img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/04/kriegsklingen.jpg" alt="" title="kriegsklingen" width="131" height="200" class="alignleft size-full wp-image-1709" />Die Geschichte von <em>Kriegsklingen</em> ist dabei nicht schnell erzählt: der Barbar Logen Neunfinger trifft im Norden des Reiches den legendären Magier Bayaz und reist mit ihm in die Hauptstadt. Logens Gefährten halten ihn für tot und müssen sich mit dem Barbarenkönig rumschlagen. Der adelige Soldat Jezal dan Luthar trainiert in der Hauptstadt für das große Turnier, lernt die Schwester seines Kampfpartners Ardy West kennen und verliebt sich in die Frau trotz ihres niedrigen Standes. Der Inquisitor Glokta, ehemaliger Meisterfechter und heute verkrüppelt, fälscht derweil Geständnisse. Die entflohene Sklavin Ferro trifft im Süden des Reiches einen Magier und reist mit ihm in die Hauptstadt. Und das wars so ziemlich.</p>
<p><em>Kriegsklingen</em> ist der erste Band einer epischen Trilogie, in dem allerdings noch nicht so viel passiert. Das wäre verzeihlich, wenn Abercrombie seine diversen Hauptfiguren zum Leben erwecken würde oder das politische Ränkespiel, das er andeutet, auch umsetzen könnte. Allerdings ist Abercrombies Unwille, Landkarten für seine fiktionale Welt zu erstellen, hier als Zeichen zu verstehen: die Ereignisse wirken nicht detailliert geplant, und für Ränkespiele braucht man genaue Pläne, welche Fraktion mit welcher zusammenhängt. </p>
<p>Lebendig werden die Figuren sowieso nicht. Sie agieren plotgesteuert und besitzen keine wirklich eigene Perspektive. Ganz schlimm wird es zum Ende des Buches, wenn Abercrombie in einem Kapitel gleich mehrere Perspektiven vereint und wild wechselt. Auch vorher wechseln sich Stellen, die stark von der Erzählfigur geprägt scheinen mit solchen ab, die überhaupt nicht zu diesen Figuren zu passen scheinen, sodass am Ende alle gleich wirken.</p>
<p>Das größte Verbrechen aber sind Abercrombies Dialoge. Der Mann kann keine Dialoge schreiben. Also schreibt er kleine Reden – in diesem Buch bestehen Dialogszenen in der Regel daraus, dass eine Figur lange Reden schwingt und alle anderen zuhören, stumm dastehen oder zumindest warten, bis sie an der Reihe sind. Zu diesem Zweck sind bis auf maximal zwei Personen alle anderen in jeder Szene verblüfft und verwirrt und erstaunt und sprachlos und geben allerhöchstens ein &#8220;Hä&#8221; von sich. Selbst wenn ein Soldat der Wache jemanden verhaften soll, überfordert ihn diese Situation derart, dass er nichts sagen kann. Die Figuren in diesem Buch sind unfähig, ein auch nur ansatzweise interessantes, glaubwürdiges oder lesenswertes Gespräch zu führen. Dafür sind sie aber alle in der Lage, in süffisantem Ton zu sprechen – selbst der angsterfüllte Barbar kann mitten in der Schlacht denken, dass die Armbrust seines Gegners doch ein »ganz schön nützlicher kleiner Bogen« sei anstelle von »scheißgefährlich«. Süffisant oder verwirrt, das sind die hauptsächlichen Geisteszustände der Figuren.</p>
<p>Dies gekoppelt mit Ereignissen und Enthüllungen, die sich Abercrombie aus seinem Hintern zu ziehen scheint, weil sie plötzlich und ohne Vorwarnung kommen, um irgendwie dramatisches Gewicht zu entwickeln, wirken auf mich eher so, als hätte Abercrombie sich eher gefragt, was in beliebiger Situation cool wäre und das dann geschrieben, ohne wirklich auf Charaktertreue oder Konsistenz zu achten: hey, warum machen wir den Vater nicht zu einem Frauenprügler? Und so entsteht ein Buch, dass aufgeplustert daherkommt und mit mysteriösen Ereignissen protzt – warum hat Bayaz durch Betrug Luthar das Turnier gewinnen lassen? – das aber niemals wirklich zum Punkt kommt und halb so lang hätte sein können. Und vor allem wesentlich spannender. Das Buch repräsentiert die schlimmste Tendenz von Autoren, nämlich expositorischen Dialogen Raum zu geben, und die zweitschlimmste dazu, nämlich Geheimnisse selbst dann den Lesern zu verheimlichen, wenn die Figuren sie kennen müssten.</p>
<p>Ich habe auch den zweiten Band als Hörbuch, aber keine große Lust, ihn zu hören. Das Buch gehört verrissen, vor allem, weil es sonst so gelobt wird. Allein schon als Gegenreaktion. Total verschenkte Zeit.</p>
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		<title>Wo die Wilden Kerle wohnen</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 23:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der elfjährige Max (Max Records) fühlt sich vernachlässigt, sowohl von seiner Schwester als auch von seiner Mutter. Eines Abends läuft er davon. Er findet ein Boot und fährt ein Jahr und einen Tag übers Meer, bis er auf die Insel kommt, wo die wilden Kerle wohnen. Die werden mehr oder weniger angeführt von Carol (James [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der elfjährige Max (Max Records) fühlt sich vernachlässigt, sowohl von seiner Schwester als auch von seiner Mutter. Eines Abends läuft er davon. Er findet ein Boot und fährt ein Jahr und einen Tag übers Meer, bis er auf die Insel kommt, wo die wilden Kerle wohnen. Die werden mehr oder weniger angeführt von Carol (James Gandolfini), dem stärksten und aufbrausendsten dieser riesigen, plüschigen Monster. Max schafft es, sie davon zu überzeugen, ihn zu ihrem König zu machen: er werde die Einsamkeit besiegen und alles wieder gutmachen. Und so beginnt seine Herrschaft.<br />
<span id="more-1304"></span><br />
<div id="attachment_1310" class="wp-caption alignright" style="width: 147px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2009/12/where_the_wild_things_are_poster.jpg" alt="" title="where_the_wild_things_are_poster" width="137" height="200" class="size-full wp-image-1310" /><p class="wp-caption-text">Wo die Wilden Kerle wohnen (2009)</p></div><em>Wo die Wilden Kerle wohnen</em> ist ein erwachsener Kinderfilm. Das soll nicht heißen, dass es ein Kinderfilm ist, der eher Erwachsenen zusagen wird (<em>Mr Fox</em> lässt grüßen), sondern ein Film mit einer erwachsenen Sicht auf Kinder und Kindheit. Kindheit ist furchterregend, gefährlich, aber auch einfach und schön. Kinder sind sanft und lieb, aber auch brutal und nervig. Sie haben keinen Blick auf Konsequenzen, bis diese bezahlt werden müssen.</p>
<p>In <em>Wo die Wilden Kerle wohnen</em> wird das nicht geschönt. Die Kerle haben allesamt kindliche Gemüter, und wenn sie mit Max toben, vergisst der Film niemals, wie schnell hier auch etwas wirklich schief gehen könnte. Die Bedrohung ist immer da – die früheren Könige wurden von den Kerlen stets gefressen –, aber auch sehr lustige, befreiende, melancholische, einsame Momente.</p>
<p>Das Besondere dieses Films ist es, nichts zu erklären. Er zeigt einfach nur. Wir lernen nicht, Max besser zu verstehen, wir erkennen nicht, wie genau die Kerle mit Max korrespondieren und welche Lektion denn wann gelernt wird – oder ob überhaupt eine gelernt wird. Der Film lässt die Fragen offen, er zeigt nur die Abenteuer, die Max mit den Kerlen erlebt.</p>
<p><em>Wo die Wilden Kerle wohnen</em> ist ein Film, den Hollywood eigentlich so gar nicht macht. So was geht nicht, müsste man sagen, aber Spike Jonze hat anscheinend niemanden gefragt, ob es denn ginge. Er hat es einfach gemacht, einen Film, der sowohl oberflächlich funktioniert als auch Dinge offen lässt, der direkt anspricht und trotzdem überdacht werden kann, ein Kunstwerk, das sich einfacher Interpretation entzieht und trotzdem nicht für einen elitären Kreis ist.</p>
<p>Die Bildsprache, die Effekte der Kerle, ist fantastisch im besten Sinne von Fantasy: hohe Bäume, weite Wüsten, unendliche Küsten, die Kerle sind knuffig und bedrohlich und zugleich unbeholfener Teddy und Monster.</p>
<p><em>Wo die Wilden Kerle wohnen</em> ist ein wirklich beeindruckender Film. Ansehen.</p>
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		<title>Von Spiegeln und Masken</title>
		<link>http://p-pricken.de/2008/12/von-spiegeln-und-masken/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 19:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschreibsel]]></category>
		<category><![CDATA[fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[horror]]></category>
		<category><![CDATA[urban fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[werke]]></category>

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		<description><![CDATA[Urban-Fantasy/Horror-Kurzgeschichte]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Robert Graf ist eine Figur, die mir für einen Roman vorschwebte. Aber so ganz recht wusste ich doch nicht, ob er taugt und wie. Aber er juckte mir in den Fingern. Also schrieb ich für ihn in eine Kurzgeschichte aus einem alternativen Essen – einem mit Zauberei und Monstern. <em>Urban Fantasy</em> nennt man das wohl, wobei die Grenze zum Horror für mich verschwimmt. Jedenfalls erlebt unser Robert so einiges.</p>
<blockquote><p>Robert Graf schloss die Wohnungstüre und lehnte sich gegen sie. Er schöpfte Atem. Er horchte. Die Wohnung war ruhig, aber nicht unnatürlich still. Ein gutes Zeichen. Robert legte den Bolzen vor. Ohne Licht zu machen, ging er den Flur entlang, passierte den Garderobenspiegel – er war noch verhüllt, ein Glück – und trat ins Bad. Vor dem großen Spiegel hing ein schwarzes Bettuch. Robert atmete hörbar auf. Er war erst einmal in Sicherheit.</p>
<p>Mit dem Ellbogen legte er den Lichtschalter um. Das Licht schmerzte in seinen Augen, und als Robert sie zusammen kniff, hörte er den Todesschrei erneut in seiner Erinnerung. Er schrak zusammen, aber der Moment war vorbei. Roberts Hände hörten endlich auf, zu zittern. Robert betrachtete die Scherbe in seiner Hand, als sähe er sie zum ersten Mal. Mühsam lösten seine Finger ihren Griff. Die Scherbe fiel ins Waschbecken und brach entzwei. Robert drehte den Hahn auf und wusch sich das Blut von den Händen.</p></blockquote>
<p>Mehr gibt es hier: <a href="http://www.p-pricken.de/uploads/werke/spiegel.zip" alt="Von Spiegeln und Masken">Von Spiegeln und Masken</a></p>
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