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	<title>Derangierte Einsichten</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>Kritiken, Argumente, Reflexionen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 00:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[argumente]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[meta]]></category>
		<category><![CDATA[sachlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin gerade in Jim Emersons Blog über mehrere Beiträge gestolpert, die sich mit Filmkritik beschäftigen und mich nachdenklich stimmten. Im Grunde spricht er über die Nachvollziehbarkeit von Filmkritik und die Qualität von Argumenten, und macht mich unsicher, ob meine Kritiken dem Standard genügen. Hier ein paar der für mich wichtigen Zitate:
Reviews should be challenged [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin gerade in Jim Emersons <a href="http://blogs.suntimes.com/scanners" target=_blank>Blog</a> über mehrere Beiträge gestolpert, die sich mit Filmkritik beschäftigen und mich nachdenklich stimmten. Im Grunde spricht er über die Nachvollziehbarkeit von Filmkritik und die Qualität von Argumenten, und macht mich unsicher, ob meine Kritiken dem Standard genügen. Hier ein paar der für mich wichtigen Zitate:</p>
<blockquote cite="http://www.slantmagazine.com/house/2010/07/hating-the-player-losing-the-game-the-armond-white-meta-review/"><p>Reviews should be challenged on the grounds of descriptive accuracy, clarity of expression and intellectual consistency. More ephemeral qualities like fairness, usefulness and originality can be grounded in textual evidence and comparative criticism. No one&#8217;s opinion is more objectively right than any other, but there&#8217;s no question that some are better argued, better supported and ultimately more interesting.</p></blockquote>
<p><span id="more-2175"></span></p>
<blockquote cite="http://blogs.suntimes.com/scanners/2010/08/a_parable_about_film_criticism.html"><p>I will start by saying that the idea of film criticism as a consumer guide is utterly phony and the worst thing that ever happened to movies, to criticism, and to reader/audience expectations. Nobody can predict whether you will &#8220;like&#8221; or &#8220;dislike&#8221; a movie, and no responsible film critic would pretend to try. If that&#8217;s what you want from a professional source, you should consult market-research services that can compile ratings for demographic groups similar to yours. That&#8217;s what the studios do. Film criticism, on the other hand, is maybe 10 percent somebody&#8217;s opinion and 90 percent observation, interpretation and analysis. Only the 90 percent can justify the 10 percent; otherwise the 10 percent is worthless.<br />
(&#8230;)<br />
If a review is doing what it should, it will tell you what the critic thinks and provide you with reliable information and observations to consider before or after you see the movie (if you decide, for whatever reasons, to do so).</p>
<p>I don&#8217;t care if you like the whole tie or not, but tell me exactly what you see in it that you like or don&#8217;t like, and why.</p></blockquote>
<blockquote cite="http://blogs.suntimes.com/scanners/2010/07/on_liking_and_not_liking_part.html"><p>Or, as Michelle Cottle says in The New Republic, &#8220;Increasingly no one cares about (or recognizes) the difference between marshalling facts to make your argument and just completely making shit up.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es ist auch dieses letzte Zitat, das mich sehr trifft. Es gibt einen sehr schönen Aphorismus, der lautet, dass jeder das Recht auf eine eigene Meinung hat, aber nicht auf eigene Fakten. Leider ist das in unserer Gesellschaft aktuell nicht immer so: Fakten und Meinungen werden durcheinander geworfen, und das zeigt sich bei Themen wie dem Klimawandel ebenso wie in der kürzlichen Umfrage, nach der die Hälfte der Republikaner glaubt, Präsident Obama sei Muslim.</p>
<p>Als jemand, der Analyse und Fakten hoch schätzt, kann ich aber schlecht vor mir selbst vertreten, bei Filmkritiken  meinungsgetrieben zu sein und eben keine Argumente zu liefern. Zumal die <em>Twilight</em>-Reihe, die ich wöchentlich schreibe, ja genau dazu dient, am Ende über 50.000 Worte von mit Zitaten argumentierter Kritik anzusammeln und ein Urteil formulieren zu können, das Bestand hat und, wenn falsch, widerlegt werden kann.</p>
<p>Ich habe ein paar Kritiken in den Entwürfen zu Filmen, die bereits lange her sind, und da werde ich die Kritiken wohl unverändert veröffentlichen. Aber für die aktuelleren Beiträge werde ich noch einmal sehen, ob ich die argumentative Qualität nicht noch anheben kann. Für Lesende gilt die Bitte, mich darauf festzunageln, wenn ich floskelhaft oder oberflächlich werde.</p>
<p>Wie Emerson schreibt, geht es bei Filmkritiken nicht darum, zu sagen, ob ich einen Film mochte oder nicht – &#8220;mögen&#8221; ist eine relativ sinnfreie Kategorie – und schon gar nicht darum vorherzusagen, ob speziellen Lesenden der Film gefallen könnte. Interessant ist die Diskussion, nicht das Ergebnis. Gedanken mitzuteilen, zu begründen, und Filmtipps zu geben oder vor Filmen zu warnen, vielleicht neue Sichtweisen eröffnen – das ist die Idealvorstellung.</p>
<p>Versuchen wir, uns ihr anzunähern.</p>
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		<title>Vorschau: Vortrag – Klimawandel (14.09.)</title>
		<link>http://p-pricken.de/2010/09/vorschau-vortrag-%e2%80%93-klimawandel-14-09/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 09:10:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Intern]]></category>
		<category><![CDATA[ich ich ich]]></category>
		<category><![CDATA[klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[skepsis]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Dienstag, 14. September 2010, halte ich um 20 Uhr im Unperfekthaus in Essen einen Vortrag mit dem Titel Ist es warm hier oder bin ich das? Klimawandel, kritisch beleuchtet. Als Vorschau habe ich das Inhaltsverzeichnis des Vortrags mal abfotografiert, sichtbar nach dem Klick (Ja, das bedeutet, dass ich mein Foliendesign verrate).
Das Unperfekthaus erhebt Eintritt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, 14. September 2010, halte ich um 20 Uhr im <a href="http://www.unperfekthaus.de" target=_blank>Unperfekthaus</a> in Essen einen Vortrag mit dem Titel <strong>Ist es warm hier oder bin ich das? Klimawandel, kritisch beleuchtet</strong>. Als Vorschau habe ich das Inhaltsverzeichnis des Vortrags mal abfotografiert, sichtbar nach dem Klick (Ja, das bedeutet, dass ich mein Foliendesign verrate).</p>
<p>Das Unperfekthaus erhebt Eintritt von 5,50 Euro – darin sind beliebig viele alkoholfreie Getränke enthalten (Cola, Wasser, Kaffee, Tee, usw.)</p>
<p>Ich freue mich über zahlreiche Besucher!<br />
<span id="more-2165"></span><br />
<img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/09/Klimhalt1.png" alt="Inhalt Klimavortrag I" title="Klimhalt1" width="663" height="496" class="aligncenter size-full wp-image-2166" /></p>
<p><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/09/Klimhalt2.png" alt="Inhalt Klimavortrag II" title="Klimhalt2" width="663" height="496" class="aligncenter size-full wp-image-2167" /></p>
<p><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/09/Klimhalt3.png" alt="Inhalt Klimavortrag III" title="Klimhalt3" width="664" height="495" class="aligncenter size-full wp-image-2168" /></p>
<p><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/09/Klimhalt4.png" alt="Inhalt Klimavortrag IV" title="Klimhalt4" width="664" height="497" class="aligncenter size-full wp-image-2169" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Re: Robert Rodriguez</title>
		<link>http://p-pricken.de/2010/09/re-robert-rodriguez/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 08:44:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[robert rodriguez]]></category>
		<category><![CDATA[verriss]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich schrieb:
Robert Rodriguez ist der untalentierte Freund von Quentin Tarantino
und wurde um Erklärung gebeten. Wenn ich mir die Zeit dann nehme, kann ich da auch gleich einen Beitrag draus machen, so viele davon gibt es im Moment ja nicht.

Robert Rodriguez&#8217; Erstling ist El Mariachi, ein Film, der bereits seine Stärken und Schwächen andeutet. Für das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://p-pricken.de/2010/08/predators/" target=_blank>Ich schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>Robert Rodriguez ist der untalentierte Freund von Quentin Tarantino</p></blockquote>
<p>und wurde um Erklärung gebeten. Wenn ich mir die Zeit dann nehme, kann ich da auch gleich einen Beitrag draus machen, so viele davon gibt es im Moment ja nicht.<br />
<span id="more-2154"></span><br />
Robert Rodriguez&#8217; Erstling ist <em>El Mariachi</em>, ein Film, der bereits seine Stärken und Schwächen andeutet. Für das geringe Budget ist <em>El Mariachi</em> sehr gut fotografiert, und tatsächlich ist Rodriguez hervorragend darin, aus einem kleinen Budget viel herauszuholen. Das ist ein wichtiges Talent, weil es bedeutet, dass seine Filme sehr viel schneller schwarze Zahlen schreiben und Studios nicht zu lange zögern, bevor sie ihm ein Projekt anvertrauen.</p>
<p><em>El Mariachi</em> ist aber auch relativ verwirrend erzählt, was sich in den Folgefilmen nur verstärkt. Dass ich Rodriguez mit Tarantino genannt habe, liegt nicht nur an deren Freundschaft. Tarantino und Rodriguez haben wahrscheinlich die gleichen Einflüsse, aber wo Tarantino diese Einflüsse analysieren und zu etwas Neuem transformieren kann, ist Rodriguez nur in der Lage, sie auf die Leinwand zu werfen. Er sprüht vor Ideen und hat keine Möglichkeit, diese zu überprüfen, sich zurückzuhalten oder auch nur eine kohärente Struktur zu formen.</p>
<p>Das ist das Problem von Robert Rodriguez, was dadurch verstärkt wird, dass er seine Filme selbst schneidet und orchestriert (und schreibt, und die Kamera führt). Und man benötigt Zurückhaltung und Kontrolle, um einen Film zu erzählen – zumindest die Art narrativer Genrefilme, die er dreht. In <em>Desperado</em> geht es halbwegs gut, aber <em>Once upon a time in Mexico</em> ist ein chaotischer Müllhaufen, in dem Johnny Depp die Knie weggeschossen werden.</p>
<p>Der erste <em>Spy Kids</em> ist ebenfalls nett, und mit jeder Fortsetzung wird der Film wilder, wüster, unverständlicher. Sein Glück bei <em>Sin City</em> war, dass er einen Comic abfilmen konnte – und genau das tat. Er musste die Bilder und die Struktur nicht gestalten, die Arbeit hatte schon jemand für ihn gemacht, und so konnten seine destruktiven Instinkte keinen Schaden anrichten.</p>
<p>Anders bei <em>Planet Terror</em> – das Paradebeispiel, weil im direkten Vergleich mit Tarantinos <em>Death Proof</em>. Hier merkt man, dass Rodriguez all die »richtigen« Dinge liebt, aber keine Ahnung hat, warum. Wo Tarantino analysiert, hinterfragt Rodriguez nicht, sondern reproduziert einfach nur. Er ahmt nach, ohne genau zu wissen, warum das, was er nachahmt, nachahmenswert ist. Er ist ein Kind mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, das Filme macht. Guck hier, guck da, und das geht noch brutaler. Dabei streift er allerhöchstens mal tiefere Aussagen, er ist nur ein Spiegel seiner Einflüsse.</p>
<p>Die Trailer für Machete zeigen ähnliches: Brutalität, nackte Brüste, völlig konfuse Story. Rodriguez lebt von Moment zu Moment, und jeder der Moment ist für ihn cool, weil er in einem anderen Film mal cool war. Rodriguez schraubt die Brutalität an (köpfen wir einfach eine Handvoll Leute), suhlt sich aber weder darin, noch setzt er sich damit auseinander. Wir schießen Depps Knie weg, weil wir es können.</p>
<p>Ich frage mich öfter, wie viel Tarantino bei <em>From Dusk Till Dawn</em> beeinflusst hat, dass dieser Film auch im zweiten Teil noch halbwegs zusammenhält. Und frage mich, wie Rodriguez an der Kette eines harten Produzenten, mit anderem Cutter, Autor, Kameramann und Musiker sein könnte.</p>
<p>Rodriguez kennt nur Exzess, nur das Überbordende und den Augenblick und ist nicht einmal reflektiert genug, daraus eine Stärke zu machen. Darum kotzt er den ganzen Exzess einfach auf Zelluloid und dreht Filme, die bunt, laut, wild, hektisch, brutal sind – und trotzdem langweilig.</p>
<p>Insofern ist es wohl falsch, ihn als untalentiert zu bezeichnen. Vielmehr ist er talentiert, aber inkompetent. Mea culpa.</p>
<p>Nachtrag: und jetzt lese ich gerade die erste <a href="http://www.avclub.com/articles/machete,44801/">Kritik zu Machete</a>, und siehe da:</p>
<blockquote cite="AV Club"><p>They try to make Machete into an extended trailer that’s all best parts, stitched together by a sloppy, needlessly convoluted plot and a lot of bluntly explicit messaging on the immigration issue.</p></blockquote>
<p>q.e.d.</p>
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		<title>Predators</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 19:59:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[action]]></category>
		<category><![CDATA[adrien brody]]></category>
		<category><![CDATA[alice braga]]></category>
		<category><![CDATA[filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[robert rodriguez]]></category>

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		<description><![CDATA[Robert Rodriguez ist der untalentierte Freund von Quentin Tarantino: er mag Genre, aber er hat keine Ahnung, wie er seine Liebe dazu in gute Filme umsetzen soll. Rodriguez führt bei Predators (zum Glück) nicht Regie, aber man merkt, dass er als Produzent seine Finger im Spiel hatte: Predators hat alles, was einen Film dieser Reihe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Robert Rodriguez ist der untalentierte Freund von Quentin Tarantino: er mag Genre, aber er hat keine Ahnung, wie er seine Liebe dazu in gute Filme umsetzen soll. Rodriguez führt bei <em>Predators</em> (zum Glück) nicht Regie, aber man merkt, dass er als Produzent seine Finger im Spiel hatte: <em>Predators</em> hat alles, was einen Film dieser Reihe ausmachen sollte, und ist trotzdem kein großartiger Film, sondern ziemlicher Mist.</p>
<p>Aber bevor wir zur Kritik kommen, noch ein wichtiger Hinweis.<br />
<span id="more-2123"></span><br />
<div id="attachment_2138" class="wp-caption alignleft" style="width: 244px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/08/manygunsights.jpg" alt="" title="manygunsights" width="234" height="200" class="size-full wp-image-2138" /><p class="wp-caption-text">Heilige Sch...</p></div>Der Trailer für <em>Predators</em> hat einen Moment, der große Hoffnungen weckt. Adrien Brody hat fünfzehn, also gefühlte hundert, Laser auf sich gerichtet. Dieser Moment verspricht nicht nur, dass Brody hier irgendwie rauskommen muss, sondern auch einen ganzen Batzen Predatoren, in Filmsprache also ein <em>Aliens</em> zum ersten <em>Alien</em>-Teil.</p>
<p>Dieser Moment existiert nicht. In Wahrheit ist ein einziges Laserzielgerät auf Brody gerichtet, und das Marketing hat  das einfach mal verfälscht. Eine Enttäuschung, die dem Rest des Films entspricht.</p>
<p>Die Frage ist, wie man diesen Film kaputtmachen konnte? Die Antwort ist umfangreich.</p>
<p>1. Darsteller: Adrien Brody hat unheimlich Muskelmasse antrainiert, aber er wirkt nicht muskulös, sondern magersüchtig. Man möchte ihm etwas zu essen geben. Die restlichen Darsteller bleiben relativ blass (außer natürlich Walt Goggins, der einfach weiß, wie man in einer Rolle Spaß hat).</p>
<p>2. Predatoren: In diesem Film gibt es neue Predatoren. Nicht nur, dass Brody und seine Kollegen es mit dreien dieser Monstren zu tun hat, sondern sie entstammen auch einer anderen Kaste, die den typischen Predator gefangen halten und mit ihm eine Blutfehde ausfechten. Völlig unnötig.</p>
<p>3. Der Rest: Die Idee ist, dass ein ganzer Haufen von geübten Killern auf dem Planeten landen und sich nun gegen die Predatoren wehren müssen. Dieser Haufen Leute, die sich nicht kennen, hat aber kaum Streit. Sie folgen von ziemlich Anfang an Adrien Brody, der sich noch nicht mal Mühe gibt, Anführer zu werden. Er ist eben der Amerikaner, und dem Drehbuch nach ist er also der Held und Anführer.</p>
<p>Dazu kommt, dass der Russe sich für den zweiten Amerikaner opfern darf. Der Schwarzafrikaner (Names des Charakters: Mombasa) wird ebenfalls zum Opfer. Der Japaner opfert sich. Quasi alle Ausländer opfern sich, mit Ausnahme der israelischen Scharfschützin Alice Braga, was verständlich ist, weil Israel ja eng mit den USA verbündet ist und sie außerdem eine Frau. Sogar der ursprüngliche Predator&#8230; opfert sich für Adrien Brody. Also, wenn ich ein trainierter Killer in so einer Situation bin, dann ist mein Augenmerk nicht, ob der Ami überlebt, sondern, wie ich überlebe.</p>
<p><div id="attachment_2140" class="wp-caption alignright" style="width: 156px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/08/predators.jpg" alt="" title="predators" width="146" height="200" class="size-full wp-image-2140" /><p class="wp-caption-text">Predators (2010)</p></div>Der zweite Amerikaner ist übrigens Topher Grace, der einen Arzt spielt. Als Zuschauer weiß man von Anfang an, dass sich hinter seinem unschuldigen Äußeren wohl ein Serienmörder versteckt. Trotzdem soll ich davon überrascht werden – überrascht war ich aber eher, dass die Scharfschützin gleich zweimal in einer Fallgrube landet (um vom Mann gerettet werden zu können) und dann in der Fallgrube eines Predatoren von diesem Serienkiller angegriffen wird (um vom Mann gerettet werden zu können).</p>
<p>Der Film kriegt es nicht mal hin, dass die trainierten Killer zusammenarbeiten, um wenigstens einen Predatoren umzunieten – alles Einzeltaten, was die ganze Grundidee: sie müssen zusammenhalten, um zu überleben ad absurdum führt.</p>
<p>Und dann kommt zu diesem hirnlosen Skript noch eine relativ einfallslose Kameraführung. Man sollte für halbwegs übersichtliche Kämpfe vielleicht schon dankbar sein, aber zu mehr als Schulterzucken konnte mich das dann auch nicht mehr aufraffen. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>BoW: Becoming (Buffy 2&#215;21/22)</title>
		<link>http://p-pricken.de/2010/08/bow-becoming-buffy-2x2122/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 12:02:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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		<category><![CDATA[best of whedon]]></category>
		<category><![CDATA[buffy]]></category>
		<category><![CDATA[gemeinheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch wenn Buffy eine originelle Serie ist, so ist es doch gleichzeitig noch eine Serie mit relativ klassischem Aufbau: die einzelnen Episoden folgen der 4-Akt-Struktur, und die Vorliebe für ironische Szenenübergänge und ähnlich altbekannte dramaturgische Kniffe kann bisweilen sogar überhand nehmen. Und bei einer klassischen Serie weiß man, dass am Ende eigentlich alles wieder so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn <em>Buffy</em> eine originelle Serie ist, so ist es doch gleichzeitig noch eine Serie mit relativ klassischem Aufbau: die einzelnen Episoden folgen der 4-Akt-Struktur, und die Vorliebe für ironische Szenenübergänge und ähnlich altbekannte dramaturgische Kniffe kann bisweilen sogar überhand nehmen. Und bei einer klassischen Serie weiß man, dass am Ende eigentlich alles wieder so ist wie am Anfang. Es gibt vielleicht begrenzten Wandel bei den Figuren, aber selbst das nur begrenzt. Und hier ist <em>Buffy</em> so gar nicht traditionell.<br />
<span id="more-2116"></span><br />
<div id="attachment_2117" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/08/BecomingI_361.jpg" alt="" title="BecomingI_361" width="400" height="300" class="size-full wp-image-2117" /><p class="wp-caption-text">»It's a big rock. I can't wait to tell my friends, they don't have a rock this big.«</p></div></p>
<p><em>Buffy</em> hat zwar externe Einflüsse: Bedrohungen, Dämonen, Zauberei, aber wenn in anderen Serien diese Einflüsse im Fokus stehen, geht es Joss Whedon darum, wie diese Einflüsse sich auf die Figuren niederschlagen. Natürlich rettet Buffy die Welt, aber wichtiger ist, welchen Preis sie dafür zahlt oder was das über sie aussagt. Am Ende der ersten Staffel ist Buffy bereit, in den Tod zu gehen, aber eigentlich ist dies die einfache Wahl, denn als Tote muss sie nicht mit den Konsequenzen ihrer Taten leben.</p>
<blockquote><p>Whistler: Bottom line is, even if you see them coming, you&#8217;re not ready for the big moments. No one asks for their life to change, not really. But it does. So, what are we, helpless? Puppets? Nah. The big moments are gonna come, you can&#8217;t help that. It&#8217;s what you do afterwards that counts. That&#8217;s when you find out who you are. </p></blockquote>
<p>Nun sind Konsequenzen nicht unbedingt etwas, das man in Fernsehserien findet. Wenn Buffy im ersten Teil dieser Doppelfolge die Diskette mit dem Ritual findet, das Angels Seele zurückbringen kann, dann ist eigentlich klar, was passieren wird. Im letzten Moment wird dieses Ritual Angel wiederherstellen und alles geht gut aus. Dann gilt es nur noch, Spike und Drusilla zu besiegen und fertig. Es ist viel passiert, aber am Ende ist der Status Quo wieder hergestellt. Klassisches Serienmuster.</p>
<blockquote><p>Principal Snyder: This isn&#8217;t an orgy, people, it&#8217;s a classroom.<br />
Buffy: Yeah, where they teach lunch. </p></blockquote>
<p>Nicht so hier. Angel lockt Buffy von ihren Freunden weg, Drusilla greift an und tötet Kendra (hier wäre es gut, Neulingen zu erklären, warum es eine zweite Jägerin gibt), verletzt Xander und Willow und entführt Giles.Die Hoffnung, die Buffy gerade noch hatte – vielleicht kommt Angel doch zurück –, zerschlägt sich, und sie wird sogar von der Polizei verfolgt. Gleichzeitig bereitet Angelus das Ende der Welt vor. All das erhöht den Einsatz, auch wenn diese erste Folge nur dazu dient, die letzten Dominosteine aufzubauen.</p>
<blockquote><p>Whistler: There&#8217;s moments in your life that make you, that set the course of who you&#8217;re gonna be. Sometimes they&#8217;re little, subtle moments. Sometimes they&#8217;re not. I&#8217;ll show you what I mean. </p></blockquote>
<p>Dazu sehen wir, wie Angel zum Vampir wurde (mit schaurigem irischen Akzent), wie er Drusilla traf, wie er von Zigeunern verflucht wurde, wie er Buffy zum ersten Mal sah. Die Welt von <em>Buff</em> wird breiter und detaillierter, ambitionierter. Wir erleben als Rückblende, wie Angel zu Angel wurde, die wichtigsten Momente – und wir erleben als Gegenwart, wie Buffy einem derart entscheidenden Moment zustrebt, der ihren Charakter fortan prägen wird.</p>
<blockquote><p>Joyce: Have we met?<br />
Spike: Uh, you hit me with an axe one time. Remember, uh, &#8220;Get the hell away from my daughter&#8221;? </p></blockquote>
<p>In der zweiten Folge dann fallen die Dominosteine um. Buffy wird erneut geprüft: wir wissen, dass sie ihr Leben geben würde, aber würde sie es auch aufgeben? Buffy ist bereits auf der Flucht vor der Polizei, als Spike ihr einen Handel offeriert. Und die Jägerin, die ihre Stärke auch durch ihren Freundeskreis gewann, ist auf sich allein gestellt: ihre Freunde sind im Krankenhaus oder entführt. Sie nimmt den Handel an, und im Zuge dessen muss sie ihrer Mutter die Wahrheit über die Vampirjägerin erzählen.</p>
<blockquote><p>Buffy: Do-do you think I chose to be like this? Do you have any idea how lonely it is, how dangerous? I would *love* to be upstairs watching TV or gossiping about boys or&#8230; God, even studying! But I have to save the world. Again.</p></blockquote>
<p>Und Joyce reagiert verständlich, aber nicht verständnisvoll. Es kommt zum Streit und zum Ultimatum. Wenn Buffy geht, gibt es kein zurück mehr, dann wirft Joyce sie raus. Das mag eine Drohung sein, die sie nicht wahr machen will, aber in diesem Moment klingt sie wahr. Und Buffy geht trotzdem. Natürlich. Kurz darauf wird sie von der Schule verwiesen. Und wieder lässt sie sich nicht abbringen.</p>
<blockquote><p>Rupert Giles: It&#8217;s a trick. They get inside my head, make me see things I want.<br />
Xander Harris: Then why would they make you see me?<br />
Rupert Giles: Oh, right. Let&#8217;s go. </p></blockquote>
<p>Die zweite Staffel von <em>Buffy</em> hat sich von der Mitte an zu einer sehr persönlichen Affäre gewandelt, es ging jeweils direkt um die Hauptfiguren, und so sind auch die Konsequenzen, die Buffy in Kauf nimmt, nicht serientypisch: nicht, dass sie eine Narbe davonträgt oder ihr Lieblingshemd verliert. Sie verliert ihr Zuhause und den Ort, der am ehesten Zufluchtsort ist: die Schulbibliothek. Die Schule ist zudem ihre Verbindung zu ihren Freunden, und wie sie sagt, würde sie sogar lieber lernen als Vampire zu jagen.</p>
<blockquote><p>Spike: [to Buffy] Dru bagged a slayer? S-She didn&#8217;t tell me. Hey, good for her!<br />
[at Buffy's look]<br />
Spike: Though not from your perspective, I suppose.</p></blockquote>
<p>Gleichzeitig sind dies Konsequenzen, die nicht allzu einfach wieder verschwinden. Ein magisches Ritual kann Angels Seele beschwören, aber einen Schulverweis macht das nicht rückgängig. Und doch ist dies noch nicht alles, was passieren kann. Buffy glaubt, sie habe nun nichts mehr zu verlieren, aber das ist falsch.</p>
<blockquote><p>Spike: We like to talk big, vampires do. &#8220;I&#8217;m going to destroy the world.&#8221; It&#8217;s just tough guy talk. Struttin&#8217; around with your friends over a pint of blood. The truth is, I like this world. You&#8217;ve got&#8230; dog racing, Manchester United, and you&#8217;ve got people. Billions of people walking around like Happy Meals with legs. It&#8217;s all right here. But then someone comes along with a vision. With a real&#8230; passion for destruction. Angel could pull it off. Goodbye, Piccadilly. Farewell, Leicester bloody Square. You know what I&#8217;m saying? </p></blockquote>
<p>Willow, die ihre Schwärmerei für Xander nun überwunden zu haben scheint – und es ist Xander hoch anzurechnen, wie schnell und selbstverständlich er Oz Platz macht – will jedoch die Hoffnung nicht aufgeben. Sie beginnt das Ritual erneut und bringt Angels Seele zurück. Xander jedoch, der Angel nie leiden konnte und Angelus tot sehen will, verrät die Freundschaft, als er Buffy nichts davon erzählt. </p>
<blockquote><p>Angelus: No weapons&#8230; no friends&#8230; no hope. Take all that away and what&#8217;s left?<br />
Buffy: Me. </p></blockquote>
<p>Xander rettet Giles, den Drusilla mit einem Traumbild von Jenny quälte (ein Moment, den Anthony Steward Head großartig spielt), und Spike flieht mit Drusilla. Die Randfiguren verschwinden und es kommt zum Kampf zwischen Buffy und Angelus, ein Kampf, der sich acht Folgen lang anbahnte und nun endlich und zurecht den Höhepunkt der Staffel bildet. So cool Spike auch ist, der Konflikt mit Angelus ist es, der Zähne hat und beißt. Buffy ist nun auf sich allein gestellt, aber sie siegt. Sie siegt im denkbar schlechtesten Moment.</p>
<blockquote><p>Whistler: You know, raiding an Englishman&#8217;s fridge is like dating a nun. You&#8217;re never gonna get the good stuff. </p></blockquote>
<p>Sie glaubt, alles verloren zu haben, und sie ist bereit, Angelus zu töten. Nicht nur, um die Welt zu retten, sondern auch, weil er es verdient. Und dann ist Angelus fort, und Angel steht vor ihr. Für einen kurzen Augenblick scheint es, als sei alles gut, und der Zuschauer atmet auf: also doch alles wie gehabt, Angel ist wieder da, alles wird gut. Dann öffnet Athkathla seinen Mund, um die Welt zu verschlingen, und wir verstehen gemeinsam mit Buffy: nicht Angelus muss getötet werden, sondern Angel. Buffy muss ihren Geliebten opfern, um die Welt zu retten. Und so verliert sie wirklich alles.</p>
<blockquote><p>Buffy: I told you. I&#8217;m a vampire slayer.<br />
Joyce: Well I just don&#8217;t accept that. </p></blockquote>
<p>Es ist kein Wunder, dass sie danach ausreißt, ihre Koffer packt und verschwindet. Es ist ein Staffelende, das eben nicht alles ins Lot rückt, sondern einige Probleme erst in den Vordergrund bringt. Einzig kann man <em>Buffy</em> vorwerfen, dass die externen Merkmale dieser Konsequenzen in der dritten Staffel zu schnell vergessen werden: sehr bald ist Buffy wieder zurück, und wieder in der Schule, und sogar Angel kommt aus der Hölle zurück. Aber die Veränderungen, die sie durchmacht, die weiteren Schritte zum Erwachsenwerden, die verschwinden nicht.</p>
<blockquote><p>Angelus: [to Giles] I wanna torture you. I used to love it, and it&#8217;s been a long time. I mean, the last time I tortured somebody, they didn&#8217;t even *have* chainsaws. </p></blockquote>
<p>Es ist erstaunlich, dass <em>Buffy</em> es schafft, einen Charakter wie Angel vom romantischen Partner zu einem Monster zu machen, das man als Zuschauer tot sehen will, nur um dann am Ende den Boden unter den Füßen verschwinden zu lassen – sie geben uns seinen Tod und wir wollen ihn nicht, wir trauern. Die zweite Hälfte der Staffel wirkt daraufhin, dass Buffy Angel töten muss, macht diese Tat immer leichter, und am Ende ist es doch das Schwerste, das man sich vorstellen kann. Die Rettung der Welt wird zur Tragödie, und ich ziehe meinen Hut.</p>
<blockquote><p>Principal Snyder: [into the phone] It&#8217;s Snyder. Tell the Mayor I have good news. </p></blockquote>
<p>Kaum zu glauben, dass die dritte Staffel noch besser wird. Wird sie aber.</p>
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		<title>ZS: Abschied (S. 341-347)</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 18:46:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[DAS ist der Plan?]]></category>
		<category><![CDATA[ich liebe es wenn ein Plan funktioniert]]></category>
		<category><![CDATA[Ich weiß es weils im Drehbuch steht]]></category>

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		<description><![CDATA[Charlie war aufgeblieben. Das Haus war hell erleuchtet. Mein Kopf war leer, während ich nach einer Möglichkeit suchte, ihn dazu zu bringen, mich gehen zu lassen.
Das ist der Konflikt, der sich Bella stellt. Dabei ist nicht ganz klar, woher der Konflikt kommt – bislang war Charlie eigentlich ganz froh, sich aus Bellas Leben rauszuhalten, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Charlie war aufgeblieben. Das Haus war hell erleuchtet. Mein Kopf war leer, während ich nach einer Möglichkeit suchte, ihn dazu zu bringen, mich gehen zu lassen.</p></blockquote>
<p>Das ist der Konflikt, der sich Bella stellt. Dabei ist nicht ganz klar, woher der Konflikt kommt – bislang war Charlie eigentlich ganz froh, sich aus Bellas Leben rauszuhalten, und man könnte annehmen, wenn Bella fahren wollte, würde er sie gehen lassen. Auch, wenn er vermissen wird, dass Bella für ihn kocht, putzt und einkauft.</p>
<p>Immerhin ist Charlie ein geschiedener Mann und damit per se nicht mehr in der Lage, ein idealer Vater zu sein. Auch wenn er zumindest keine neue Freundin hat, sondern eher wie ein Witwer lebt. Da Charlie von seiner Frau verlassen wurde, ist ziemlich klar, auf welcher Seite hier die Schuld gefunden werden kann. Und passenderweise ist Bellas Mutter auch in einer neuen Beziehung, die auch wieder nicht ganz perfekt läuft.<br />
<span id="more-2127"></span><br />
Jetzt hat Bella, wie Edward netterweise noch einmal erwähnt, genau fünfzehn Minuten Zeit. Nicht, um sich von Charlie zu verabschieden, sondern um ihn dazu zu bringen, sie gehen zu lassen. Oberflächlich geht sie nach Phoenix, aber natürlich muss Charlie sie auch metaphorisch gehen lassen und der Kontrolle von Edward übergeben. Und das ist es ja, was Väter bei der traditionellen Hochzeit tun: sie geben ihre Tochter dem Ehemann. Der Sohn wird nicht von Mutter zu Ehefrau übergeben. Da kann Charlie eigentlich froh sein, dass es Edward ist, denn der würde Bella nicht einfach gehen lassen oder ihr zu viel eigene Entscheidungen geben.</p>
<p>Der Abschied ist tränenreich, weil Bella – ganz emotionales Mädchen – schon anfängt zu weinen, als sie sich von Emmett für etwa eine halbe Stunde verabschieden muss. Und dann kommt der Moment, an dem Bella ihren großen Plan in Gang setzen muss. Wir dürfen nicht vergessen, dass Charlie der Sheriff ist und daher, sollte er misstrauisch werden, einiges an Kompetenzen besitzt – in den USA kann ein Sheriff&#8217;s Department schon mal vollautomatische Waffen oder alte Armeefahrzeuge haben, geschweige denn einen sehr dehnbaren Rechtsbegriff. Wie also will Bella Charlie zugleich beruhigen und abweisen? Ein Vorzeichen könnte sein, dass sie Edward warnt, nichts zu glauben, was sie nun sagen wird&#8230;</p>
<blockquote><p>»Geh weg, Edward!«, schrie ich ihn an, rannte rein und schlug ihm die Tür vor der immer noch geschockten Nase zu.<br />
»Bella?« Charlie hatte im Wohnzimmer gelauert und war aufgesprungen.<br />
»Lass mich in Ruhe!«, schrie ich ihn durch meine Tränen hindurch an, die nun unaufhaltsam flossen. Ich rannte die Treppe hoch in mein Zimmer, warf die Tür zu und schloss ab.</p></blockquote>
<p>Ich bin kein Vater, aber mir scheint, die beste Möglichkeit, um meinen Beschützerinstinkt zu wecken – und entsprechend eine der schlechtesten Möglichkeiten für Bellas Plan – wäre, wenn mein Kind derart aufgelöst von einem Date zurück käme. Entsprechend hämmert Charlie vor die Tür und fragt, ob Edward Bella weh getan hätte. Ob er mit ihr Schluss gemacht hätte. Bella verneint beides. Stephenie Meyer beschreibt seine Reaktion:</p>
<blockquote><p>»Was ist passiert?«, brüllte er. (&#8230;) Er packte meinen Ellenbogen, als wir in der Küche waren. (&#8230;) Er wirbelte mich herum, damit ich ihn ansehen konnte, und ich sah in seinem Gesicht, dass er nicht vorhatte, mich gehen zu lassen.</p></blockquote>
<p>Das ist schon etwas beängstigend, wie handgreiflich Charlie da wird. Aber gleichzeitig zeigt sich, dass Bellas Plan nicht funktioniert. Und wie auch? Ein schlecht gelaufenes Date zu simulieren und deswegen weglaufen zu wollen ist ein Verhalten, dass eher von Unreife und hoher Emotionalität zeugt und nicht dazu anregt, die Entscheidung zu respektieren.</p>
<p>Aber die fünfzehn Minuten laufen ab, also muss Bella gemeiner werden. Hier ist ihre Begründung: sie hat mit Edward Schluss gemacht, weil sie ihn so sehr mag. Denn, so Bella, sie hasst Forks so sehr, dass sie nicht riskieren will, hierzubleiben. Sie will nicht wie ihre Mutter enden.</p>
<p>Das ist harter Tobak und zumindest glaubwürdig. Als Tochter weiß sie sicher genau, wie sie Charlie verletzen kann, und mit den Vorwürfen ihrer Mutter zu kommen, kann wirksam sein. Gleichzeitig gefällt mir nicht, dass Bella so ein typisch weibliches Verhalten zeigt, indem sie komische Logik benutzt und dann Vorwürfe macht, die im Endeffekt den stereotypen Ausruf bedeuten: Meine Mutter hatte Recht. Ein emotionaler Anfall ist klischeehaft – aber zumindest kann ich mir vorstellen, dass es funktioniert. </p>
<p>Kurzfristig. Denn im Endeffekt ist dies nur ein Streit, und auch, wenn sie ihren Vater hier verletzt, um womöglich aus dem Haus zu kommen, so wird sich die Situation beruhigen. Zum Glück hören die Figuren in diesem Buch auf, zu existieren, sobald sie aus Bellas Nähe verschwinden, sodass wir uns nicht darum sorgen müssen, was Charlie zwischen seinen Auftritten im Buch anstellen mag.</p>
<p>Interessant bei diesem Streit sind zwei Dinge. Erstens der Satz, den Bella benutzt, um Charlie endgültig abzuweisen:</p>
<blockquote><p>»Lass mich einfach gehen, Charlie«, wiederholte ich die letzten Worte meiner Mutter, als sie vor sie vielen Jahren aus der selben Tür ging.</p></blockquote>
<p>Okay. Ernsthaft. Bella war nur wenige Monate alt, als ihre Mutter ihren Vater verließ (und Charlie einer sexlosen Zukunft überließ – zumindest, was Sex mit anderen Leuten angeht). Woher weiß sie, was ihre Mutter genau gesagt hat? Ist das eine der Geschichten, die jedes Jahr zu Weihnachten wiederholt werden? »Und dann habe ich ihm gesagt: Lass mich einfach gehen, Charlie! und ihn stehen lassen. Ach, und hab Spaß mit deinem Vater, Bella!« Oder hat Charlie den Spruch irgendwo eingraviert, als Erinnerung?</p>
<p>I call bullshit. (Mal wieder)</p>
<p>Die zweite interessante Sache hat mit Bellas Plan zu tun. Wir erinnern uns, eigentlich klang Bellas Plan halbwegs gut. Aber nicht nur stellt sie sich nicht so geschickt an, um ihren Vater auszutricksen, und muss sich auf Autorenwissen verlassen, um diesen Part umzusetzen. Nein, zu ihrem Plan gehört ja auch, den Spurenleser James wissen zu lassen, dass sie nach Phoenix fährt, um ihn dann dadurch zu überraschen, dass sie nach Phoenix fährt.</p>
<p>Bella erwähnt mit keinem Wort niemals, wo sie hinwill. Edward bestätigt, James habe das Ende ihres Auftritts mitbekommen. Das also hört James:</p>
<blockquote><p>»Lass mich einfach gehen, Charlie. (&#8230;) Es hat nicht gepasst. Ich hasse Forks wirklich, wirklich, wirklich! (&#8230;) Ich rufe dich morgen an!«</p></blockquote>
<p>Da kann James ja gar nicht anders als zu denken: Die fährt überall hin, aber bestimmt nicht nach Phoenix.</p>
<p><em>Dieses Buch könnte so gut sein, wenn&#8230;</em> Figuren außerhalb von Bellas Sichtweite weiter existierten.</p>
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		<series:name><![CDATA[Zwielicht am Sonnabend]]></series:name>
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		<title>From Paris with Love</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 09:16:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[action]]></category>
		<category><![CDATA[filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[John Travolta]]></category>
		<category><![CDATA[jonathan rhys-meyers]]></category>
		<category><![CDATA[taken]]></category>
		<category><![CDATA[xenophobie]]></category>

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		<description><![CDATA[Taken war ein hässlicher Film, bei dem alle Ausländer gemeine Verbrecher waren und Frauen entweder töricht oder Opfer. Dafür war Liam Neeson ein eiskalter Killer. From Paris with Love, vom gleichen Regisseur, ist ein hässlicher Film ohne Liam Neeson. Dafür sind nicht nur alle Ausländer Schwerverbrecher, sondern auch all die Frauen, die nicht törichte Opfer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Taken</em> war ein hässlicher Film, bei dem alle Ausländer gemeine Verbrecher waren und Frauen entweder töricht oder Opfer. Dafür war Liam Neeson ein eiskalter Killer. <em>From Paris with Love</em>, vom gleichen Regisseur, ist ein hässlicher Film ohne Liam Neeson. Dafür sind nicht nur alle Ausländer Schwerverbrecher, sondern auch all die Frauen, die nicht törichte Opfer sind. Und John Travolta ist ein us-amerikanischer Superspion, der Jonathan Rhys-Meyers Möchtergernspion zeigt, wie man erfolgreich Massen massakriert.<br />
<span id="more-2052"></span><br />
<div id="attachment_2053" class="wp-caption alignright" style="width: 163px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/07/pariswithlove.jpg" alt="" title="pariswithlove" width="153" height="200" class="size-full wp-image-2053" /><p class="wp-caption-text">From Paris With Love (2010)</p></div><em>From Paris with Love</em> hat viel Action, die primär als Ballerei inszeniert ist. Man bekommt die Idee, dass hier durchaus gute Choreografie zu sehen wäre, wenn Regisseur Pierre Morel oder Kamerachef Michel Abramowicz wüssten, wie man sie inszeniert. So aber haben wir nur schnelle Schnitte und die vage Idee, dass das eigentlich recht wirkungsvoll und energisch sein könnte – es aber nicht ist.</p>
<p>Dafür beweist John Travolta, dass die ganzen Gagschreiber, die in den Achtzigern den Actionstars die coolen Sprüche in den Mund legten, heute arbeitslos sind. Travolta darf sich stattdessen über jede Form von Ausländer lustig machen, einen müden »Royal mit Käse«-Witz reißen und ansonsten so viele Menschen ermorden, wie er möchte.</p>
<p>Denn das ist, was hier gezeigt wird: Travolta und Rhys-Meyers labern vage etwas von Terroristen, schnupfen Kokain und machen ansonsten keinerlei Anstalten, Beweise zu sammeln, Verdächtige zu verhören (abgesehen von der obligatorischen Folterszene, die jedoch längst nicht so extrem ausfällt wie in <em>Taken</em>) oder überhaupt etwas nachzuforschen. Sie gehen einfach da hin, wo die Ausländer sind, diese entpuppen sich unweigerlich als Bösewichte und werden daraufhin kalt gemacht.</p>
<p>All das ist so inszeniert, dass wir diese Vorgehensweise bejubeln sollen. Es ist richtig, wenn Travolta einen Minibus voller Menschen explodieren lässt; wenn er eine Schar Polizisten in eine Sprengfalle laufen lässt; wenn er einer Freundin von Rhys-Meyers&#8217; Verlobten in den Kopf schießt. All das dient natürlich nur dazu, Rhys-Meyers derart aufzuwecken, dass er am Ende seiner Verlobten, die sechs Jahre lang vor ihm verheimlichte, dass sie eine pakistanische Fundamentalistin ist, in den Kopf schießen kann – ein Moment, den der Zuschauer in Zeitlupe und mit anschwellender Musik genießen darf. Währenddessen weigert sich die us-amerikanische Abgesandte, weil sie eine Frau ist, einer Terrorwarnung folgend ihren Kurs zu ändern und wird fast in die Luft gesprengt.</p>
<p>Die Anknüpfungspunkte an Kokainschmuggel und Terroristen verdeutlichen nur, wie sehr sich <em>from Paris with Love</em> im Schmutz unserer Zeit suhlt. Dies ist ein Film, der aus den niedersten Instinkten gespeist wurde, bei dem Leser der BILD-Zeitung sogar zu reflektiert sein könnten. Ein Film, bei dem jede lustige Note des aufdringlichen Soundtracks den schlechten Geschmack in meinem Mund verstärkt. <em>From Paris with Love</em> ist zugegeben nicht so hässlich wie <em>Taken</em>, aber fast, und dafür viel langweiliger, weil John Travolta sich durch den Film rumpelt, als wäre ihm alles scheißegal, und der Film so tut, als wäre das absolut großartig.</p>
<p>Ist es aber nicht.</p>
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		<title>BoW: I only have eyes for you (Buffy 2&#215;19)</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 20:34:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[bessenheit]]></category>
		<category><![CDATA[best of tv]]></category>
		<category><![CDATA[best of whedon]]></category>
		<category><![CDATA[buffy]]></category>
		<category><![CDATA[bürgermeister]]></category>
		<category><![CDATA[david boreanaz zittert]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bösewicht der zweiten Staffel ist Angelus, der Dämon in Buffys Geliebtem, befreit dadurch, dass die beiden Sex hatten. Buffy kann nicht anders, als sich schuldig zu fühlen. Sie fühlt sich verantwortlich dafür, was mit Angel passiert ist, und sie schämt sich auch dafür, mit ihrer sexuellen Freiheit fahrlässig umgegangen zu sein (zumindest aus ihrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bösewicht der zweiten Staffel ist Angelus, der Dämon in Buffys Geliebtem, befreit dadurch, dass die beiden Sex hatten. Buffy kann nicht anders, als sich schuldig zu fühlen. Sie fühlt sich verantwortlich dafür, was mit Angel passiert ist, und sie schämt sich auch dafür, mit ihrer sexuellen Freiheit fahrlässig umgegangen zu sein (zumindest aus ihrer Sicht fahrlässig). Natürlich hängt damit auch zusammen, dass Angelus Jenny Calendar getötet hat – ohne Buffy wäre auch das nicht passiert.</p>
<p>So ist es kein Wunder, dass sie zu Beginn der Folge keine Lust hat, jemals wieder mit einem anderen Mann zusammen zu sein, und ihren Klassenkameraden abblitzen lässt. Aber um Angelus zu töten, muss sie sich von dieser Schuld befreien, sie darf Angel nicht allein in der Opferrolle sehen und sich als Täter. Zum Glück gibt es Geister.<br />
<span id="more-2113"></span><br />
<div id="attachment_2114" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/08/buffy2x19.jpg" alt="" title="buffy2x19" width="400" height="300" class="size-full wp-image-2114" /><p class="wp-caption-text">Spike is going to have fun.</p></div></p>
<p>Neben ihren Schuldgefühlen spielt aber auch noch eine Rolle, dass Angel Buffy liebte. Egal, wie monströs Angelus sein mag, es ist schwer vorstellbar, dass diese Gefühle wirklich verloren sein sollen. Die Hoffnung, dass da irgendwo doch noch Liebe ist, hält Buffy zurück; gleichzeitig hat sie natürlich nicht die Gelegenheit, mit Angelus darüber zu sprechen, geschweige denn, eine ehrliche Antwort zu erhoffen.</p>
<blockquote><p>Buffy: Impulsive? Do you remember my ex-boyfriend, the vampire? I slept with him, he lost his soul, now my boyfriend&#8217;s gone forever, and the demon that wears his face is killing my friends. The next impulsive decision I make will involve my choice of dentures. </p></blockquote>
<p>Die Struktur dieser Folge ist ziemlich gut durchdacht. Wir sehen gleich zweimal, wie von den Geistern besessene Paare sich anschreien; beim ersten Mal kann Buffy dazwischen gehen, beim zweiten Mal endet die Besessenheit tödlich. Beide Male bekommen wir nur den Anfang des Streits mit, aber wir merken, dass es sich um ein wörtlich wiederholtes Skript handelt, das durchgespielt wird. Dadurch werden wir auf den letzten Akt vorbereitet.</p>
<blockquote><p>Principal Snyder: People can be coerced, Summers. I&#8217;m no stranger to conspiracy. I saw JFK. I&#8217;m a truth seeker. I&#8217;ve got a missing gun and two confused kids on my hands; pieces of the puzzle. And I&#8217;m gonna look at all the pieces carefully and rationally, and I&#8217;m gonna keep looking until I know exactly how this is all your fault.</p></blockquote>
<p>Die mittleren Akte sind hier nicht besonders interessant. Wir erleben typische Geister-Aktionen: Schlangen tauchen plötzlich auf usw. Auch ist es kein Geheimnis, wer hinter der Sache steckt, denn Buffy erlebt sogar Flashbacks in das Jahr 1955 und sieht die Vorgeschichte. Interessant wird es durch die Reaktion der Charaktere. Giles ignoriert Buffys Visionen und glaubt, der Poltergeist sei Jenny. Hier kommt seine immer noch vorhandene Trauer zum Ausdruck, die ihn uncharakteristisch störrig werden lässt, Jenny wird zu einer fixen Idee – obwohl er insgeheim weiß, dass Jenny niemals so bösartig sein könnte, nicht mal als Poltergeist.</p>
<blockquote><p>Rupert Giles: You should never be cowed by authority. Except, of course, in this instance when I am clearly right and you are clearly wrong</p></blockquote>
<p>Wichtiger aber ist Buffy. Sie ergreift klar Partei für die Lehrerin Grace, die von ihrem Schüler-Liebhaber James erschossen wurde. Das erscheint verständlich, ist sie doch das Opfer und James der Täter. Einzig die Vehemenz, mit der sie dem Schüler jegliches Mitleid abspricht, ist ungewöhnlich. Natürlich identifiziert sich Buffy in diesem Fall nicht mit der Frau und dem Opfer, sondern mit dem Täter. So, wie James Grace tötete, so hat auch Buffy Angel mehr oder weniger ermordet. Sie kann sich das nicht vergeben, also kann sie auch James nicht vergeben.</p>
<blockquote><p>Xander: He killed a person and killed himself. Those are pretty much two of the dumbest things you could do.<br />
Willow: I know, but&#8230; Well, don&#8217;t you feel kind of bad for them?<br />
Buffy: Sure I feel lousy. For her. He&#8217;s a murderer and he should pay for it.<br />
Willow: With his life?<br />
Buffy: No, he should be doing sixty years in a prison, breaking rocks and making special friends with Roscoe the Weightlifter.<br />
Xander: Yikes. The quality of mercy is not Buffy. </p></blockquote>
<p>Dann kommt es zur Konfrontation mit Angelus, und hier kommt die Struktur zum Tragen. Wir wissen, was die beiden Geister sagen werden; die Überraschung kommt dadurch, dass James mit Buffy den Frauenkörper in Beschlag nimmt, und Angelus von Grace übernommen wird. Diese Besessenheit ist für Angelus besonders unangenehm, ist doch der Vampirdämon ebenfalls nur Gast in Angels Körper; er bekommt zu spüren, was er anderen antut.</p>
<blockquote><p>Xander: Something weird is going on. Isn&#8217;t that our school motto?</p></blockquote>
<p>Als Zuschauer erfahren wir nun, wie gut der Streit von James und Grace zu Buffys Situation passt, und Sarah Michelle Gellar spielt die Verzweiflung hervorragend. Sie kann ihre Vorwürfe, die sie Angel gegenüber hat, loswerden und ihm ins Gesicht sagen, und anschließend kann Angel ihr für das vergeben, was er ihr angetan hat. Wir sehen häufiger Grace als Angelus; ich nehme an, dass das auch daran liegt, das David Boreanaz zu diesen Zeitpunkt intensive Gefühle jeglicher Art primär durch Zittern darstellte – aber es funktioniert. Und zugegeben, die Momente mit Boreanaz sind nicht schlecht, also ist das vielleicht ein Vorurteil. Am Ende verzeiht Angelus Buffy, und egal, wie unrealistisch diese Vergebung ist, und egal, ob sie unverdient ist oder nicht, Buffy hat sie gebraucht.</p>
<blockquote><p>Buffy: No. James destroyed the one person he loved the most in a moment of blind passion. And that&#8217;s not something you forgive. No matter why he did what he did. And no matter if he knows now that it was wrong and selfish and stupid, it is just something he&#8217;s gonna have to live with.</p></blockquote>
<p><em>I only have eyes for you</em> (dt.: Ein Dämon namens Liebe) ist eine kleine Episode, die aber die Beziehung zwischen Buffy und Angel(us) voranbringt. Jetzt ist nicht nur klar, dass Angelus sterben muss, sondern die Fronten sind geklärt. Es ist der notwendige Schritt vor dem Staffelfinale. Außerdem bekommen wir hier eine erste namentliche Erwähnung des Bürgermeisters (hurra!) – und dann ist da noch Spike.</p>
<blockquote><p>Spike: It&#8217;s paradise. Big windows, lovely gardens. It&#8217;ll be perfect when we want the sunlight to kill us.<br />
Angelus: You don&#8217;t like it Spike, hit the stairs and go. Take a stand, man. </p></blockquote>
<p>Auch in dieser Folge verspottet Angel den im Rollstuhl sitzenden Spike, und die Feindschaft zwischen den beiden erreicht den Höhepunkt, als Angel noch schnell mit Drusilla in die Stadt will, um ein Opfer zu finden, und Spike zu Hause lässt. Und dann, kaum allein, steht Spike aus dem Rollstuhl auf – eine Kriegserklärung, ein großartiger Moment, der Zunder verspricht. Spike ist einfach cool.</p>
<p>Beim nächsten Mal endet die zweite Staffel – und beinahe die Welt.</p>
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		<item>
		<title>BoW: Passion (Buffy 2&#215;17)</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 16:32:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[best of tv]]></category>
		<category><![CDATA[best of whedon]]></category>
		<category><![CDATA[buffy]]></category>
		<category><![CDATA[joss whedon ist ein bastard]]></category>

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		<description><![CDATA[In der zweiten Hälfte der zweiten Staffel hat Buffy wirklich zu sich gefunden. Die Folgen 13 und 14 sind hochdramatisch, Nummer 16 ist urkomisch, und es gibt keine Anzeichen, dass die Serie nachlässt. Eher im Gegenteil.
Robia LaMorte sieht ihre Zeit als Jenny Calendar inzwischen wohl eher negativ, ist sie doch zu einer wiedergeborenen Christin geworden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der zweiten Hälfte der zweiten Staffel hat <em>Buffy</em> wirklich zu sich gefunden. Die Folgen 13 und 14 sind hochdramatisch, Nummer 16 ist urkomisch, und es gibt keine Anzeichen, dass die Serie nachlässt. Eher im Gegenteil.</p>
<p>Robia LaMorte sieht ihre Zeit als Jenny Calendar inzwischen wohl eher negativ, ist sie doch zu einer wiedergeborenen Christin geworden und hat für Zauberei und andere satanische Dinge nichts mehr übrig. Das ändert aber nichts daran, dass sie in <em>Passion</em> (dt. Titel: Das Jenseits lässt grüßen) Opfer eines der gemeinsten Verbrechen der ganzen Serie wird. Joss Whedon ist bekannt dafür, dass er Liebespaare und überhaupt alle seine Figuren durch die Hölle gehen lässt, aber der Tod von Jenny Calendar ist für mich immer besonders schockierend gewesen.<br />
<span id="more-2110"></span><br />
<div id="attachment_2111" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/08/Passion565.jpg" alt="" title="Passion565" width="400" height="300" class="size-full wp-image-2111" /><p class="wp-caption-text">Joss Whedon ist ein Bastard</p></div></p>
<p><em>Passions</em> ist eine wichtige Episode auf der Zielgeraden der Staffel, und es ist gut, dass diese wichtige Episode derart großartig ist. Lange haben wir nur gehört, wie böse Angel als Angelus war, und nun haben wir zwei Folgen lang ausgesessen und gewartet, was er wohl tun wird. Es reicht nicht, dass wir gesagt bekommen, was es mit ihm auf sich hat. Wir müssen es sehen. Hier liegt eine Gefahr, denn zu oft sind vermeintliche Bösewichte dann, wenn sie endlich erscheinen, längst nicht so schlimm, wie wir uns vorgestellt haben. Angelus aber wird seinem Ruf gerecht.</p>
<blockquote><p>Angelus: [narrating] Passion&#8230; it lies in all of us. Sleeping, waiting, and though unwanted, unbidden, it will stir, open its jaws, and howl. It speaks to us, guides us&#8230; passion rules us all. And we obey. What other choice do we have</p></blockquote>
<p>Es beginnt recht harmlos damit, dass er Buffy verfolgt – übrigens Lob an die Instinkte der Jägerin: Buffy geht zwei Meter an einem Blut saugenden Angelus vorbei, und dann schläft sie in Seelenruhe, während er sie aus nächster Nähe im Schlaf betrachtet. Werten wir das als symbolisch dafür, dass Buffy Angelus immer noch für eine Vertrauensperson hält und daher ihre Alarmglocken nicht schrillen. Jedenfalls hinterlässt er Buffy erst Mal eine Zeichnung um zu zeigen, dass er immer an sie heran kann. Dann tötet er Willows Fische. Okay, aber immer noch etwas schmalspurig. Schließlich widmet er sich Joyce, kann sie aber nicht töten, da Buffy ihm durch einen Zauber den Zutritt zu ihrem Haus verwehrt. Aber er kann ihr sagen, dass er mit Buffy Sex hatte. Wir sehen, dass Angelus Buffy wehtun will, aber sie wehrt sich relativ erfolgreich. Wenn es bei den Fischen bliebe, wäre Angelus recht zahnlos.</p>
<blockquote><p>Angelus: [narrating] Passion is the source of our finest moments; the joy of love, the clarity of hatred, and the ecstasy of grief. </p></blockquote>
<p>Als Nebenschauplatz dieser Folge streiten sich Spike und Angelus immer heftiger. Spike, immer noch im Rollstuhl, muss sowohl Drusillas Hilfe als auch Angels Spott ertragen, und Spike weiß, dass Drusilla als Vampirin keine Probleme damit hat, auch mit Angelus Sex zu haben – seine Eifersucht ist durchaus nicht unbegründet, und natürlich ist dieser sonst so selbstbewusste Vampir schwer getroffen, dass er in einem Rollstuhl sitzt.</p>
<blockquote><p>Angelus: Well, maybe next time I&#8217;ll bring you with me, Spike. Might be handy to have you around if I ever need a really good parking space. </p></blockquote>
<p>Währenddessen nähern sich Jenny und Giles wieder einander an. Es ist schön zu sehen, dass Buffy ihren Unmut weit genug zurücknehmen kann, um Giles die Chance auf ein glückliches Liebesleben zu geben. Anthony Steward Head ist hervorragend in diesen Momenten, in denen Giles&#8217; harte Schale, die er seiner Schülerin zuliebe aufrecht hält, von Jennys Liebesgeständnis hinweggefegt wird.</p>
<blockquote><p>Angelus: [narrating] It hurts sometimes more than we can bear. If we could live without passion, maybe we&#8217;d know some kind of peace. But we would be hollow. Empty rooms, shuttered and dank&#8230; without passion, we&#8217;d be truly dead.
</p></blockquote>
<p>Jenny sucht nach einer Möglichkeit, ihren Verrat an Buffy wieder gutzumachen. Dazu findet sie tatsächlich ein Ritual, das Angel seine Seele wiedergeben würde – aber bevor sie jemandem davon erzählen kann, kommt Angelus ihr dazwischen. Er zerstört das Ritual (bis auf eine Diskette, die verborgen bleibt) und tötet Jenny. Das allein ist schlimm, aber obwohl Robia LaMorte sehr sympathisch war und doch in vielen Folgen auftaucht, betrachtet der Zuschauer doch nur die zentralen Figuren Buffy, Xander, Willow und Giles als wirkliche Hauptfiguren, und darum trifft Jennys Tod uns erst dann wirklich, als Giles davon erfährt.</p>
<blockquote><p>Giles: In my years as&#8230; Watcher&#8230; I&#8217;ve buried too many people. But Jenny was the first I&#8217;ve loved.<br />
Buffy: I&#8217;m sorry. I&#8217;m sorry I couldn&#8217;t kill him for you&#8230; for her&#8230; when I had the chance. I wasn&#8217;t ready. But I think I finally am. </p></blockquote>
<p>Und wie er das tut, ist bemerkenswert. Wie Angelus das romantische Treffen arrangiert mit Rosen, Kerzen und Opernmusik, das ist derart monströs, dass all das Gerede von seiner Bösartigkeit bewahrheitet wird. Wir sehen, dass Angelus unrettbar verkommen ist – auch, weil Anthony Steward Head wirklich die Hoffnung und Vorfreude von Giles und seine anschließende Leere personifiziert. Es ist ein brutaler Moment. Und es ist der Moment, in dem der Zuschauer zu demselben Urteil kommt wie Buffy: Dieser Angelus muss weg. Was vor drei Folgen noch undenkbar war, ist gelungen, wir finden uns damit ab, Angelus zu töten. Buffy sieht es ein, und wir haben kein Problem damit.</p>
<blockquote><p>Buffy: [narrating] I can&#8217;t hold on to the past anymore. Angel is gone. Nothing&#8217;s ever gonna bring him back. </p></blockquote>
<p>Was natürlich bedeutet, dass ihr letzter Satz davon begleitet wird, dass wir noch einmal die Diskette sehen, auf der das rettende Ritual gespeichert ist. Als Buffy (und wir) die Hoffnung aufgeben, werden wir daran erinnert, dass es doch noch Hoffnung gibt – aber Buffy weiß es nicht. Sie macht sich mit dem Gedanken vertraut, Angelus zu töten. Noch ist sie nicht ganz bereit dazu, es zu tun – aber sie sieht zumindest ein, dass es sein muss. Ein letzter Schritt fehlt jedoch noch&#8230; und der kommt beim nächsten Mal.</p>
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		<title>ZS: Bei aller Liebe (S. 334-340)</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 21:54:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[frauen haben keine Ahnung]]></category>
		<category><![CDATA[hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[hoffnung zerschlagen]]></category>
		<category><![CDATA[sadismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Twilight hat uns nun bereits fast fünfzig Beiträge lang begleitet. Ich war oft frustriert und manchmal vielleicht etwas zu hart in meiner Kritik. Ich hoffe, die Leser dieser Reihe sind wenigstens nicht so gelangweilt gewesen wie ich bisweilen bei der Lektüre selbst. Wir nähern uns einem entscheidenden Moment in Twilight. Dem Moment, an dem ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Twilight</em> hat uns nun bereits fast fünfzig Beiträge lang begleitet. Ich war oft frustriert und manchmal vielleicht etwas zu hart in meiner Kritik. Ich hoffe, die Leser dieser Reihe sind wenigstens nicht so gelangweilt gewesen wie ich bisweilen bei der Lektüre selbst. Wir nähern uns einem entscheidenden Moment in <em>Twilight</em>. Dem Moment, an dem ich wirklich alle Hoffnung fahren lasse und dieses Buch zu hassen beginne.</p>
<p>Man kann sich also auf etwas freuen.<br />
<span id="more-2120"></span><br />
Es ist eine Sache, ein eindeutig minderwertiges Buch zu lesen und zu verreißen. Eigentlich wäre <em>Twilight</em> die Mühe nicht wert, wäre es nicht so erfolgreich. Ähnlich wie Garry-Marshall-Filme ist das Buch die Pixel nicht wert, die meine Blogbeiträge darstellen. Der Roman versagt in so vielen Formen, die ihn alle zu einem besseren Leseerlebnis machen würden, dass eine harte Kritik daran eher wirkt, als würde man einen Hund dafür bestrafen, dass er nicht lesen kann – nur, dass der Hund in diesem Fall zum gefeierten Hörbuchinterpreten wird.</p>
<p>Das war bisher. Jetzt aber wird Stephenie Meyer zu Michael Bay. Nicht nur ist das Buch gefüllt mit hässlichen Vorurteilen und Stereotypen, sondern Meyer setzt nun an, ihre These von der Überlegenheit des Mannes zuerst in Frage zu stellen und dann triumphierend zu bestätigen. Sie gönnt der Leserschaft einen Moment der Hoffnung, um diese dann umso freudiger zu zerquetschen.</p>
<p>Denn in der Diskussion darum, was Edward mit Bella anfangen soll, wo jetzt der Jagdvampir auf sie aufmerksam geworden ist, passiert das Unglaubliche. Bella hat einen Plan.</p>
<p>Der Stand der Diskussion ist, dass Edward partout nicht umkehren will. Bella hingegen verlangt, ihren Vater nicht allein zu lassen – er ist in Gefahr durch den Vampir, und er könnte das FBI rufen und den Cullens Probleme machen. Alice gibt Bella Recht, was aber egal ist; dass Emmett ebenfalls auf ihrer Seite steht, hilft jedoch. Alice hört niemand zu:</p>
<blockquote><p>»Es gibt eine andere Möglichkeit«, sagte Alice still. Edward drehte sich wütend zu ihr um, seine Stimme ein beißendes Knurren:<br />
»Es &#8211; gibt &#8211; keine &#8211; andere &#8211; Möglichkeit!«</p></blockquote>
<p>Es entsteht ein Schweigen, und wir werden nie erfahren, welche andere Möglichkeit Alice – die ja immerhin die Zukunft sehen kann – wohl im Sinn gehabt hat. Denn nun, urplötzlich, ist Bellas Auftritt:</p>
<blockquote><p>»Will irgendjemand meinen Plan hören?« »Nein«, knurrte Edward.<br />
(&#8230;)<br />
»Hör zu«, bat ich. »Du bringst mich zurück.«<br />
»Nein«, unterbrach er.<br />
Ich starrte ihn an und fuhr fort. »Du bringst mich zurück. Ich sage meinem Vater, dass ich nach Phoenix zurückkehre. Ich packe meine Sachen. Wir warten, bis der Spurenleser zuschaut, und dann hauen wir ab. Er folgt uns und lässt Charlie in Ruhe. Charlie ruft nicht das FBI. Und ihr könnt mich bringen, wohin ihr wollt.«</p></blockquote>
<p>Die Cullens sind ebenso erstaunt wie die Leserschaft. Nicht, dass Bella damit die Kontrolle übernähme:</p>
<blockquote><p>»Ich verlange, dass du mich nach Hause bringst.« Ich versuchte, entschlossen zu klingen. (&#8230;)<br />
»Bitte«, sagte ich wesentlich leiser.«</p></blockquote>
<p>Aber immerhin, Edward folgt ihrer Idee. Er sagt ihr, sie habe 15 Minuten, um Charlie irgendeine Geschichte zu erzählen und ihre Sachen zu packen, und zu verschwinden, egal, was Charlie sage. Fünfzehn Minuten, wiederholt er noch einmal. Und noch einmal. Aber immerhin folgt er Bellas Idee.</p>
<p>Das ist geradezu unerhört, dass diese junge Frau, die bislang trotz aller Proteste so willig und gehorsam und unscheinbar war, auf einmal eine Idee haben soll, die sich als gut erweist. Ist Bella am Ende in der Lage, selbst auf sich aufzupassen? Stephenie Meyer weiß es besser, ich jedoch hoffe plötzlich.</p>
<p>Bellas Plan geht noch weiter, und Edward protestiert zuerst:</p>
<blockquote><p>»Bitte, Bella, lass es uns auf meine Art tun, nur dieses eine Mal.«</p></blockquote>
<p>Ja, es ist okay, wenn ihr lacht. Lachen ist hier okay. Ebenso übrigens wie bei den »unverständlichen Flüchen«, die Edward während der letzten Seiten ausstößt. Nicht, dass Stephenie Meyer wirklich einen Fluch schreiben müsste, darum flucht Edward so schnell, dass Bella es kaum versteht. Flüche sind zu schmutzig, ebenso wie Sex.</p>
<p>Bellas Plan jedenfalls sieht vor, dass Edward in der Stadt bleibt, damit Charlie nicht glaubt, er habe sie entführt – und nein, auch beim dritten Lesen ergibt das für mich keinen Sinn. Ich könnte mir vorstellen, dass Charlie glaubt, Bella würde mit Edward abhauen, aber mit dem hohen Ansehen der Cullens und Charlies Schlafmützigkeit weiß ich wirklich nicht, was da passieren soll. Ach, und Emmett soll auch in der Stadt bleiben, um eventuell den Jäger stellen zu können. Jasper und Alice werden Bella beschützen, und Edward soll dann nach Phoenix nachkommen.</p>
<p>Denn Bella will wirklich nach Phoenix, in ihre alte Heimatstadt zurück. Die Begründung ist idiotisch, aber mit einem so guten Spurenleser, wie der Jäger sein soll, ist es meines Erachtens egal, irgendwo muss Bella ja hin.</p>
<p>Edward beweist derweilen, dass er zu allen ein Arschloch ist:</p>
<blockquote><p>»Halt die Klappe, Emmett.«<br />
(&#8230;)<br />
Edward lächelte [Alice] an. »Aber behalte deine Meinung für dich.«</p></blockquote>
<p>Und nur der Vollständigkeit halber: das sind Edwards letzte Worte an Bella, bevor sie ins Haus gehen, um Charlie auszutricksen (Bella hat 15 Minuten):</p>
<blockquote><p>Edwards Stimme war sanft. Alice und Emmett sahen aus ihren Fenstern. »Wenn du zulässt, dass dir irgendwas passiert – egal, was –, dann mache ich dich persönlich dafür verantwortlich. Verstehst du das?«<br />
»Ja«, schluckte ich.</p></blockquote>
<p>Abgesehen davon, dass Alice und Emmett nicht aus »den«, sondern speziell »ihren« Fenstern sehen: das ist die Art von Romantik, die ich vom Rest des Buches gewohnt bin. Da wird Bella von einem Superspurenleservampir gejagt, aber Edward macht es tatsächlich zu einer Drohung, sollte ihr etwas passieren. Bella versteht es zumindest als solche, nicht als ironisches Bekenntnis von Sorge. Und während das vor einem weniger dramatischen Kontext vielleicht zumindest den Fans einer besitzergreifenden Liebe zusagen könnte, ist das bei Lebensgefahr doch nicht wirklich sexy.</p>
<p>Umso erstaunlicher ist es also, dass Bella ihren Plan wirklich durchsetzt. Und obwohl ein paar der Ideen etwas überkomplex sind – Bella sagt, sie fährt nach Phoenix; der Jäger hört das und weiß, dass es ein Trick ist; also fährt Bella wirklich nach Phoenix, weil er das nie erwarten würde – wirkt es so, als könnte sie sich hier freistrampeln aus Edwards Einfluss, als könne sie sich vielleicht wirklich behaupten. </p>
<p>Jetzt muss der Plan nur noch gutgehen.</p>
<p><em>Dieser Roman könnte soviel besser sein, wenn&#8230;</em> Bellas Plan gut ginge.</p>
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