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	<title>Derangierte Einsichten &#187; Kommentar</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>SDT: Wunschtraum</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 13:21:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[arya underfoot]]></category>
		<category><![CDATA[Joffrey]]></category>
		<category><![CDATA[sansa]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetIch kann nicht anders, ich bemitleide Sansa. Sie ist ein junges Mädchen, das in einem abgelegenen Schloss aufwächst mit den Idealen aus Heldengeschichten und dem, was ihre Septa ihr rät – eine Frau der Kirche mit entsprechend gottgefälligen, wohlfeilen Ratschlägen, aber wenig Erfahrung am wirklichen Hof. Sansa ist ein wenig wie Topmodel-Mädchen, die plötzlich feststellen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4315" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4315&amp;text=SDT%3A%20Wunschtraum&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F02%2Fsdt-wunschtraum%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Ich kann nicht anders, ich bemitleide Sansa. Sie ist ein junges Mädchen, das in einem abgelegenen Schloss aufwächst mit den Idealen aus Heldengeschichten und dem, was ihre Septa ihr rät – eine Frau der Kirche mit entsprechend gottgefälligen, wohlfeilen Ratschlägen, aber wenig Erfahrung am wirklichen Hof.</p>
<p>Sansa ist ein wenig wie Topmodel-Mädchen, die plötzlich feststellen, dass sie in einer sexistischen Branche sind und einen körperlich extrem anspruchsvollen Job haben, der nur in seltensten Fällen glamourös ist und in den meisten eher bedrückend und willkürlich.<br />
<span id="more-4315"></span><br />
Schön finde ich, wie die Wölfe ihren Kindern ähneln.</p>
<blockquote><p>The direwolf took it from her hand, as delicate as a queen.<br />
(…)<br />
She found Arya on the banks of the Trident, trying to hold Nymeria still while she brushed dried mud from her fur. The direwolf was not enjoying the process. Arya was wearing the same riding leathers she had worn yesterday and the day before.</p></blockquote>
<p>Das mag mit Erziehung und Modelllernen zu tun haben, und es mag vielleicht auch übernatürlich sein, aber mir gefällt diese Art von »Totemtier«. Zumal Sansa wirklich ganz anders ist als Arya.</p>
<blockquote><p>Sansa already looked her best. (…) Sansa did not really know Joffrey yet, but she was already in love with him. He was all she ever dreamt her prince should be, tall and handsome and strong, with hair like gold.</p></blockquote>
<p>Sansa ist oberflächlich, und das ward ihr oft vorgeworfen. Dabei ist das Mädchen 11. Sansa ist auch bemüht, brav zu sein, den Konventionen zu gehorchen – auch das ist nicht so einfach zu mögen wie jemand, der_die sich gegen die Gesellschaft stellt. Aber es ist erst einmal nicht verboten, einen Platz in der Gesellschaft zu wollen.</p>
<p>Natürlich ist Sansa auch ein wenig Nicht-Arya, und weil man Arya schnell zu mögen lernt, steht Sansa eben in klarem Gegensatz dazu.</p>
<blockquote><p>“What could you want to see?” Sansa said, annoyed. She had been thrilled by the invitation, and her stupid sister was going to ruin everything, just as she’d feared.</p></blockquote>
<p>Natürlich kommt es genau so. Arya wird alles ruinieren.</p>
<p>Auch das ist schwer für sie. Arya gehorcht nicht, und sie benimmt sich nicht wie eine Hofdame, aber Eddard Stark lacht darüber und bestraft sie nicht. Catelyn hätte vielleicht anders reagiert, aber die ist nicht da, und so hat Sansa nicht einmal die Autorität hinter sich.</p>
<blockquote><p>She heard the queen say, “Joffrey, go to her.” And her prince was there. “Leave her alone,” Joffrey said. </p></blockquote>
<p>Umso dankbarer ist sie, als Joffrey ihr zu Hilfe kommt. Bei Joffrey und seiner Familie kann sie das Hoffräulein sein und wird belohnt dafür. Hier kann sie zeigen, dass sie Barristan Selmy und Renly Baratheon erkennt, hier kann sie ihre Höflichkeit ausspielen.</p>
<blockquote><p> A whole day with her prince! She gazed at Joffrey worshipfully. He was so gallant, she thought. The way he had rescued her from Ser Ilyn and the Hound, why, it was almost like the songs, like the time Serwyn of the Mirror Shield saved the Princess Daeryssa from the giants, or Prince Aemon the Dragonknight championing Queen Naerys’s honor against evil Ser Morgil’s slanders. The touch of Joffrey’s hand on her sleeve made her heart beat faster.</p></blockquote>
<p>Sie ist eben ein kleines Mädchen, und eines, das leider keinen sehr netten Prinzen hat. Dies ist unsere erste richtige Begegnung mit Joffrey, über ihn gilt es noch zu reden. Es ist auch nicht unbedingt zufällig, dass Joffrey Sansa von Ilyn Payne erzählt. Der sagte einmal etwas Dummes, und schon ließ ihm der alte König die Zunge herausreißen. So weit geht Joffrey nicht, aber mit seinem »Hund« geht er auch nicht gerade freundlich um. Was wir hier lernen: er gefällt sich in der Rolle des großen Prinzen, der bestimmen kann – sowohl mit seinem »Löwenzahn« als auch, wenn es um Sansas Alkoholgenuss geht.</p>
<p>So sind Prinz und Prinzessin denn auch ein wenig angeschickert, als sie auf Arya treffen. Die wollte angeblich Rubine suchen – Überbleibsel des Kampfes Rhaegar Targaryens gegen Robert Baratheon –, Joffrey will Sansa zeigen, wo sein Vater den Brustkorb des Drachenratters zerschmetterte. Da ist Arya nun, bewaffnet mit einem Holzschwert, und übt mit dem Fleischerssohn den Schwertkampf.</p>
<p>Und ruiniert alles.</p>
<p>Wir müssen festhalten: Joffrey ist grausam, wie er den Jungen verhöhnt und ihn mit seinem Schwert bedroht, ihm in die Wange schneidet. Aber nicht im Unrecht: Micah ist ein einfacher Bauernjunge. Wenn Arya ein Schwert nimmt, rümpft man vielleicht die Nase. Wenn sich das gemeine Volk bewaffnet, ist das noch eine ganz andere Geschichte.</p>
<p>Trotzdem sind meine Sympathien klar verteilt: sie sind bei Arya, die ihr Holzschwert nimmt und es an Joffreys Kopf zerbricht, und nicht bei dem Prinzen, der daraufhin fluchend mit dem echten Schwert auf sie losgeht. Und sie sind bei Nymeria, die Joffreys Hand beißt und verletzt, sodass Arya den Prinzen verhöhnen kann und sein Schwert wegwerfen.</p>
<blockquote><p>She picked up Lion’s Tooth where it had fallen, and stood over him, holding the sword with both hands.<br />
Joffrey made a scared whimpery sound as he looked up at her. “No,” he said, “don’t hurt me. I’ll tell my mother.”</p></blockquote>
<p>Es wird Joffrey nicht gut ausgelegt, wie er hier reagiert. Muttersöhnchen, Heulsuse oder ähnliches lese bzw. höre ich bisweilen. Wenn er schon gemein sei, so geht der Gedanke, soll er wenigstens nicht noch rumheulen. Ich frage mich, wie sehr das daran liegt, dass dies eher unmännliches Verhalten ist, wie Joffrey hier Schmerz und Angst zeigt. Immerhin ist er auch erst 12, hat gerade einen heftigen Schlag abbekommen und wurde von einem Wolf angegriffen. Da darf jeder weinen und ängstlich sein.</p>
<p>Oder es liegt daran, wie Joffrey diese Schmach verarbeitet – wie er also damit umgeht, dass Sansa ihn so unmännlich und unprinzenhaft gesehen hat – er verhält sich wie der Raufbold in der Schule, der sich nur die Schwachen aussucht:</p>
<blockquote><p>His eyes snapped open and looked at her, and there was nothing but loathing there, nothing but the vilest contempt. “Then go,” he spit at her. “And don’t touch me.”</p></blockquote>
<p>Bevor ich es vergesse – meine Sympathien sind natürlich auch bei Sansa.</p>
<blockquote><p>All she wanted was for things to be nice and pretty, the way they were in the songs</p></blockquote>
<p>Ein frommer Wunsch&#8230;</p>

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		<series:name><![CDATA[Spiel der Throne]]></series:name>
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		<title>SDT: sollte nicht da sein</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 15:13:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Attentat auf Bran]]></category>
		<category><![CDATA[catelyn]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetWas mir bislang beim Lesen nicht auffiel: George Martin läst sich wirklich Zeit. Ich bin normalerweise der Ansicht, dass jedes Kapitel ein klares Ziel haben sollte, einen klaren Konflikt. Martin aber erzählt bisweilen, z. B. von Tyrions Reise in den Norden. Dadurch, dass die Erzählfiguren so verteilt sind, entsteht nicht eine zielgenaue, enge Geschichte, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4313" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4313&amp;text=SDT%3A%20sollte%20nicht%20da%20sein&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F02%2Fsdt-sollte-nicht-da-sein%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Was mir bislang beim Lesen nicht auffiel: George Martin läst sich wirklich Zeit. Ich bin normalerweise der Ansicht, dass jedes Kapitel ein klares Ziel haben sollte, einen klaren Konflikt. Martin aber erzählt bisweilen, z. B. von Tyrions Reise in den Norden. Dadurch, dass die Erzählfiguren so verteilt sind, entsteht nicht eine zielgenaue, enge Geschichte, sondern eher eine breite Sammlung von Momenten, die eben nicht einem einzelnen Plot zuzuordnen sind.</p>
<p>Theoretisch sollte ich das kritisieren – aber es missfällt mir nicht. Martin gelingt der Trick, dass ich die einzelnen Erzählfiguren als einzelne Geschichten betrachte, und darum macht es mir nicht so viel aus, dass nicht ständig Dinge passieren.</p>
<p>Was nicht bedeutet, dass ich über die Action im 14. Kapitel nicht froh bin.<br />
<span id="more-4313"></span><br />
Warum lässt Cat nicht den Wolf zu Bran? Es ist nervig, wenn man diese Frage nicht sofort beantworten kann – zumal direkt im nächsten Kapitel die Antwort gegeben wird, dieses nächste Kapitel aber drei oder vier Kapitel (oder mehr) entfernt sein kann, weil dazwischen Jon und Eddard und sonst wer zur Sprache kommen.</p>
<p>Hier erfahren wir allerdings, wie schwer Brans Sturz sich auf Catelyn ausgewirkt hat. Sie hat kaum geschlafen, sie bekommt kaum noch etwas mit. Wenn Maester Luwin ihr die nötigen Tagesgeschäfte präsentiert, reagiert sie nicht oder ungehalten. Das Geheul der Wölfe nimmt sie nur mehr als nervenzehrend wahr. Sie kümmert sich nicht um Rickon und nicht um Robb.</p>
<blockquote><p> “Mother, I need you too. I’m trying but I can’t&#8230; I can’t do it all by myself.” His voice broke with sudden emotion, and Catelyn remembered that he was only fourteen. She wanted to get up and go to him, but Bran was still holding her hand and she could not move.</p></blockquote>
<p>Ist das ein Nervenzusammenbruch? Ist das eine Depression? Egal wie, Catelyn ist durch Brans Sturz paralysiert. Ich kann nicht anders, als mit ihr mitzufühlen, und doch hat Catelyn nicht die Muße, sich ihrer Trauer übergeben zu können.</p>
<p>Wäre Cat dauerhaft depressiv, würde ich das folgende Ereignis sehr viel kritischer sehen. So aber hat sie Brans Sturz kurzzeitig niedergeschlagen, und der Angriff auf sein Leben weckt sie wieder auf. Es ist ein gruseliger Moment, als dieser gedungene Mörder plötzlich hinter ihr steht und Cat nichts tun kann, als sich unbewaffnet entgegen zu stellen. Es sei eine Gnade, grunzt der Mörder noch. Catelyn wird verletzt&#8230; und dann ist plötzlich der Wolf zur Stelle und es macht mir kaum etwas aus, wie brutal der Attentäter stirbt.</p>
<blockquote><p>Catelyn remembered the way she had been before, and she was ashamed. She had let them all down, her children, her husband, her House. It would not happen again. She would show these northerners how strong a Tully of Riverrun could be.</p></blockquote>
<p>Diese neu gewonnene Entschlossenheit demonstriert sie sogleich. Der Dolch des Angreifers war sehr wertvoll und ist möglicherweise ein Beweis dafür, dass die Lannister hinter dem Anschlag stecken. Also macht sich Cat auf den Weg in die Hauptstadt, um möglichst noch vor Eddard und der langsamen Prozession dort anzukommen.</p>
<p>Gleichzeitig wird Robb, dieser Vierzehnjährige, endgültig Herr über Winterfell – und das in einer Zeit, in der Krieg in der Luft liegt. Immerhin hat er Brans Schutz gut im Auge:</p>
<blockquote><p>“And let his wolf stay in the room with him,” Robb added. “Yes,” Catelyn said. And then again: “Yes.”</p></blockquote>
<p>Es ist eine dramatische Szene, in der Catelyn vier Männer einschwört, um ihnen ihren Verdacht zu erklären:</p>
<blockquote><p>Catelyn said to Ser Rodrik, “I see my son is wearing steel now.”<br />
The old master-at-arms said, “I thought it was time.”<br />
Robb was looking at her anxiously. “Past time,” she said. “Winterfell may have need of all its swords soon, and they had best not be made of wood.”<br />
Theon Greyjoy put a hand on the hilt of his blade and said, “My lady, if it comes to that, my House owes yours a great debt.”</p></blockquote>
<p>Oh ja. Shit is getting real. Die Kacke beginnt zu dampfen. Und Catelyn reist in die Höhle des Löwen. Als Löwin, die sie nun ganz ist, wird sie sich bestimmt zurechtfinden.</p>

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		<series:name><![CDATA[Spiel der Throne]]></series:name>
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		<title>SDT: Erwachsener</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 16:51:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Jon Snows Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtwache]]></category>
		<category><![CDATA[Tyrion]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetIm 13. Kapitel erfahren wir so einiges: übber Jon Snow, über die Nachtwache – und über Tyrion Lannister. Es schneiden nicht alle dabei gut ab. Da ist Benjen Stark von der Nachtwache, der Tyrion mit harten Ritten peinigt. Aber der »Gnom«, wie er genannt wird, gibt nicht auf. Er beschwert sich nicht. Aber er schnappt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4311" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4311&amp;text=SDT%3A%20Erwachsener&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F02%2Fsdt-erwachsener%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Im 13. Kapitel erfahren wir so einiges: übber Jon Snow, über die Nachtwache – und über Tyrion Lannister. Es schneiden nicht alle dabei gut ab.</p>
<p>Da ist Benjen Stark von der Nachtwache, der Tyrion mit harten Ritten peinigt. Aber der »Gnom«, wie er genannt wird, gibt nicht auf. Er beschwert sich nicht. Aber er schnappt sich Benjens warme Decke, als dieser sie anbietet. Tyrion wertet das nicht als Zugeständnis, sondern als Dummheit: </p>
<blockquote><p>The Lannisters never declined, graciously or otherwise. The Lannisters took what was offered.</p></blockquote>
<p><span id="more-4311"></span><br />
Tyrion ist hart und giftig. Er liest auch auf dieser Reise sehr viel, und in einer bemerkenswerten Rede erklärt er Jon auch, warum er das tut:</p>
<blockquote><p>»Fourteen, and you’re taller than I will ever be. (…) Had I been born a peasant, they might have left me out to die, or sold me to some slaver’s grotesquerie. Alas, I was born a Lannister of Casterly Rock, and the grotesqueries are all the poorer. Things are expected of me. (…) Well, my legs may be too small for my body, but my head is too large, although I prefer to think it is just large enough for my mind. I have a realistic grasp of my own strengths and weaknesses. My mind is my weapon. My brother has his sword, King Robert has his warhammer, and I have my mind&#8230; and a mind needs books as a sword needs a whetstone, if it is to keep its edge.«</p></blockquote>
<p>Es ist ein Moment dieser Reihe, das ich sehr mag: Wissen, auch und gerade aus Büchern, kann wertvoll sein, und gescheite Köpfe sind keinesfalls chancenlos gegen starke Arme. Wo in Fantasygeschichten oft nur die kämferische Macht zählt, ist hier Witz durchaus eine eigene Waffe. Und Tyrion Lannisters Witz ist scharf, wie beispielsweise, wenn er über den Vorfahren nachdenkt, der beinahe von Drachen gefressen wurde:</p>
<blockquote><p> King Loren had escaped, and lived long enough to surrender, pledge his fealty to the Targaryens, and beget a son, for which Tyrion was duly grateful.</p></blockquote>
<p>Aber wir haben auch das hier:</p>
<blockquote><p>“I used to start fires in the bowels of Casterly Rock and stare at the flames for hours, pretending they weredragonfire. Sometimes I’d imagine my father burning. At other times, my sister.”</p></blockquote>
<p>Tyrion Lannister ist also ein Lannister – er steht zu seiner Familie, und er beruft sich oben ja auch auf die Tugenden seiner Familie –, und doch hat er sich vorgestellt, seinen Vater oder seine Tochter brennen zu sehen. Das war keinesfalls eine idyllische Kindheit, die er erlebte.</p>
<p>Gleichzeitig könnten seine Feuerträume und die Faszination für Drachen auch bedeuten, dass Tyrion gar kein wirklicher Lannister ist – hier gibt es auch Vermutungen, er sei ein Targaryen, auch wenn dieses Fan-Gerücht in meinen Augen nicht so stark durch den Text gestützt wird. Ich finde zudem, dass es erstens kaum etwas ausmacht: Tyrion ist trotzdem ein Lannister, ob nun vom Blute oder nicht – und es zweitens etwas schade wäre, wenn Targaryenkinder in dieser Reihe an allen Ecken auftauchen. Aber bis zum Ende des fünften Buches gibt es hier keine offizielle Bestätigung, und ich erwähne das nur, falls ihr darauf achten wollt, was dazu im Text steht. Oh, und deswegen:</p>
<blockquote><p>He had the Stark face if not the name: long, solemn, guarded, a face that gave nothing away. Whoever his mother had been, she had left little of herself in her son.</p></blockquote>
<p>Im Falle von Jon Snow ist das für mich eindeutig ein ironischer Kommentar, weil er eben so sehr nach seiner Mutter aussieht.</p>
<p>Bevor wir aber zu Jon kommen, noch einmal Tyrion. Der ist keinesfalls ohne Mitleid, sagt aber eben meistens, was er denkt:</p>
<blockquote><p>Tyrion felt sorry for the boy. He had chosen a hard life&#8230; or perhaps he should say that a hard life had been chosen for him.<br />
(…)<br />
“Stop it,” Jon Snow said, his face dark with anger. “The Night’s Watch is a noble calling!”<br />
Tyrion laughed. “You’re too smart to believe that. The Night’s Watch is a midden heap for all the misfits of the realm. I’ve seen you looking at Yoren and his boys. Those are your new brothers, Jon Snow, how do you like them? Sullen peasants, debtors, poachers, rapers, thieves, and bastards like you all wind up on the Wall, watching for grumkins and snarks and all the other monsters your wet nurse warned you about. The good part is there are no grumkins or snarks, so it’s scarcely dangerous work. The bad part is you freeze your balls off, but since you’re not allowed to breed anyway, I don’t suppose that matters.”<br />
“Stop it!” the boy screamed. He took a step forward, his hands coiling into fists, close to tears. Suddenly, absurdly, Tyrion felt guilty. </p></blockquote>
<p>Es ist diese direkte Art, die ihn hier in Schwierigkeiten bringt, denn Ghost versteht nur, dass Jon aufgeregt ist. Wo wir einen letzten Hinweis auf Tyrion bekommen:</p>
<blockquote><p>Tyrion Lannister felt the anger coiling inside him, and crushed it out with a will.</p></blockquote>
<p>Er ist auch hart zu sich selbst, und kontrolliert.</p>
<p>Und Jon? Jon erlebt gerade, wie er aus einem Traum wach wird. Es zeigt sich, dass die Nachtwache zwar vielleicht eine ehrenvolle Aufgabe hatte, aber heute glauben die meisten so wie Tyrion, dass es keine Monster mehr gibt, und die Nachtwache ist ein Auffangbecken für Verbrecher. Immerhin: Vergewaltiger werden dem Papier nach kastriert – oder aber sie treten der Nachtwache bei. Dies sind die Leute, die nun zu Jons Gefährten werden, und das hatte er sich ganz sicher anders vorgestellt.</p>
<p>Es ist ihm hoch anzurechnen, wie er damit umgeht:</p>
<blockquote><p>The boy took the skin and tried a cautious swallow. “It’s true, isn’t it?” he said when he was done. “What you said about the Night’s Watch.”<br />
Tyrion nodded. Jon Snow set his mouth in a grim line. “If that’s what it is, that’s what it is.” Tyrion grinned at him. “That’s good, bastard. Most men would rather deny a hard truth than<br />
face it.”</p></blockquote>
<p>Es ist schwer, ungeliebten Wahrheiten ins Gesicht zu sehen. Tyrion hat en gelernt, und Jon lernt es anscheinend auch gerade. Das macht ihn ein Stück erwachsen. </p>
<p>Ich fühle mit ihm, wie er da am Feuer steht und in die Flammen blickt, wie er seine Zukunft neu einordnet und sich abfindet. Oder es zumindest versucht.</p>
<p>Und ich freue mich, weil im nächsten Kapitel was passiert.</p>

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		<series:name><![CDATA[Spiel der Throne]]></series:name>
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		<title>SDT: Ehre</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 22:19:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Jon Snows Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Königsmörder]]></category>
		<category><![CDATA[rhaegar drachenritter]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetHeute fassen wir für diese Reihe entscheidende Themen an. Da haben wir die Frage, ob und wie jemand seiner Vergangenheit entkommen kann, wie viel Ehre wert ist und wie wichtig die Herkunft ist. Und alles hängt hier am Haken von Eddard Stark. Ned ist ein liebevoller Vater und Ehemann. Er ist auch durch und durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4309" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4309&amp;text=SDT%3A%20Ehre&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F02%2Fsdt-ehre%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Heute fassen wir für diese Reihe entscheidende Themen an. Da haben wir die Frage, ob und wie jemand seiner Vergangenheit entkommen kann, wie viel Ehre wert ist und wie wichtig die Herkunft ist. Und alles hängt hier am Haken von Eddard Stark.</p>
<p>Ned ist ein liebevoller Vater und Ehemann. Er ist auch durch und durch Ehrenmann. Wir sehen das in seinem Gespräch mit dem König.<br />
<span id="more-4309"></span><br />
Als Robert vorschlägt, Daenerys umbringen zu lassen, ist das für Eddard undenkbar. Er mokiert sich darüber, dass man sich auf die Spionage des entflohenen Sklavenhändlers Jorah Mormont verlässt – lieber würde er den entflohenen Ritter tot sehen. Ned misstraut den Lannistern, weil die sich im Krieg betrügerisch verhielten, und er misstraut Jaime Lannister insbesonders, weil dieser als geschworener Mann des Königs seinen Eid brach und Arys hinterrücks ermordete.</p>
<p>Alles, was Eddard vorbringt, wird mit Ehre argumentiert. Dieser Zug wird sich fortsetzen. Eddard Stark ist peinlich auf Ehre bedacht. Wie also verträgt sich das mit seinem Bastard, ob nun von Ashara Dayne oder auch von dieser Willa, deren Geschichte er nicht erzählen will?</p>
<p>Im Buch wird es nicht explizit beantwortet – bis zum fünften Band zumindest. Aber die Antwort ist dennoch deutlich. Ganz einfach, es verträgt sich nicht. Eddard Stark ist einer der wenigen Menschen, die so sehr auf ihre Ehre bedacht sind, dass sie niemals ein Eheversprechen brechen würden. Jon sieht aber aus wie ein Stark – warum? Weil er Eddards Neffe ist.</p>
<p>Jon Snow ist – da lege ich mich fest, auch wenn es bislang nur Spekulation ist – der Sohn von Lyanna Stark und Rhaegar Targaryen. Wir werden im Laufe der Bücher noch mehrmals darauf zu sprechen kommen. In diesem Kapitel werden zwei Dinge offenbart: Eddard hasst Unehre und wird von Lyannas letztem Wunsch (»promise me, Ned») verfolgt – und Robert hasst alle Targaryen. Robert hat nicht gezuckt, als man ihm die toten Kinder als Trophäe präsentierte, er hätte nicht gezuckt, Jon zu töten. Doch rang Lyanna Eddard das Versprechen ab, Jon insgeheim als eigenen Sohn aufzuziehen, und der so an seine Ehre gebundene Eddard holte den Jungen zu sich.</p>
<p>Nicht, dass Eddards Ehre rein positiv wäre. Er nimmt in Kauf, einen Krieg gegen die Dothraki zu führen. Wie viele Menschen dabei leiden oder sterben würden ist ihm egal. Schließlich geht es um ehrenhaftes Verhalten. So auch beim Krieg gegen Arys. Wir werden noch hören, dass der verrückte König seinen Namen zu Recht trug. Aber das entschuldigt für Eddard nicht, dass sich Jaime gegen diesen Irren wendet. Das ist so ehrenhaft, dass es unmenschlich ist.</p>
<p>Jaime Lannister wiederum ist das Gegenteil. Anstatt für seine Tat gefeiert zu werden, trägt er seinen Verrat als Last mit sich. Er ist immer der Königsmörder. Ihm kann man nicht trauen. Wir hören von keiner zweiten Missetat Jaimes (gut, wir wissen, dass er mit Cersei Sex hat, aber sonst weiß das niemand). Eine einzige Tat im Alter von 17 und sein Ruf ist besiegelt.</p>
<p>Ansonsten muss sich Ned bestätigt fühlen. Robert ist ein Lebemann, der sich nicht so sehr um Ehre kümmert. Er will immer noch alle Targaryen töten, und sonst nimmt er nicht viel krumm. Er steckt tief mit den Lannistern zusammen, obwohl er seine Frau nicht so gut zu leiden scheint. Der Schatten von Lyanna Start hängt über diesem König – und die Tatsache, dass die Lannister seine Regierung finanzieren, wie wir lernen werden.</p>
<p>Und diesem König soll Ned nun helfen, diese Fleisch gewordene Ehre. Wir ahnen: das wird nicht einfach.</p>

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		<series:name><![CDATA[Spiel der Throne]]></series:name>
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		<title>Gedankensplitter</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 08:47:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[kurz kommentiert]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetJa, ich bin bei facebook, aber sehr begrenzt. Du kennst mich, magst mich, oder gar beides? Sag mir lieber bei Google Plus Bescheid. Anscheinend hat die Presse nichts Besseres zu tun, als so lange nachzufragen, bis Wulff endlich weg ist. Da will sich wohl jemand seiner Macht und Relevanz versichern. Mehr als 1500 Flüchtlinge im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4307" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4307&amp;text=Gedankensplitter&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F02%2Fgedankensplitter%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Ja, ich bin bei facebook, aber sehr begrenzt. Du kennst mich, magst mich, oder gar beides? Sag mir lieber bei <a href="https://plus.google.com/u/0/117656266497755789230/posts">Google Plus</a> Bescheid.</p>
<p><a href="http://tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1448.html" target=_blank>Anscheinend hat die Presse</a> nichts Besseres zu tun, als so lange nachzufragen, bis Wulff endlich weg ist. Da will sich wohl jemand seiner Macht und Relevanz versichern.</p>
<p><a href="http://www.tagesschau.de/ausland/fluechtlingemittelmeer100.html" target=_blank>Mehr als 1500 Flüchtlinge im Mittelmeer umgekommen</a>: Liegt sicher an den Unruhen im Arabischen Raum, am Klimawandel – aber auch an der europäischen Flüchtlingspolitik.</p>

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		<title>SDT: Problematisch?</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 19:11:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Daenerys]]></category>
		<category><![CDATA[sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetProblematisch. Triggerwarnung: Vergewaltigung &#038; Zwangslagen aus Sicht der Überlebenden, sexuelle Darstellung mit Minderjährigen Diese Bücher sind (m. E.) problematisch. Bevor wir mit dem 11. Kapitel loslegen, ein paar Hinweise. Erstens auf Ana Mardolls Seite, die sich gerade mit Verblendung beschäftigt und der Frage, ob die Beschreibung der Gewalt gegen Frauen in dieser Reihe sinnvoll ist. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4305" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4305&amp;text=SDT%3A%20Problematisch%3F&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F02%2Fsdt-problematisch%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Problematisch.</p>
<p><strong>Triggerwarnung: Vergewaltigung &#038; Zwangslagen aus Sicht der Überlebenden, sexuelle Darstellung mit Minderjährigen</strong></p>
<p>Diese Bücher sind (m. E.) problematisch. Bevor wir mit dem 11. Kapitel loslegen, ein paar Hinweise. Erstens auf Ana Mardolls Seite, die sich gerade mit <em>Verblendung</em> beschäftigt und der Frage, ob die Beschreibung der Gewalt gegen Frauen in dieser Reihe sinnvoll ist. Sehr lesenswert, zwei Teile sind im Moment erschienen (<a href="http://www.anamardoll.com/2012/01/deconstruction-classism-and-systemic.html" target=_blank>Teil 1</a>, <a href="http://www.anamardoll.com/2012/02/deconstruction-problem-with-bjurman.html" target=_blank>Teil 2</a>). Die Triggerwarnungen gelten da auch.</p>
<p>Zweitens dieser Artikel mit Tipps, wie man <a href="http://www.socialjusticeleague.net/2011/09/how-to-be-a-fan-of-problematic-things/" target=_blank>ein Fan auch von problematischen Medien</a> sein kann.</p>
<p><span id="more-4305"></span><br />
Kommen wir zurück zu Lias Frage: Warum gibt es in dieser Reihe so viel Gewalt gegen Frauen? Darauf kann es mehrere Antworten geben:</p>
<p><strong>Die Welt ist eben so.</strong> Bullshit. Die Welt ist genau so, wie George Martin sie beschreibt.</p>
<p><strong>Das ist realistisch.</strong> Bullshit. Erstens hat Martin nicht die Pflicht, »realistisch« zu sein – und er weicht ja auch in anderen Dingen von seiner historischen Vorlage ab (Magie! Hallo?). Zweitens sind diese Argumente oft historisch verkürzend, weil es nämlich sehr viel mehr Varianz gab, als die glatt gebügelten »realistischen« Geschichten suggerieren.</p>
<p><strong>Frauen erleiden genauso viel wie Männer.</strong> Okay. Es ist eben eine harte Welt, Frauen besonders zu schützen mag unfair erscheinen. Allerdings erleiden Männer keinesfalls so viel wie Frauen, und schon gar nicht so viel sexualisierte Gewalt. Die ist in diesen Büchern doch sehr stark vorhanden.</p>
<p><strong>Das ist eben keine Oma-Fantasy</strong> Dieses Argument wäre fatal: da wäre die sexualisierte Gewalt ein Verkaufsargument, der Text hochproblematisch.</p>
<p><strong>Das ist gewollt brutal, um der Welt einen Spiegel vorzuhalten.</strong> Hier wären wir denn auch bei Ana Mardoll und <em>Verblendung</em>.</p>
<p>Letzten Endes muss man sich bei George Martin entscheiden. Ich denke schon, dass er diese Brutalität schildert, weil er damit seine Welt brutal erscheinen lassen will – aber auch, weil er zeigen will, wie brutal das ist. Leider gibt es eben sehr viel dieser Gewalt und wird diese keinesfalls immer durch den Text dekonstruiert oder kommentiert. Dieser Text ist eher der ahnungslose Verbündete: er sympathisiert mit Feminismus und Anti-Rassismus und anderen sozialen Gleichberechtigungs-Bewegungen, aber er kennt sich nicht aus mit Herrschaftsdiskussionen. Allerdings beschreibt er, was Macht mit Menschen tut und wie Macht missbraucht wird. Leider wird die sexualisierte Gewalt Mittel zum Zweck, wird plakativ – und der Text problematisch.</p>
<p>Nehmen wir Danys Hochzeit. (Ja, wir kommen auf das Kapitel zu sprechen. Überraschung!) Viserys könnte zärtlich und liebevoll zu Dany sein. Drogo könnte früher lächeln. Aber wir sollen Daenerys in einem schrecklichen Moment erleben, sie muss voller Angst sein – und gleichzeitig sollen wir Viserys hassen und Drogo ebenfalls fürchten. Also ist Viserys‘ Zorn, ist die nahende Nacht bedrohlich – und Mittel zum Zweck.</p>
<p>Aber – und das ist eben auch der Fall – dies ist kein reiner Fehlgriff. Man kann Danys Geschichte auch feministischer lesen. Denn sie hat ihr Leben lang damit verbracht, dass andere dieses Leben bestimmen. Sie wird sogar verkauft, ob sie will oder nicht. Dann gibt ihr Drogos Geschenk ein erstes Gefühl von Freiheit – und Übermut. Und schließlich, als Drogo sie mitnimmt, erhält sie ihren ersten Moment von Entscheidungsfreiheit. Sie darf bestimmen.</p>
<blockquote><p> “No?” he said, and she knew it was a question.<br />
She took his hand and moved it down to the wetness between her thighs. “Yes,” she whispered as she put his finger inside her.</p></blockquote>
<p>Es ist dieses Element, was mich bei Dany so anspricht. Dies ist ein Mädchen, dass plötzlich die Gelegenheit bekommt, selbstbestimmt zu sein. Es ist eine Geschichte der Emanzipation. Nur:</p>
<p>Dany ist 13 Jahre alt. </p>
<p>Das darf man bei aller Liebe nicht vergessen. Selbst für diese Welt ist sie <em>gerade so</em> erwachsen. Kann sie da wirklich frei über ihre Sexualität bestimmen, oder ist dieser Moment nicht doch erfüllt von Zwängen? Darum meine ich, dass dieser Text letztendlich ein wenig ahnungslos ist, denn meines Erachtens sollen wir das als Ermächtigung Danys sehen. Was – versteht mich nicht falsch – positiv ist.</p>
<p>Auch andere Details sind wieder ein wenig unnötig. Müssen die Dothraki wirklich wie die Tiere rammeln? Müssen sie eine Feier feiern, bei der die Frauen blind von irgendeinem Kerl bepaart werden? Hier verbinden sich unschöne rassistische und sexistische Tendenzen zu einem schmierigen Ganzen, und ich finde auch nicht, dass die Dothraki dieser Falle jemals ganz entkommen (aber vielleicht irre ich mich, wir werden sehen). Vielmehr ist Drogos Verhalten ungewöhnlich, er ist eine Ausnahme unter »den Wilden«.</p>
<p>Ach ja, und das:</p>
<blockquote><p>“Illyrio and I selected them personally for you. Irri will teach you riding, Jhiqui the Dothraki tongue, and Doreah will instruct you in the womanly arts of love.” He smiled thinly. “She’s very good, Illyrio and I can both swear to that.”</p></blockquote>
<p>Ja, das macht Viserys schmieriger – so, wie das Gebaren der Wilden auch Danys Ängste bezüglich ihrer ersten Nacht verstärkt. Tatsächlich ist das Kapitel auch darum so thematisch dicht, weil sich so viel um Sex dreht – um das, was Dany eben vordringlich beschäftigt. Es ist im Dienst der Geschichte, und ich finde es nicht unpassend. Aber doch sehr lapidar. Sexualisierte Gewalt – und die Lustsklavin ist bei allem immer noch eine Sklavin – hat hier den Rang eines Stilmittels, und das ist problematisch.</p>
<p>Zumal Viserys nun wirklich keine Gelegenheit auslässt, bescheuerter zu wirken. Und eine völlig fremde Kultur auch so furchterregend sein kann.</p>
<p>Darum kann ich den Bruch mit diesem Stereotyp durch Drogo trotzdem mögen, kann Danys Geschichte trotzdem faszinierend finden, kann mich darauf konzentrieren, dass Martin ja durchaus diese Zustände auch kritisiert. Aber nicht ganz ohne Bauchschmerzen, und durchaus mit Verständnis für jene, die das gar nicht können.</p>

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		<series:name><![CDATA[Spiel der Throne]]></series:name>
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		<title>SDT: Warum?</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 14:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[catelyn]]></category>
		<category><![CDATA[Needlework]]></category>
		<category><![CDATA[stick them with the pointy end]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetVorab möchte ich einen kommentar zum letzten Beitrag zitieren, den ich treffend fand – alle Kommentare sind lesenswert, ich bin sehr froh über die hochwertigen (und kontroversen) Diskusionen. NW schreibt: Ich empfinde die Charaktere in Eis und Feuer überhaupt nicht als Stereotyp. (…) Die Grundeinordnung von Eis und Feuer ist Fantasy. Diese Literaturgattung hat eigene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4301" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4301&amp;text=SDT%3A%20Warum%3F&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F02%2Fsdt-warum%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Vorab möchte ich einen kommentar zum letzten Beitrag zitieren, den ich treffend fand – alle Kommentare sind lesenswert, ich bin sehr froh über die hochwertigen (und kontroversen) Diskusionen. NW schreibt:</p>
<blockquote><p>Ich empfinde die Charaktere in Eis und Feuer überhaupt nicht als Stereotyp. (…)<br />
Die Grundeinordnung von Eis und Feuer ist Fantasy. Diese Literaturgattung hat eigene Klischees und Stereotype. Diese werden im Roman sehr stark gebrochen. (…) In der Welt selbst haben wir die Idealbilder des guten Ritters. Doch die Geschichte spielt mit diesen Idealbildern. Ein Beispiel des typischen Helden wäre Jaimie Lannister. Er ist schön, charmant, von edler Geburt, ein excellenter Kämpfer, das Idealbild des Helden. In einer anderen Geschichte wäre er als Königsmörder selbst König geworden. In dieser Geschichte wird er dafür geschmäht.</p></blockquote>
<p>Das ist erkennbar nur ein Auszug – lest den Rest. Aber was NW beschreibt, trifft wohl auch auf mich zu – dieses Spiel mit den Erwartungen traditioneller Fantasy funktioniert zudem vielleicht auch darum so gut, weil der Anfang erst einmal die üblichen Erwartungen weckt.</p>
<p><span id="more-4301"></span><br />
Lia hat auch was geschrieben. Das hat mich so beschäftigt, dass ich hier ein wenig darauf eingehen muss.</p>
<blockquote><p>Wenn es Bran so eindeutig besser geht, wenn er den Wolf nur hört, warum lässt man das Tier dann nicht zu ihm? Gott, wenn mein Sohn schwer verletzt im Krankenhaus liegen würde und das Geräusch des Schnurrens unseres Katers ihm hilft, dann würde ich Tod und Teufel daran setzen, den Kater ins Krankenzimmer zu bringen, ganz egal, was Ärzte davon halten. Für das eigene Kind tut man doch so gut wie alles, selbst wenn es noch so idiotisch ist. Der Wolf hat auch noch versucht, ihn von der Kletterpartie abzuhalten. Keine Ahnung, warum die das Tier draußen vor der Tür festhalten, wo es die ganze Burg zusammenheult statt ihn zu Bran zu lassen.</p></blockquote>
<p>Ich empfinde es als gutes Zeichen, dass Lia sich diese Fragen stellt – das zeugt von Interesse. (Oder Frust, aber ich bin Optimist.)  Immerhin wird diese Frage ja beantwortet. Vielleicht ist das auch ein Faktor – bei Stephenie Meyer würde eine fehlende Erklärung bedeuten, dass wir nie eine bekommen. Bei Martin vertraue ich darauf, dass es Sinn ergibt, und warte ab. Vielleicht ist das eine Facette des Charakters, die wir noch nicht gesehen haben, oder es ist etwas passiert.</p>
<p>Was die Wölfe angeht, so bekommen wir auch hier den Eindruck, dass sie »besonders« sind. Nymeria hilft Arya und kann schon problemlos Wache stehen. Ghost gibt Jon Kraft. Wir werden sehen, dass die Wölfe ihren Besitzern ähneln.</p>
<p>Catelyn hingegen merkt das im Moment nicht. Stattdessen erleben wir einen Moment, der sie für viele Leser_innen unbeliebt macht: ihre Behandlung von Jon Snow.</p>
<blockquote><p>“I came to see Bran,” Jon said. “To say good-bye.”<br />
Her face did not change. Her long auburn hair was dull and tangled. She looked as though she had aged twenty years. “You’ve said it. Now go away.”<br />
Part of him wanted only to flee, but he knew that if he did he might never see Bran again. He took a nervous step into the room. “Please,” he said.<br />
Something cold moved in her eyes. “I told you to leave,” she said. “We don’t want you here.”</p></blockquote>
<p>Es ist vielsagend, dass Jon sich von Bran ferngehalten hat, weil Cat an seiner Seite wachte. Diese beiden gehen sich aus dem Weg. Wir lesen später, dass sie ihn bis zu diesem Moment noch nie bei seinem Namen genannt hat. Dass er sie noch nie hat weinen sehen.</p>
<p>Beides ergibt Sinn. Catelyn, so postuliere ich einmal, hat ihren Spitznamen nicht von ungefähr. Sie ist eine Raubkatze, die Mutter ihres – despektierlich – »Wurfes«. Sie ist keine Hofdame, dazu ist Winterfell viel zu abgeschieden und die Starks zu einsiedlerisch. Aber sie ist Mutter. Ihr Job sind ihre Kinder, darüber definiert sie sich. Es ist ihre Aufgabe, das Geschlecht der Starks zu schützen und fortzusetzen.</p>
<p>Da ergibt es Sinn, dass Jon Snow eine Bedrohung ist. Wenn Jon seine Geschwister tötet, ist er der Erbe. oder kann es zumindest behaupten. Er ist das Gegenteil dessen, was Catelyn wichtig ist. Da ist es genug für sie, seine Anwesenheit zu dulden.</p>
<p>Und nun ist eines ihrer Kinder schwer verletzt. Mehr noch:</p>
<blockquote><p>“I wanted him to stay here with me,” Lady Stark said softly.<br />
Jon watched her, wary. She was not even looking at him. She was talking to him, but for a part of her, it was as though he were not even in the room.<br />
“I prayed for it,” she said dully. “He was my special boy. I went to the sept and prayed seven times to the seven faces of god that Ned would change his mind and leave him here with me. Sometimes prayers are answered.”</p></blockquote>
<p>Catelyn ist gläubig – und dieser Glaube spendet ihr momenten keinen Trost. Stattdessen erleidet sie, was man vielleicht einen Zusammenbruch nennen kann. Sie schläft kaum, sie isst kaum, sie wäscht sich kaum – sie ist nur noch an Brans Bettstatt und wacht über ihn. Es ist die Löwin, die ihr verletztes Junges nicht verlassen kann. Und die wohl angesichts ihrer Trauer und Erschöpfung auch Entscheidungen trifft, die unklug erscheinen. Warum nimmt sie den Wolf nicht zu Bran? Ihr Zustand macht es für mich zumindest glaubwürdig. Gleichzeitig ist er ein Zeichen, wie sehr Cat für die Familie lebt. Und ein weiterer Grund, dass sie diesen für manche unverzeihlichen Satz sagt:</p>
<blockquote><p> “Jon,” she said. He should have kept going, but she had never called him by his name before. He turned to find her looking at his face, as if she were seeing it for the first time.<br />
“Yes?” he said.<br />
“It should have been you,” she told him.</p></blockquote>
<p>Für Jon ist das ein grausamer Moment. Und er reagiert toll:</p>
<blockquote><p>Robb knew something was wrong. “My mother&#8230; “ “She was&#8230; very kind,” Jon told him.</p></blockquote>
<p>Ob Jon hier nur Robb schützen will, ob er Cats Duldung wirklich so empfindet, oder ob er versteht, warum sie as gesagt hat: egal. Er hätte auch anders agieren können, und ich respektiere ihn für diesen Satz.</p>
<p>Wir haben eine sehr deprimierende Beschreibung von Brans Zustand, und diese Szene mit einer geschlagenen Catelyn. Da ist es gut, dass Jons Abschied von Robb nicht so negativ auffällt. Vielmehr versuchen hier beide, erwachsen zu sein und sich wie »Männer« zu verhalten. Man merkt ihnen ihre Freundschaft an.</p>
<p>Dann kommt natürlich noch ein schöner Schluss mit Arya. Die hat mal wieder Ärger mit ihrer Septa – sie ist ein Wildfang. Und sie bekommt eine eigene Nadel von Jon: ein schmales, leichtes Schwert.</p>
<blockquote><p> Until you find a partner, watch how they fight in the yard. Run, and ride, make yourself strong. And whatever you do&#8230;”<br />
Arya knew what was coming next. They said it together. “Don’t&#8230; tell&#8230; Sansa!”</p></blockquote>
<p>Die arme Sansa. Sehen wir das so: Robb wird vorbereitet, ein Herrscher zu werden. Bran träumt von Abenteuern. Jon ist ein Bastard und auch eher darauf erpicht, die Männerrolle zu erfüllen. Wer bleibt Sansa da noch? Eigentlich sollte ihre Schwester ihr nahe stehen, aber stattdessen ist Arya – vielleicht auch, um sich von Sansa abzuheben – das genaue Gegenteil. Und als jüngere Schwester hat sie vielleicht ein wenig mehr Freiraum. Sansa hingegen wird zur Lady erzogen.</p>
<p>Aber es ist, als würde ich in Deutschland mein Kind dazu erziehen, in den USA zurecht zu kommen. In Winterfell gibt es kein höfisches Geschehen. Es gibt nur die Theorie des Adelshofes und die Lieder und Geschichten, die zu Sansas Erziehung werden. Dafür wird sie auch noch in der Familie isoliert und zum Buhmann.</p>
<p>Ich habe große Sympathie für Sansa. Zumindest, bevor ich ihre Sicht kennen lerne.</p>
<p>Jetzt geht es erst einmal wieder zu Dany, und ich sage euch: bevor deren Schicksal besser wird, müsst ihr achtgeben. Dann gehe ich noch mal auf ein anderes warum ein, das Lia erfragte:</p>
<blockquote><p>Sowohl bei Dany wie auch bei Cersei sind Inzest und Missbrauch im Grunde kein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Der Plot würde nichts verlieren, wenn man beides einfach weglässt. Viserys könnte tatsächlich seine geliebte Schwester an einen reichen Mann verheiraten wollen, der sie von allen Zukunftssorgen befreit und ihm zugleich die Möglichkeit, Rache zu nehmen, Cersei und Jaime könnten absolut loyale Geschwister sein, die gemeinsam daraufhin arbeiten, den Thron für sich selbst zu gewinnen. Wozu also Inzest und Missbrauch? Die Geschichte gewinnt nichts dadurch, außer für Leser, die auf solche Szenen stehen.</p></blockquote>
<p>Denkt schon mal drüber nach.</p>

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		<title>SDT: Klischee</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:22:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Joffrey]]></category>
		<category><![CDATA[Tyrion]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetSind die Figuren bei George RR Martin Stereotype? Klischees? Da zumindest Lia in den Kommentaren als neue Leserin dieser Meinung ist, stelle ich mir die Frage. Und ich beantworte sie vorläufig mit einem eher theoretischen Exkurs. Für mich sind die Figuren bei George Martin komplex – aber ich habe auch fünf Bücher hinter mir und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4297" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4297&amp;text=SDT%3A%20Klischee&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F01%2Fsdt-klischee%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Sind die Figuren bei George RR Martin Stereotype? Klischees? Da zumindest Lia in den Kommentaren als neue Leserin dieser Meinung ist, stelle ich mir die Frage. Und ich beantworte sie vorläufig mit einem eher theoretischen Exkurs.</p>
<p>Für mich sind die Figuren bei George Martin komplex – aber ich habe auch fünf Bücher hinter mir und verbinde entsprechende Ereignisse mit ihnen. Ich weiß nicht, ob ich da überhaupt völlig frei die Figuren betrachten könnte – vor allem aber fällt mir auch schwer, diese Figuren mit neuen Augen zu sehen.<br />
<span id="more-4297"></span><br />
Aber ich habe mir Martins Figuren oft so vorgestellt wie durch den Raum fliegende Strahlen. Ihre Richtung ist linear, die Geschwindigkeit vorgegeben. Sie sind alle auf ihrem eigenen, festen Kurs. Das hat etwas eindimensionales, da ich generell nur selten den Eindruck habe, die Figuren könnten in einer gegebenen Situation viele verschiedene Dinge tun. Sie sind nicht unberechenbar, oft sogar im Gegenteil.</p>
<p>Aber ich sehe das nicht als Problem, denn die linearen Pfade der Figuren kreuzen sich. Sie kommen sich in die Quere. Und dann will die eine Figur in die eine Richtung und die andere Figur in die andere – es gibt einen Konflikt, der sich nicht einfach ausräumen lässt. Weil die Figuren so sind, wie sie sind. Sie verändern sich nicht von alleine, sondern nur durch diese Konflikte (wenn überhaupt).</p>
<p>Das mag nicht unbedingt realistisch erscheinen – auch wenn ich nicht an einen freien Willen glaube und diese Darstellung gar nicht so schlecht –, aber es ist ungemein förderlich, wenn es um Konflikte geht.</p>
<p>Damit meine ich nicht, dass Martin Figuren generell als »gut« oder »böse« beschreibt (mit Ausnahmen). Aber sie sind doch klar definiert durch ihre Familie, ihre Prinzipien, ihre Geschichte. Eddard Stark ist das, was er als ehrenhaft bezeichnet, im Guten wie Schlechten. Robert ist ein Lebemann. Usw.</p>
<p>Allerdings bedeutet das auch, dass Figuren eindimensional erscheinen. Schließlich sind sie durch genaue Eigenschaften definiert, während man gleichzeitig das, was sie dazu gemacht hat, nicht kennt.</p>
<blockquote><p>“He has a large heart, our Robert,” Jaime said with a lazy smile. There was very little that Jaime took seriously. Tyrion knew that about his brother, and forgave it. During all the terrible long years of his childhood, only Jaime had ever shown him the smallest measure of affection or respect, and for that Tyrion was willing to forgive him most anything.</p></blockquote>
<p>Ich kann das nicht lesen, ohne an Jaimes (Sorry für die Schreibfehler) Vergangenheit zu denken: wie er als junger Mann in die Königswache kam und einem irren König dienen musste, für dessen Tod er ewig büssen muss, um nur einen Punkt zu nennen. Diese herablassende Art steckt in seiner Erziehung und seiner Geschichte – und doch erscheint er hier nur wie ein kaltes Arschloch. Immerhin zeigt er Tyrion gegenüber Wärme und Freundlichkeit und ist damit so ziemlich der einzige Mensch, der das tut.</p>
<blockquote><p>“A voice from nowhere,” Sandor said. He peered through his helm, looking this way and that. “Spirits of the air!”<br />
The prince laughed, as he always laughed when his bodyguard did this mummer’s farce. Tyrion was used to it. “Down here.”</p></blockquote>
<p>Stattdessen muss er sich so etwas von den einfachen Rittern seines Gefolges anhören. Oh, Tyrion ist immer noch der Sohn eines der mächtigsten Adeligen des Reiches, aber er ist auch unansehnlich und kleinwüchsig und damit ein Monster oder eine Witzfigur, je nachdem. Da wundert es nicht, wenn Tyrion selbst Härte und Sarkasmus entwickelt hat. Zugleich bemüht er sich, seine Privilegien dadurch zu nutzen, dass er seinen Geist schult, die Nacht durch liest und überhaupt Witz als Stärke ausbildet. Er muss sich seinen Respekt stets neu verdienen, aber dadurch wird er auch unterschätzt.</p>
<p>Wie er auch sagt, wenn es um Bran geht, der seinen Sturz wohl überlebt, aber niemals mehr laufen wird: er hat gelernt, das Leben zu nutzen, das Beste daraus zu machen. Der schnelle Tod, den seine Geschwister (nicht ganz uneigennützig) propagieren, ist kein Trost für ihn.</p>
<blockquote><p>Cersei was studying him warily. “What do you mean?”<br />
Tyrion gave her a crooked smile. “Why, only that Tommen may get his wish. The maester thinks the boy may yet live.” He took a sip of beer.<br />
Myrcella gave a happy gasp, and Tommen smiled nervously, but it was not the children Tyrion was watching. The glance that passed between Jaime and Cersei lasted no more than a second, but he did not miss it. Then his sister dropped her gaze to the table. “That is no mercy. These northern gods are cruel to let the child linger in such pain.”</p></blockquote>
<p>Hier zum Beispiel ahnt Tyrion zumindest etwas über seine Geschwister.</p>
<blockquote><p>“I hope the boy does wake. I would be most interested to hear what he might have to say.”<br />
His brother’s smile curdled like sour milk. “Tyrion, my sweet brother,” he said darkly, “there are times when you give me cause to wonder whose side you are on.”<br />
Tyrion’s mouth was full of bread and fish. He took a swallow of strong black beer to wash it all down, and grinned up wolfishly at Jaime, “Why, Jaime, my sweet brother,” he said, “you wound me. You know how much I love my family.”</p></blockquote>
<p>Ob er sie wirklich liebt, darf man bezweifeln. Aber er ist ihr treu.</p>
<blockquote><p>The Stark boy is nothing to me,” Joffrey said. “I cannot abide the wailing of women.” Tyrion Lannister reached up and slapped his nephew hard across the face. The boy’s cheek<br />
began to redden. “One word,” Tyrion said, “and I will hit you again.” “I’m going to tell Mother!” Joffrey exclaimed. Tyrion hit him again. Now both cheeks flamed.</p></blockquote>
<p>Ich will es schon mal ansprechen, aber wir müssen noch detaillierter darüber reden. Joffrey ist ein furchtbarer Junge. Trotzdem ist Erziehung nicht damit getan, ihn zu schlagen. Leider wird es bei der Kindererziehung in diesen Büchern bisweilen so klingen, als würden Kinder von ihren Müttern verweichlicht und bräuchten mal einen solchen Denkzettel. Das ist Unfug. Und sexistisch.</p>
<p>Wie gesagt, später mehr. Zunächst einmal steht im Raum, dass Bran aufwachen könnte – und unschöne Dinge über die Lannister-Zwillinge verraten.</p>

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		<series:name><![CDATA[Spiel der Throne]]></series:name>
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		<title>SDT: Was man aus Liebe so tut</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 19:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Bran]]></category>
		<category><![CDATA[Cerseis tragisches Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Königsmörder]]></category>

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		<description><![CDATA[TweetVorab ein Hinweis: in den Kommentaren finden bereits sehr interessante Gespräche statt, es lohnt sich, diese unter Beobachtung zu halten – oder den eigenen Senf dazu zu geben. Triggerwarnung: Inzest (konsensuell) A Game of Thrones war für mich ein Bruch mit Traditionen. Vorher hatte ich den Herrn der Ringe gelesen, Terry Pratchett und eine Menge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton4293" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F%3Fp%3D4293&amp;text=SDT%3A%20Was%20man%20aus%20Liebe%20so%20tut&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fp-pricken.de%2F2012%2F01%2Fsdt-was-man-aus-liebe-so-tut%2F" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://p-pricken.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><p>Vorab ein Hinweis: in den Kommentaren finden bereits sehr interessante Gespräche statt, es lohnt sich, diese unter Beobachtung zu halten – oder den eigenen Senf dazu zu geben.</p>
<p><strong>Triggerwarnung: Inzest (konsensuell)</strong></p>
<p><em>A Game of Thrones</em> war für mich ein Bruch mit Traditionen. Vorher hatte ich den <em>Herrn der Ringe</em> gelesen, Terry Pratchett und eine Menge von Rollenspiel-Fantasy (D&#038;D-Romane). Diese Romane sind <strong>sicher</strong>. Als ich dieses Kapitel las, von Brans Sturz, war das etwas Neues für mich.</p>
<p>Inzwischen kenne ich auch andere Fantasy, und auch solche, die noch wesentlich weniger klassisch ist, aber dennoch wir das Ende dieses Kapitels für mich der Blick über den Horizont darauf, was möglich ist. Kinder als Helden kenne ich, aber dass eines dieser Kinder einfach aus dem Fenster geworfen wird?<br />
<span id="more-4293"></span><br />
Wie erging es euch dabei?</p>
<p>Der Reihe nach.</p>
<blockquote><p>Bran had been left behind with Jon and the girls and Rickon. But Rickon was only a baby and the girls were only girls and Jon and his wolf were nowhere to be found. Bran did not look for him very hard. He thought Jon was angry at him. Jon seemed to be angry at everyone these days. Bran did not know why. He was going with Uncle Ben to the Wall, to join the Night’s Watch. That was almost as good as going south with the king.</p></blockquote>
<p>Lia hat in einem Kommentar gefragt, ob die Kinder wirklich gut vorbereitet wurden. Vielleicht ist ihre Unbedarftheit aber auch einfach dem geschuldet, dass Kinder nun mal Kinder sind. Bran hat bestimmt schon mal gehört, dass das Leben nicht so einfach ist. Aber Heldenlieder und Nans Spukgeschichten sind einfach spannender. Und wenn sein Vater in der Nähe ist, wovor soll man dann Angst haben?</p>
<p>Wie wäre es mit den Lannistern?</p>
<blockquote><p>His mother was terrified that one day Bran would slip off a wall and kill himself. He told her that he wouldn’t, but she never believed him.</p></blockquote>
<p>Ich finde es toll beschrieben, wie Bran die Burg erlebt, wenn er klettert. Wie er eine Übersicht gewinnt, die niemand mit ihm teilt. Wie er Gänge sieht, die kaum jemand kennt. Dass niemand jemals nach oben sieht. Und doch&#8230;</p>
<blockquote><p>“I’m not made of clay. And anyhow, I never fall.”</p></blockquote>
<p>Bran ist ein kleiner Junge, der davon träumt, ein Ritter zu werden und Abenteuer zu erleben. Sie ist nachvollziehbar, diese Wunschvorstellung, zumal sein Vater auch noch einer der Helden des letzten Krieges war und nun den Norden beherrscht. Da will Bran eben in die Fußstapfen treten, aber leider&#8230;</p>
<blockquote><p>“Don’t play the fool. Stannis and Renly are one thing, and Eddard Stark is quite another. Robert will listen to Stark. Damn them both. I should have insisted that he name you, but I was certain Stark would refuse him.”<br />
“We ought to count ourselves fortunate,” the man said. “The king might as easily have named one of his brothers, or even Littlefinger, gods help us. Give me honorable enemies rather than ambitious ones, and I’ll sleep more easily by night.”</p></blockquote>
<p>So wird Bran dann Zeuge. Zeuge eines Komplotts zunächst einmal. Es sieht so aus, dass Jon Arryn ein Geheimnis kannte, und dass die Königin mit ihrem Bruder darin verstrickt ist:</p>
<blockquote><p> “Let Lady Arryn grow as bold as she likes. Whatever she knows, whatever she thinks she knows, she has no proof.” He paused a moment. “Or does she?”<br />
“Do you think the king will require proof?” the woman said. “I tell you, he loves me not.”</p></blockquote>
<p>Bran wird zurecht ängstlich:</p>
<blockquote><p>“Oh, I don’t deny he’s loyal to Robert, that’s obvious. What happens when Robert dies and Joff takes the throne? And the sooner that comes to pass, the safer we’ll all be. My husband grows more restless every day.<br />
Having Stark beside him will only make him worse. He’s still in love with the sister, the insipid little dead sixteen-year-old. How long till he decides to put me aside for some new Lyanna?”</p></blockquote>
<p>Ein waschechtes Komplott also. Zum Glück (?) ahnt Eddard Stark ja, dass es etwas herauszufinden gilt. Aber es bleibt ja nicht bei dem Komplott. Wir erleben auch inzestuösen Sex.</p>
<p>Dieser Sex wird uns noch genauer beschäftigen. Vorerst soll reichen, dass die Spielart der beiden System hat: Jamie drängt, Cersei gibt Unwillen vor und lässt sich zwingen.</p>
<p>Das ist natürlich ein Geheimnis, dass sich zu schützen lohnt. Und während ich noch geschockt war, macht sich Jamie Lannister mit einem Stoß zu einer Hassfigur.</p>
<blockquote><p>The man ignored her. He was very strong. He stood Bran up on the sill. “How old are you, boy?”<br />
“Seven,” Bran said, shaking with relief. His fingers had dug deep gouges in the man’s forearm. He let go sheepishly.<br />
The man looked over at the woman. “The things I do for love,” he said with loathing. He gave Bran a shove.<br />
Screaming, Bran went backward out the window into empty air. There was nothing to grab on to. The courtyard rushed up to meet him.<br />
Somewhere off in the distance, a wolf was howling. Crows circled the broken tower, waiting for corn.</p></blockquote>
<p>Bastard.</p>

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		<title>Alle!</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 08:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[schönheitswahn]]></category>

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		<description><![CDATA[Tweeth/t an die Mädchenmannschaft]]></description>
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