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	<title>Derangierte Einsichten &#187; Patrick</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>Knight and Day</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 11:46:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[action]]></category>
		<category><![CDATA[cameron diaz]]></category>
		<category><![CDATA[filmkritik]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es einen Fehler gibt, auf den man die misslungene Gesamtkonstruktion von <em>Knight and Day</em> zurückführen kann, dann ist es die Entscheidung über die Perspektive dieses Films. Denn James Mangold bzw. Autor Patrick O&#8217;Neill entscheiden sich dafür, diesen Film aus Sicht von Cameron Diaz zu drehen. Diaz ist eine junge Frau, die eher aus Zufall in Kontakt mit Tom Cruise kommt und mit ihm in einem Flugzeug landet, das voller Geheimagenten ist. Cruise ermordet sie alle, Diaz gerät ins Visier von Geheimdiensten und Agenten, und der Rest ist mehr oder weniger Action und die Frage, ob Cruise nun ein Bösewicht ist oder nicht.<br />
<span id="more-2043"></span><br />
<div id="attachment_2044" class="wp-caption alignright" style="width: 145px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/07/knight-day-2010_poster.jpg" alt="" title="knight-day-2010_poster" width="135" height="200" class="size-full wp-image-2044" /><p class="wp-caption-text">Knight and Day (2010)</p></div>Dadurch, dass wir die Ereignisse aus Sicht von Diaz erleben, sehen wir nicht, was Cruise abseits seiner Actiontaten so treibt, was seine Figur noch unwirklicher macht, als sie angesichts seiner Heldentaten ohnehin schon wirkt. Cruise ist ein Agent, der lächelnd in ein Feuergefecht mit einem halben Dutzend Männern geht und bei rasender Fahrt von einem Motorrad auf ein Auto springt. All diese gewichtlosen CGI-Manöver und seine Unzerstörbarkeit führen dazu, dass die Actionszenen keine Gefahr ausstrahlen.</p>
<p>Der Film erkennt das und versucht, kein Actionthriller zu sein, sondern stattdessen eine Art romantischer Komödie mit Explosionen. Anders als der ähnliche Genrebrecher <em>Shaun of the Dead</em> aber vergisst <em>Knight and Day</em>, dass dazu die Charaktere klar gezeichnet sein müssen und die Action eben nur Randnotiz sein sollte. Hier ist es uns aber gänzlich unklar, warum sich Diaz und Cruise verlieben, außer aus Skript-Gründen, und es ist daher auch nicht verfänglich, sondern nur hässlich, wenn Diaz aufwacht und feststellt, dass Cruise sie ausgezogen hat und ihr einen Bikini anzog. Dass auch Morde mitunter als lustig inszeniert werden, ist selbstverständlich.</p>
<p>Aufwachen ist ein gutes Stichwort, denn anstatt sich eine Progression zu überlegen, handelt <em>Knight and Day</em> unterschiedliche Actionorte nacheinander ab und setzt dazwischen immer wieder einen Blackout von Diaz, meistens durch Betäubungsmittel hervorgerufen, die Cruise ihr in den Drink mischt oder ähnliches. Und so kommen wir abrupt von der Lagerhalle auf die Insel, von dort in einen Zug usw.</p>
<p>Am Ende gibt es Betrug und dann bekommt der Schurke anscheinend die unermüdliche Energiequelle, die jedoch drehbuchgerecht sofort danach explodiert, und von <em>Knight and Day</em> bleibt nichts weiter als der Eindruck von Hektik und Bemühung – die Bemühung, ein locker-leichter Actionfilm für die ganze Familie zu sein, mit einer Frau als Identifikationsfigur. Leider bemühen sich alle hier etwas zu sehr, um wirklich abschalten zu können, und für aufmerksame Zuschauer sind der unklare Plot und der vergebliche Wunsch, Diaz möge weder nutzlos sein noch mit zwei Sekunden Training zur Superagentin werden, leider zu große Hemmnisse.</p>
<p><em>Knight and Day</em> ist ein Lehrbuchbeispiel für einen mittelmäßigen Film, dem man allenfalls zu Gute halten sollte, dass man nicht den Eindruck hat, das sei das Ziel gewesen. Der Versuch von großer Unterhaltung scheitert, aber wenigstens wurde er gemacht, und darum sind die unspannenden Actionszenen, die weit hergeholte Romanze, die eindimensionalen Figuren und der löchrige Plot erträglich. Auch eine Art Lob.</p>
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		<title>Wissenschaft: kinderleicht!</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 16:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[humor]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.tiffanyard.com/prints.htm"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/07/scientificmethod.jpg" alt="by Tiffany Ard" title="EveryBabyKnowsTheScientificMethod" width="453" height="700" class="alignnone size-full wp-image-2038" /></a></p>
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		<title>ZS: Sitcom (S. 311-315)</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 08:27:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[falscher feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[lachkonserve]]></category>
		<category><![CDATA[pseudo-humor]]></category>
		<category><![CDATA[väter]]></category>

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		<description><![CDATA[Bella ist vollends damit beschäftigt, menschliche Gefühle vorzutäuschen, als der lustige Teil dieser Szene beginnt. Stephenie Meyer schreibt die nächsten Seiten, als wären sie sehr komisch – man hört gerade zu verspielte Geigen im Hintergrund – aber sie sind es nicht.
Nun beginnt also die Sitcom – ich würde es eher eine Farce nennen, aber ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bella ist vollends damit beschäftigt, menschliche Gefühle vorzutäuschen, als der lustige Teil dieser Szene beginnt. Stephenie Meyer schreibt die nächsten Seiten, als wären sie sehr komisch – man hört gerade zu verspielte Geigen im Hintergrund – aber sie sind es nicht.</p>
<p>Nun beginnt also die Sitcom – ich würde es eher eine Farce nennen, aber ohne das bei alten Sitcoms eingespielte Lachen wüssten wir als Leser leider nicht, wo es lustig sein soll, daher passt das TV-Format wohl besser.<br />
<span id="more-2022"></span><br />
Charlie ist gerade heimgekommen, und Bella versucht, so zu tun, als freue sie sich über die Fischpanade. Charlie reagiert so:</p>
<blockquote><p>Charlies Augen leuchteten. »Das ist meine Lieblingspanade.«</p></blockquote>
<p><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/07/panade.jpg" alt="" title="panade" width="149" height="150" class="alignleft size-full wp-image-2021" />Anbei ein Bild von Charlie, als er diese Nachricht hört. Ha Ha. Schnell macht Bella das Essen, und dann sitzen die beiden still am Tisch. Schließlich bekommt Bella Gelegenheit, von Edward zu erzählen. Charlie fragt nach ihrem Tag, und sie sagt, sie sei morgens bei den Cullens gewesen.</p>
<blockquote><p>Charlie ließ seine Gabel fallen.<br />
»Dr. Cullens Haus?«, fragte er erstaunt.</p></blockquote>
<p>Er lässt seine Gabel fallen. Ha Ha.</p>
<blockquote><p>»Na ja, ich habe heute abend so was wie ein Date mit Edward Cullen, und er wollte mich seinen Eltern vorstellen&#8230; Dad?«</p>
<p>Es sah aus, als habe Charlie ein Aneurysma.</p></blockquote>
<p>Okay. Ich habe extra recherchiert, ein Aneurysma ist erst einmal nur eine Gefäßblutung, und ich habe keine Ahnung, wie es aussieht, wenn jemand eine solche »hat«. Ist Charlie bleich? Ist er rot angelaufen? Zittert er? Gleichzeitig kann ein Aneurysma natürlich platzen und dann sehr gefährlich werden, vielleicht sogar lebensgefährlich – was wiederum nicht besonders tauglich für eine lustige Szene ist. Und eine lustige Szene soll das ganz gewiss sein, denn so geht es weiter:</p>
<blockquote><p>»Du gehst mit Edward Cullen aus?«, donnerte er.<br />
Oh-oh. »Ich dachte, du magst die Cullens.«<br />
»Er ist zu alt für dich«, zürnte er.<br />
»Wir sind in der selben Klasse«, stellte ich richtig, aber er hatte mehr Recht, als er sich erträumte.<br />
»Halt&#8230;« Er machte eine Pause. »Welcher ist Edwin?«</p></blockquote>
<p>Ha ha. Er meint den falschen Cullen, dabei sind alle Cullens körperlich höchstens Mitte 20 und für eine Siebzehnjährige in Reichweite. Charlie wird nun zum letzten Volltrottel gemacht. Hat er schon Bellas Mutter gehen lassen, wird nun gezeigt, wie ineffektiv dieser Mann ist, der ja eigentlich der Sippe vorstehen sollte. Wo ein Vater ein Auge auf die Freunde seiner Tochter haben sollte, kann er nur kurz donnern und sagt dann Edwards Namen falsch als Edwin. Bella korrigiert ihn:</p>
<blockquote><p>»<em>Edward</em> ist der jüngste, der mit dem rotbraunen Haar.« Der Schöne, der Göttgleiche&#8230;<br />
»Oh, nun, das« – er kämpfte mit sich – »ist besser, schätze ich. Ich mag das Aussehen von dem Großen nicht. Ich bin sicher, er ist ein netter Junge und so, aber er sieht zu&#8230; erwachsen für dich aus. Bist du mit diesem Edwin zusammen?«</p></blockquote>
<p>In diesen kurzen misslungen komischen Momenten versteckt sich ein Kern feministischer Hausfrauenliteratur, in der die Damen sich gegenseitig kichernd versichern, dass ihre Männer eigentlich doch auf sie angewiesen sind. Die Ehefrauen mögen zu Hause bleiben, einkaufen, und kochen müssen, aber wenn es um Familienthemen geht, können sich die Männer nicht einmal den Namen der Freunde merken. Ha ha. Diese Art von Feminismus macht Frauen nicht stark und greift bestehende Strukturen an, sondern sichert diese Strukturen ab und tut so, als hätte das alles seine Ordnung, und anstatt die Frauen mit Macht zu versehen, nimmt man Männern diese Macht und versucht so, die Kluft zu verringern. Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann.</p>
<p>Wegen der Verabredung erlaubt Charlie Bella, heute mal nicht den Abwasch zu machen, und dann fährt Edward schon vor.</p>
<blockquote><p>Ich hatte nicht mitbekommen, wie stark es draußen regnete.</p></blockquote>
<p>Kurzer Stopp: Ich kriege das in meinem kleinen Zimmer mit, wenn Regen ans Fenster klopft – bei starkem Regen sollte man das in einem Haus definitiv hören.</p>
<blockquote><p>Edward stand im Kreis des Verandalichtes und sah aus wie ein männliches Model in einer Werbung für Regenmäntel.</p></blockquote>
<p>Ich nehme an, er trägt einen Regenmantel (beschrieben wird das nicht), und freue mich, dass Stephenie Meyer klarstellt, dass Edward nicht wie ein <em>weibliches</em> Model aussieht.</p>
<p>Es folgt das Gespräch zwischen Vater und möglichem Schwiegersohn.</p>
<blockquote><p>Edward setzte sich fließend in den einzigen Stuhl und zwang mich, mich neben Chief Swan auf das Sofa zu setzen. Ich warf ihm schnell einen wütenden Blick zu. Er zwinkerte hinter Charlies Rücken zurück.</p></blockquote>
<p>Drei Fragen: Warum ist es so schlimm für Bella, neben ihrem Vater zu sitzen? Welche Person nennt ihren Vater in Gedanken »Chief Swan«? Und wenn wir mal annehmen, dass der Stuhl nicht im Rücken des Sofas steht, wie kann Edward im Rücken von Charlie zwinkern? Argh!</p>
<p>Charlie und Edward verstehen sich aber blendend, denn sie haben ein gemeinsames Thema: erst über Bella lustig machen, dann Bella bevormunden, als wäre sie weder anwesend – insgesamt also, Bella unwohl sein zu lassen.</p>
<blockquote><p>»Ich höre du bringst mein Mädchen dazu, beim Baseball zuzusehen.« (&#8230;)<br />
»Ja, Sir, so ist der Plan.« (&#8230;)<br />
»Na ja, du musst es ja wissen.«<br />
Charlie lachte, und Edward fiel ein.<br />
»Okay.« Ich stand auf. »Genug Witze über mich. Lass uns losfahren.«<br />
(&#8230;)<br />
»Keine Sorge, Charlie, ich sorge dafür, dass sie früh nach Hause kommt«, versprach Edward.<br />
»Du kümmerst dich um mein Mädchen, okay?«<br />
Ich stöhnte, aber sie ignorierten mich.<br />
»Bei mir ist sie sicher, das verspreche ich, Sir.«<br />
(&#8230;)<br />
Ich stapfte raus. Sie lachten beide und Edward folgte mir.</p></blockquote>
<p>Übrigens verstehe ich vielleicht, dass Bella mit ihrer legendären Tollpatschigkeit, die sie seit über hundert Seiten nicht mehr gezeigt hat, nicht erste Wahl beim Baseball<em>spielen</em> ist, aber ich verstehe nicht, wieso Charlie es so komisch findet, dass sie zusehen will.</p>
<p>Edward ist mit Emmett&#8217;s Jeep gekommen, und wie jeder Mann ist Charlie Autoliebhaber und natürlich ganz begeistert von diesem schmucken Wagen, er stößt sogar ein Pfeifen aus. Bella hingegen ist etwas überfordert von der Größe des Fahrzeugs, und nun wird klar, dass das obige Gespräch einen Wandel bewirkte: nicht mehr Charlie, sondern Bella ist nun Gegenstand der schwachen Witze.</p>
<blockquote><p>Edward folgte mir auf meine Seite und öffnete die Tür. Ich schätzte die Distanz und bereitete mich darauf vor, einen Sprung zu riskieren. Er seufzte und hob mich mit einer Hand in den Wagen.</p></blockquote>
<p>Ha ha. Kleines Mädchen, großes Auto.</p>
<blockquote><p>Während er in normaler, menschlicher Geschwindigkeit auf die Fahrerseite ging, versuchte ich, mich anzuschnallen. Aber da waren zu viele Schnallen.</p></blockquote>
<p>Ha ha. Frauen und Sportsitze.</p>
<blockquote><p>Ich versuchte, die richtigen Plätze für all die Schnallen zu finden, aber es ging nicht sehr schnell. Er seufzte wieder und griff rüber, um mir zu helfen.</p></blockquote>
<p>Ha ha, diese Bella.</p>
<blockquote><p>»Das ist ein&#8230; ähm&#8230; <em>großer</em> Jeep, den du hast.«<br />
»Er gehört Emmett. Ich dachte nicht, dass du den ganzen Weg laufen wolltest.«<br />
(&#8230;)<br />
»Schnallst du dich nicht an?«<br />
Er warf mir einen ungläubigen Blick zu.</p></blockquote>
<p>Ha ha. Mädchen kennt Vampire immer noch nicht.</p>
<blockquote><p>Dann machte es Klick.<br />
»Den <em>ganzen</em> Weg laufen? Wie in: wir werden immer noch einen Teil des Weges laufen?« Meine Stimme rutschte ein paar Oktaven höher.</p></blockquote>
<p>Ha ha.</p>
<blockquote><p>Er grinste dünn. [Wie? Wie grinst man dünn? Grinsen = Zähne zeigen! PP] »Du wirst nicht laufen.«<br />
»<em>Mir</em> wird schlecht werden.«<br />
»Schließ die Augen und alles wird gut.«<br />
Ich biss mir auf die Lippen und kämpfte gegen die Panik an.</p></blockquote>
<p>Eins muss man Stephenie Meyer lassen. Nachdem sie Bella so unsympathisch gemacht hat, gelingt es ihr gleich darauf, wieder Mitgefühl zu erzeugen, weil Edward sich so benimmt. Das ist auch eine Leistung, zwei Hauptfiguren mit gegenseitig hochschaukelnder Unsympathie zu schaffen. Wenn das noch gewollt wäre&#8230;</p>
<p><em>Dieses Buch könnte so viel besser sein, wenn&#8230;</em> Bellas Vater eine Gehirnblutung hätte und Edward ihm als Not-Operation den Schädel aufmeißelt und sein Blut trinkt, um ihm das Leben zu retten.</p>
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		<series:name><![CDATA[Zwielicht am Sonnabend]]></series:name>
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		<title>Sony, enttäuschend</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 11:17:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[defekt]]></category>
		<category><![CDATA[ebook]]></category>
		<category><![CDATA[prs 600]]></category>
		<category><![CDATA[sony]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe seit kurzem einen E-Book-Reader von Sony (PRS 600). Eigentlich bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden. Drei Wochen nach dem Kauf aber passierte etwas. Ich steckte mir das Gerät in die Tasche, um etwa zehn Meter zu gehen, und als ich es herausholte, war das Display gebrochen. Ich bin mir keines Stoßes bewusst.
Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe seit kurzem einen E-Book-Reader von Sony (PRS 600). Eigentlich bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden. Drei Wochen nach dem Kauf aber passierte etwas. Ich steckte mir das Gerät in die Tasche, um etwa zehn Meter zu gehen, und als ich es herausholte, war das Display gebrochen. Ich bin mir keines Stoßes bewusst.</p>
<p>Die Reparatur nun war leider kein Garantiefall, sondern »mechanische Beschädigung« und sollte 190 Euro kosten, also fast noch einmal den Neupreis des Geräts. Ich schrieb daraufhin erst die Reparaturfirma, dann Sony an, ob man nicht in Anbetracht der Neue des Readers Kulanz oder Preisnachlass gewähren könnte.</p>
<p>Leider hat Sony mir dieses nicht einräumen können. Ich finde das sehr schade – dadurch, dass ich keinen Stoß bemerkt habe, erscheint mir der PRS 600 sehr zerbrechlich zu sein, und die Reparatur nach nur drei Wochen zu diesem Preis ist fast prohibitiv teuer. Dass Sony hier seinen Kunden nicht entgegenkommt, enttäuscht mich sehr.</p>
<p>Als Service hätte Sony ja: die Kosten übernehmen können; die Kosten reduzieren können; zur Wiedergutmachung einen Gutschein für Ebooks anbieten können – oder auch andere Zugeständnisse machen können. Dass nichts von alldem passierte ist für mich nicht unbedingt ein Zeichen von Kundenfreundlichkeit.</p>
<p>Enttäuschend.</p>
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		<title>Repo Men</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 12:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<category><![CDATA[alice braga]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Zukunft von Repo Men ist die nach einem langen Krieg, der nicht näher erklärt wird. Es ist eine Zukunft, in der man alle Organe künstlich ersetzen kann – und diese »Artifors« (artificial organs) sogar mit Ratenzahlung finanzieren. Wenn du allerdings mehr als drei Monate mit der Zahlung in Rückstand bist, dann kommen Jude Law [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zukunft von <em>Repo Men</em> ist die nach einem langen Krieg, der nicht näher erklärt wird. Es ist eine Zukunft, in der man alle Organe künstlich ersetzen kann – und diese »Artifors« (<em>artif</em>icial <em>or</em>gans) sogar mit Ratenzahlung finanzieren. Wenn du allerdings mehr als drei Monate mit der Zahlung in Rückstand bist, dann kommen Jude Law und Forrest Whitaker, betäuben dich und schneiden dir dein Organ raus – während du betäubt bist, fragen sie allerdings manchmal noch, ob du nicht einen Krankenwagen dabei haben möchtest.</p>
<p>Natürlich geht das nur so lange gut, bis Jude Law selbst ein künstliches Herz (Metaphern-Alarm) bekommt.<br />
<span id="more-2026"></span><br />
<div id="attachment_2030" class="wp-caption alignright" style="width: 159px"><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/07/Repo-Men.jpg" alt="" title="Repo Men" width="149" height="200" class="size-full wp-image-2030" /><p class="wp-caption-text">Repo Men (2010)</p></div>Law kann nun nicht mehr anderen die Organe rausschneiden, und nachdem seine Frau ihn verlässt, flieht er mit Alice Braga, einer Künstlerin, an der alles außer ihrem Herz und ihren Lippen künstlich ist. Und spätestens da wird klar, dass <em>Repo Men</em> sein Potential nicht erfüllen wird.</p>
<p>Verschenktes Potential in der Form von Carice van Houten, Laws Ehefrau, die zu Beginn möchte, dass ihr Mann lieber in den Verkauf wechselt und dann mehr und mehr zur eindimensionalen Schreckschraube wird. Law geht lieber mit seinem Kumpel Whitaker einen trinken, aber als dann bei seiner Heimkehr van Houten keine Lust auf Sex hat, ist das nicht verständlich, sondern ein Charakterfehler. Als dann Whitaker in Laws Vorgarten eine Niere entfernt, stellt sie Law ein Ultimatum, und als Law bei seinem üblichen »letzten Job« verletzt wird, verlässt sie ihn geradezu während der Herz-OP. Law darf dann seinen Sohn kaum noch sehen, und kurz vor Schluss&#8230; siehe unten.</p>
<p>Verschenktes Potential in der Form von Gesellschaftskritik I. Wie kommt es dazu, dass die mindestens unter vorgehaltener Hand bekannten Methoden der Repo Men anscheinend niemanden stören? Wie sieht die Gesellschaft aus, die so ein Geschäftsmodell akzeptiert? <em>Repo Men</em> macht aus der Organfirma keinen eindimensionalen Bösewicht, aber auch nichts anderes. Die gesamte Organgeschichte ist nur ein Macguffin ohne eigene Aussage. Und zum Schluss&#8230; siehe unten.</p>
<p>Verschenktes Potential in der Form von Gesellschaftskritik II. Law wechselt die Seiten <em>ausschließlich</em>, weil er nach der OP unfähig ist, anderen die Organe herauszuschneiden. Der Film geht allenfalls andeutungsweise darauf ein, wieso jemand vielleicht seine Raten nicht bezahlen kann – weder über persönliche Schicksale noch über ungerechte Ratenverträge, was nach der Finanzkrise doppelt nachlässig ist. Wir erleben auch nicht die persönlichen Kosten der Leute, die vor den Repo Men fliehen und im Untergrund leben (und ihre Familie verlieren, nur als Beispiel). Law geht nicht gegen das System vor, weil er es als falsch erkennt, sondern weil er jetzt selbst betroffen ist.</p>
<p>Verschenktes Potential&#8230; nein, Ärger sogar zum Schluss. SPOILER!! Der dritte Akt des Films besteht darin, dass Law, von Whitaker überwältigt und an ein neuronales Netzwerk angeschlossen, ein künstliches Happy End erlebt (was ganz am Ende aufgeklärt wird und zu Beginn mehr als angedeutet). Wie sieht das aus? Er trifft seinen Sohn, seine Frau meckert und wird vom Junior in einer U-Bahn mit einer Betäubungspistole angeschossen (!) und er flieht mit Braga in die Tropen – Braga will nämlich Sex mit Law, mehr wissen wir nicht wirklich über sie.</p>
<p>Vorher aber brechen die beiden in das Hauptquartier der Organfirma ein, um die Datenbank zu zerstören und alle frei zu setzen. Dabei erleben wir eine schlechte Kopie der großartigen Gangszene aus <em>Oldboy</em> und dann, weil die Datenbank kein Eingabegerät hat, sondern nur Scanner (obwohl wir schon gesehen haben, dass manchmal die Seriennummer unlesbar ist), muss Law seine und Bragas Organe einscannen: er schneidet sich und sie auf und schiebt den Scanner in den Körper. Der Anblick, als Braga ihren ganzen Unterarm in seine Brust schiebt und das Herz scannt, ist urkomisch. Dann sprengen sie die Datenbank doch noch in die Luft. Langweilig.</p>
<p>Leider hat <em>Repo Men</em> weder die Ironie, um Laws Träume durch einen Pop-Filter zu ziehen – zum Beispiel in einer bewusst minderwertigen Kopie von <em>Oldboy</em> –, noch die Tiefe, um diese Wunschwelt, in der die nüchterne Familienmutter beschossen wird und Law seine Gespielin am ganzen Körper aufschlitzt und dies wie einen Sexakt inszeniert, auf Laws oder allgemein menschliche Psychologie zu beziehen.</p>
<p>Am Ende bleibt ein Film, der lieber erst keine Ansprüche hätte wecken sollen, weil er keine erfüllt – außer ein paar netten Actionszenen, recht blutigen Operationen und drei gut aufgelegten Darstellern in Whitaker, Law und dem bösen Organchef Liev Schreiber. Dafür ist Alice Braga furchtbar und das Ende ein großer Stinkefinger.</p>
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		<title>Bella und Edward, sitting in a tree&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 17:49:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
ähm&#8230; tja&#8230;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://p-pricken.de/uploads/2010/07/belledward.gif" alt="" title="belledward" width="390" height="389" class="aligncenter size-full wp-image-2028" /></p>
<p>ähm&#8230; tja&#8230;</p>
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		<title>ZS: Dexter in Forks (S. 309-311)</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 02:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<category><![CDATA[soziopathie]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem wir die nicht sehr spannende Intervention hinter uns gebracht haben – danke noch mal an Lia, die zurecht schreibt, dass aus Sicht von Billy Black Bella ja nicht in Lebensgefahr schwebt und daher auch der Konflikt nicht besonders spannend sein konnte. Es fragt sich natürlich, warum Billy dann seinen Kumpel Chief Swan warnen wollte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem wir die nicht sehr spannende Intervention hinter uns gebracht haben – danke noch mal an <a href="http://p-pricken.de/2010/07/zs-intervention-s-304%E2%80%93309/comment-page-1/#comment-553" target=_blank>Lia</a>, die zurecht schreibt, dass aus Sicht von Billy Black Bella ja nicht in Lebensgefahr schwebt und daher auch der Konflikt nicht besonders spannend sein konnte. Es fragt sich natürlich, warum Billy dann seinen Kumpel Chief Swan warnen wollte und warum Stephenie Meyer diesen Moment in ihr Buch aufnahm.</p>
<p>Nun, wenden wir uns dem heutigen Thema zu: Bella.<br />
<span id="more-2020"></span><br />
Bella probiert mehrere Tops aus, um das richtige für abends zu finden. Dabei merkt sie, dass sie nicht mehr unter Jaspers beruhigendem Einfluss steht und auch nicht mehr in Edwards Nähe ist, also holt sie nach, dass sie vorher keine Angst hatte. Ja, so steht das da: »I began to make up for not being terrified before.« Wieder so ein Satz, bei dem man sich wünscht, dass er ausgeführt würde, stattdessen kehren wir sofort wieder zu der Not zurück, ein Outfit zu finden.</p>
<p>Dann klingelt das Telefon und wie es sich gehört, rennt Bella runter in der Hoffnung, es sei Edward – der sie bislang noch nie angerufen hat und ohnehin wie selbstverständlich in ihr Haus spaziert. Es ist aber&#8230; Jessica. Wer? Ach so, diese Schulfreundin, erinnern sich die Leser nach ein paar Augenblicken, und so ähnlich fühlt sich auch Bella, die hier wieder einmal beweist, was für ein Mensch sie ist. Jessica braucht nur eine kurze Aufforderung, nämlich Bellas Frage nach dem Schulball, um sofort vom Schulball zu erzählen. Bella macht zuhörende Geräusche, hört aber nicht einmal für ein paar Minuten hin:</p>
<blockquote><p>Jessica, Mike, der Ball, die Schule – all das schien gerade seltsam unwichtig.</p></blockquote>
<p>Entsprechend hört sie auch nicht, als Jessica erzählt, Mike habe sie geküsst. Jessica muss das wiederholen, und Bella reagiert:</p>
<blockquote><p>»Das ist toll, Jess«, sagte ich.</p></blockquote>
<p>Da Bella gerade nicht zuhörte und nun kein Ausrufezeichen steht, kann man sich vorstellen, wie lahm diese Teilnahme am Gespräch ist.</p>
<blockquote><p>»Und was hast <em>du</em> gestern getrieben?«, forderte Jessica mich heraus, wobei sie immer noch von meiner fehlenden Aufmerksamkeit genervt klang. Oder vielleicht war sie sauer, weil ich nicht nach Einzelheiten gefragt hatte.</p></blockquote>
<p>In <em>Conversations with Dead People</em>, einer Folge aus der letzten <em>Buffy</em>-Staffel, diagnostiziert ein Vampir die Vampirjägerin mit einem Minderwertigkeitskomplex über ihren Überlegenheitskomplex (sie fühlt sich minderwertig, weil sie sich überlegen fühlt). Bella ähnelt Buffy: sie verknüpft ihren Minderwertigkeitskomplex mit Narzissmus. Für Bella ist nur interessant, was ihr selbst passiert, was sie betrifft, und gleichzeitig kann sie sich nicht vorstellen, dass andere das auch interessiert. Darum hört sie Jessica nicht zu und schiebt ihre auf den ersten Blick harmlose Nachfrage auf genervte Gefühle der angeblichen Freundin, und natürlich erzählt sie nichts von Edward.</p>
<p>Aber die Wahrheit liegt vielleicht noch anders: Bella ist eine Soziopathin. Das würde vieles erklären: ihr angestrengtes Bemühen, soziale Kontakte zu pflegen und sich auf die Erzählung ihrer besten Freundin zu konzentrieren; die fehlende Furcht vor vampirischen Monstern und die Problemlosigkeit, mit der sie deren Morde akzeptiert; die Manipulation ihrer Freunde, um sie zu verkuppeln, und Jacobs, um Informationen über Edward zu bekommen. Bella ist eine Person, die keine Moral, keine Bindung kennt und sich schwer tut, menschliche Regungen nachzuempfinden&#8230; </p>
<p>Zum Glück kommt in diesem Moment Charlie, also ihr Vater nach Hause, und als Jessica seine Stimme hört, glaubt sie, er sei der Grund für Bellas kurze und abgelenkte Antworten. Jessica verabschiedet sich mit dem Versprechen, in der Schule alles genau zu erzählen – denn im Jahre 2005, als <em>Twilight</em> geschrieben wurde, ist es gänzlich undenkbar, dass Bella ein tragbares Telefon hat, ein Telefon auf ihrem Zimmer (zumal Ortsgespräche in den USA i.d.R. kostenlos sind) oder ein Handy. Hier verrät Steph uns vielleicht etwas über mormonische Familien, in denen die Kinder natürlich keine ungestörten Telefonate führen können, sondern stets vom Familienvater abgehört werden.</p>
<p>Bella erzählt ihm gleich, dass Billy Black ein wenig Fischpanade vorbeibrachte, und bemüht sich, enthusiastisch zu klingen, soziopathisch eben.</p>
<p>Ganz ehrlich, diese Idee ergibt Sinn. Als Soziopathin kennt Bella die Schwierigkeiten, einen Mord ungestraft zu begehen – wahrscheinlich halten nur diese Schwierigkeiten sie von der Tat ab –, und ihre Minderwertigkeitsgefühle sorgen dafür, dass sie einen Tod durch Edward als verdient betrachtet. Also sorgt sie dafür, dass er bei ihrem ersten Date ein Alibi hat. </p>
<p>Als Soziopathin ist sie sich dessen bewusst, dass nur die Regeln und Kontrollen der Gesellschaft sie zwingen, sich konform zu verhalten. Ergo spielt sie die gute mormonische Hausfrau, damit nicht auffällt, dass sie Charlies Essen mit Zyankali würzt und ihn langsam vergiftet. Und darum akzeptiert sie auch, von Edward derart kontrolliert zu werden – sie selbst hat keine Vorstellung, was richtiges Verhalten ist, und ist sogar dankbar, dass Edward ihr die Schwierigkeit, dieses Verhalten an den Tag zu legen, abnimmt. </p>
<p>Bella verkuppelt Jessica und Mike, weil sie weiß, dass Mike Jessica nicht liebt, und Bella fände es als Soziopathin urkomisch, wenn Mike Jessica schwängern würde und die beiden eine unglückliche Ehe eingehen müssten.</p>
<p>Und plötzlich&#8230; lesen wir noch einmal das Gespräch mit Billy Black und stellen uns vor, Bella wollte Billy drohen:</p>
<blockquote><p>»Ich habe bemerkt, dass du Zeit mit einem der Cullens verbringst.«<br />
»Ja«, wiederholte ich knapp.<br />
Seine Augen wurden schmal. »Vielleicht ist das nicht meine Sache, aber ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist.«<br />
»Du hast recht«, stimmte ich zu. »Das <em>ist</em> nicht deine Sache.«</p></blockquote>
<p>Eine Hand Bellas liegt bereits auf ihrem Lieblingsmesser.</p>
<blockquote><p>»Du scheinst&#8230; gut informiert über die Cullens. Besser informiert, als ich erwartet habe.«<br />
Ich starrte ihm in die Augen. »Vielleicht sogar besser informiert als du.«</p></blockquote>
<p>Hier stellt Bella sich vor, wie ein Rudel Vampire Billy zerreißen und seinen Rollstohl blutig färben.</p>
<blockquote><p>»Es ist nicht meine Sache«, sagte er. »Aber vielleicht Charlies.«<br />
»Aber es wäre wieder meine Sache, ob ich glaube, dass es Charlies Sache ist, oder?«</p></blockquote>
<p>In diesem Moment sieht Billy, wie Bella mit weißen Knöcheln das Messer umfasst und kurz davor ist, zuzustoßen. Ihr ganzer Arm zittert vor Anstrengung, Billy nicht hier, in der Küche abzustechen, mit Jacob vor der Tür und Charlie, dem verdammten Polizeichef, kurz vor der Rückkehr. Oder vielleicht kann Bella erst Billy töten, dann Jacob, und dann ihren Vater, und es dann wie einen Unfall aussehen lassen? Sie würde so gerne&#8230; und Billys Werwolfsinne bemerken ihre Blutlust.</p>
<blockquote><p>»Ja«, gab er endlich nach. »Ich schätze, das ist auch deine Sache.«<br />
Ich seufzte vor Erleichterung. »Danke, Billy.«</p></blockquote>
<p>In der großartigen Reihe des <a href="http://slacktivist.typepad.com/" target=_blank>Slacktivisten</a>, in dem er die <em>Left Behind</em>-Bücher bespricht – ein klares Vorbild für diese meine Reihe – gibt es »Meta-Figuren«, wenn die schlecht geschriebenen Charaktere für kurze Momente aus ihrem Gefängnis ausbrechen und sich wie Menschen verhalten. In <em>Twilight</em> gibt es das anscheinend auch, nur ist Meta-Bella eine Soziopathin.</p>
<p><em>Dieses Buch könnte so viel besser sein, wenn&#8230;</em> Bella Billy angreifen und ausweiden würde.</p>
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		<series:name><![CDATA[Zwielicht am Sonnabend]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Terrorismuskampf treibt Blüten&#8230;</title>
		<link>http://p-pricken.de/2010/07/terrorismuskampf-treibt-bluten/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 13:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[terrorverdacht]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;mal wieder und immer abstruser.
Das FBI hat eine großartige Lösung für das Problem gefunden, dass man eigentlich nur dann Panik vor Terroranschlägen schüren kann, wenn man zumindest mögliche Terroristen hat, und die nicht so vielzählig rumlaufen, wie man gerne hätte.
Angeblich ist es eine neue und beliebte Taktik von Terroristen, harmlose Taschen liegen zu lassen, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;mal wieder und immer abstruser.</p>
<p>Das <a href="http://www.boingboing.net/2010/06/07/terrorists-figure-ou.html" target=_blank>FBI</a> hat eine großartige Lösung für das Problem gefunden, dass man eigentlich nur dann Panik vor Terroranschlägen schüren kann, wenn man zumindest mögliche Terroristen hat, und die nicht so vielzählig rumlaufen, wie man gerne hätte.</p>
<p>Angeblich ist es eine neue und beliebte Taktik von Terroristen, <em>harmlose Taschen</em> liegen zu lassen, um damit Panik zu erzeugen und die Behörden in Beschlag zu nehmen. Das bedeutet, dass jeder, der eine Tasche irgendwo hinstellt oder liegen lässt – selbst, wenn diese Tasche einen harmlosen Inhalt hat – ein Terrorist sein könnte. Also jeder mit einer Tasche.</p>
<p>Eigentlich ist es sogar verdächtig, wenn die Tasche einen harmlosen Inhalt hat, weil nur ein Terrorist auf die Idee käme, derart einer Durchsuchung vorzusorgen.</p>
<p>Oder?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Warum Printmedien ruhig sterben dürfen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 16:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[medienschelte]]></category>
		<category><![CDATA[neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[potpourri]]></category>

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		<description><![CDATA[Stefan Niggemeier beschreibt sehr schön die Beiträge einer Jubelschrift für Printverlage, in denen Enthusiasmus und Grabreden sich die Hand geben. Ich persönlich weine dem augenblicklichen Printjournalismus nur wenig Tränen nach; das Beste, was ich darüber sagen kann, ist, dass Fernsehjournalisten oft noch schlechter sind. Oder, im Falle von Sportjournalisten, viel, viel schlechter (aktuelle Frage aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ich-hab-noch-sand-in-den-schuhen-aus-daten/" target=_blank>Stefan Niggemeier</a> beschreibt sehr schön die Beiträge einer Jubelschrift für Printverlage, in denen Enthusiasmus und Grabreden sich die Hand geben. Ich persönlich weine dem augenblicklichen Printjournalismus nur wenig Tränen nach; das Beste, was ich darüber sagen kann, ist, dass Fernsehjournalisten oft noch schlechter sind. Oder, im Falle von Sportjournalisten, viel, viel schlechter (aktuelle Frage aus der Pressekonferenz der Nationalmannschaft: »Was ist ihre Lieblingsfarbe?«).</p>
<p>Und davon sind nicht mal <a href="http://scienceblogs.com/dispatches/2010/07/the_cowardice_of_the_new_york.php" target=_blank>ehrwürdige Qualitätsmedien</a> ausgenommen.<br />
<span id="more-2006"></span><br />
Eine Untersuchung aus Harvard stellte fest, dass die Medienberichte zum Waterboarding ab 2004 eine Veränderung durchmachten. War diese Foltermethode vorher einhellig auch Folter genannt worden, so veränderte sich die Nomenklatur zu <em>erweiterte Verhörmethoden</em> (enhanced interrogation). Einer, der das oft angemerkt hat, ist <a href="http://barryeisler.blogspot.com/2010/06/torture-talisman-torture-taboo.html" target=_blank>Barry Eisler</a>, nur um einen lesenswerten Blog hier zu verlinken.</p>
<p>Das an sich zeigt erst Mal nur, dass die ach so wichtige vierte Gewalt gerne vor der Obrigkeit kuscht, auch weil es einzelnen Reportern darum geht, <a href="http://scienceblogs.com/dispatches/2010/06/jon_stewart_on_mcchrystal_and.php" target=_blank>Zugang</a> zu den Mächtigen zu erhalten – und um diesen Zugang nicht zu gefährden, darf man ihn eben nicht für kritische Fragen nutzen. Aber hinter der Erklärung der Times verbirgt sich ein weiteres Merkmal der Todgeweihten:</p>
<blockquote><p>Als die Debatte über die Verhöre von Terrorverdächtigen nach dem 11. September ihren Lauf nahm, bestanden Verteidiger der Handlungen darauf (&#8230;), dass es sich dabei nicht um Folter handelte. (&#8230;) Wenn die Benutzung eines Wortes beinhaltet, dass man sich einer Seite im politischen Disput anschließt, ist unsere übloche Praxis, dem Leser die Information zu geben, um selbst zu entscheiden.</p></blockquote>
<p>DAS. Diese vorgetäuschte Neutralität ist ein weiterer Punkt, weshalb ich diese Medien nicht vermissen werde. Denn absolute Neutralität ist nicht nur ein Hirngespinst, sondern in dem Versuch dieser Reinwaschung sogar eben gerade <em>nicht</em> neutral.</p>
<p>Es spielt den Befürwortern von Waterboarding in die Hände, wenn die Times es nicht Folter nennt. Es spielt den Klimaleugnern in die Hände, wenn man nicht vom anthropogenen Klimawandel spricht. Ebenso, wenn man die Theorien von Evolution und Intelligent Design nebeneinander stellt, oder wenn man Pseudomedizin als alternative Medizin und wissenschaftsgestützte Medizin als Schulmedizin bezeichnet. So zu tun, als würde man damit gerade <em>keine</em> Position beziehen, ist feige – ebenso feige, wie die Worte anzupassen.</p>
<p>Und natürlich freuen sich die Kommunikationsstrategen, die dann aus einer Ölkatastrophe ein <a href="http://barryeisler.blogspot.com/2010/07/its-just-leak.html" target=_blank>Leck</a> machen und sich freuen, dass die Medien hier nur von beiden Seiten neutral berichten – auf der einen Seite stehen dann vielleicht die wissenschaftlich gesicherten, aber nicht bunt verpackten Erkenntnisse, auf der anderen Seite teuer bezahlte Lobbyisten, aber die Leserschaft soll sich ihre eigene Meinung bilden. Dass BP (als Beispiel) Millionen ausgibt, um ihre Sprachregelungen durchzusetzen, wird dann keineswegs von den Medien korrigiert – sie drucken einfach die Presseerklärungen und lassen die Leserschaft damit allein, einen Kontext zu finden.</p>
<p>Da lese ich lieber Blogs, deren politische (oder sonstige) Meinung mir klar ist, und deren Interpretationen ich deshalb einordnen kann – die aber gleichzeitig kritisch berichten und interpretieren.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>ZS: Intervention (S. 304–309)</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 13:37:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[kult]]></category>
		<category><![CDATA[langeweile]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[scientology]]></category>

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		<description><![CDATA[Es fing gerade an zu nieseln, als Edward den Wagen in meine Straße lenkte. Bis zu diesem Augenblick hatte ich nicht daran gezweifelt, dass er bei mir bleiben würde, während ich ein paar Stunden in der Wirklichkeit verbrächte.
So beginnt das siebzehnte Kapitel von Twilight, und ein Schelm, wer nun denkt, dass der Nieselregen etwas mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Es fing gerade an zu nieseln, als Edward den Wagen in meine Straße lenkte. Bis zu diesem Augenblick hatte ich nicht daran gezweifelt, dass er bei mir bleiben würde, während ich ein paar Stunden in der Wirklichkeit verbrächte.</p></blockquote>
<p>So beginnt das siebzehnte Kapitel von <em>Twilight</em>, und ein Schelm, wer nun denkt, dass der Nieselregen etwas mit Bellas Zweifeln zu tun hatte – obwohl sich der Absatz so liest. Aber bei Stephenie Meyer kommt die Begründung erst im nächsten Absatz: ein schwarzes Auto, ein Ford, steht in der Einfahrt. Wohlgemerkt ein schwarzes Auto; obwohl wir Billy Blacks Auto bereits kennen, schreibt Meyer nicht davon, der Wagen der Blacks stünde in der Einfahrt. Billy Black wartet mit unbewegtem Gesicht auf der Veranda, Jacob bei ihm, zu Tode erschrocken.</p>
<p>Und so beginnt der erste Teil von zweien, die wir bis zum Baseballspiel zu ertragen haben. Dieser Teil ist der dilettantische Versuch, Konflikt zu schaffen, der zweite Teil ist der Moment, an dem dieses Buch zur Sitcom wird. Aber der Reihe nach.<br />
<span id="more-2016"></span><br />
Billy will Charlie vor den Cullens warnen – so behauptet jedenfalls Edward. Wie genau er Charlie warnen will bleibt ungewiss, zumal Billy nicht erzählen wird, dass die Cullens Vampire sind. Bella bittet darum, dass Edward sie die Sache klären lässt, und Edward stimmt zu. Er küsst sie noch einmal zum Abschied, und nun ist Billys Gesicht »nicht mehr unbewegt«. Welche Regungen sich auf dem Gesicht zeigen, bleibt jedoch Geheimnis der Autorin. Insofern interpretiere ich das mal: es ist Eifersucht. Billy hatte schon lange ein Auge auf Edward geworfen.</p>
<p>Offensichtlich steht uns nun ein Streitgespräch ins Haus, bei dem Billy Bella ins Gewissen reden wird (Billy Bella Billy Bella Billy Bella&#8230; heh). Vorher bekommen wir aber noch eine Ahnung, was uns danach erwartet: die Sitcom. Billy hat nämlich etwas vorbei gebracht.</p>
<blockquote><p>»Es ist Harry Clearwaters Fischpanade – Charlies Lieblingsessen. (&#8230;)«<br />
»Danke«, wiederholte ich, aber diesmal mit Nachdruck. »Ich hatte schon Schwierigkeiten, neue Möglichkeiten der Fischzubereitung zu finden, und er bringt heute bestimmt wieder welchen mit.«</p></blockquote>
<p>Die arme Bella weiß schon nicht mehr, wie sie ihrem Vater noch schöne Fischgerichte machen soll&#8230; aber zurück zum Streitgespräch. Billy schickt Jacob – der weiß ja noch nicht, dass er ein Werwolf ist, auch wenn das für die Leser absolut eindeutig ist – zurück in den Regen, um aus dem Kofferraum ein Bild zu fischen, das Billy Charlie schenken will. Billy verschafft sich also ein paar kostbare Momente alleine mit Bella, um deren Kopf zurecht zu rücken. Und so nutzt er sie:</p>
<blockquote><p>Billy und ich sahen uns schweigend an.</p></blockquote>
<p>Hm. Okay, das gleicht einer Duellsituation, das will ich noch mal akzeptieren. Ein wenig herauszögern, schafft Spannung.</p>
<blockquote><p>»Charlie wird noch lange fort bleiben.« Meine Stimme war fast unhöflich.<br />
Er nickte zustimmend, aber sagte nichts.<br />
»Danke noch mal für die Panade«, deutete ich an.<br />
Er fuhr fort, zu nicken.</p></blockquote>
<p>Das ist – abgesehen von der seltsamen Andeutung mit der Panade –, nicht unbedingt konfliktreich. Aber jetzt:</p>
<blockquote><p>»Bella«, sagte er, und dann zögerte er.<br />
Ich wartete. [Wir auch, PP]<br />
»Bella«, sagte er wieder. »Charlie ist einer meiner besten Freunde.«
</p></blockquote>
<p>Ach, zur Hölle damit. Es dauert noch ein paar Zeilen, dann sagt Billy endlich: »Vielleicht geht mich das nichts an, aber ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist«, wenn Bella sich mit den Cullens einlässt. Das ist doch mal ein klares Wort, eine echte Barriere. Bella antwortet, dass es Billy tatsächlich nichts angehe. Und dann kommt das, was Billy wahrscheinlich auch Charlie sagen wollte:</p>
<blockquote><p>»Du weißt es wahrscheinlich nicht, aber die Cullen-Familie hat einen schlechten Ruf im Reservat.«</p></blockquote>
<p>Na dann. Wenn die einen schlechten Ruf haben, eine »unpleasant reputation«, ist ja alles klar. Billy sagt nicht, ob die Cullens irgendwas getan haben oder woraus dieser Ruf besteht. Nur, dass es ihn gibt. Gut, dass Bella ebenso idiotisch antwortet:</p>
<blockquote><p>»Aber dieser Ruf kann doch nicht verdient sein, oder? Schließlich betreten die Cullens das Reservat nie, oder?«</p></blockquote>
<p>Denn einen Ruf kann man nur da haben, wo man persönlich anwesend ist. Was ein ziemlich bescheuertes Argument darstellt. Jedenfalls schließt Billy daraus, dass Bella über die Cullens Bescheid weiß, was sie auch bestätigt. Er geht aber darauf nicht ein, und ungesagt bleibt: »Ach, du weißt, dass die Cullens untote Monster sind, die sich von Blut ernähren? Na, dann&#8230;« Aber so ganz will Billy sich nicht abspeisen lassen:</p>
<blockquote><p>»Das ist nicht meine Sache«, sagte er. »Aber vielleicht Charlies.«<br />
»Aber es ist meine Sache, ob ich glaube, dass es Charlies Sache ist, oder?«</p></blockquote>
<p>Und davon lässt er sich überzeugen.</p>
<p>Nehmen wir mal eine Parallele dazu: sagen wir, Bella verbrächte Zeit mit einem Scientologen (oder Mormonen?). Die Gefahr besteht, dass sie in einen Kult abrutscht, in eine Sekte. Und Billy, der weiß, dass Edward Scientologe ist, besucht Bella. Er weist sie darauf hin, dass Edward keinen guten Ruf hat, aber Bella sagt: »Ich weiß Bescheid.« Er fragt nicht einmal nach, ob Bella damit auch Scientology meint, oder ob sie weiß, was sich dahinter verbirgt. Und dann lässt er sich auch noch davon abbringen, wenigstens ihrem Vater zu sagen, er solle einmal ein Auge darauf haben.</p>
<p>Katie Holmes würde sich davon jedenfalls nicht abhalten lassen, bei Tom Cruise zu bleiben.</p>
<p>Die Parallele ist nicht so weit hergeholt: wenn Bella bei Edward bleiben will, muss sie zur Vampirin werden. Dadurch wird sich ihr Leben so verändern, dass sie ihre Familie mehr oder weniger aufgeben muss, ebenso ihre Freunde – spätestens, wenn klar wird, dass sie nicht altert. Vielleicht muss sie sogar ihren Tod vortäuschen. Sie muss sich den Zielen ihrer neuen Gemeinschaft verschreiben und abseits wohnen. </p>
<p>Eine Warnung vor solchen kultischen Gemeinschaften muss schon deutlicher erfolgen, und ich halte es nicht für verwerflich, wenn bei einer Minderjährigen der Sorgerechtler ebenfalls gewarnt werden soll. Zumindest aber wäre das die Gelegenheit für ein zündendes Streitgespräch gewesen, bei dem Billy nicht nur für Spannung und Konflikt sorgen, sondern auch ein paar zusätzliche Infos zum Vampirismus liefern könnte. Das passiert aber nicht.</p>
<p>Stattdessen kommt Jacob zurück – ohne Bild natürlich, das war ja nur eine Ablenkung. Die Schultern seines Shirts sind durchnässt, nicht aber der Rücken, was bedeutet, dass sich Stephenie Meyer nicht mal vorstellen kann, wie es aussieht, wenn jemand einen Kofferraum durchsucht: gebückt. Und dann darf Jacob so langsam die Sitcom einleiten:</p>
<blockquote><p>Jacob rollte dramatisch mit den Augen.<br />
(&#8230;)<br />
Jacob war überrascht.<br />
(&#8230;)<br />
Jacob sah enttäuscht aus.</p></blockquote>
<p>Das alles innerhalb weniger Zeilen bedeutet, dass der junge Jacob von einer Emotion in die nächste springt wie Jim Carreys Gummigesicht. Wer übrigens meint, dass die Sitcom nicht witzig sei&#8230; nun ja, sie ist halt immer noch von Stephenie Meyer geschrieben.</p>
<p>Aber erst einmal rollen wir dramatisch mit den Augen, weil wieder fünf Seiten vergingen, ohne das etwas Besonderes passierte.</p>
<p><em>Dieser Roman könnte so viel besser sein, wenn&#8230;</em> Konflikte existierten oder sonstwie Spannung herrschte.</p>
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