SDT: Maegi

Dies ist Teil 69 von 77 der Serie Spiel der Throne

Inhalt: blutige Kämpfe, Blutmagie, Tieropfer

Drogo liegt im Sterben. Dany ist verzweifelt. Mirri Maz Duur bietet an, sein Leben zu retten. Und wir bekommen Magie.

Selbstverständlich haben wir bereits von den Anderen gelesen, von den Wiedergängern – Untote und Eiswesen klingen schon ziemlich magisch. Aber diese Wesen waren in Vergessenheit geraten, und wenn die Mauer mit Zauberei erbaut wurde, so ist auch das lange her. Alles andere war Gerede, war Aberglauben, war unbeweisbar.

Mirri Maz Duur tanzt im Zelt mit Schatten und Dämonen. Oder?

What was wrong with them, couldn’t they see? Inside the tent the shapes were dancing, circling the brazier and the bloody bath, dark against the sandsilk, and some did not look human. She glimpsed the shadow of a great wolf, and another like a man wreathed in flames.

Ich mag sehr, wie subtil die Magie bei George R. R. Martin ist. Ich bin recht überzeugt, dass Mirri hier tatsächlich einen Zauber wirkt – aber das muss nicht sein. Es gibt keine Blitze vom Himmel, nichts. Es wäre ebenso denkbar, dass die schwierige Situation sich nur blutig entlädt, weil Mirris Gesang die Konfrontation unumgänglich macht.

Die Situation übrigens: Scheiße.

Drogo stirbt. Seine Wunde hat sich entzündet, er ist fiebrig, er fällt vom Pferd. Frage zu dieser Textstelle:

The khal’s eyes were closed. She opened one with her fingers. “He has been dulling the hurt with milk of the poppy.”

“Yes,” Dany admitted.

“I made him a poultice of firepod and sting-me-not and bound it in a lambskin.”

“It burned, he said. He tore it off. The herbwomen made him a new one, wet and soothing.”

“It burned, yes. There is great healing magic in fire, even your hairless men know that.”

Gleichzeitig haben wir diesen Kommentar:

“And now you must save him,” Dany said. “Please.”

“You do not ask a slave,” Mirri replied sharply, “you tell her.”

Das klingt nicht ganz so dankbar. Also: hat Mirri Maz Duur die Wunde des Khals vergiftet? Hat sie die Entzündung verursacht? Oder hat sie wirklich versucht, ihm zu helfen, und Drogo ist selbst schuld? Ich erinnere mich nicht, ob diese Frage beantwortet wird. In Wahrheit gefällt mir auch, dass ich sie stellen kann.

Dany jedenfalls ist in einer Zwickmühle. Sie hat sich in Drogo verliebt. Ich denke, diese Gefühle gehen über das Stockholm-Syndrom hinaus. Drogo hat mit der Zeit Dany durchaus Zuneigung und Zärtlichkeit gegeben – und Dany hat vorher davon nicht gerade viel bekommen. Er hat ihr aber auch Macht gegeben, und er hat »seine Khaleesi« unterstütz, selbst gegen seine eigenen Leute. Insofern hatte Dany auch Freiheit. Zuneigung, Macht, eine gewisse Freiheit – Danys Reaktion ist verständlich.

Aber ohne Drogo ist sie nichts. Im besten Falle wird sie zu den anderen Ehefrauen toter Khals gebracht. Anderenfalls wird sie sogar umgebracht, weil sie die Maegi Mirri Miz Duur an den Khal ließ und so seinen Tod bewirkte – zumindest für die Samurai des Khals.

“You will die, maegi,” Qotho promised, “but the other must die first.” He drew his arakh and made for the tent.

Jorah möchte mit Dany fliehen. Er will sie irgendwie nach Pentos bringen. Dany ist dagegen. Auch das ist verständlich. In Pentos wäre sie, was ihr Bruder war: eine Bittstellerin, gezwungen, von der Gnade Illyrios zu leben. Hier ist sie die Khaleesi an der Spitze eines Heeres, das sie zu ihren Bedingungen heim bringt.

Man kann Dany so lesen, dass sie ihre Privilegien nicht opfern will. Oder so, dass sie ihre Handlungsfreiheit nicht aufgeben will. Ich bevorzuge die zweite Lesart. Dany ist dabei, sich zu emanzipieren – und wird dies nicht rückgängig machen.

“There is a price,” the godswife warned her.

“You’ll have gold, horses, whatever you like.”

“It is not a matter of gold or horses. This is bloodmagic, lady. Only death may pay for life.”

Mir gefällt, dass in diesen Momenten die Samurai des Khals autarker werden. Haben sie vorher Drogo treu gedient, so gewinnen sie durch seinen nahenden Tod ebenfalls an Entscheidungsspielraum. Eigentlich sollen sie mit dem Khal in den Tod gehen (darum auch meine Verballhornung als Samurai) – aber wer tut das schon gerne?

Gut, dass Jorah eine Metallrüstung hat.

Noch mehr gefällt mir der Preis der Magie. Mirri Maz Duur warnt vor dem Preis. Sie warnt, dass niemand sie im Zelt stören darf:

“Once I begin to sing, no one must enter this tent. My song will wake powers old and dark. The dead will dance here this night. No living man must look on them.”

Martin beschreibt, wie ein Pferd geopfert wird, und ich betrachte das als den Preis der Magie. Dann kommt es zum Kampf zwischen Qotho und Jorah. Und dann: Chaos

The Dothraki were shouting, Mirri Maz Duur wailing inside the tent like nothing human, Quaro pleading for water as he died. Dany cried out for help, but no one heard. Rakharo was fighting Haggo, arakh dancing with arakh until Jhogo’s whip cracked, loud as thunder, the lash coiling around Haggo’s throat. A yank, and the bloodrider stumbled backward, losing his feet and his sword. Rakharo sprang forward, howling, swinging his arakh down with both hands through the top of Haggo’s head. The point caught between his eyes, red and quivering. Someone threw a stone, and when Dany looked, her shoulder was torn and bloody. “No,” she wept, “no, please, stop it, it’s too high, the price is too high.” More stones came flying. She tried to crawl toward the tent, but Cohollo caught her. Fingers in her hair, he pulled her head back and she felt the cold touch of his knife at her throat. “My baby,” she screamed, and perhaps the gods heard, for as quick as that, Cohollo was dead. Aggo’s arrow took him under the arm, to pierce his lungs and heart.

Sogar Feuer brechen aus. Ich bin Danys Meinung: dieser Preis ist zu hoch. Ich bin auch begeistert: hier ist keine Feuerwerks-Magie im Gange und gleichzeitig ist diese Zauberei so gruselig, dass ich die Abscheu der Dothraki verstehe. Wenn so die Maegi sind – dann tut man gut daran, sie zu fürchten.

Das Kapitel endet noch gruseliger: Dany bekommt Wehen, und außer ihr kann niemand die tanzenden Schatten sehen. Niemand hat Mirris Warnung gehört.

Ser Jorah carried her inside the tent.

Die Stimmung des letzten Kapitels war Melancholie. Hier ist es Horror. Ich bange um Dany – und ihren Sohn.

Demnächst: Arya

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Comments 31

  1. avatar Lia wrote:

    Fassen wir mal zusammen:

    Drogo ist verletzt, Miri verarztet ihn, muss aber dann mit der breiten Masse mitlaufen, statt sich um ihren Patienten kümmern zu müssen.

    Dany liebt Drogo zwar, achtet aber nicht darauf, dass er die Vorgaben der Maegi einhält.

    Drogo lässt sich von Kräuterfrauen verarzten, denen er mehr vertraut als der Maegi, was ich sogar verstehen kann. Im Gegensatz zu Dany scheint er nicht zu glauben, dass sie ihm einen Gefallen für die Rettung schuldet. Drogo ist realistischer und kennt zumindest dieses Privileg.

    Wieso haben die Dothraki immer noch keine besseren Ärzte zur Hand? Die letzte Aussage dazu war, dass diese haarlosen Männer bei den schwer Verletzten beschäftigt sind. Drogo hat schließlich nur einen Kratzer. Direkt nach dem Kampf vollkommen klar. Inzwischen ist aber genügend Zeit vergangen, dass Drogo sich eine schwere Blutvergiftung zugezogen hat. Sollte es nicht die allererste Pflicht eines jeden Heilers sein, den Khal als erstes zu heilen? Sollten nicht die Getreuen des Khals zuallererst dafür sorgen, dass er am Leben bleibt, wenn klar ist, dass sie mit ihm sterben müssen? Warum tut keiner was, warum lassen ihn alle sterben?

    Außerdem kämpfen sie andauernd, miteinander, gegen andere, immer und ewig. Gerade die Dothraki sollten eine Menge über solche äußeren Verletzungen wissen. Schon klar, dass keiner eine Blinddarmoperation durchführen kann, aber in jedem besseren Western gibt es mindestens eine Szene, in dem jemand eine Kugel aus dem Bein geschnitten oder eine Wunde ausgebrannt wird. Dieses Grundwissen sollte bei einem so kriegerischen Volk einfach vorhanden sein. Auch wie man einfache Wunden behandelt und dass man jeden Tag jemand drauf schauen lassen sollte.

    Ich vermute mal, dass Drogo mit seiner Liebe zu Dany den Bogen bei seinen eigenen Leuten weit überschritten hat. Sie ehren und achten ihn nicht mehr wie zu Beginn, manche mögen ihn verachten. Für ihn zu sterben scheint keine reale Option mehr zu sein.

    Und noch was: wie viel wiegt wohl eine Bronzebadewanne, die groß genug ist, einen ausgewachsenen Mann darin zu versenken? Wie wird sie transportiert? Diese Pferde sind keine Kaltblüter, die schwere Lasten tragen oder ziehen können, sondern bestenfalls Warmblüter, vermutlich aber Vollblüter. Gute Reitpferde, aber lange nicht so kräftig wie ein Kaltblut.

    Ich gehe davon aus, dass Danys Baby stirbt. Für den weiteren Verlauf der Handlung ist es eher lästig und sollte wohl auch nur Danys Liebe zu Drogo veranschaulichen und ihre Verbundenheit mit seinem Volk. Miri hat nur gesagt, dass es nicht um Danys Leben geht, von dem Baby war nicht die Rede. Es würde mich sehr wundern, wenn diese Art von Magie sich mit einem toten Pferd begnügt.

    Ich weiß nicht, wie viel Liebe Dany tatsächlich verspürt und wie viel davon ein reiner Willensakt ist. Etwas, das sie sich einredet, weil es ihr Leben erleichtert, ja sogar schöner macht. Sie hatte anfangs ja nur zwei Optionen: alles zu hassen und darunter zu leiden oder zu lieben und sich damit das Leben einfacher zu machen. Das mag die Quintessenz des Stockholmsyndroms sein.

    Außerdem war da wieder ein faszinierender Moment: Dany sieht einen großen Wolf und einen Mann im Flammen. Den letzten großen Wolf und ein Feuer haben wir im Norden gesehen, als Ghost den Wiedergänger abgewehrt hat und Jon ihn in Flammen gesetzt hat. Ist das ein Hinweis auf Jon und Ghost?

    Rhaegar war Danys großer Bruder, oder? Wenn Jon tatsächlich sein Sohn ist, dann wäre Dany seine Tante? Hat Dany den anderen überlebenden Sohn des Drachen gesehen?

    Posted 20 Jul 2012 at 21:13
  2. avatar Patrich wrote:

    Gute Frage! Ich habe überlegt, was der brennende Mann sein soll – deine Erklärung finde ich stimmig.

    Posted 20 Jul 2012 at 21:38
  3. avatar Patrich wrote:

    Mit der Badewanne ist mir gar nicht aufgefallen :-)

    Ich kann mir auch nicht erklären, wie Drogo so krank werden kann. Haben die HeilerInnen, hat Dany nicht täglich drauf geguckt? Das ist wohl eher etwas, dass eben passieren muss. Für den Plot :-)

    Posted 20 Jul 2012 at 21:41
  4. avatar Lia wrote:

    Ich finds einfach seltsam, dass niemand auf seine zunehmenden Schmerzen reagiert. Drogo ist immerhin derjenige, der das Überleben der Gruppe und vor allem seiner Blutsbrüder sichert.

    Versteh mich recht, ich bin nicht der Meinung, dass die alle die Grundregeln der Wundversorgung kennen müssen. Medizinische Grundkenntnisse haben zu allen Zeiten in allen Ländern dern Welt unterschiedlich ausgesehen. Aber dass niemand etwas tut, kein Aderlass, kein Schröpfen, kein wasauchimmer, fällt total auf.

    Übrigens: mir ist schon klar, dass die Dothraki nur ein Vehikel sind und ich keinen Anspruch an Realismus stellen darf, ABER: wie würden die Dothraki auf einen geisteskranken Khal reagieren? Stellen wir uns vor, Drogo würde sehr langsam den Verstand verlieren oder Alzheimer bekommen, was würden seine Blutsbrüder machen? Ihn decken (weil sie sonst mit in den Tod gehen müssen) oder ihn töten und sich einem anderen Khal anschließen? In Westeros gab es einen Aufstand und der irre König wurde getötet. Wäre das hier auch der Fall?

    Posted 21 Jul 2012 at 18:08
  5. avatar Patrick wrote:

    Na, in Westeros gab es nur halb einen Aufstand gegen den irren König, die andere Hälfte war der eifersüchtige Robert.

    Ansonsten weiß ich das auch nicht.

    Hier noch mal eine Frage zu den Dothraki. Der Vorteil selbst einer Erbschaftsfolge ist ja, dass nicht nach jedem Tod Kriege ausbrechen. Wie ich das sehe, müssten allein die Anzeichen von Schwäche bei einem Khal Sorge erregen – denn für alle SklavInnen, alle Frauen und alle niederen Krieger gilt dann, auf den Sieger zu setzen. Das ist Unsicherheit, ein neuer Status quo – klar gehen die gerne in die Sklaverei, aber freiwillig? Dann doch lieber genau gucken, wie es dem Khal geht.

    Wie viel besser und weniger problematisch wäre es, wenn so eine Denkweise erkennbar würde – die zudem individuelle Verhalten zuließe?

    Stattdessen werden alle irgendwie vom kranken Khal überrascht und in Panik versetzt. Schade, vertane Chance.

    Posted 21 Jul 2012 at 21:34
  6. avatar Erm wrote:

    Eine Tetanus-Impfung gab es im Mittelalter noch nicht, also macht es schon Sinn, wenn eine vielleicht zu Beginn tatsächlich noch harmlose Wunde sich zu einer lebensgefährlichen entwickelt.

    Bei den Dothrakis muss der Anführer aufgrund seiner selbst bestehen können, da ist es einleuchtend, dass es Drogo vorzieht, seine Verletzung, da sie ursprünglich harmlos schien, zu ignorieren. Drogos Ruhm beruht darauf, dass er bisher nie bezwungen wurde, so eine kleine Wunde könnte diesen Nimbus beschädigen. Warum also sich damit befassen, wo sie doch harmlos schien … die Folgen muss er jetzt tragen.

    Ich glaube übrigens nicht, dass das Kind nur Ausdruck von Danys Liebe zu Drogo innerhalb der Handlung ist. Allerdings dürfte es für die Beziehung der beiden durchaus gut gewesen sein.

    Wenn das Kind überlebt, könnte Dany versuchen, als seine Mutter, wenn Drogo stirbt, die Nachfolge für es zu beanspruchen.
    Wenn das Kind stirbt, wird sich zeigen, ob Dany in der Lage ist, selbst Drogos Nachfolge anzutreten. Sie könnte vielleicht seinen Nachfolger für sich als Ehemann gewinnen oder sie wird flüchten müssen oder sie findet einen Weg, obwohl sie weiblich ist, ohne Mann seine Position übernehmen zu können.

    Posted 24 Jul 2012 at 14:55
  7. avatar Erm wrote:

    ZITAT PATRICH Wie viel besser und weniger problematisch wäre es, wenn so eine Denkweise erkennbar würde – die zudem individuelle Verhalten zuließe? Stattdessen werden alle irgendwie vom kranken Khal überrascht und in Panik versetzt. Schade, vertane Chance. ENDE ZITAT

    Wie realistisch wäre ein solches Verhalten tatsächlich gewesen? Eine Gesellschaft wandelt sich nicht von heute auf Morgen. Welche Chance wurde da vertan, zudem es nur ein Roman ist und dort keine idealen Zuständen herrschen dürfen, wenn es eine Handlung mit richtigen Konflikten geben soll. Das Buch erzählt immerhin nicht von einer heilen Welt mit Scheinkonflikten, sonst wäre es wohl auch für viele Leser/innen langweilig.

    Posted 24 Jul 2012 at 15:00
  8. avatar Patrick wrote:

    Wieso gesellschaftlicher Wandel? Ich meinte nicht, dass die eine Erbfolge einbauen sollen – sorry, wenn das so klang. Ich meine, die Gesellschaft, wie sie Martin für die Dothraki beschreibt, muss ja nicht passiv warten, bis der Khal stirbt, und dann erst mit Positionsfragen beginnen.

    Wenn ich ein Sklave unter Drogo wäre – kann ich dann mein Los mit einem neuen Khal verbessern? Muss ich als Dothraki fürchten, dass ein neuer Khal mich oder meine Familie umbringt, wenn ich aufs falsche Pferd setze oder Drogo zu lange treu bleibe? Diese und andere Fragen könnten die sich doch stellen. Ohne irgendwas zu wandeln.

    Posted 24 Jul 2012 at 15:15
  9. avatar Erm wrote:

    GRRM erzählt aber nicht aus der Sicht von einem Sklaven oder eines Gefolgsmanns des Clans, sondern aus Danys Sicht.

    Posted 24 Jul 2012 at 15:53
  10. avatar Patrick wrote:

    Sehe das Problem nicht:

    Ser Jorah frowned. “Princess, hear me. The Dothraki will not follow a suckling babe. Drogo’s strength was what they bowed to, and only that. When he is gone, Jhaqo and Pono and the other kos will fight for his place, and this khalasar will devour itself. Already, riders are eying each other with suspicion. Slaves are crowding the kos in the hopes of attending the new khal. The past nights, women have refused the men, so that no traitorous child might endanger them nine months hence. And make no mistake, khaleesi, more than a few are planning your demise as we speak. When Drogo draws his last breath…” He did not finish. He did no need to.

    Aus dem Ärmel geschüttelt, fünf Sätze oder so.

    Nicht, dass Martin das so schreiben muss – aber die gewählte Perspektive ist keine Ausrede.

    Posted 24 Jul 2012 at 16:29
  11. avatar Lia wrote:

    Erm, mich wundert einfach, dass in einem so kriegerischen Volk wie den Dothraki, bei denen es permanent leicht bis schwerer Verletzte geben muss, überhaupt jemand an einem Kratzer sterben muss. Dazu braucht es keine Tetanus-Impfung, sondern gesunden Menschenverstand. Übrigens verwenden die Aboriginis in solchen Fällen ihre eigene Version der Tetanus-Spritze: den eigenen Urin.

    Posted 24 Jul 2012 at 18:03
  12. avatar Erm wrote:

    Und wenn es kein Kratzer war?

    Posted 24 Jul 2012 at 21:26
  13. avatar Lia wrote:

    Es wird als “Kratzer”, also keine ernsthafte Verletzung, beschrieben, oder? Niemand bis auf Dany reagiert auch sonderlich groß auf die Verletzung. Drogo wird mit Narben beschrieben, er muss also schön öfter solche Verletzungen überstanden haben. Entweder nehme ich Martin als Erzähler ernst und glaube ihm das alles oder ich muss auch vieles andere in Frage stellen, was er so schreibt.

    Posted 24 Jul 2012 at 21:54
  14. avatar Erm wrote:

    Jedenfalls wurde es für einen Kratzer gehalten. Was nicht bedeutet, dass es tatsächlich ein Kratzer war.

    Drogo hat Narben, aber das spricht nicht dagegen, dass er bisher sich auch nicht viel um seine Verletzungen geschert hat. Leider hat er diesmal offensichtlich die Verletzung unterschätzt.

    Posted 24 Jul 2012 at 22:26
  15. avatar Lia wrote:

    Ok, nochmal, Martin schreibt von einem Kratzer. Rund um Drogo sind eine Menge Leute, darunter seine eingeschworenen Blutsbrüder, die sterben müssen, wenn er stirbt. Die also ein gewisses Interesse daran haben sollten, dass er nicht stirbt.

    Wenn Martin von einem Kratzer schreibt, sollte es auch einer sein. Oder aber Martin ist kein verlässlicher Erzähler. In diesem Fall müsste ich aber über vieles nachdenken, was er bisher so beschrieben hat. Entweder ein Kratzer ist ein Kratzer oder ein Kratzer ist eine schwerwiegende Verletzung. Im ersten Fall kann ich Martin als verlässlichen Erzähler vertrauen, im zweiten Fall muss ich alles, was er schreibt, erst mal überdenken und auf Wahrheit prüfen.

    Ich würde noch nichts sagen, wenn seine Blutsbrüder vorsichtig darauf hinweisen, dass ein solcher Kratzer problematisch werden könnte. Oder wenn er tatsächlich einen seiner Eunuchen dran lässt, um die Wunde zu untersuchen. Aber niemand, absolut niemand in seinem Umfeld macht sich Gedanken, bis auf Dany, die aber möglicherweise aus Sorge um Drogo überreagiert. Warum soll ich ihrer Angst mehr Glauben schenken als Qotos oder Jhogos Gelassenheit? Ganz im Gegenteil, diese Männer müssten ja aus Sorge um ihr eigenes Leben sofort reagieren wäre es mehr als der beschriebene Kratzer. Sie tun es aber nicht.

    Also: Kratzer – und Martin ist verlässlich oder schwere Verletzung – und Martin ist kein verlässlicher Erzähler.

    Posted 25 Jul 2012 at 18:25
  16. avatar Erm wrote:

    ZITAT LIA: Also: Kratzer – und Martin ist verlässlich oder schwere Verletzung – und Martin ist kein verlässlicher Erzähler. ZITAT ENDE

    Anmerkung von ERM: GRRM erzählt aus Daenarys Perspektive.

    Ansicht Lia / Patrich (siehe dazu oben): POV nur Ausrede für GRRM (exakter: für ERM, um GRRM zu “entschuldigen”, da GRRM hier nicht mitdiskutiert. Das hat er auch nicht notwendig.)

    Ansicht Erm: POV, Teil von GRRMs Erzählmethode und konsequent umgesetzt, ist somit bei einer Auseinandersetzung mit seiner Buchserie unbedingt zu beachten (wenn Anspruch)

    Diskussion somit nicht für diesen Punkt nicht zielführend: bestensfalls Zeitverschwendung, schlimmstenfalls …

    Posted 25 Jul 2012 at 19:06
  17. avatar Lia wrote:

    Warum, Erm? Danys Sicht der Dinge zeigt, dass niemand sich Sorgen um Drogo macht außer ihr. Ich gehe also davon aus, dass alle anderen tatsächlich nur einen Kratzer sehen, weil dieses Wort auch verwendet wird, und Dany sich völlig unnötig Sorgen macht.

    Auch wenn das Danys Sicht ist, entschuldigt es nicht die Untätigkeit aller anderen, sollte Drogo doch eine schwerwiegende Verletzung haben.

    Ist der Kratzer mehr als ein Kratzer….. nun, Martin schreibt und legt Dany Worte in den Mund. Dany existiert nicht ohne Martin und kann nichts sagen, was er nicht genau so geschrieben hätte.

    Also: Kratzer oder nicht Kratzer – das ist hier die Frage.

    Posted 25 Jul 2012 at 19:10
  18. avatar Lia wrote:

    Ach ja, schlimmstenfalls… was??

    Posted 25 Jul 2012 at 19:10
  19. avatar Patrick wrote:

    Es ist meines Erachtens sehr deutlich, dass ich den POV in Bezug darauf, welche Informationen wir erhalten, für wenig aussagekräftig halte. Immerhin habe ich spezifisch dazu ein Beispiel oben verfasst.

    Letztendlich ist auch die Wahl des POV eine Entscheidung. Martin hätte – er tut das ja in späteren Bänden sogar – auch einmalige Kapitel aus Sicht eines Dothraki einbauen können. Oder sonst etwas.

    Botschaft des Admin

    Erm, du wirkst im Moment eher so auf mich, dass du sehr einseitig argumentierst. Ich lese von dir weniger, was dir gut gefällt, oder andere Schwerpunkte. Ich lese auch keine Kommentare zu positiven Aspekten, die genannt werden.

    Ich lese nur Kritik an negativen Bewertungen – und zwar nicht mit alternativen Interpretationen. Stattdessen ziehst du die Kritik selbst in Frage: ich bekomme nicht das Gefühl, dass du Alternativen bietest, sondern eher Kritik zum Schweigen bringen willst. Als wolltest du sagen, dass sich so eine Kritik nicht gehört, dass sie objektiv falsch sei oder amateurhaft und anspruchslos.

    Das ist leicht gesagt, aber schwerer vorgemacht.

    Ich habe keine Lust, darüber zu kritisieren, ob man etwas kritisieren darf. Ich habe auch keine Lust, von einer Person angegriffen zu werden, die selbst keine Anzeichen zeigt, dass sie zuhört oder ihre Meinung ändern kann.

    Da du das selbst eingefordert hast, stelle ich mir vor, dass hier im Moment die Fronten zu fest sind. Du hast Recht, das ist hier wenig zielführend.

    Und jetzt wirfst du nicht nur mir, sondern einer anderen Kommentatorin hier implizit vor, nicht ehrlich zu argumentieren (wie sonst ist »Schlimmstenfalls« gemeint?) – und rätst ihr, sie solle doch Hanni und Nanni lesen.

    So geht das nicht. In diesem Ton diskutiere ich auch nicht. Ich erwarte, dass sich die Beteiligten hier an die Sache halten und nicht die Leute angreifen.

    Das gilt für alle hier.

    Danke für euer Verständnis.

    Posted 25 Jul 2012 at 20:13
  20. avatar Patrick wrote:

    Und noch mal der Verweis auf den Lesetipp: http://p-pricken.de/2012/07/lesetipp-das-problem-mit-susan/

    Kontrovers und doch nicht im Ton vergriffen.

    Posted 25 Jul 2012 at 20:20
  21. avatar Erm wrote:

    Zur Beantwortung deiner Frage:
    Wenn zwei Seiten eine Meinung haben, die sich zur Gänze ausschließt, und beide daran festhalten, bringt Diskutieren nicht wirklich etwas. Im besten Fall ist es Zeitveschwendung, im schlimmsten Fall aber wird die sachliche Ebene verlassen. (Das muss gar nicht mit Absicht geschehen, schon eine Bemerkung, die als Angriff empfunden wird, auch wenn sie gar nicht so gemeint war, kann da problematisch werden. Schlimmstenfalls … das muss jeder für sich selbst entscheiden, was das schlimmste ist, was ihm/ihr dabei passieren kann: Möglichkeiten wären Schlammschlachten, andere fertig machen, fertig gemacht werden, die Notwendigkeit auf ein Niveau zu geraten, dass unter dem eigenen Level liegt …

    Posted 25 Jul 2012 at 20:21
  22. avatar Erm wrote:

    Der Beitrag “Zur Beantwortung deiner Frage” ist natürlich an Lia gerichtet.
    Er hat sich mit Patrichs Kommentaren überschnitten.

    Posted 25 Jul 2012 at 20:30
  23. avatar Patrich wrote:

    Danke für die Erklärung, Erm. Das hatte ich anders verstanden.

    Posted 25 Jul 2012 at 21:21
  24. avatar Lia wrote:

    Muss eine kontroverse Meinung tatsächlich zu gegenseitigen Angriffen oder Schlammschlachten führen?

    Meiner Meinung nach nicht und die Diskussion um “The Problem of Susan” zeigt auch sehr schön wie so etwas ablaufen kann.

    Es muss gar keine Übereinstimmung geben. Ganz im Gegenteil finde ich gegensätzliche Ansichten sehr spannend.

    Wenn Patrick sagt, dass er den POV für wenig aussagekräftig hält, halte ich dagegen, dass die Menschen in dem Buch rund um Dany und Drogo den Eindruck vermitteln, dass der POV eben doch aussagekräftig ist. Dany hat Angst, aber außer ihr niemand. Warum nicht?

    Kann es sein, dass Drogo auf der internen Management-Abschussliste steht und alle nur drauf warten, dass er endlich stirbt? Er hat mit seiner Liebe zu Dany sicher gegen einige Gesellschaftsnormen verstoßen. Ob das ein Todesurteil bei den Dothraki bedeuten kann?

    Vielleicht können unterschiedliche Blickpunkte darauf ein wenig Licht ins Dunkel um Drogos Tod bringen.

    Posted 25 Jul 2012 at 21:24
  25. avatar Erm wrote:

    Vielleicht hat jemand ein wenig nachgeholfen, dass sich Drogos eigentlich ursprünglich harmloser Krater entzündet hat. (Immerhin dürfte es genug Figuren geben, die ein Motiv hätten: z. B. Konkurrenten, die Drogos Position gerne selbst übernehmen würden, Dothrakis, denen Drogos “Nachgiebigkeit” bzw. “Liebe” zu seiner Frau (einer Nicht-Dothraki) ein Dorn im Auge ist oder einfach Figuren, die bei den Auseinandersetzungen / Raubzügen schaden genommen haben.
    Diese Idee hatte ich beim erstmalige Lesen sofort, allerdings wird sie auf der Handlungsebene selbst nicht bestätigt. (Zumindest bis Ende von Buch 4)

    Posted 25 Jul 2012 at 21:59
  26. avatar Patrick wrote:

    die Wunde: in dem Kapitel sagt Drogo ja, es sei nur ein Kratzer. Das ist anders, als wenn Dany die Wunde als solches beschreibt. Dany kann getäuscht werden, aber ich gehe nicht davon aus, dass sie mich täuscht.

    Aber gut: sagen wir, Drogo hat nur einen Kratzer. Dann ist es für mich wahrscheinlich, dass die Maegi die Wunde nicht heilt, sondern verschlimmert. Und Drogo und seine Leute ignorieren die Wunde, weil so eine kleine Wunde den Khal nicht stürzen sollte.

    Im nächsten Kapitel von Fany erfahren wir ja auch etwas mehr über das Khalasar. Das hat mich heute beim Lesen sehr gefreut. Da wird meine Kritik abgeschwächt.

    Posted 25 Jul 2012 at 22:01
  27. avatar Lia wrote:

    Das Heilmittel der Maegi hatte er aber nicht lange drauf, weil es ihm zu schmerzhaft war. Darf ich sagen, dass Drogo ein Weichei ist? Büdde? Er hatte danach was von den Kräuterfrauen drauf. Wenn ihn jemand vergiften wollte, dann hätte das gut auch jemand aus den eigenen Reihen sein können. Eine Sklavin, die die Gelegenheit zur Rache nutzt, weil er ihre Familie abgeschlachtet hat?

    Kennt noch jemand den Miss-Marple-Krimi, in dem eine alte Frau einen Mann umbringt, indem sie eine an sich vernachlässigbare Wunde an seinem Finger mit einem Pflaster abdeckt, auf den sie vorher was von dem eitrigen Sekret aus dem Ohr ihrer Katze gestrichen hatte? Das war eklig, aber doch irgendwie kreativ.

    Warum hat Drogo die Wunde trotz zunehmender Schmerzen nicht von einem Eunuchen ansehen lassen? Wenn er der Maegi nicht traut, heißt das noch lange nicht, dass er keinem Heiler traut. Diese Eunuchen gibt es ja wohl nur, weil sie auch gebraucht werden. Auf die Heilung durch Feuer wird sogar extra hingewiesen.

    Posted 25 Jul 2012 at 22:23
  28. avatar Patrick wrote:

    Möglich, dass Drogo zu sehr Mann war, um sich zu sorgen. Damit niemand meint, er wäre schwach geworden oder so. Auch heute gehen Menschen und Männer sehr spät zum Arzt, sodass nur noch Radikaleingriffe helfen.

    Posted 26 Jul 2012 at 05:55
  29. avatar Lia wrote:

    Du meinst, das ist nicht nur ein dummes Klischee, sondern Männer machen das tatsächlich???

    Posted 26 Jul 2012 at 17:20
  30. avatar Anders wrote:

    Drogo hatte einen Kratzer an der Schulter und eine recht ernste Wunde an der Brust. Ein Arakh hatte ihm die Brustwarze weggeschnitten und das alles hing ihm in einem Hautfetzen herunter. Schnelles Behandeln hätte da möglicherweise noch geholfen, aber Drogo war ja zu stolz und hat befohlen, dass sich die verfügbaren Ärzte erstmal um die anderen verletzten Krieger kümmern.

    Entzündet hat sich die Hautlappen-Wunde, möglicherweise auch weil Mirri die Haut wieder angenäht hat. Dazu kommt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Drogo nicht genesen sollte. Mirri hat ihm mit ziemlicher Sicherheit vergiftet. Ihre Anweisung den Umschlag trotz aufkommender Schmerzen eine Weile dran zu lassen zeigt m.E. sehr deutlich, dass sie sehr sicher gehen wollte, dass der Kerl auch stirbt. Danach kommt dann Phase 2 des Plans – die Entsorgung des prophezeiten Schlächter-Kindes. Dany spielt ihr da mit ihrer Bitte um Heilung und Blutzauber nur in die Hände. Nach Drogos Tod wäre es Dany und ihrem ungeborenen Sohn nämlich so oder so an den Kragen gegangen…

    Posted 27 Jul 2012 at 16:46
  31. avatar Lia wrote:

    Ob Mirri wirklich auch Dany töten wollte? Ich weiß nicht. Sie sieht ein 14 Jahre altes, noch sehr verträumtes und naives Kind. Die Gelegenheit hätte sie sicher gehabt, getan hat sie es offensichtlich nicht.

    Sie hat Dany vielleicht das Leben geschenkt, das sie ihr schuldete: eines ohne Familie und Freude. Nur ein Leben, nichts sonst.

    Posted 27 Jul 2012 at 22:41

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