Als Leser von Mark Watches erlebe ich mit, wie Mark im Moment Buffy zum ersten Mal sieht. Und er beschreibt, wie sehr ihn in seiner Jugend positive Bilder von Homosexualität fehlten, die er bei Buffy bekommen hätte: »I needed this story when it aired«.
Eine neuere Studie zeigt auch die Einflüsse des Fernsehens auf das Selbstbewusstsein unterschiedlicher Zielgruppen auf: Jungs haben ein gestärktes Bewusstsein, Mädchen und schwarze Kinder ein geschwächtes. Siehe dazu auch die Anekdoten von Joe Dramiga zum deutschen Kinderfernsehen.
Repräsentation ist wichtig. Sie fehlt. Sie fehlt so sehr, dass wir uns die Repräsentation in Leerstellen hineinlesen oder einseitige Stereotypen umdeuten – ohne dies freilich vollständig zu können. Wer das nicht versteht, wird wohl im Fernsehen umfassend und mit komplexen Storys repräsentiert.
“Creating a character for an author who couldn’t be arsed to create one for you is an act of feminism.”

Comments 6
Hast du schon Keith Knights Cartoon zum Thema gesehen:
Posted 17 Jul 2012 at 14:56 ¶http://www.kchronicles.com/2012/07/02/self-esteem/
Patrick, der Link zu Joe Dramiga funktioniert nicht. Könntest du ihn bitte noch mal reinstellen?
Posted 17 Jul 2012 at 17:30 ¶Der Link stimmt. Möglicherweise ist der Server unten?
Hier ist es momentan noch der zweite Beitrag von oben: http://www.scilogs.de/wblogs/
Posted 17 Jul 2012 at 18:27 ¶Mal eine Meinung von jemandem, der sich mit Sexismus und Feminismus bisher wirklich wenig auseinandergesetzt hat:
Posted 18 Jul 2012 at 03:08 ¶Auf dem Gymnasium war es damals so, dass meine Deutschlehrerin – als einzige Lehrkraft – das Thema Gender equality hin und wieder zur Sprache brachte. Es wurde in der Klasse hin und her diskutiert, aber häufig hat meine Lehrerin am Ende der Stunde gefragt, ob nicht Jungs in der Schule benachteiligt werden, da es deutlich mehr Lehrerinnen als Lehrer für geisteswissenschaftliche Fächer gebe (auf das deutsche Schulsystem bezogen).
“Jungs haben ein gestärktes Bewusstsein, Mädchen und schwarze Kinder ein geschwächtes.”
Eben in diesen Diskussionen wurde dann auch in Frage gestellt, wer von den Lehrkräften “gestärkt” und wer “geschwächt” wird – haben Jungs wirklich ein gestärktes Bewusstsein oder wird dies in unserer heutigen Zeit von einem – möglicherweise – überpräsenten Feminismus sugeriert?
Wajakla: Das ist ein schwieriges Thema. Einerseits gibt es Befunde, nach denen Jungen im Schulwesen (nur dort) die Bildungsverlierer sind. Diese Befunde sind jedoch nicht immer so einfach: Ich hatte ja schon mal zu Andreas Kemper verlinkt, der bei einer dieser Untersuchung weniger einen Zusammenhang zum Geschlecht und eher zur sozialen Herkunft entdeckt.
Aber trotzdem sind stereotyp sozialisierte Jungs in einer schwierigen Lage, weil der Männlichkeitsgestus an der Schule nicht so erwünscht ist – und gleichzeitig bei Problemen verlangt, sich herauszunehmen, »cool zu sein«, Widerstand zu leisten (anstatt ein Defizit aufzuarbeiten). Hier hat sich aber auch schon viel getan und tut sich auch noch viel.
Was die Zusammensetzung des Lehrkörpers angeht: Grundsätzlich gibt es den Bedarf nach positiven Rollenbildern. Nun sieht es aber so aus, dass Lehrerinnen (bzw. fehlende Lehrer) kein Problem darstellen. Ich zitiere mal aus dem WZB-Brief 11 / Mai 2010 (Link zur PDF):
Gut möglich, dass gerade, weil es nicht an positiven männlichen Rollenbildern in unserer Gesellschaft fehlt, der Einfluss speziell an der Schule nicht negativ ins Gewicht fällt.
Leider muss man sagen, dass auch Lehrerinnen Geschlechterstereotype verinnerlichen. Tatsächlich ist die Benachteiligung bei Jungs dort am größten, wo deine Lehrerin anmerkte: in den »weiblichen« Fächern.
Aber interessant ist, dass diese Stereotype sich eben unabhängig vom Geschlecht der Lehrperson auswirken: so schneiden Mädchen auch bei Mathe-Lehrerinnen schlechter ab, wenn diese Lehrerinnen Mathe für ein Jungsfach halten – und umgekehrt sind Lehrer, die Deutsch als Mädchenfach betrachten, Jungs gegenüber ungerecht.
Es ist also nicht mit dem Geschlecht der Lehrperson getan – vielmehr muss der Stereotyp aufgebrochen werden.
Carmen Keller Keller, Carmen: Geschlechterdifferenzen: Trägt die Schule dazu bei? In U. Moser, E. Ramseier, C. Keller & M. Huber (Hrsg.): Schule auf dem Prüfstand. Eine Evaluation der Sekundarstufe I auf der Grundlage der Third International Mathematics and Science Study Zürich: Rüegger., 1997, S. 137-179.
(Die Schweizer sagen noch »Knaben«, hihi.)
Posted 18 Jul 2012 at 06:51 ¶“Gut möglich, dass gerade, weil es nicht an positiven männlichen Rollenbildern in unserer Gesellschaft fehlt, der Einfluss speziell an der Schule nicht negativ ins Gewicht fällt.”
Stimmt, das könnte natürlich sein. Man sollte aber trotzdem im Hinterkopf behalten, dass die Schule nach dem Elternhaus auf die Heranwachsenden am meisten Einfluss ausübt.
Aber ich gebe dir recht, ich würde auch nicht versuchen, verstärkt männliche Lehrer ins Schulwesen zu holen.
In Bayern sagen sie noch häufig “Buben” …
Posted 20 Jul 2012 at 16:53 ¶Post a Comment