Eddard ist ein Verräter – und damit kommt der Krieg über das Land. Robb sammelt das Gefolge der Starks und zieht los, um seinen Vater aus Kings Landing heimzuholen. Er wird nicht in die Stadt reisen, um Joffrey Treue zu schwören. So schnell ist der fünfzehnjährige Robb ein Feldherr.
Robb the Lord
Bran bzw. Martin-als-Bran ist ein guter Beobachter. Mir gefällt sehr, wie Bran seinen Bruder schildert: entschlossen, und doch vor seiner Zeit erwachsen. Robb hat in stillen Momenten Selbstzweifel, aber er kann sich diese nicht leisten.
Many tried to test him, each in his own way.
Das ist nachvollziehbar – immerhin ist es auch viel verlangt für die Gefolgsleute, den Jungen als Anführer zu akzeptieren. Da scherzt man oder versucht, ihn gleich zu verheiraten. Am heftigsten ist der Greatjohn Umber: beinahe stürzt er sich auf Robb, aber nachdem Grey Wind ihm zwei Finger abbeißt, unterstützt er Robb stattdessen.
Darf ich sagen, dass ich das bescheuert finde? Der Greatjohn wirkt wie eine Karikatur des wilden Mannes, der nur Stärke respektiert. Wäre er wirklich so, wollte ich diesen Irren sicher nicht in meiner Nähe haben – er wird aber Robbs treuer Begleiter. Der Greatjohn wirkt wie Beißer bei Bond und unzählige andere Kolosse.
Rickon
Der arme Rickon.
“He can’t be a baby forever. He’s a Stark, and near four.”
Beinahe vier ist Rickon, und schon wird von ihm erwartet, Abschied um Abschied zu ertragen: erst Eddard und die Mädchen (und Jon), dann fällt Bran, dann geht Catelyn – und jetzt Robb. Von ehemals 7 Familienmitgliedern ist nur noch Bran da, und der verkrüppelt. Kein Wunder, dass Rickon da aus der Rolle fällt. Dass er sich allerdings mit seinem wilden Wolf in der Gruft versteckt, ist schon etwas gruselig.
Osha
Osha, aus dem “freien Volk“, ist Küchensklavin mit ein wenig Freiheit: sie darf im Götterwald beten.
Gage lets me have my prayers from time to time, when I feel the need, and I let him do as he likes under my skirt, when he feels the need. It’s nothing to me.
Mit Händen und Füßen in Ketten muss sie sich prostituieren, um allein mal in den Götterwald zu dürfen. Aber natürlich macht es ihr nichts aus, dieser beständige Missbrauch.
die Anderen
Osha warnt Robb und Maester Luwin vor den Untoten: Robb reite in die falsche Richtung. Aber niemand glaubt ihr.
The maester listened politely. “The wildling woman could give Old Nan lessons in telling tales, I think,” he said when Bran was done.
Bran
Bran möchte immer noch ein Ritter sein. Luwin lenkt ab:
A man’s worth is not marked by a ser before his name.
(…) Broken, Bran thought bitterly as he clutched his knife. Is that what he was now? Bran the Broken? “I don’t want to be broken,” he whispered fiercely to Maester Luwin, who’d been seated to his right. “I want to be a knight.”
“There are some who call my order the knights of the mind,” Luwin replied. “You are a surpassing clever boy when you work at it, Bran. Have you ever thought that you might wear a maester’s chain? There is no limit to what you might learn.”
Aber Bran möchte, wenn schon, Magie erlernen – und die Maester haben damit nichts am Hut.
Bran hat mein Mitgefühl. Ein wenig scheint er auf auf dem Weg, Tyrions Lektionen zu lernen.
It shamed him. He was only a few years younger than Robb; if his brother was almost a man grown, so was he. He should have been able to protect himself.
(…) “Men will look at you,” Maester Luwin had warned him the first time they had strapped the wicker basket around Hodor’s chest. “They will look, and they will talk, and some will mock you.” Let them mock, Bran thought. No one mocked him in his bedchamber, but he would not live his life in bed.
Nun ist Bran der Herr von Winterfell. Auch er muss schnell erwachsen werden.
Hodor
Schließlich möchte ich hier etwas zu Hodor sagen: mir ist bei ihm sehr unwohl. Achten wir gemeinsam darauf, ob Hodor eigene Wünsche und Haltungen? Oder ist er nur ein besseres Lasttier, das ein wenig beschmunzelt wird, weil er manchmal Bran vergisst und sich bei Türen nicht weit genug duckt, und weil er einen großen Penis hat, aber keine Scham?
Hier hat Hodor nicht wirklich einen eigenen Willen: er tut fröhlich alles, was Bran befiehlt. Das wird Menschen mit geistiger Beeinträchtigung nicht gerecht, und es könnte ein weiteres problematisches Element der Reihe sein.
Achten wir also drauf.
Theorie?
Gibt es eigentlich Theorien, nach denen Hodor ein Targaryen ist? Ich frage wegen seiner Vorliebe für Hitze:
Hodor hated cold water, and would fight like a treed wildcat when threatened with soap, but he would happily immerse himself in the hottest pool and sit for hours
Kann Robb seinen Vater retten? Wo ist Catelyn? Egal, denn demnächst: Daenerys
Nachtrag: Die Mormonts
Stout, grey-haired Maege Mormont, dressed in mail like a man, told Robb bluntly that he was young enough to be her grandson, and had no business giving her commands… but as it happened, she had a granddaughter she would be willing to have him marry.
Die Mormont-Frauen sind nicht nur »wie ein Mann gerüstet«, sondern auch anerkannte Kämpferinnen. Wir erfahren leider viel viel zu wenig von dieser faszinierenden Familie. Wenn Lord Commander Mormont aus dieser Familie kommt – hätte er wirklich etwas gegen Frauen bei der Nachtwache gehabt?
Wenn ich mich recht erinnere, ist Maege Mormont eine recht burschikose Frau. Sie und ihre Tochter Dacy, die wir noch treffen werden, sind aber Ausnahmen, die zumindest die Möglichkeit solcher Ausnahmen beweisen – und vielleicht auch ein Grund, warum Eddard nicht so streng zu Arya war?

Comments 1
Oh mein Gott! Ein weiteres Kind, das ich am liebsten….. na gut, lassen wir das. Jedes Kind in diesem Buch muss ein schlimmes Schicksal erleben, da darf der Dreijährige natürlich keine Ausnahme sein. Immerhin kann er noch laufen.
Ich verstehe jetzt nur eines nicht: war die Septa, die Sansa und Arya begleitet hat, die einzige auf Winterfell? Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie sich um die Erziehung der älteren Kinder genauso gekümmert hat wie um den Kleinsten. Sollte Rickon nicht noch eine Art Amme haben? Rickon ist ein Kleinkind. Ein unkontrolliertes Kleinkind mit einem riesigen Wolf an der Seite. Ich bin ja nur mal gespannt, wie Martin dieses Problem löst. Rickon ist jedenfalls derzeit ein stark vernachlässigtes Kleinkind, das sich in einer Gruft versteckt. Ist Winterfell nicht ein wunderbarer Ort voller verständnisvoller fürsorglicher Erwachsener? Ein Dreijähriger muss nicht erwachsen werden und normalerweiser werden solche Kinder auch nicht erwachsen. Die Zeitungen sind voll mit den Schicksalen vernachlässigter Kinder. Wenn sie Glück haben, werden sie den Eltern vorher entzogen. Wenn sie Pech haben…..
Was mir außerdem auffällt: gibt es keine Frauen mehr auf Winterfell außer Osha? Wir erleben jede Menge Männer, aber keine weiteren Frauen. Kann das sein? Es muss doch außer Cat und der Septa wenigstens eine Köchin oder die eine oder andere Dienerin geben. Ach so, Old Nan gibts noch. Ist Hodor nicht mit ihr verwandt? Wie alt ist sie und woher kennt sie alle diese Geschichten, die sie erzählt?
Hodor ist wohl wieder ein Mittel zum Zweck und in meinen Augen nicht gut gewählt. Bran muss irgendwie überall hin kommen und er braucht dafür ein Transportmittel. Einen Diener, der kein eigenes Leben hat, und nur für Bran da ist. Zu schade, dass Bran nicht einen aufsässigeren Diener bekommt, einen jungen, der ihn aus seinem Selbstmitleid reißt, der ihn aufmuntert und der vollkommen verrückte Sachen mit ihm macht. Ich will mir aber nicht wieder sagen lassen, dass ich nur meine eigenen Vorstellungen umgesetzt haben möchte. Stimmt natürlich, so eine Version hätte ich besser gefunden. Aber es ist Martins Recht, seine Figuren nach seinen eigenen Wünschen zu gestalten. Daher gibt es eben den geistig eingeschränkten Hodor und nicht den intelligenten Hodor. Obwohl der Unterschied für Bran vielleicht viel bedeuten hätte können.
Woher kommt Hodor? Ist er nicht mit Old Nan verwandt?
Ich weiß nicht, wie real Robb als großer Anführer schon ist. Er ist max. 15 Jahre alt. Dank Rickon haben wir jetzt ja eine Zeitangabe. Er war anfangs drei und ist jetzt noch nicht ganz vier. Das heißt, dass kein Jahr vergangen ist seit dem Beginn der Serie. Einige Kinder hatten schon Geburtstag, andere offensichtlich noch nicht. Das heißt auch, dass Rickon gerade erst drei geworden war. Welch ein Wahnsinn!
Robb hält sich nicht schlecht und in Sachen Greatjohn muss ich dir widersprechen. Natürlich ist er ein Klischee wie vieles andere auch, aber einen Verrückten hat man lieber auf der eigenen Seite als gegen sich. Am besten sehr nahe an sich dran, so dass man ihn ein wenig im Auge behalten kann. Vielleicht ist Robb also ein Naturtalent in Sachen Taktik. Er hat vermutlich auch einiges von seinem Vater gelernt.
Maege und Dacy sind also auch Ausnahmen, genauso wie diese Brienne und vermutlich auch Arya. Es gibt eine Menge Ausnahmen in dieser so männlich dominierten Welt. Entweder darf man die Annahme, dass den Frauen nur Ehe, Mutterschaft oder das Leben einer Septa möglich ist nicht sehr ernst nehmen oder aber eine große Anzahl von Ausnahmen sind nötig, um die Regel zu bestätigen?
Allerdings ist Robb nicht imstande, den Hintergrund zu Sansas Brief zu durchschauen. Für solche Ränkespiele mag ihm genauso der Durchblick fehlen wie seinem Vater. Er konnte es von ihm wohl auch nicht lernen. Möglich, dass Eddard in derselben Situation genau gleich reagiert hätte. Weder er noch Cat haben bisher Lysas Brief in Frage gestellt. Nicht mal dann, als Lysa Tyrion beschuldigt, obwohl sie vorher Cersei beschuldigt hat. Keiner von beiden kommt auf die Idee, dass Lysa diesen Brief vielleicht gar nicht geschrieben hat. Oder vielleicht nicht alleine war, als sie ihn schreiben musste. Irgendwas hat ihr geistig sehr zugesetzt und wir wissen immer noch nicht, wodurch sie so geworden ist.
Martin macht durch Robb klar, dass Sansas Fehlverhalten ein tatsächliches, echtes Fehlverhalten ist. Den Brief – unter Aufsicht geschrieben – könnte man noch verzeihen, wäre da nicht Sansas Selbstbeschuldigung, nicht an ihre Schwester gedacht zu haben. Das wird nun durch Robb bestätigt. Er weiß zwar rein gar nichts über die Umstände beider Mädchen, aber Sansa ist schon mal grundsätzlich schlecht. Weil sie ihre Schwester nicht erwähnt, über deren Schicksal sie möglicherweise gar nichts weiß. Martin hakt hier also nicht mal nach um für den Leser ganz klar zu machen, dass Sansa ein schlechter Mensch ist.
Osha scheint ein sehr pragmatischer Mensch zu sein. Wir erfahren leider nichts über ihr Leben bei den Wildlingen. Wir wissen nicht, wie gut oder schlecht ihr Leben im Vergleich zu jetzt ist. Vielleicht nimmt sie den Sex tatsächlich gelassen hin, weil er weniger schlimm ist als vorher. Interessant nur, dass Martin keine andere Möglichkeit zulässt, als dass eine Frau sich protestuieren muss. Sogar für die Ausübung ihres Glaubens, den die Jungs der Nachtwache (von denen die meisten immerhin verurteilte Verbrecher sind) vollkommen selbstverständlich ausüben dürfen.
Ein Muster sehe ich auch und es gefällt mir nicht. Es hätte der Handlung bestimmt keinen Abbruch getan, hätte Martin die Freiwilligkeit stärker betont und Osha mehr eigenen Willen gelassen. Den scheinen die Wildlingsfrauen ja zu besitzen. Erfährt man eigentlich irgendwann mehr über die Wildlinge? Warum verbündet sich niemand mit diesen Menschen jenseits der Mauer? Vielleicht wären dann die Anderen lange keine solche Bedrohung mehr. Diese Wildlinge gibt es wohl schon so lange wie alle anderen Völker dieser Welt. Sie müssen ihre eigenen Traditionen und ihren Umgang mit den Gefahren ihrer Welt haben. Sie sind ja nicht erst im letzten Sommer entstanden, nehme ich an.
Im nächsten Kapitel sehen wir Dany wieder? Ehrlich gesagt ist sie mir ein wenig unheimlich seit sie so vollkommen ungerührt der Ermordung ihres Bruders zugesehen hat. Natürlich dürfte er sie lange gequält haben, vielleicht genießt sie also nur ihre Rache. Andererseits nahm sie vorher durchaus eine beschützende Haltung ihm gegenüber ein. Ist sie wirklich der Meinung, dass Feuer einem “Drachen” nichts anhaben kann? Geschmolzenes Gold ist natürlich kein Feuer, insofern passt ihre Aussage nicht. Aber nimmt sie das ernst und bezieht sie es auf sich? Ist was dahinter? Der Bezug zu Hodor scheint da wirklich gegeben zu sein. Andererseits entspricht Hodor nicht unbedingt dem Bild eines Targaryen, oder?
Und eine weitere: warum waschen die sich mit kaltem Wasser und Seife, wenn Warmwasser zur Verfügung steht?
Übrigens macht diese Aussage von “alle gehen weg und kommen nie mehr wieder” aus der Sicht eines Kindes vollkommenen Sinn. Sowohl Bran wie auch Rickon haben noch nicht viel erlebt. Vermutlich waren die Eltern noch nie weg. Jetzt sind sie nicht nur weg sondern möglicherweise auch tot. Oder weiß Rickon mehr als die anderen? Bran träumt, Jon zieht seine Stärke aus dem Wolf, welche Verbindung gibt es zwischen Rickon und Shaggydog?
Posted 20 Jun 2012 at 20:46 ¶Post a Comment