Dieses Kapitel ist für mich schwer zu lesen. Meine Schwierigkeiten mit Sansa werden hier wieder deutlich. Da hat ein sehr attraktiver Mann, Jaime Lannister, ihren Vater verletzt und seine Mannen töten lassen – aber Sansa hält noch völlig an ihrer Idee fest, die Lieder ihrer Kindheit zeigten das wahre Leben. Da ist Loras der Held und Gregor das Monster, da werden Entscheidungen nur nach dem Aussehen der Menschen getroffen.
Ja, Sansa ist noch sehr jung. Aber sie soll auch Königin werden, oder zumindest eine Burg führen. Da soll Catelyn ihr nicht auch mal etwas reineren Wein eingeschenkt haben, etwas Realismus eingeimpft?
Es ist schwierig: Ist Sansa einfach so verträumt – oder schreibt George Martin sie einfach schlecht? Ich erinnere mich da an Buffys kleine Schwester, die ursprünglich neun sein sollte, dann 15 wurde, aber manchmal doch eher wie eine Neunjährige wirkte oder behandelt wurde. Wann ist die Figur nicht einfach nur die Figur, sondern ein Problem des Autors?
…(T)he septa had only told her it was not her place to question her lord father’s decisions.
That was when Lord Baelish had said, “Oh, I don’t know, Septa. Some of her lord father’s decisions could do with a bit of questioning. The young lady is as wise as she is lovely.” He made a sweeping bow to Sansa, so deep she was not quite sure if she was being complimented or mocked.
Septa Mordane had been very upset to realize that Lord Baelish had overheard them. “The girl was just talking, my lord,” she’d said. “Foolish chatter. She meant nothing by the comment.”
Lord Baelish stroked his little pointed beard and said, “Nothing? Tell me, child, why would you have sent Ser Loras?”
Sansa had no choice but to explain about heroes and monsters. The king’s councillor smiled. “Well, those are not the reasons I’d have given, but…” He had touched her cheek, his thumb lightly tracing the line of a cheekbone. “Life is not a song, sweetling. You may learn that one day to your sorrow.”
Da hat Littlefinger Recht. Wenn Sansa das aus erster Hand erleben muss, kann es schmerzhaft werden. Vielleicht sollten Eddard und Cat sie mal zur Seite nehmen.
Gleichzeitig ist mir Sansa aber auch etwas unsympathisch, weil sie doch ein wenig hochnäsig ist.
Sansa thought she was being silly; Jeyne was only a steward’s daughter, after all, and no matter how much she mooned after him, Lord Beric would never look at someone so far beneath him, even if she hadn’t been half his age.
It would have been unkind to say so, however, so Sansa took a sip of milk and changed the subject.
Auch im Umgang mit Arya ist Sansa nicht nur das »gute Mädchen«, sondern die Bessere der beiden. Ihrer Ansicht nach. Das ist nicht verwunderlich und das macht Sansa auch nicht zu einer schlechten Figur, aber es bewirkt in mir Mitleid und auch Abneigung. Ich mag solche Menschen eben nicht, selbst wenn ich verstehe, dass Sansa nur tut, wozu man sie erzogen hat. Sie ist in Standesdünkel aufgewachsen, und man hat ihr alle Regeln erklärt.
Das Problem: die Regeln sind gar nicht die Regeln. Frauen können das Spiel Patriarchat nicht gewinnen, ob sie nun Regeln erfüllen oder brechen. Und Sansa gewinnt für ihren Gehorsam auch keinen Pokal.
In the songs, the knights never killed magical beasts, they just went up to them and touched them and did them no harm, but she knew Joffrey liked hunting, especially the killing part.
Sie ist ja nicht blind. Aber sie schließt auch nicht die rechten Schlüsse aus dem, was sie sieht. Sansa ist tatsächlich, so wie wir sie lesen, sehr naiv.
Dann kommt Eddard und wil die Kinder heim schicken. Mit Syrio Forel, aber ohne Joffrey. Wie kann er Sansa erklären, dass sie nun doch nicht Königin werden soll? Dass sie diesen schönen Jungen nicht ehelichen soll? Dass sie zurück in den langweiligen Norden soll?
“I love him, Father, I truly truly do, I love him as much as Queen Naerys loved Prince Aemon the Dragonknight, as much as Jonquil loved Ser Florian. I want to be his queen and have his babies.”
Die Arme. Hier tut sie mir wirklich leid. Es folgt ein Wortwechsel, der uns im nächsten Kapitel noch beschäftigen wird.
“I’ll give him a son with golden hair, and one day he’ll be the king of all the realm, the greatest king that ever was, as brave as the wolf and as proud as the lion.”
Arya made a face. “Not if Joffrey’s his father,” she said. “He’s a liar and a craven and anyhow he’s a stag, not a lion.”
Sansa felt tears in her eyes. “He is not! He’s not the least bit like that old drunken king,” she screamed at her sister, forgetting herself in her grief.
Father looked at her strangely. “Gods, “ he swore softly, “out of the mouth of babes…”
Eddard ahnt, was wir schon länger ahnen: Joffrey ist nicht Roberts Sohn, sondern ein reiner Lannister. Und obwohl Sansa noch einiges an Zuspruch und Erklärung gebrauchen könnte, ist sie für ihn vergessen. Es gilt: die Kinder gehen zurück nach Winterfell – Sansa kann einem wirklich leid tun.
Demnächst: Arya

Comments 5
Wir fahren morgen für vier Tage weg, daher kann ich grad nicht so richtig ausführlich anworten.
Mein Blick auf Sansa ist ein anderer und ich werde in ein paar Tagen dazu schreiben.
Das mit dem Pokal ist übrigens ein gutes Beispiel: Sansa weiß nämlich nicht, dass sie nicht gewinnen kann. Auch hier nicht und nie gegen ihre Schwester.
Posted 16 May 2012 at 19:40 ¶Kinder in Geschichten darzustellen ist immer eine zickige Angelegenheit. Wie nimmt ein Kind die Realität nun wahr und wieviel nimmt es davon auf?
Damit ein Kind es plottechnisch aktiv ist, wird mit den Erwachsen gleichgestellt, was eigendlich nicht der Realität entspricht.
Viele mögen Kindercharaktere nicht sonderlich, weil sie meistens besserwisserisch, altklug und gleichzeitig unvernünpftig rüberkommen, so wie halt Kinder sich manchmal versuchen bei Erwachsenen zu profilieren;)
Dumm ist nur, daß die Kindercharaktere meistens tatsächlich von den Erwachsenendarstellern ernst genohmen werden, weil es in RL selten bis gar nicht der Fall ist.
Die einzige glaubwürdige Kindercharakter, die mir einfällt, ist Newt aus Alien2. Sie hat mit den Erwachsenen agiert, war auch für ihre Verhältnisse selbständig (mußte sie auch sein, sonst hätte sie nicht wochenlang überleben können), aber hat auch kindliches Verhalten gezeigt (sie schreit auf und ruft nach ihrer Beschützerin, wenn sie angst hat).
Zu Sansa:
Posted 19 May 2012 at 01:54 ¶Sansa mag zwar die Vorzeigetochter sein, aber sobald es nicht ihren Vorstellungen läuft ist sie uneinsichtig und “dumm”.
Hat Cat wirklich versäumt, ihrer Tochter von der Brutaliät des wahren Lebens zu erzählen? Oder hatte es niemand für nötig gehalten, da sie ja “funktionierte? Immerhin war sie die wohlerzogene und manchmal wird das gerne mit Reife verwechselt.
Eddard hat wirklich kein Händchen zu seinen Töchter: Er bildet sich ein, Arya würde von harten Training geläutert zu einer feinen Hofdame entwickeln und Sansa wird ohne Rücksicht ihr Traum als Königin und Gemahlin des zukünftigen Königs, stehengelassen.
So, zurück in den eigenen Gefilden. Lange halte ich heute aber noch nicht durch. Das verlängerte Wochenende war anstrengend.
Um Sansa ein bisschen verständlicher zu machen, muss ich ein wenig in der Zeit zurück gehen und dann sehr weit ausholen.
Ja, Cat dürfte Sansas Erziehung weitgehend der Septa überlassen haben. Das war noch nicht mal wirklich Absicht. Das lag an anderen Umständen.
Erst kam Robb zur Welt und gleichzeitig Jon in die Familie. Wenn ich richtig rechne, waren die beiden drei Jahre alt als das süße kleine Schwesterchen geboren wurde. Als einziges Mädchen muss sie sehr verhätschelt worden sein, auch von den großen Brüdern. Die hat sie bestimmt immens verehrt, als sie in das Alter kam, in dem sie schon gerne mitgespielt hätte. Also so etwa mit drei bis vier Jahren. Das war allerdings genau der Zeitpunkt, an dem die beiden Jungs ihr erstes “richtiges” Training bekommen haben mit Trainingswaffen und ordentlichen Pferden. Wir sehen das an Bran, der ja in diesem Alter ist. Klein Sansa war also plötzlich für die vergötterten Jungs das kleine Baby, das nicht mitspielen konnte und durfte. Man wollte ja richtig Mann sein und kleine, anhimmelnde Schwestern passen da nicht so sonderlich.
Ziemlich gleichzeitig kam Arya zur Welt und wenn die von Anfang an so ein Sturschädel war, dürfte ihre Mutter alle Hände voll zu tun gehabt haben.
Klein Sansa war also plötzlich sehr alleine. Da gabs nur noch die Septa, die Zeit für sie hatte und ihr sowieso den ersten Unterricht geben sollte. Vorübungen zu den ersten Handarbeiten, Geschichten und Heldensagen. Was man einem so kleinen Mädchen halt schon beibringen kann. Das war Sansas Trost in einer Zeit, die sie die beiden Brüder und die Mutter gekostet haben dürfte.
Übrigens muss es sehr viel einfacher gewesen sein für ein Kind in diesem Alter, die Schuld beim Halbbruder zu suchen, der ihr den richtigen Bruder weg nimmt, so dass der nie mehr Zeit für sie hat, als diese Schuld beim Vater zu suchen, der das angeordnet hat. Eddard Stark ist für seine Kinder Gesetz und Ordnung. Er kann der liebevolle Vorlese-Vater sein, aber die Kinder kennen sehr genau auch sein anderes Gesicht wie wir von Bran wissen.
Die Septa ist leider keine sehr fähige Erzieherin. Sansa ist ein leicht beeinflussbares Kind mit wenig Selbstvertrauen. Das ist eine katastrophale Mischung. Für die kleine Sansa muss sich mit all den Geschichten eine Welt aufgetan haben, in der alles Gute irgendwann später kommt. Alles wird irgendwann wunderbar und alle die böse zu ihr waren, müssen dann leiden. Ha! Dass die es nur wissen!
In den folgenden Jahren musste Sansa mit ansehen, wie ihre kleine Schwester sämtliche Regeln über den Haufen warf, sich mit aller Sturheit gegen die typische Mädchen-Erziehung gewehrt hat und von den Jungs sehr viel voller genommen wurde als sie selbst. Trotzdem wurde Sansa nicht vom Blitz erschlagen oder aus der Familie geschmissen. Und das obwohl sie immer so schlimm war. Noch schlimmer: die Kleine kann auch noch manches besser als die Große.
Welch ein Glück, dass Arya wenigstens nicht sticken kann. In diesem “Schulfach” ist Sansa offensichtlich eine Künstlerin. Aber: während Sansa für ihre außergewöhnlich gute Reiterei überraschtes Lob bekommt, wird Sansas Stickerei zwar bewundert aber im Grunde genommen als selbstverständlich betrachtet.
Übrigens dürfte Arya davon profitiert haben, dass zwei Jahre nach ihrer Geburt Bran geboren wurden. In dem Moment, in dem ihr falsches Verhalten normalerweise Konsequenzen gezogen hätte, war ihre Mutter wieder mit einem Baby beschäftigt.
Rivalitäten zwischen Geschwistern sind vollkommen normal. Ich kenne keine Geschwisterpaare, egal welchen Geschlechts, die in trauter Harmonie zusammen leben. Was übrigens nichts darüber aussagt, wie sie sich als Erwachsene verstehen.
Sansa war also sehr bald die brave Tochter und Arya die schlimme. Auch Rollenverteilungen sind nicht ungewöhnlich in Familien. Sansas ganze Existenz begründet sich auf ihre Angepasstheit und die Aussicht auf das spätere wunderbare Leben, das einem gebührt, wenn man immer brav und sittsam war.
Und ja, sie darf so denken – sie ist elf!! Kinder sind schwer zu schreiben, weil Autoren Erwachsene sind und man oft nicht mehr weiß, wie das noch mal wirklich war in diesem Alter. Aber Martin hätte die Kinder auch alle Jugendliche sein lassen können. Es gibt bisher keinen vernünftigen Grund, diese Personen Kinder sein zu lassen. Die Geschichte funktioniert auch mit einer 16 Jahre alten Sansa und einer 13 Jahre alten Arya. Kein Mitleid hier mit Martin. Das hat er sich schon selbst eingebrockt. Wer übrigens über eine richtig gut geschrieben 11-Jährige lesen möchte, dem empfehle ich die Flavia de Luce Bücher. Die Leserschaft ist geteilt, die einen hassen die Protagonistin, die anderen lieben sie. Sie ist eine intelligente 11-Jährige mit kuriosen Gedankengängen und einem Hang zur Chemie.
Sansa ist elf bzw. später in Kings Landing wohl 12. Zwei solche Mädchen habe ich in meinem Freundeskreis. Eine davon ist mein Bücherpatenkind. Ihr Vater, den sie nie kennengelernt hat, kommt aus Nigeria und momentan fantasiert sie sich zusammen, wie romantisch doch das Leben dort wäre. Egal, dass der Vater bestimmen könnte, wen sie heiratet und dass sie dort wenig Rechte hätte. Das wäre bestimmt hochromantisch und die Erwachsenen wollen ja nur das Beste für einen also bestimmt auch den richtigen Ehemann. Sie müsste dann nicht zur Schule, müsste nichts lernen und bestimmt würde ihr Vater ihr ein Pferd kaufen. Dass ihre Mutter frustriert versucht, dem Mädel ein klein wenig Vernunft beizubringen stößt auf sehr taube Ohren. Sie ist 12 und sie darf das. Es gibt Erwachsene, die dafür sorgen, dass ihre Fantasie keine Wirklichkeit werden kann.
Mit der anderen 12-Jährigen und ihrer Mutter waren wir letzthin essen. Das Mädchen beschwerte sich bitterlich über einen Film, in dem der Bösewicht überhaupt nicht wie ein echter Bösewicht aussah, sondern ganz normal wie der Nachbar von nebenan. Auf Nachfrage erklärte sie, dass ein Bösewicht gefälligst erkennbar sein müsste an der Hakennase oder den buschigen Augenbrauen oder einem Buckel. Ihre Mutter verwies auf meine Hakennase, das brachte sie zum grübeln. Sie meinte aber dann, meine wäre nicht so richtig ausgeprägt. Nicht so wie bei einem Bösewicht. Da hatte ich ja noch mal Glück. Aber erkennbar müsse er einfach sein. Sonst ist es kein Bösewicht. Auf Grund dieses Films dreht sie jetzt grad mit einer Freundin einen eigenen Film mit gut erkennbarem Bösewicht, der auch schon gaaanz viele umgebracht hat. Indem er sie in einen Bach schubst, wenn sie Nichtschwimmer sind z.B. Und ein richtiger Bösewicht hat auch schon viele umgebracht, sonst gilt es nicht. Unter acht Morden ist es kein Bösewicht, das sind einfach zu wenige. Ihre letzten Deutsch-Schularbeit war eine Themaverfehlung. Sie hatte das vorgegebene Thema um die Odyssee einfach auf die Serie “Heros” umgeschrieben, weil ihr Odysseus viel zu langweilig war.
12 Jahre alte Mädchen, Gymnasium, unterstützende vernünftige Mütter, eine geht reiten und tanzen, die andere macht bei einem Theaterprojekt mit und filmt mit der alten Kamera ihrer Mutter. Keine besonderen Auffälligkeiten, total stur wenn es um Klamotten oder aufstehen geht und…. eben erst 12 Jahre. Deshalb gibt es Eltern, die sich um Kinder in diesem Alter kümmern.
Sansa ist naiv und lebt ihre Fantasiewelt, die so viel angenehmer ist als die Realität. Sie träumt von dem “Später”, in dem so viel positives passieren wird und ihre Schwester endlich nicht mehr besser ist als sie. Endlich zu ihr aufsehen muss, weil sie dann nämlich das Sagen hat. Alleine diese Fantasie zeigt ja schon, wie sehr Sansa eigentlich die Aufmerksamkeit ihrer Familie bräuchte. Sie wünscht sich Anerkennung von Arya, Robb und vor allem wohl von Jon. Es gibt keinen Beweis, aber die ganz kleine Sansa dürfte in den geheimnisumwobenen Jungen, dessen Mutter man nicht kennt, vielleicht ein wenig verliebt gewesen sein? Er hat bestimmt gut in ihre Heldengeschichten gepasst. Seine Gleichgültigkeit und die Tatsache, dass er ihre kleine Schwester lieber mochte als sie, muss sie hart getroffen haben und vielleicht ist er deswegen jetzt nur noch der Halbbruder.
Sansas Wutausbruch am Ende und ihre Tränen sind übrigens endlich einmal echt. Diese Szene kann ich mir richtig gut vorstellen. Eine total empörte Sansa, die nie das bekommt, was sie sich wünscht, die immer zurückstehen muss, der mit Ladys Tod ein großes Unrecht geschehen ist, faucht ihre kleine Schwester an, die womöglich ihren Wunsch erfüllt bekommt, die immer durchkommt obwohl sie sich nie an die Regeln hält. Was für eine Gemeinheit! Was für eine abgrundtiefe Abscheulichkeit! Und das ihr, wo sie doch mal Königin werden soll!
Hat Eddard übrigens wirklich zugestimmt, dass Syrio mitkommt nach Winterfell? Man sollte meinen, dass Syrio noch mehr zu tun hat als Arya zu unterrichten und vielleicht auch gar nicht in den Norden will. Jedenfalls ist Eddard wieder mal ein wunderbar idiotischer Vater, wenn er der einen Tochter ihren Wunsch gewährt und der anderen nicht mal genau erklärt, warum er ihr den ihren nicht erfüllen kann. So züchtet man Streit und Zwietracht im eigenen Haus. Mich wundert nicht, dass die Schwestern solche Rivalinnen sind.
Und natürlich ist Eddard ein Idiot, weil er so viele Leute in so kurzer Zeit vor den Kopf stößt. Ist er wirklich so blind für die Folgen seiner Handlungen? Dann hat Sansa womöglich ihre Naivität von zwei Seiten vererbt bekommen.
Posted 20 May 2012 at 23:02 ¶WillkOmmen zurück, Lia. Danke für diese sehr schöne Ausführung. Ich denke, wenn man so viele Erwachsene als Erzählfiguren hat, ist es schwer, sich die Jugend Sansas vor Augen zu führen. Man wird schnell ungerecht. Ich kenne jetzt auch keine 12-jährige…
Posted 21 May 2012 at 02:44 ¶Martin weist nicht explizit darauf hin, aber im Hintergrund ist dieses Wissen vorhanden. Er zeigt die beiden Schwester in einer Konkurrenzsituation, erklärt aber nicht, wie es dazu kam. Ich schau gerne mit dem Blick einer Mutter auf kindliche Figuren. Das ist grad bei Sansa und Arya sehr interessant.
In diesem Buch sind die beiden allerdings auch meist recht unrealistisch gezeichnet. Auch wenn Kinder und Jugendliche des Mittelalters schon ach so viel früher reif und erwachsen waren….. ich glaubs nicht. Was da in den Geschichten so auftaucht sind genauso durchgeknallte Kinder wie die heutigen. Die beiden Mädchen verhalten sich viel zu oft zu reif für ihr Alter, auch Sansa. Arya kommt selten als Neunjährige rüber. Das ist schade, weil die beiden ja ihre persönliche Sicht der Dinge erzählen können. Zeitweise klappts dann auch wieder zB bei der Schwärmerei der beiden Mädels für Syrio bzw. Joffrey oder wenn sie sich ihre eigene Welt erträumen, Arya als kämpferische Amazone im Kampf gegen Straßenkatzen, Sansa als Prinzessin, die mit ihrem Prinzen ausreitet.
Ich kenn Zwölfjährige. Die sind wirklich unglaublich. Vollkommen überlebensfähig, aber ohne einen Funken Realitätssinn.
Posted 21 May 2012 at 19:56 ¶Post a Comment