Wir haben unsere Bösewichte.
Im sechzehnten Kapitel kommt es zum ersten direkten Aufeinandertreffen von Stark und Lannister und merken: die werden noch Spaß haben. Für manche wird auch Sansa hier zu einem Bösewicht, so weit will ich nicht gehen.
Aber der Reihe nach.
Es dauert vier Tage, bis Arya gefunden wird. Die königliche Prozession macht in einer Burg halt, die einem Targaryen-Sympathisanten gehört. Auch hier wird wieder deutlich, wie sehr die Vergangenheit noch das Geschehen beeinflussen kann: der Burgherr verlor im Krieg all seine Söhne, und nun ist die Atmosphäre in der Burg sehr angespannt.
Arya wird sofert vor den König zitiert, um den Angriff auf Joffrey aus der Welt zu schaffen. Bei der Anhörung wird deutlich, dass Robert und Cersei keine liebevolle Beziehung führen und sich nicht einmal große Mühe geben, eine solche zu präsentieren. Er nennt sie »Weib« (»Dammit, Woman!«), sie schimpft ihn geizig. Auch zu Joffrey hat Robert anscheinend keine starke Bindung – er klingt sogar einfühlsamer, wenn er zu Arya spricht.
Als die ihre Sicht der Ereignisse erzählt, muss auch noch Roberts Bruder Renly lachen – er lacht den Prinzen in Anwesenheit aller aus. Das stimmt weder Cersei noch Joffrey freundlich. Joffrey erzählt seine Version – eine Lüge, die ihn gut aussehen lassen soll.
Dann passiert es.
Erst soll Sansa für Arya aussagen – Eddard hat die Wahrheit schon von Sansa gehört, aber eben von sieben Tagen.
She blinked at her sister, then at the young prince. “I don’t know,” she said tearfully, looking as though she wanted to bolt. “I don’t remember. Everything happened so fast, I didn’t see…”
“You rotten!” Arya shrieked. She flew at her sister like an arrow, knocking Sansa down to the ground, pummeling her. “Liar, liar, liar, liar.”
Auch dafür wird Sansa gehasst. Und doch… ist es nicht verständlich, was sie hier tut? Immerhin lügt sie nicht in der Art, dass sie Joffrey bestätigt. Aber hier steht sie, vor all diesen Leuten. Sie kann die Wahrheit sagen und die Seite der Schwester einnehmen, die immer alles ruiniert und so ganz anders ist. Oder sie hält zu ihrem Prinzen, dem zukünftigen König, und der Königin. Sie soll Joffrey heiraten – wie soll sie das, wenn sie ihren Prinzen (den sie bereits liebt!) der Lüge bezichtigt? Kann sie da überhaupt antworten?
All das wäre ja nicht einmal so schlimm. Selbst Robert meint, dass Kinder eben streiten. Was uns zum Auftritt der Bösewichte bringt.
“The king I’d thought to wed would have laid a wolfskin across my bed before the sun went down.” Robert’s face darkened with anger. “That would be a fine trick, without a wolf.” “We have a wolf,” Cersei Lannister said. Her voice was very quiet, but her green eyes shone
with triumph.
Ihre Augen leuchten triumphierend. Wie kann man das lesen und nicht gmummeln? Gut, einer dieser Wölfe hat ihren Sohn angegriffen – ich verstehe Cersei sehr gut. Aber der Text will nicht viel Verständnis für sie. Stattdessen erleben wir, wie die beiden Schwestern nun schreien und Lady retten wollen.
Und Robert? Der König lässt es geschehen. Er will Ruhe haben.
“Damn you, Cersei,” he said with loathing.
Ned stood, gently disengaging himself from Sansa’s grasp. All the weariness of the past four days had returned to him. “Do it yourself then, Robert,” he said in a voice cold and sharp as steel. “At least have the courage to do it yourself.”
Robert looked at Ned with flat, dead eyes and left without a word, his footsteps heavy as lead. Silence filled the hall.
“Where is the direwolf?” Cersei Lannister asked when her husband was gone. Beside her, Prince Joffrey was smiling.
Oh, wir wollen Joffrey bei den Bösewichten nicht vergessen. Während Sansa, die gerade immerhin ihn nicht hat auffliegen lassen, weinend zusammenbricht, steht der Prinz da und lächelt.
Eddard tut des Wenige, was er kann.
“Send for Ilyn Payne.”
“No,” Ned said. “Jory, take the girls back to their rooms and bring me Ice.” The words tasted of bile in his throat, but he forced them out. “If it must be done, I will do it.”
Cersei Lannister regarded him suspiciously. “You, Stark? Is this some trick? Why would you do such a thing?”
They were all staring at him, but it was Sansa’s look that cut. “She is of the north. She deserves better than a butcher.”
Als er den Leichnam des Wolfs in den Norden schickt (kein Euphemismus), ist die Königin denn auch für Ned »the Lannister woman« geworden. Cersei und Joffrey sind Schurken.
Ach, und einer fehlt noch. Es ist der Hound, Sandor Clegane, der die Leiche des Fleischrjungens anschleppt.
It was the butcher’s boy, Mycah, his body covered in dried blood. He had been cut almost in half from shoulder to waist by some terrible blow struck from above.
“You rode him down,” Ned said.
The Hound’s eyes seemed to glitter through the steel of that hideous dog’s-head helm. “He ran.” He looked at Ned’s face and laughed. “But not very fast.”
Ich liebe George Martin dafür, dass er Figuren hat, die ich hassen kann – und dann später Dinge tut, wodurch ich Sympathie fühle. Im Moment allerdings sind Cersei, Joffrey und der Hound ganz weit oben auf meiner Arschlochliste, gemeinsam mit Jaime Lannister, dem Kinderschubser.
Und jetzt kann ich wieder ein paar Tage warten mit dem nächsten Update… wenn ich denn verhindern kann, dass ich weiterlese.

Comments 20
Das ist ein Kapitel, bei dem ich kaum weiß, wo ich ansetzen soll. Hier läuft von Anfang an alles falsch, was nur falsch laufen kann.
Arya (ein acht Jahre altes Kind) verschwindet für vier Tage. Fantastisch, dass sie sich so lange verstecken konnte, ohne gefunden zu werden. Wo war sie in dieser Zeit und warum dürfen wir davon nichts lesen?
Joffrey wächst in einer äußerst destruktiven Familie auf. Zusammenhalt gibt es kaum, dafür jede Menge gegenseitige Anfeindungen. Liebe und Anerkennung (und wohlgemerkt sind diese beiden Dinge in solchen Familien oft miteinander verbunden) gibt es nur selten. Cersei hat wohl schon vor langer Zeit begonnen, ihren Mann zu hassen. Ihr Netz sind ihre Brüder, die auch schon keine positiven Charaktere darstellen. Im Grunde ist diese Familie der genaue Gegenpart zu den Starks. Der Umgang mit den jeweiligen Kindern zeigt das sehr deutlich. Bestehen solche Familien aus Bösewichten? Jein! Man kann sie so sehen, aber in der realen Welt besteht das Böse in solchen Fällen in erster Linie aus Dummheit und Unwissenheit. Ein Autor kann in seinem Buch natürlich solche Klischeefamilien bringen und sie in gut und böse unterteilen.
Klar ist jedenfalls, dass Cersei von Anfang an vor den Wölfen Angst hatte und sie nicht ihrer Nähe haben wollte. Sie nützt die Chance, dieses Problem sofort zu lösen.
Ein Zusatzbonus ist, dass sie auf diese Weise einen Keil in die Freundschaft zwischen Robert und Eddard treiben kann. Freundschaften verzeihen viel, aber wenn es um die eigenen Kinder geht, kennt man meist kein Pardon. Das ist ihr wunderbar gelungen. Die Lannisters sind in erster Linie ihrer Familie verbunden. Wer Verständnis für die Männer dieser Familie aufbringt, sollte das gleiche für Cersei tun.
Robert ist ein schwacher Mensch. Er lässt alles laufen und hofft, dass es sich von selbst löst. Seine Frau mag er nicht, aber er tut trotzdem, was sie verlangt. Im Gegensatz dazu hat er eine “Rechte Hand”, die er eben erst eingestellt hat. Dessen Rat ignoriert er. Ich frage mich also, wozu er Eddard in seiner Nähe haben will.
Interessant finde ich, dass er seiner Frau sonst nie nachgibt, an dieser Stelle aber schon. Er muss wohl davon überzeugt sein, dass dieser Weg der richtige ist. Das zeigt ihn als selten dämlichen Menschen. Sorry.
Außerdem finde ich interessant, dass Sansa die erste ist, die ihren Wolf verliert und damit ihren magischen Schutz. Was mit Aryas Wolf geschehen ist, wird sich vielleicht noch zeigen. Oder auch nicht? Erfährt man das jemals? Jedenfalls hat der Autor entschieden, dass die beiden Mädels für den Fortlauf der Geschichte keine Wölfe brauchen, keinerlei magischen Schutz benötigen.
Wahnsinnig schade! Wenn ich schon so ein magisches Tier einführe, sollte es einen Zweck haben. Ich hätte es toll gefunden, zu lesen, was die verschiedenen Wölfe bei ihren Besitzers bewirken. Bei Bran bekommt man einen Anflug davon, bei Jon auch. Bei Sansa und Arya besteht nun keine Chance mehr dafür. Sehr bedauerlich.
Und natürlich sind es wieder einmal Mädchen/Frauen, die hier benachteiligt werden. In meinen Augen grundlos benachteiligt. Wenn ich als Autor nämlich der Meinung bin, dass die Mädels keine brauchen, dann hätte ich von Anfang an nur die Wölfe der Jungs ins Spiel gebracht. In eienr Welt wie Westeros wäre das gar nicht so sehr aufgefallen. Es gibt ja vieles, was nur für Jungs ist.
Übrigens Wahnsinn, dass Eddard so wenig Interesse an den Wölfen hatte (die immerhin permanent um seine Kinder rum sind), dass er nicht mal ihre Namen kennt. Er sorgt immerhin für einen schnellen Tod. Keine Ahnung, ob sie die Ehre, im Norden begraben zu werden, wirklich zu schätzen weiß. Für Sansa mag das immerhin einen Unterschied ausmachen in ihrer Trauer. Wer jemals in diesem Alter ein geliebtes Tier verloren hat, kann sicher nachfühlen wie es ihr geht.
Und nein, Sansa ist absolut nicht böse. Ich bin sogar beeindruckt, dass sie versucht, irgendwie ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ohne ihre hassgeliebte Schwester zu verraten. Was hätte sie denn sagen sollen über den Mann, den sie in wenigen Jahren heiraten soll? Sansa ist klug genug, zu wissen, dass ihr dann die Hölle ins Haus steht. Sie ist leider noch zu jung, um zu ahnen, dass es dafür eh schon zu spät ist. Sie war bei Joffreys Demütigung dabei und das genügt oft schon für solche Jungs. Ich fürchte, dass sie keine so gute Ehe haben wird wie ihre Eltern und nichts mehr sonderlich schön und gut in ihrem Leben sein wird. In meinen Augen ist es schon viel, wenn sie ihre Schwester jetzt nicht abgrundtief hasst. Es ist für sie nämlich einfacher, ihrer Schwester die Schuld an dem Schlammassel zu geben und nicht Joffrey. Mit ihm wird sie ihr Leben verbringen müssen, ihre Schwester sieht sie irgendwann sowieso kaum mehr. Mal sehen, wie sich die Beziehung zwischen den Schwestern gestalten wird. Sansa ist intelligent und einfühlsam, irgendwie hoffe ich, dass ihr diese beiden Eigenschaften später noch helfen, ihren Weg zu gehen.
Außerdem ist da noch ein Kind mit im Spiel. Micah, der am Ende des Kapitels als Leiche auftaucht. War er auch vier Tage verschwunden und niemand hat nach ihm gesucht? Wie reagiert sein Vater nun auf den toten Sohn? Schade, dass ich Micah kaum kennenlernen durfte. Wieder eine Figur, die tot ist bevor man sie richtig einordnen kann.
Müssen wir jetzt eigentlich froh sein, dass Arya immerhin eine Gerichtsverhandlung bekommen hat und nicht einfach tot bei ihrem Vater abgeliefert wurde? Sind Kinder so wenig wert in dieser Welt? Eigentlich wundert mich das. Die Starks sind relativ kinderreich, aber noch lange nicht mit unseren herkömmlichen mittelalterlichen Familien vergleichbar. In einer Welt ohne Verhütungsmittel, in der es 14 Jahre keinen Krieg gegeben hat, sollten mehr Kinder da sein. Cat hat in vierzehn Jahren fünf Kinder geboren, alle mit größeren Abständen dazwischen. Das ist eigentlich ungewöhnlich. Entweder hat sie dazwischen einige Kinder verloren oder Eddard ist nicht sonderlich aktiv bei seinen ehelichen Pflichten. Verhütungsmittel dürfte es ja eigentlich keine geben. Schon keine so effektiven, dass sie jede Schwangerschaft verhindern. Robert hat zwei Kinder? Ok, er und seine Frau haben das Thema Sex vermutlich schon ad acta gelegt. Das dürfen wir also so nicht zählen. Cat’s Schwester hat einen Sohn? Auch nicht gerade viel. Man sollte meinen, dass in einer Welt mit so wenigen Geburten, Kinder einen sehr viel höheren Stellenwert haben.
Ich mag jetzt noch keine Arschlochliste erstellen. Anwärter sind sicherlich Viserys, Robert, Jaime und der Hound. Cersei ist eine manipulative Hexe und viel interessanter als der Rest der “Bösewichte”. Ich sehe sie als Weisse Hexe von Narnia.
Und Joffrey…. nun ja, Joffrey ist ein Kind. Er ist 13 und in diesem Alter sind sie alle nicht zurechnungsfähig. Er bräuchte dringend eine Auszeit von seiner Familie und ein besseres Vorbild, das ihm ein paar wesentliche Dinge des Lebens beibringen kann. Schlimm ist, dass diesem Kind so viel Macht zugestanden wird. Das tut Kindern eigentlich nie sonderlich gut. Wie sollen sie damit ohne jede Erfahrung zurecht kommen? Viele Erwachsene scheitern an einem Übermaß von Macht.
Posted 11 Feb 2012 at 21:36 ¶Ja, stimmt
Es gibt Verhütungsmittel, so einen Trunk, den man nehmen kann. Aber es stimmt schon, eigentlich müsste es mehr Kinder und wohl auch mehr tote Geschwister geben. Hm.
Posted 11 Feb 2012 at 22:36 ¶Ein Verhütungsmittel??? Och nööö, sag nicht, dass Martin so was eingebaut hat. Das sind meist so Details, die zum Schein ein Problem lösen, während sie tatsächlich jede Menge mehr Fragen und Logikfehler hervorrufen.
Posted 11 Feb 2012 at 22:45 ¶“Robert hat zwei Kinder?”
Joffrey, Tommen ,Myrcella sind drei, wenn ich mich nicht irre
Ich hab das Buch leider nicht zur Hand, daher meine Frage, wer war bisher alles POV?
Posted 12 Feb 2012 at 01:00 ¶Arya, Catlyn, Dany, Jon, Eddard, Tyrion, Bran?
Klischeefamilien/charaktere: Martin spielt damit, seine Figuren und deren Häuser zunächst sehr klischeehaft zu beschreiben. Die Lannisters wirken böse auf dich, Lia, was nicht verwundert und vermutlich auch gewollt ist. Bei Tyrion wird schnell klar, dass er keine grundnrgative Person ist (aber auch nicht grundpositiv), auch Jaime wird sich noch in einem anderen Licht zeigen. Der sehr harte Tywin (Lord Lannister und Vater der drei) hat auch noch einen bruder, der eigentlich ganz vernünftig ist. Ich finde gerade das faszinierend, wie unterschiedlich man die Charaktere sehen kann, je nachdem wie man liest und wie weit man in der serie fortgeschritten ist. Es gibt ja unterschiedlichste Meinungen über die Figuren. Manche werdeb gemocht und von anderen gehasst/für uninteressant befunden. Ich bin gespannt, wie lange dein verständnis bzw. dein interesse für/an cersei noch anhält.
Meiner Meinung nach ist Dämlichkeit eines der wenigen dinge, die Cersei und Robert verbindet.
Wölfe:
Dass Sansa ihren Schutz (Wolf) verliert ist in der Tat wichtig, auch das wird sich noch zeigen.
Nymeria kommt wieder vor, keine Sorge. Das Wilde, Selbständige aber auch das Einsame und Verlassene wird Mädchen und wolf verbinden.
Cat´s Schwester:
Auch der Umstand mit dem einen Kind wird erklärt werden.
Verhütungsmittel:
Da geht aber Quantität vor Qualität.
Posted 12 Feb 2012 at 13:04 ¶eher ein Aborttrank (moon tea, tansy)
Wenige Kinder kommen auch dadurch dass Frauen im Kindbett starben (Mutter von Tyrion) oder dass Frühgeburten nicht durchkamen oder dann immer kränklich waren (Elia Martell, Frau von Rhaegar)
Wir werden auch noch eine extrem kinderreiche Familie (Haus Frey) kennenlernen.
Stimmt, Tommen hab ich vergessen. Robert und Cersei haben also drei Kinder. Auch nicht besonders viel in 14 Jahren.
Ein Verhütungstrank also…. nun ja. Ich will da jetzt mal nicht hoffen, dass es ein Aborttrank ist. So was ist nie ungefährlich, schon gar nicht in einer mittelalterlichen Welt, die medizinisch nicht sonderlich fortschrittlich ist.
Die Pflanzen für diesen Trank wachsen also überall, sowohl im Norden wie auch im Süden. Sie sind allen Frauen gleichermaßen bekannt und auch wie der Trank gebraut wird. Oder wird der von den Maestern gebraut und ausgeteilt? Wie machen das dann Frauen, die keinen Maester haben? Die Pflanzen wachsen auch so zahlreich, dass sie nichts kosten und sich jede Frau frei bedienen kann. Das Wissen wird von Mutter an Tochter weitergegeben und gehört zum Allgemeinwissen. Die Männer akzeptieren, dass die Frauen alleine entscheiden, wie viele Kinder sie wann bekommen und ob sie überhaupt eines austragen wollen. Ne, is klar. Im Mittelalter war das ganz normal und wir haben seit Jahrhunderten perfekt funktionierende Verhütungsmittel, die nicht erst in den 70ern erlaubt und halbwegs erschwinglich wurden.
Ach, ich hasse die Idee mit den Verhütungsmitteln einfach. Ein Autor könnte das auch anders lösen. Wer sagt denn, dass die Frauen von Westeros genau den gleichen Zyklus haben müssen wie wir? Sie könnten weniger empfänglich sein, später reif werden oder aber bei einem potenten Mann dauerschwanger. Das war im Mittelalter durchaus öfter der Fall. Hat die Frau auch immer schön an ihrem Platz und abhängig vom Mann gehalten. Es wundert mich, dass die Männer von Westeros, die sonst den Frauen wenig Freiheiten lassen, hier so freigebig sind.
Wieso existieren Bastarde wie Jon Snow? Mit dem Trank hätte diese Schwangerschaft doch locker verhindert werden können.
Posted 12 Feb 2012 at 20:53 ¶Es gibt einen Trank zur Nidationsverhinderung (moon tea) und einen Aborttrank (mit der Pflanze tansy). Zumindest interpretier ich das mal so. Moon tea kann von Maestern ausgegeben werden, ja. Tansy ist nicht ungefährlich, was man auch noch sehen wird.
Posted 12 Feb 2012 at 23:24 ¶Ich glaube nicht, dass das Brauen von moon tea Allgemeinwissen der Frauen ist. Wenn es genannt wird, eigentlich nur bei adeligen Frauen (Maester) und so oft jetzt auch nicht. Die einfachen Frauen hatten wohl keinen Zugang dazu. Auch bei den adeligen Frauen scheint das nciht usus gewesen zu sein. Es gibt auch Bastarde von adeligen Frauen…
Jon Snow ist ein Wunschkind.
Es gibt einen Trank zur Nidationsverhinderung (moon tea) und einen Aborttrank (mit der Pflanze Tansy). Zumindest interpretier ich das mal so.
) Allgemein gebräuchlich war moon tea jetzt aber auch nicht, dafür gibt es genug Bastarde von aldeligen Frauen, fände es auch unrealistisch wenn es sowas wie unsere Pille wäre. Tansy war wirklich nicht ganz ungefährlich, davon werden wir auch noch hören.
Posted 12 Feb 2012 at 23:31 ¶Ich glaube nicht, dass moon tea wirklich Allgemeinwissen der Frauen war. Einfache Frauen hatten wohl keinen Zugang dazu und adelige konnten den tee von ihrem Maester bekommen. (vielleicht auch von irgendwelchen Kräuterweibern? aber an so einen Textstelle kann ich mich nicht erinnern und ist vermutlich mein eigenes Fantasyklischeedenken
Ein weiterer faktor für die verhältnismäßig wenigen Kinder (war mir noch nie aufgefallen, ehrlich gesagt) könnte auch eine höhere Kindersterblichkeit sein, v.a. im Norden und im Winter.
Jon Snow war ein Wunschkind
Also zumindest adelige Frauen und auch Männer dürften dann gar keine Bastarde haben. Die sind ja nur ganz selten Wunschkinder, sondern meist ein unerwünschter Nebeneffekt.
Bisher habe ich noch nicht viele Familien kennengelernt, aber die vorhandenen haben wenige Kinder in großen Abständen. Cat (die wir bisher am besten kennengelernt haben) überlegt zwar, dass sie ein weiteres Kind möchte, aber es wird nicht erwähnt, dass sie davor schon drei Mal schwanger gewesen wäre und das Kind verloren hätte. Hätte in meinen Augen dazugehört, wenn dem so gewesen wäre. Man denkt nicht an ein neues Kind ohne zugleich Angst zu haben, dass es wieder schief gehen könnte.
Zumindest die adeligen Frauen haben also jederzeit und überall Zugang zu diesem Trank, dessen Pflanzenbestandteile in jedem Gebiet in immer ausreichenden Mengen wachsen.
Die Kindersterblichkeit sollte hoch sein in einer mittelalterlichen Welt mit schlechter medizinischer Versorgung. Als Cat bei Bran sitzt existiert aber kein einziger Gedanke, keine einzige Erinnung an andere Kinder, die sie vorher verloren hat. Ihr ganzes Verhalten deutet darauf hin, dass Bran das erste Kind ist, das sie zu verlieren droht.
Bei Robert und Cersei könnte ich mir eher vorstellen, dass schon das eine oder andere Kind durch eine gewisse Vernachlässigung gestorben ist, aber auch hier gibt es keine Aussage zu: “Ich hab schon ein Kind verloren und muss nicht noch eines verlieren durch diese verdammten Wölfe!”
Beide Szenen wären übrigens eine Chance gewesen, beide Frauen noch lebendiger und weniger klischeehaft zu charakterisieren. So bleibt Cat die perfekte Ehefrau und Mutter und Cersei die unverständlich handelnde Weiße Hexe.
Posted 13 Feb 2012 at 07:48 ¶War das denn so, dass im MA adelige Frauen jedes Jahr ein Kind bekamen?
Posted 13 Feb 2012 at 15:37 ¶Ich glaube nicht.
Posted 13 Feb 2012 at 17:40 ¶Bin das gerade mal im Kopf durchgegangen und die meisten (adeligen) Familien haben 3-5 Kinder. Das finde ich jetzt nicht so abwegig, auch in einer MA ähnlichen Welt nicht.
In unserem Mittelalter war die Kindersterblichkeit tatsächlich sehr hoch. Kinder wurden auch erst gezählt, wenn sie das erste Jahr überstanden hatten. In vielen Kulturen wurden auch nur die Jungs gezählt und nicht die Mädchen.
Dazu kommt aber, dass das Mittelalter geprägt war von Kriegen und Kreuzzügen. Waren die Männer nicht zu Hause, wars besser, wenn die Frauen nicht schwanger wurden. Da gabs auch diese Erfindung namens Keuschheitsgürtel, die mancher Frau das Leben gekostet hat. Waren sie zu Hause und kamen ihren ehelichen Pflichten nach, dürfte eine Frau so etwa alle zwei Jahre schwanger gewesen sein. Neun Monate Schwangerschaft, danach je nach Gesundheitszustand der Frau und der Dauer der Stillperiode eine eingeschränkte Fruchtbarkeit…. meist dürfte es ein wenig gedauert haben bis zur nächsten Schwangerschaft. Gehen wir mal davon aus, dass ein Mädchen mit 15 verheiratet wurde und bis ca. 45 fruchtbar war. Das ergibt 30 Jahre, geteilt durch zwei, sinds 15 Kinder. Von diesen 15 hat etwa die Hälfte überlebt, manchmal mehr, manchmal weniger. Macht im Durchschnitt etwa 7 Kinder, die das Erwachsenenalter erreichten.
Also Karl der Große hatte 18 Kinder, Mathilde von England sieben, Eleonore von Aquitanien bekam zehn Kinder und Rudolf der Erste zeugte zehn Kinder. Woher habr ihr das mit den drei bis fünf Kindern?
Posted 13 Feb 2012 at 21:24 ¶Das bezog sich jetzt auf das Buch.
Posted 13 Feb 2012 at 22:31 ¶Robert hat übrigens 16 Kinder.
Und ein gewisser Walder Frey 27 plus (!) Bastarde, allerdings nicht von einer Ehefrau. Die anderen Familien im Buch haben aber meist so 3-5 Kinder plus evtl Bastarde. Ich finde das eigentlich ok.
Posted 13 Feb 2012 at 22:36 ¶Was das Verschwinden der beiden Schattenwölfinnen aus der Handlung betrifft, ist das zunächst einmal symbolisch interessant. Immerhin ist der Schattenwolf das Wappentier der Familie Stark und wir erfahren zu Beginn bereits, dass der Weg bzw. Aufenthalt in der Hauptstadt Kings Landing bisher der Familie nie Glück gebracht hat.
Der Norden ist außerdem eine wilde, harte Gegend, die Hauptstadt ist dagegen schon “zivilisiert”. Das Verschwinden der beiden Wölfinnen geschieht im Bereich des Necks, sozusagen im Grenzbereich zwischen Norden und Süden. Dass keine der beiden Schattenwölfin diesen überschreitet bzw. mit in die Hauptstadt kommt. könnte als Hinweis gesehen werden, dass die Hauptstadt und der Königshof auch weiterhin nicht der richtige Ort für die Familie Stark sind.
Was die Art des “Verschwindens” der beiden Wölfinnen betrifft, könnte das auch bereits ein Hinweis auf das weitere Schicksal ihrer Besitzerinnen sein. Lady wird von Edd getötet, der ihren Kadaver allerdings nach Wintersfell zurückbringen lässt und damit verhindert, dass sie für Cersei als Trophäe missbraucht wird. Vielleicht ist das ein Hinweis darauf, dass Sansa erst als Tote wieder nach Winterfell zurückkehren wird. Weiter könnte es natürlich auch ein Hinweis dafür sein, dass ihr weiterer Weg sie von ihrer Familie wegführen und die Bindung an diese möglicherweise gänzlich kappen wird.
Was Arya und Nymeria betrifft, möchte ich nicht vorgreifen, allerdings erfahren wir auch hier, warum Nymeria verschwunden ist.
Mit Blick auf spätere Entwicklungen der Schattenwölfe/innen sind mir beim erneuten Lesen gerade dieses Kapitels zwei Dinge aufgefallen.
Sansa lässt Lady Joffrey zu Liebe zurück und geht mit ihm spazieren. Joffrey fürchtet Lady offensichtlich, das dürfte tatsächlich ein Hinweis darauf sein, dass er für Sansa nicht der richtige Partner ist.
Allerdings werden wir noch zwei weitere Fälle, wo es eine Liebesbeziehung geht (im Gegensatz zu der Beziehung Sansa – Joffrey) beide Male um eine eindeutige Liebesbeziehung. In einem Fall ist der Kontakt zu Schattenwolf/wölfin während dieser Beziehung unterbrochen, im anderen Fall fürchtet der/die Partner/in den/die Schattenwolf/-wölfin. Der Ausgang beider Beziehungen ist unter diesem Aspekt ziemlich interessant.
Zweitens wird Lady leider nicht die einzige der Schattenwölfe/innen bleiben, die getötet wird. (Ich hoffe, dieser Spoiler ist im Bereich des Erlaubten.) In beiden Fällen kann dem Mitglied der Familie Stark nicht direkt die Schuld daran gegeben werden.
Sansa hat nicht damit rechnen können, dass Cersei ihre Wölfin einfach umbringen lässt, weil die andere nicht in Reichweite ist. Sie ist also – objektiv betrachtet – nicht schuld daran, wenn Lady getötet wird.
Indirekt allerdings ist mit Blick auf den Kontext eine weitere Deutung möglich: Ladys Verlust ist der Preis, den Sansa dafür bezahlt, dass sie nicht bereit war, ihrer Schwester zu helfen und gegen Joffrey auszusagen. (Hätte Sansa Aryas Aussage bestätigt, hätte Cersei keinen Vorwand gehabt, Lady umbringen zu lassen.)
Es geht mir hier nicht darum, ob Sansa schuld ist, sich falsch verhalten hat oder ähnliches, sondern nur um die Schlussfolgerungen, die sich bei einer solchen Sicht auf der symbolischen Ebene ergibt.
Sansa, im Konflikt zwischen ihrer Schwester (die eigene Familie, die Starks) und ihrem Verlobten (seine Familie, die Lannisters), versucht keine Entscheidung treffen zu müssen.
Sichtvariante 1:
Durch ihre Behauptung, sich nicht erinnern zu können, trifft Sansa indirekt eine Entscheidung, für ihren Verlobten und gegen die eigene Familie. (Der Verlust von Lady, die ihre Verbindung zu dieser symbolisiert, ist Bestätigung dessen.)
Sichtweise 2:
Posted 14 Feb 2012 at 00:02 ¶Sansa will keine Entscheidung treffen und versucht dies durch ihre Behauptung, sich nicht erinnern zu können, zu vermeiden. Sie bezahlt dafür mit dem Verlust ihres geliebten Haustieres.
Ein Hinweis darauf, dass Kompromisse bzw. Neutralität in der Buchwelt von Westeros bzw. GRRM als Lösungsmöglichkeit nicht gut sind?
Egal, welche Sichtweise man nimmt, Sansa hat die Arschkarte. Egal welche Entscheidung sie getroffen hätte, irgendjemand hätte sie dafür verurteilt. Dass sie mit ihren elf Jahren mit der Situation schwer überfordert war, gestehe ich ihr total zu. Ich hab hier im engen Freundeskreis zwei Mädchen mit elf und zwölf Jahren rum laufen. Die wären mehr als überfordert gewesen. Du liebes bisschen, wir reden hier von Kindern!
Ich glaube übrigens nicht, dass eine Aussage Sansas Zugunsten ihrer Schwester irgendetwas geändert hätte. Cersei waren die Wölfe schon länger ein Dorn im Auge. Hätte Sansa bestätigt, dass Aryas Wolf auf Joffrey los gegangen ist, wäre der Grund eben die Gefährlichkeit dieser Tiere gewesen.
Sansa ist vergleichbar mit Susan aus Narnia oder Jacob aus Twilight, beides Figuren die rein als Plot-Device hinzugefügt und später von den Autoren völlig ruiniert wurden. Ich behaupte jetzt mal, dass Sansa/Susan nur dafür existiert Arya/Lucy im Vergleich sympathisch und interessant aussehen zu lassen und aus der Geschichte entfernt wird, sobald sie dafür nicht mehr gebraucht wird.
Posted 14 Feb 2012 at 21:15 ¶“Sansa ist vergleichbar mit Susan aus Narnia oder Jacob aus Twilight, beides Figuren die rein als Plot-Device hinzugefügt und später von den Autoren völlig ruiniert wurden. Ich behaupte jetzt mal, dass Sansa/Susan nur dafür existiert Arya/Lucy im Vergleich sympathisch und interessant aussehen zu lassen und aus der Geschichte entfernt wird, sobald sie dafür nicht mehr gebraucht wird.”
Bis zu diesem Punkt sieht das so aus, ja. Aber Sansas und Aryas Wege trennen sich später (denke das darf ich schreiben), so dass der direkte Vergleich nicht mehr gegeben ist. Zudem macht Sansa eine gewisse Entwicklung durch (zugegeben: über 4 Bücher….) und wird auf ihre Weise wichtig. Von daher würde ich das jetzt nicht so empfinden.
Posted 14 Feb 2012 at 21:40 ¶Aber gerade an Arya und Sansa scheiden sich die Geister, wobei die Tendenz eher zum Arya mögen und Sansa nicht-mögen geht, das muß man schon sagen.
Wundert mich nicht, das geht ja auch vom Autor aus. Er macht sehr, sehr deutlich, welche Figur man zu lieben und welche man zu hassen hat.
Jacob macht in Twilight auch eine gewisse Entwicklung durch, vom süßen Sunnyboy im zweiten Band zum frustrierten und depressiven Baby-Imprinter. Auch das war die Entscheidung einer Autorin.
Susan macht auch eine gewisse Entwicklung hin zu einer jungen Frau, die mit den Spielen ihrer Kindheit abgeschlossen und sich aufs Erwachsenenleben konzentriert hat. Auch das hat ihr Autor so geschrieben.
Jetzt bin ich eben gespannt, ob Sansa ein wenig mehr Chancen erhält, als Jacob oder Susan.
Posted 14 Feb 2012 at 22:37 ¶Mich frustriert Sansa über die ersten Bücher bisweilen sehr, ich habe da eine emotionale Achterbahnfahrt. Erhoffe mir aber viel für die noch nicht erschienen Bücher – was zeigt, wie lahm das ist.
Posted 15 Feb 2012 at 06:27 ¶Ich denke, viele Eltern mit Kindern in diesem Alter werden dir bezüglich der Frustration zustimmen.
Die sind alle so in dem Alter!
Posted 15 Feb 2012 at 21:23 ¶Post a Comment