Ich sitze gerade im Zug – ich pendele jeden Tag knapp drei Stunden, und die jeweiligen Zugfahrten, in denen ich nicht schlafe, dienen als Blog-Zeit. Ich denke an die vielen Blogbeiträge, die ich in letzter Zeit nur mehr im Geiste verfasse. Ich denke daran, wie lange ich mit Stephenie Meyer verbracht habe. Ich frage mich, ob meine Zeit mit »Twilight« gut verbracht wurde.
Die Antwort fällt für mich eindeutig aus.
Ich schreibe gerne. Ich blogge gerne. Ich genieße es, Gedanken aufzuschreiben, die mal nicht mit meinem Unterricht zu tun haben. Ich genieße ebenfalls den Austausch mit den LeserInnen in den Kommentaren. Die Wahrheit ist: Stephenie Meyer hat mich am Schreiben gehalten. Alle vorgedachten Blogbeiträge wurden geopfert, aber »ich muss noch einen Twilight-Blog schreiben«. Weil es Leute gibt, die das lesen und lesen wollen, weil ich da Kommentare habe. Weil mir diese Inhalte auf der Seele brennen.
So komisch das klingt, aber Twilight war mir wichtig. Und jetzt droht es, mir zu fehlen. Da werde ich schon wehmütig.
Ich bin ausgezogen, eine durchschnittliche Kritik des dritten Buches in ein rechtes Licht zu rücken. Das ist jetzt schon fast nicht mehr wahr. Das ist Jahre her: mein erster Beitrag zu Twilight datiert vom Februar 2009.
In dieser Zeit habe ich mich weiter entwickelt. Ich habe angefangen, diese ersten Beiträge zu überarbeiten, und muss der Versuchung widerstehen, zu viel zu ändern. Aber sicher habe ich damals einige Dinge anders oder nicht gesehen. Um die Versuchung etwas abzuschwächen, möchte ich hier ein Fazit abgeben.
Die Biss-Reihe von Stephenie Meyer – Smeyer – hat mich vielfältig überrascht. Ich hatte angenommen, hier ein religiös durchsetztes Buch zu finden, was sich auch in meinen Beiträgen lange Zeit verfolgen lässt. Aha!, würde ich denken, da steckt die Mormonin. Aber im Rückblick sehe ich das etwas anders. Zweifellos wurde Smeyer von ihren religiösen Überzeugungen beeinflusst – Edward als Engelsgestalt beispielsweise. Aber dies sind keine mormonischen Lehrbücher.
Vielmehr sind es konservative Lehrbücher. In der Welt von Twilight ist noch alles in Ordnung. Hier hat jeder seinen Platz, und Autoritäten werden auch nicht einfach abgesetzt, nur weil sie korrupt und ineffektiv und mörderisch sind. Frauen kochen und putzen und gehorchen ihrem Mann. Überhaupt brauchen sie alle einen Mann. Liebe ist vorbestimmt und hält ewig. Frauen wollen in Wahrheit alle Mütter werden, auch auf Kosten ihres Lebens. Männer haben Probleme müssen Selbstkontrolle üben und werden von Frauen in Versuchung geführt. Ältere Männer und junge Frauen passen gut – bis hin zu Zweijährigen und Neugeborenen, die schon ihre zukünftigen Männer kennen.
Kurz gesagt: Frauen definieren sich über ihre Männer und nichts ändert sich je.
Das geht so weit, dass Bella Swan als Protagonistin von vier Büchern nahezu keine eigenen Entscheidungen trifft und keine, die nicht mit ihrem Mann oder ihrem Kund zu tun haben. Sie ist die passivste Hauptfigur, die ich jemals gelesen habe. Was auch daher kommt, dass eben der Erhalt des Status Quo als erstrebenswert gilt – und Stephenie Meyer sich nicht entschließen kann, diesen Status zu gefährden.
So ist das nämlich hier. Nahezu nie ist wirklich jemand oder etwas in Gefahr, und die wenigen Male, wo das anders ist, löst sich die Gefahr meist in Wohlgefallen auf. Selbst romantische Komödien, das zahnloseste Genre des Films, bringen das Liebesglück irgendwie in Bedrängnis. Aber über weite Strecken dieser Bücher wünscht man sich, dass irgendetwas passiert. Bis etwas passiert und man denkt: »nicht das!«
Letztendlich fällt es mir schwer, meinen größten Kritikpunkt für diese Reihe zu küren. Ist es die überladene, überdramatische Sprache? Oder vielleicht eunfach nur die Tatsache, dass Stephenie Meyer einfach schlechtes Englisch schreibt? Stilistisch jedenfalls sind diese Bücher auf einem Niveau, das ich für Verlagswerke nicht akzeptieren kann. Ich könnte es auch für Eigenproduktionon nicht akzeptieren, aber bei Verlagswerken sollte man meinen, dass die Verlage Mechanismen haben, so etwas zu verhindern – dafür kriegen sie schließlich Geld.
Sind es doch die statischen, klischeehaften Figuren? Hier verändert sich nicht nur niemand, sondern allein die Hauptfiguren sind eindimensional und überperfekt (für Stephenie Meyer). Die Nebenfiguren existieren nur, wenn sie benötigt werden. Für jemanden, die sich selbst als Charakterautorin bezeichnet, ein völliger Reinfall.
Ist es vielleicht der mangelhafte Weltentwurf? Nicht nur, dass Smeyer versagt, sich unsere Welt mit Vampiren, Werwölfen usw. vorzustellen und entsprechende konsistente und konsequente Veränderungen vorzunehmen. Nicht nur, dass die Fähigkeiten keinen festen Regeln unterliegen. Nein, Stephenie Meyer schafft es nicht mal, unsere Welt korrekt darzustellen. Von Reiseentfernungen über Geschwindigkeiten beim Laufen und Baseballspielen hin zu nicht existenten Währungen (1000-Dollar-Schein) – so funktioniert unsere Welt nicht.
Ist es die Ideologie in diesen Büchern? Ich bin in nahezu allen Bereichen wahrscheinlich das Gegenteil von Stephenie Meyer, darum stößt mir natürlich besonders auf, dass hier starre Geschlechterbilder als perfekt gelten, dass Homosexualität nicht einmal vorkommt, dass die Bücher zumindest bedenkliche Rassen- und Kulturvorstellungen haben. Davon, dass sich hier Männer stets in sehr (sehr, sehr) viel jüngere Frauen verlieben, fange ich gar nicht erst an. Ethnie, Geschlecht, Sexualität – und Smeyer macht auch noch die Klassenkiste auf, wenn die Cullens wirklich eklig reich dargestellt werden, die absolut nichts wertschätzen oder weitergeben.
Ist es vielleicht der abwesende Plot? Es gibt nahezu keine Konflikte, und die wenigen, die da sind, besitzen keine Zugkraft, weil sie ungefährlich sind, auf Nebenschauplätze beschränkt oder beides. Es passiert auch einfach kaum etwas in diesen Büchern. Sie sind langweilig.
Ist es das verschenkte Potential? Immer wieder stießen wir auf Elemente oder Ansätze, die sich für eine tolle, spannende Geschichte geeignet hätten – aber nie ergab sich etwas daraus. Wenn Smeyer das überhaupt versuchte, kam sie sich selbst in den Weg. Als sie Jacob stärker zum Rivalen aufbauen wollte, zerstörte sie mit ihrer giftigen Ideologie diesen Gegenentwurf zu Edward – so sehr, dass Fans meinen, hier sei bewusster Charaktermord geschehen.
Ein Element ist sicher auch der Erfolg dieser Bücher, denn dass so viele Menschen diese Reihe lesen und unkritisch genießen, ja zu flammenden Fans werden, tut mir in der Seele weh.
Aber ich will ein spezielles Element aufgreifen, dass mir am schwersten wiegt. Es ist das unfassbare Desinteresse, von dem diese Reihe zeugt, und dass alles andere, was ich oben angesprochen habe, beinflusst.
Für Stephenie Meyer gibt es ganz enge Rollenschubladen und Verantwortungen. Sie will gar nicht wissen, ob es andere Entwürfe gibt. Für sie gibt es klare Regeln und Muster. Sie will nicht wissen, ob die Welt, ob Menschen vielfältiger sind. Sie will einfach nur Vampire und Wölfe haben und die Fähigkeit, Gedanken zu lesen. Sie will gar nicht wissen, was das für die Welt, für Lebewesen bedeutet. Sie schreibt so, wie sie es aus den Fanforen kennt. Sie will gar nicht wissen, was Sprache macht, was Sprache sein kann. Sie will ab und an nur etwas beschreiben und gar nicht wissen, ob sich hier Potential versteckt. Sie weiß nicht, was Lebewesen antreibt, wie die Welt aussieht, welche Konsequenzen sich aus Verhalten ergeben – und sie will es nicht wissen.
Stephenie Meyer verrät in dieser Reihe ein sehr begrenztes Weltbild, ein sehr klares Weltbild, ein sehr einfaches Weltbild – und dazu den Unwillen und das Desinteresse daran, ob es überhaupt Komplexität gibt. Geschweige denn, was diese bewirkt. Diese Reihe ist bestürzend denkfaul, und wenn SchriftstellerInnen für mich eines nicht sein sollten, dann ist es denkfaul. Wer fremde Welten und Figuren entwirft, sollte ein Interesse an diesen haben. Stattdessen ist Bella eine Figur, die sich äußerlich an Stephenie Meyer anlehnt und ansonsten bis zum Schluss eundimensional bleibt, sich nicht entwickelt und stets unsympathisch dramatisch, unreflektiert, selbstzufrieden und passiv-aggressiv ist, vielleicht sogar depressiv.
Die Twilight-Reihe ist eine Schande. Sie ist verschenktes Potential, sie ist mitunter grotesk schlecht geschrieben und stets grotesk schlecht geplottet. Sie enthält verstörende Ideologie. Vor allem aber macht sie eins nicht: neugierig. Sie stumpft ab, sie lässt zufrieden sein, sie schränkt ein – und wenn Literatur für mich eins tun soll, dann Schranken einzureißen, nicht sie errichten.
Twilight ist literaturfeindlich und menschenfeindlich.
Diese Bücher sind keine Machwerke; Machwerke sind für mich bewusst ideologisch zersetzend. Twilight macht mir eher den Eindruck, dass Stephenie Meyer ein romandisches Ideal beschreibt und gar nicht merkt, was da mitschwingt. Machwerke stellen sich Fragen und beintworten sie tendenziös – Smeyer ist unreflektiert. Tatsächlich hatte ich mitunter den Eindruck, einen unangenehm intimen Einblick in Stephenie Meyer selbst zu bekommen, anstatt Bella auszuloten.
Diese Bücher sind aber auch kein Schund. Dis hieße für mich einfach stereotype Schnellproduktionen. Viele Romanzen folgen so sehr einem Bauplan und sind so unauffällig geschrieben, dass sie Schund sind. Aber Schund kann man mit ironischer Distanz genießen. Mit Twilight kann ich das nicht, weil die enthaltenen Botschaften viel zu unangenehm sind.
Twilight ist vielmehr Unliteratur, es sind Un-Bücher. Sie sind das Gegenteil dessen, was ich von Büchern erwarte oder erhoffe, in allen Belangen. Sie sind aktiv beschränkend statt befreiend. Und da ich, da wir genau das getan haben, was Smeyer nie tat und was man nicht hätte tun dürfen – Fragen zu stellen und genauer hinzusehen – war zwar der Austausch immer eine Freude, die Lektüre aber mitunter sehr anstrengend.
Ich hasse diese Reihe.
Wohlgemerkt nicht die LeserInnen. Diese haben vielleicht eine Distanz eingenommen, wodiuch sie genießen können, ohne sich zu Herzen zu nehmen, was mich anficht. Und selbst wenn haben auch sie das Recht, vielleicht auch tendenziöse oder von mir verhasste Bücher zu lesen und zu mögen.
Was also nun? Wie geht es weiter?
Ich sage ehrlich: ich will weiter mit euch Bücher lesen. Ich möchte Bücher lesen, die ich auch ideologisch hinterfragen kann. Es sollten Bücher sein, die bekannt und verbreitet sind, damit vielleicht auch Fans hierher finden, wie es ja auch manche taten, die Twilight lasen. Ich muss jetzt allerdings nicht unbedingt eine paranormale Romanze haben, und wenn möglich keine Endlosserie. Siehe aber unten.
Ich habe einmal ein paar Vorschläge gesammelt und kommentiert:
- Sookie Stackhouse-Romane, Charlaine Harris. Diese Bücher liegen der Serie True Blood (lose) zugrunde. Im Moment habe ich eher weniger Lust dazu, diese lange paranormale Romanze zu lesen, weil sie mir nicht gehaltvoll genug erscheint.
- Anita Blake, LK Hamilton: Eine totale Endlosreihe, die trotzdem ganz interessant sein könnte, wenn ich vielleicht nicht alle 30 oder so Bände lese. Ist sicher eher ein Klassiker, keine Ahnung, ob die heite noch sehr gelesen werden. Könnte auch mal was Gutes enthalten.
- Eragon, Pierre Paolo Passolini (ja ja): der vierte Band erscheint jetzt, und Eragon ist sicher eine Reihe, die man auseinandernehmen kann. Aber steckt da wirklich Potential drin, das über »schlecht geschrieben« hinausgeht?
- Das Lied von Eis und Feuer, George RR Martin: inzwischen sieben Bände. Ich kenne diese Bücher sehr gut, habe aber zugleich eine kleine Entzauberung an mir erlebt, sodass ich die Reihe inzwischen sehr viel kritischer sehe. Eine genaue Beschäftigung könnte Spaß machen, und HBO macht da gerade eine Serie draus.
- Die Orks / die Zwerge / die Elfen / usw.: Deutsche (?) Fantasy, die aber vielleucht eher als Schund durchgeht denn wirklich gehaltvoll ist.
Und nach Amazon-Bestsellerliste:
- Darien Morgus-Reihe, Bran Stark: »Sie sind ein Vampir, 200 Jahre jung, ein Rockstar, ein cooler Typ! Sie verlieben sich in eine attraktive Frau, nennen wir sie Eva. In Ihrer dunklen Seele scheint endlich die Liebessonne … und unvermittelt erwachen Sie in einem Militärgebäude, gefangen und bewacht.« Das klingt schon bescheuert. Insofern ein Kandidat.
- Die Berlin Gothic-Reihe, Jonas Winner: alle 2 Monate ein neues Buch ist Garantie für Bücher, die man kritisch beäugen kann. Aber gehaltvoll?
- House of Night, Kristin und PC Cast: Mutter und Tochter schreiben einen Gegenentwurf zu Twilight? oh Mann…
Ich bitte meine LeserInnen: Denkt mal drüber nach, ob ihr passende Buchkandidaten kennt. Oder eure Bekannten. Mein Schreiben, mein Bloggen lebt eben auch davon, dass ihr kommentiert, evtl. mitlest.
Ein wenig Zeit ist noch, aber ich werde dann bald ein Stimmungsbild einholen und mich entscheiden.
Ein wenig Zeit? Ja, weil ich Stephenie Meyer natürlich nicht ohne Abschied gehen lassen kann. »Das kurze zweite Leben der Bree Tanner« erwartet mich. Und euch. (Wenn der zweite Teil des letzten Twilight-Films raus ist, gibt es auch eine Kritik dazu).
Ich freue mich schon.

Comments 11
Jetzt melde ich mich als sonst stumme Leserin auch mal: Vielen, vielen Dank für deine Beiträge! Sie haben mir immer irre viel Spaß gemacht und es wird mir echt fehlen, jeden Tag zu schauen, obs was neues gibt. Es gibt nicht viele Leute, die so durchdacht über Bücher schreiben – selbst bei Twilight gehts meistens nicht über “Booaaah, voll schlecht” hinaus. Ich hab mit 13 mit Twilight angefangen, jetzt bin ich 17 und es war toll, neu über die Bücher nachzudenken.
Über eine Eragon-Kritik würde ich mich freuen wie ein Schnitzel – da ist auch viel ideologisch Bedenkliches drin und eine Menge überzogener Klischees!
Posted 25 Nov 2011 at 17:58 ¶Auch von mir ein Danke, daß Du die Brechreihe “zerrissen” hast
Durch Deine Beiträge kann ich andere vor der Reihe warnen und auch besser begründen ohne Geld in Smeyers Rachen geworfen zu haben.
House of Night ist zwar ein Gegenwurf zu Twilight, geht aber leider in die andere Extreme. Ach ja und die Autorin neigt genauso wie Smeyer an Selbstüberschätzung und Größenwahn.
Btw: Zu der House of Night gibt es einen Weblog von thegreatL auf Animexx. Empfehlenswert
Posted 25 Nov 2011 at 18:37 ¶Allerdings gibt es einen Harken; Man muß dort angemeldet sein.
Drei Worte: Vom Winde verweht.
Da haste auch ne schön aktive Heldin
Und ja, auch bedenkliches.
Und unfassbare Rollenklischees auch.
Edith Wharton, Zeit der Unschuld ist auch schön, richtig gut geschrieben mit Ironie und Menschenkenntnis.
Posted 25 Nov 2011 at 18:45 ¶Danke nochmal für die Beiträge.
Ich bin immer noch für die House of Night-Bücher. Da gibt es viel zu kritisieren, aber auch ein paar interessante Stellen. Vielleicht auch “Tagebuch eines Vampirs” von Lisa J. Smith. Stephenie Meyer hat ihr anscheinend ihre Ideen für Twilight geklaut. Dafür gibt es eine Serie zu den Büchern und die Hauptpersonen wurden dem Twilight-Hype angepasst. Aus der blonden, selbstbewussten Hauptperson der Bücher wird ein braunhaariges Bella-Ebenbild und eine der männlichen Hauptpersonen bekommt sogar eine Edward-Frisur. Die Bücher sind meiner Meinung nach aber ein bisschen besser als Twilight geschrieben. Es gibt sogar eine Handlung, ein paar spannende Stellen und interessante Nebenrollen.
Sind leider alles paranormale Romanzen.
Posted 25 Nov 2011 at 20:19 ¶Ich freu mich sehr, dass du weitermachen willst. Mir hätte sonst echt was gefehlt.
Steph Meyer hat etwas getan, was Frauen normalerweise nicht tun: sie hat ihre eigenen Fantasievorstellungen aufgeschrieben und letztendlich sogar veröffentlicht. Fantasien können befriedigend sein, aufregend und ausgesprochen angenehm. Grundsätzlich sind sie aber Privateigentum, die man bestenfalls mit sehr nahen Menschen teilt. Vor allem kann man nicht davon ausgehen, dass andere Menschen sie überhaupt teilen wollen.
Steph hat veröffentlicht und vielen Frauen und Mädchen hat ihre Fantasie gefallen. Bella ist eine Heldin, die nichts tun muss, nichts können muss, sich nicht beweisen muss und trotzdem alles bekommt, was sie sich wünscht – und das für alle Zeiten. Wer unschuldig ist und sich noch nie gewünscht hat, Verantwortung einfach loslassen zu können, keine Entscheidungen treffen zu müssen und ein problemloses Leben in Reichtum verbringen zu können, werfe bitte den ersten Stein. Ich tu’s sicherlich nicht. Auch wenn der Großteil dieser Bücher sich absolut nicht mit meinen Vorlieben decken, kann ich zumindest ansatzweise den Reiz nachvollziehen, den sie auf andere ausüben. Wenn auch nur ansatzweise.
Zu den Vorschlägen:
ich lese grundsätzlich alles mit, was über amazon oder im normalen Buchhandel zu bekommen ist. Leider hab ich immer noch keinen E-Reader. Die Eragon-Bücher kenne ich, mein Sohn hat eben den vierten Band fertig gelesen. Sie bieten sicher einiges. Über das “Lied von Eis und Feuer” habe ich inzwischen einiges gehört und eine Auseinandersetzung damit könnte interessant sein. Mein Vorschlag wären noch die Abarat-Bücher, weil die auch auf seltsame Art und Weise sauschlecht sind.
Jetzt freue ich mich aber erst mal auf Bree Tanner.
Posted 25 Nov 2011 at 22:59 ¶Au ja, ich freue mich auch auf weitere Verrisse! Von mir an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön für deine höchst amüsanten Texte.
Bei den LeserInnen frage ich mich auch immer, was man an so einer Reihe finden kann. Ich habe den Eindruck, das ist ähnlich wie bei diesen Trash-Fernsehsendungen á la RTL & Co, einfach Hirn abschalten, sich berieseln lassen und sich gegebenenfalls über die Protagonisten lustig machen.
Posted 26 Nov 2011 at 13:46 ¶Danke für die lieben Kommentare!
Lia, gut formuliert mit den Fans. Twilight ist gar nicht meins, aber gut.
Posted 26 Nov 2011 at 15:23 ¶Danke für deine Reihe. Ich habe sie jetzt die letzten 1,5 Jahre kontinuierlich gelesen.
Seit 4 Monaten bin ich auch mit einer wunderbaren Freundin zusammen und sie liebt Twilight. Dank deines Blogs kann ich nun viel besser argumentieren warum es Schund ist
Danke für die schöne Zeit und es würde mich freuen weiter von dir zu lesen.
Posted 27 Nov 2011 at 15:42 ¶Wie schön, dass du weitermachen willst, obwohl du Twilight gelesen hast.
Wenn du etwas lesen willst, worüber du dich aufregen kannst, dann versuch es mit “Tagebuch eines Vampirs – Im Zwielicht” von Lisa J. Smith. Das finde ich eigentlich schlimmer als Twilight, wobei ich nur den ersten Band las. Ich glaube, ich habe es dir auch schon einmal “empfohlen”.
Posted 29 Nov 2011 at 10:58 ¶Lieber Patrick,
auch wenn das etwas verspätet kommt – ich möchte mich auch noch für die vielen unterhaltsamen und lehrreichen Stunden mit Deiner Kritik bedanken! Da ich erst vor ein paar Wochen eingestiegen bin, hatte ich den Vorteil, alles an einem Stück lesen zu können. Nach dem Motto „nur einen Beitrag noch“ sind bei mir ganze Abende draufgegangen…
Die Grundidee der Bücher ist toll (und ich verstehe dass sie viele Frauen, auch mich, angesprochen hat) und es ist einfach so unendlich schade darum…
Mir bleibt nur zu hoffen, dass Frau Meyer (im Gegensatz zu dir) an so mancher Stelle vielleicht nicht einmal bewusst mit Metaphern gearbeitet hat…Eben wie früher im Deutschunterricht, wenn man bei sich dachte: Hey, vielleicht fand der Autor es auch nur supercool eine nackte Frau im Jambus einzubauen, ohne dass das eine Metapher für sonstwas ist…Mit diesem Gedanken erhalte ich zumindest die Hoffnung am Leben, dass nicht ALLE sexistischen, rassistischen, antifeministischen und einfach bekloppten Elemente bewusst eingebaut sind…wobei, wenn sie unbewusst waren sagt das ja auch etwas über Frau Meyer aus…ach lassen wir es gut sein!!
Liebe Grüße und noch mal Danke für die viele Mühe, die du dir mit dieser Besprechung gegeben hast!
Posted 14 Aug 2012 at 19:42 ¶Hui, danke!!
Bald kommt ja der zweite Teil des Films raus, vielleicht findest du dich für dieses Encore wieder ein?
Posted 14 Aug 2012 at 20:00 ¶Post a Comment