(und skeptische Frauen)
Warnung: Sexismus ahead
Schon ein wenig her, aber vorher konnte ich darüber nicht schreiben, weil ich mich viel zu sehr aufregte. Rebecca Watson beschreibt den Nachhall von »Elevatorgate». Noch mal kurz zusammengefasst: Watson hält einen Vortrag, dass sie Anmachen auf Konferenzen scheiße findet. Sie spricht bei einem Bierchen darüber. Um 4 Uhr morgens sagt sie, müde zu sein. Ein Kerl folgt ihr in den Aufzug und macht sie an. Rebecca macht ein Video und sagt: Jungs, so was ist scheiße.
Ein Shitstorm bricht über sie hinein: wie könne sie nur und so weiter und so fort. Auf dem Blog einer anderen Skeptikerin bekommt sie Spitznamen wie »Rebecca Fotzon«. Das alles ist nun Wochen her.
Oben beschreibt sie nun, wie sie immer noch mehrmals wöchentlich beleidigende E-Mails kriegt. Sie hat Blogs, die sich nur ihr widmen. Es gab sogar den Versuch, eine Kategorie auf reddit nach ihr zu benennen. Ihre Vergangenheit wird durchleuchtet. Sie spricht von täglich tausenden von YouTube–Kommentaren, die sie beleidigen und bedrohen.
Das ist das Schicksal einer Frau, die sich im Internet »aufsässig« zeigt, wie auch dieser Artikel bei Tiger Beatdown zeigt (via). Ehrlich, wenn ihr heute nur einen Beitrag lest, dann diesen. Ja, er ist beängstigend und deprimierend, aber auch wichtig. Richtig wichtig.
Es schmerzt mich, dass selbst bei den ach so aufgeklärten und rationalen Skeptikern das anscheinend nicht anders ist.
Ich finde das so scheiße, dass ich eine Woche lang nicht darüber schreiben konnte. Watson erlebt das Tag für Tag für Tag (so wie viele andere Nicht–Kerle im Netz). Ich weiß gar nicht, wie viel Kraft und Mut es kosten muss, sich da aufzuraffen. Nicht aufzugeben. Schon gar nicht weiß ich, ob ich diese Kraft und diesen Mut hätte oder längst die Klappe hielte.
Meine Hochachtung gilt Menschen wie Watson, und mehr noch Menschen wie den Friedensnobelpreisträgerinnen Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman, die gegen größten Widerstand das zu erlangen suchen, was ich als selbstverständlich betrachte. Wo auch heute bei jeder Revolution Frauen zu den Gearschten gehören, kann ich nicht umhin, als mich besonders klein zu fühlen – und zu Staunen, was andere so tun.
Das ist besser, als sich über die Hindernisse zu ärgern: die Hindernisläufer_innen anzufeuern.
Danke!

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