Vergewaltigung ist ein besonderes Verbrechen

[Gesundheitswarnung!]

Immer wieder ist auffällig, dass bereits die Anschuldigung einer Vergewaltigung ausreicht, um in der Öffentlichkeit mit zweierlei Maß zu messen. Eine solche Anschuldigung reicht nämlich aus, den Ruf einer Person zu schädigen oder gar zu zerstören. Darin zeigt sich sehr anschaulich eine ziemliche Doppelmoral.

Ich rede natürlich von den vermeintlichen Überlebenden der Vergewaltigung.

Oder anders: kürzlich wurde bei mir eingebrochen. Anschließend hat niemand bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft entschieden, dass ich mich nicht wie jemand verhalten hätte, bei dem eingebrochen wurde, und darum die Strafverfolgung eingestellt.

Ich wurde nicht dazu befragt, wie es kam, dass ich meine Wohnung allein gelassen habe.

Ich musste nicht selbst die Spurensicherung bezahlen, die feststellte, ob an meinem Fenster Einbruchspuren waren.

Ich wurde nicht zu meiner Vergangenheit bezüglich meines Besitzes befragt und wurde nicht zum unglaubwürdigen Zeugen, weil ich einmal eine teure Uhr verloren habe.

Ich wurde nicht gefragt, ob ich es auch wirklich deutlich machte, keine Einbrecher bei mir zu wollen.

In der Lokalpresse war mein Bild nicht untertitelt: »Hat er über den Einbruch gelogen?«

Es gab keine Berichte darüber, wie lächerlich doch die Einbruchsgesetze sind, weil schon das Aufhebeln einer Tür als Einbruch gelte. Es gab keine Falschberichte darüber, ich wäre zur Staatsanwaltschaft gegangen, weil ich eine Socke in der Waschmaschine verloren hätte.

Es haben sich nicht Horden von Menschen hinter den Einbrecher gestellt und meine gemeine Anschuldigung verurteilt; meinen Namen und Adresse veröffentlicht; mir geschrieben, ich sollte einmal richtig ausgeraubt werden.

Niemand hat behauptet, der Einbruch sei ein Missverständnis gewesen. Oder ein Racheakt, nachdem ich meinen Computer verschenkt hätte.

Niemand hat en masse den Einbrecher zum Helden erklärt.

Und niemand hat die geringe Zahl falscher Anschuldigungen in Einbruchsfällen zum Anlass genommen, alle Anschuldigungen dieser Art als falsch zu betrachten.

Niemand hat dafür eingestanden, falsche Einbruchsanschuldigungen müssten ebenso ernst genommen werden wie Einbrüche.

Niemand hat sich dafür eingesetzt, dass ich nicht als Opfer eines Einbruchs bezeichnet werden dürfe, sondern nur als Anschuldiger.

Niemand hat sich dafür eingesetzt, dass Versicherungen nur dann zahlen, wenn der Einbruch besonders gewaltsam war. Was eine furchtbare Analogie dafür ist, dass Abtreibungen nur dann bezahlt werden sollen, wenn sie Resultat von Inzest oder gewaltsamer Vergewaltigung sei (im Gegensatz zu nicht-so-ganz-echter-Vergewaltigung).

Mit anderen Worten: Vergewaltigung ist ein besonderes Verbrechen. Sie wird vor allem gegen Frauen von Männern verübt. Und es sind Frauen, die Vergewaltigungen anzeigen. Und Männer, die behaupten, hier herrsche ein Ungleichgewicht zu ihren Ungunsten.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Comments 19

  1. avatar NW wrote:

    Ein Einbruch? Das ist schlimm, mein Beileid. Kannst du überhaupt noch jemand zu dir einladen, ohne daran zu denken, dass er wie der Einbrecher zu dir in die Wohnung kommt? Ich selbst würde mich bei dir nicht mehr willkommen fühlen können.
    Ich würde dich wirklich gerne besuchen, doch würde ich immer daran denken müssen, dass bereits der Einbrecher durch diese Tür gegangen ist. Bestimmt hat er deine Stühle kaputt geschlagen und ich wüsste nicht, wohin ich mich setzen muss.

    Aber eigentlich ist ein Einbrecher wie ein uneingeladener Gast auf der Party. Ist zwar unangenehm, aber wenn er wieder gegangen ist, kannst du ihn vergessen. Eigentlich kannst du ja froh sein, dass irgend jemand interesse an deiner Inneneinrichtung gezeigt hat. Es war eigentlich ein Kompliment des Einbrechers an dich, dass er dich für reich gehalten hat, dass es sich lohnt einzubrechen. Und sind wir ehrlich. Du warst selbst Schuld, du hättest deine Fassade nicht neu streichen sollen. Das ist wie eine Einladung. Damit hattest du gesagt, dass du Geld hast, und wünschst, dass Leute zu dir ins Haus kommen. Wenn du nicht gewollt hättest, dass Eingebrochen wird, hättest du besser ein Schild in den Garten gestellt und den Fussabtreter vor der Tür mit dem “Willkommen” darauf weggelassen. Du wolltest nur Aufmerksamkeit und hast sie bekommen, doch du beschwerst dich immer noch.
    ____________________________________

    Guter Beitrag. Ich finde ihn zwar etwas zu subtil und hätte gerne am Schluss noch die deutlichere Auflösung, dass die Anschuldigung an sich das Opfer stigmatisiert, doch er ist gut.

    Die Analogie hat jedoch zwei Schwachpunkte, die ab dem Punkt der Lokalpresse greifen (vorher zeigt es wirklich gut die Problematik auf):

    - Wer den Einbruch tätigt, ist i.d.R. unbekannt und Fremd. Vergewaltigungen geschehen häufig durch Bekannte.

    - Ein Einbruch ist leicht nachweisbar und die Spuren sind einfach objektiv zu Dokumentieren. Bei Vergewaltigungen stehen häufig Aussagen gegeneinander.

    In meiner Wahrnehmung diskutierst du ab “Lokalpresse” die Problematik bei den jüngeren Anschuldigungen gegen zwei Prominente, Wettermoderator und Wikileaks-Aushängeschild. Es geht um Bekanntheit, Glaubwürdigkeit und Sympathie. Alles Dinge, die bei Einbrüchen fehlen.

    Posted 24 Feb 2011 at 11:01
  2. avatar Lia wrote:

    Ok, dann wars halt kein Einbruch sondern Veruntreuung von Geld. Das kann einem auch durch Leute passieren, die man kennt oder einem sogar nahe stehen.

    (Da hat man dann bestimmt vorher eigentlich eingewilligt, dass der andere das Geld haben kann und nur später seine Meinung böswillig geändert und ihn angezeigt.)

    Ich find das Beispiel mit dem Einbruch aber gar nicht so schlecht.

    Posted 24 Feb 2011 at 18:17
  3. avatar Gwen wrote:

    Ich finde das Beispiel ebenfalls gut gewählt. Ein Vergleich kann niemals alle Eigenschaften des Referenzobjekts abdecken, so wie ein Modell immer nur gewählte Aspekte verdeutlicht, niemals die Sache selbst in seiner Gänze.

    Posted 24 Feb 2011 at 18:43
  4. avatar onyx wrote:

    Ein wirklich guter Artikel. Er macht auf subtile Art sehr deutlich, welches Martyrium Vergewaltigungsopfer abseits der Tat selbst noch durchmachen.

    Posted 24 Feb 2011 at 18:44
  5. avatar Patrick wrote:

    NW: nun ja, das liegt eher daran, dass Prominente da weniger auffallen. :)

    Natürlich habe ich da auch aktuelle Beispiele mit angesprochen, aber das ist ja gerade der Punkt: so wird mit anderen Verbrechen nicht umgegangen. Wenn da die Analogie aufhört oder lächerlich wird, finde ich das eigentlich ganz passend, weil es spätestens dann die Leute ja merken sollten.

    Was die Spuren angeht: zumindest in den USA ist es zumindest stellenweise so, dass Vergewaltigte auch noch dafür bezahlen müssen, dass sie gynäkologisch untersucht werden. Da fehlen dann auch manchmal Spuren, die eigentlich da gewesen wären.

    Ansonsten danke für die positiven Rückmeldungen!

    Posted 24 Feb 2011 at 23:06
  6. avatar GwenDragon wrote:

    Du Einbruchsopfer, du! Das bisschen Einbruch, das zahlt die Versicherung und dann geht es dir doch besser. Hab dich nicht so. Nach ein paar Jahren vergisst du, dass es Einbrecher gibt. Ach, der Einbrecher hat in deiner Kleidung gewühlt? Deine knappen Boxershorts müssen ihn gereizt haben. Selber schuld! Und wieso wohnst du auch in einer Gegend, wo es nachts dunkel wird. Das führt doch gerade zum Einbruch!

    Aber gut gelungen, dein Traktat. Ich musste schmunzeln.

    Posted 24 Feb 2011 at 23:40
  7. avatar leer wrote:

    Das andere Problem an der Sache, welches du verschweigst, ist allerdings auch, dass der mutmasliche Vergewaltiger ebenso stigmatisiert wird, lange bevor seine Schuld bewiesen ist. Die Beschuldigung an sich ist also tatsächlich bereits ein Mittel, mit dem man andere gesellschaftlich ruinieren kann.

    Meiner Meinung nach sollten solche Fälle generell nicht öffentlich gemacht werden dürfen, bis ein Richterspruch erfolgt ist – auch nicht von Opfer oder mutmaßlichem Täter.

    Oder Deutschland muss im Umgang mit Beschuldigungen einfach gelassener werden und die Unschuldsvermutung (in beide Richtungen!) auch im täglichen Leben verinnerlichen.
    Aber das dauert wohl noch ein bißchen, Hexenjagden scheinen auch in unserem Zeitalter Hochkonjunktur zu haben.

    Posted 25 Feb 2011 at 08:04
  8. avatar NW wrote:

    Nach meinem Leseverständnis dreht es sich auch zentral darum, dass ein mutmasslicher Vergewaltiger stigmatisiert wird und dass dies zu stark ins Zentrum gestellt wird. Es wird gerade die Position angegriffen, welche dieses Stigma in das Zentrum stellt und ein Ungleichgewicht zuungunsten des der Vergewaltigung Beschuldigten herleitet. Der Textstil arbeitet aber mit dem Mittel des unausgesprochenen, was völlig in Ordnung ist.
    ______________
    Was mich im Zusammenhang mit der schwächerwerdenden Analogie besonders störte, war
    “Niemand hat sich dafür eingesetzt, dass ich nicht als Opfer eines Einbruchs bezeichnet werden dürfe, sondern nur als Anschuldiger.”
    Ich hatte das Bild eines “Medienprozesses” im Kopf bei dem Zeitungen die Position für und gegen den Angeklagten beziehen und empfinde in einer medialen Hexenjagt, sei es gegen Täter oder Opfer, es als legitim den Opferbegriff zu Attakieren. Einfach, weil Opfer einen Täter impliziert und die Schuldigkeit dadurch bereits vorneweg zu nehmen beginnt. Doch inzwischen habe ich den Link dazu gelesen und kann gut eingestehen, dass auch dieser Punkt seine Rechtfertigung hat.

    Posted 25 Feb 2011 at 10:16
  9. avatar Rene wrote:

    @Patrick: Ich unterstelle dir einfach mal, dass du ein Versicherungsbetrüger bist.

    Und jetzt?

    Posted 25 Feb 2011 at 11:28
  10. avatar Maren wrote:

    @Rene

    Und selbst wenn er es wäre, heißt das ja nicht, dass es keine Einbruchsfälle gibt.
    Oder dass einem Einbruchsopfer nicht ganz wertvolle Sachen danach fehlen.

    Posted 25 Feb 2011 at 13:33
  11. avatar Timo Reitz wrote:

    Das ist das Problem mit Vergleichen (nichts anderes ist dein Text letztendlich) – sie hinken _immer_.

    Bei einem Einbruch gibt es so gut wie immer Einbruchsspuren (z.B. müssen die Gauner ja irgendwo reingekommen sein) und es ist so gut wie immer eine Anzeige gegen Unbekannt. Das entspräche am Besten einer brutalen Überfallvergewaltigung, aber überhaupt nicht einer Beziehungs- oder Nachbeziehungstat, wo sich Täter und Opfer bereits kennen und der Täter vielleicht nicht einmal physische Gewalt anwenden muss, um seine Tat zu vollbringen, sondern Drohungen ausreichen. In einem solchen Fall ist nunmal das Einzige, was für die Tat spricht, die Aussage des Opfers. Und hierbei automatisch eine Verurteilung herbeizuführen, ist gefährlich.

    Außerdem habe ich Zweifel, ob es tatsächlich so ist, dass Vergewaltigungsopfer in der Presse besonders häufig als lügend tituliert werden. Vielleicht entsteht dieser Eindruck vielmehr durch die (wenigen) Fälle, die tatsächlich in den Medien breitgetreten werden – spontan fallen mir hierbei Assange und Kachelmann ein. Aber auch Andreas Türck, der später tatsächlich nicht verurteilt wurde.

    Zeugenaussagen sind grundsätzlich problematisch, was den Wahrheitsgehalt angeht, weil das Gedächtnis nicht bloß fehlerhaft, sondern sogar wertend vorgeht – was jemand als einschüchternd oder drohend empfindet, ist für jemanden anderes ganz anders. Anekdote aus meinem Leben: Ich war mal auf einer Party, wo einige Damen nicht alleine nach Hause gehen wollten, weil sie befürchteten, dass ich sie verfolgen und überfallen würde. Woher dieser Eindruck kam, erschließt sich mir bis heute nicht, da ich weder mit diesen Personen gesprochen habe noch mich ihnen körperlich genähert habe. Ich habe mich _überhaupt niemandem_ dort körperlich genähert und auch nicht verbal geflirtet.

    Übrigens finde ich es absurd, grundlegend von „Überlebenden“ von Vergewaltigungen zu sprechen, denn der „Sinn“ einer Vergewaltigung ist wohl eher selten der Tod des Opfers.

    Posted 26 Feb 2011 at 11:54
  12. avatar Lia wrote:

    Timo, täusch dich mal nicht. Es gibt Opfer einer Vergewaltigung, die innerlich tot sind. Da läuft der Körper halt noch, aber das, was die Person mal ausgemacht hat, ist bei der Vergewaltigung gestorben. Passiert besonders häufig bei sehr jungen Vergwaltigungsopfern.

    Insofern passt das Wort “Überlebende” schon.

    Sonst dürfte man auch nie sagen, man habe die Schule oder die eigene Jugend überlebt. Da ist ja auch der Sinn nicht der Tod der Person.

    Ich denke, wir alle sind durchaus in der Lage einen Begriff auf die richtige Weise zu interpretieren.

    Was mich jetzt aber wirklich interessiert: worin siehst du den “Sinn” einer Vergewaltigung?

    Posted 26 Feb 2011 at 16:05
  13. avatar Patrick wrote:

    Timo: Der Sinn von Analogien ist aber nicht, totale Übereinstimmung zu erreichen, insofern ist eine Diskussion darüber, warum der Vergleich nicht passt, sehr oft eine Ablenkung vom wirklichen Thema – vor allem, wenn der Vergleich hinken *soll*.

    Darum kriegst du für diesen Kommentar schon mal eine erste Troll-Ermahnung.

    Der Punkt dieser Analogie ist es, dass andere Verbrechen nicht so behandelt werden wie eine Vergewaltigung. Das kannst du gerne bestreiten. Und so einen Scheiß wie “vor mir hatten auch mal Frauen Angst” will ich nicht hören - das zeigt nur, in welcher Lage Frauen sind, dass sie sich Begleiter_innen suchen müssen, weil sie Angst vor Übergriffen haben. Oder wurdest du polizeilich beschuldigt? Nein? Dann ist das hier unwichtig – bring dieses Thema nicht wieder auf.

    Ich gebe dir aber Recht: nicht bei allen Vergewaltigungen werden die Beschuldigten in den Medien in Schutz genommen. Nur bei den Vergewaltigungen, über die auch in den Medien berichtet wird. Das versteht sich aber rein logisch von selbst.

    Der Sinn, von “Überlebenden” zu sprechen, ist eher in der Vermeidung von “Opfer” zu sehen. Denn allzu oft werden Menschen, denen dieses Verbrechen angetan wird, auch im Nachhinein als passive und reaktive Personen gesehen, über die man reden und bestimmen kann und ihnen sagen kann, wie sie sich zu verhalten haben. Diese passive Rolle soll durch auch beim Opferbegriff ausgehebelt werden. Gerade im englischen Survivor steckt ja durchaus auch etwas aktives, die Fähigkeit, sich durchzubeißen und eine Situation zu überstehen. Durch “Überlebende” soll also einerseits sigbalisiert werden, dass die Person etwas Schlimmes erlebt hat, aber gleichzeitig, dass sie deshalb immer noch aktives Subjekt ist und diese Situation überstanden hat.

    Es ist – oder soll – ermächtigende, emanzipierende Sprache sein.

    Und mir als nicht Betroffener ist es eigentlich gleich, wie ich diese Personen bezeichne – warum soll ich dann nicht Überlebende verwenden? Aus Rücksicht, aus Respekt, aus Übereinstimmung mit der Idee dahinter.

    Posted 26 Feb 2011 at 19:45
  14. avatar Sebastian wrote:

    Vergewaltigung ist ein Verbrechen wie jedes andere auch.

    Es ist allerdings das Mittel erster Wahl um einen Mann zu ruinieren.

    Gerade hier in Hessen (Pfeffermann) sieht man es ganz deutlich. Hier wollte eine Frau ein Amt von einem Mann und hat ihn deshalb der Vergewaltgung bezichtigt. Beim Fall Kachelmann ist ja mittlerweile auch klar, dass die Anzeigenertatterin eine Lügnerin ist. Ich hoffe sie wird hart bestraft.

    Ich fordere harte Strafen für Vergewaltigung, aber genauso harte für eine bewusste Falschanschuldigung. Ich glaube mindestens jede 2. ist eine Falschanschuldigung. Ich habe damit beruflich zu tun.

    Posted 03 Mar 2011 at 13:42
  15. avatar Patrick wrote:

    …und das war dann Sebastians letzter Kommentar hier.

    Posted 03 Mar 2011 at 18:33
  16. avatar Gwen wrote:

    Patrick… es ist natürlich dein Blog, und deine Entscheidung. Aber Leute zu sperren, sobald sie einmal eine Meinung von sich geben, die deiner mal gar nicht entspricht… damit hast du irgendwann nur noch Leute um dich sitzen, die weitestgehend deiner Meinung sind. Du machst es dir damit einfach.

    @Timo: setz dich doch mal mit Modellkritik auseinander. Dann könntest du über die meisten Naturwissenschaftlichen Dinge plötzlich auch nicht mehr reden, da du es da nur mit Modellen zu tun hast. Es wird immer abstrahiert und vereinfacht. Es gibt immer Elemente, die von einem Modell nicht erfasst werden. Thats life.

    Posted 04 Mar 2011 at 10:52
  17. avatar NW wrote:

    Bei Aussagen wie “Ich fordere harte Strafen für Vergewaltigung, aber genauso harte für eine bewusste Falschanschuldigung. Ich glaube mindestens jede 2. ist eine Falschanschuldigung. ” muss man nicht mehr Diskutieren. Trolle aussperren ist eine vernünftige Lösung.

    Posted 04 Mar 2011 at 13:52
  18. avatar Gwen wrote:

    Ich bezog mich auch hierdrauf: “Timo: Der Sinn von Analogien ist aber nicht, totale Übereinstimmung zu erreichen, insofern ist eine Diskussion darüber, warum der Vergleich nicht passt, sehr oft eine Ablenkung vom wirklichen Thema – vor allem, wenn der Vergleich hinken *soll*.
    Darum kriegst du für diesen Kommentar schon mal eine erste Troll-Ermahnung.”
    Wenn das mit Sebastians Kommentar alleine gestanden hätte, hätte ich wahrscheinlich nichts gesagt. Aber das auf Tinos Kommentar verstand ich nicht, und darum störte ich mich mehr an der Reaktion auf Sebastian. Ich hätte seine Aussage vorallem erst gemeint wahrgenommen. Extreme Einstellung, aber leider ernst gemeint. Aber ich nehme Dinge gerne mal erst :)
    Und ich seh nix schlimmes daran, Handungen in Frage zu stellen ;)

    Posted 04 Mar 2011 at 14:58
  19. avatar Patrick wrote:

    Gwen: Die Gefahr mag da sein, aber ich möchte, dass dieser Blog ein sicherer Ort ist, so gut das eben geht. Und ich kenne aus anderen Blogs die typischen Troll-Diskussionen, die Nebenschauplätze angehen oder ähnliches.

    Bei Timo war ich nicht sicher, ob das so ist. Ich denke auch, dass er das ernst meinte. Aber wenn er geantwortet hätte und auf dieser Diskussion bestanden hätte, dann hätte ich ihn nach der Verwarnung entsprechend einordnen können.

    Im Endeffekt sollte das nur heißen: ich passe auf, wie deine nächsten zwei, drei Beiträge aussehen. Bei einem Diskussionsstil, der klar auf andere Argumente eingeht, der eventuell auch Fehler zugibt oder ähnliches, habe ich kein Problem mit Fremdmeinungen.

    Aber ich erlebe eben auf anderen Blogs zu viel leeres Gerede, wo Leute Diskussionen an sich reißen und auf Punkten rumreiten, die neben der Spur sind. Diese Leute sollen sich da rumtreiben oder sich selbst die Antworten anlesen.

    Gerade, weil ich als Skeptiker und bekennender Feminist/Humanist oft in unnütze Diskussionen gerate, im Netz und außerhalb, möchte ich auf dieser Seite davor gefeit bleiben. Wenn mein Blog genug Traffic hätte, dass ich mich nicht dafür verantwortlich fühlte, jedem Kommentar möglichst zu antworten, sähe das vielleicht wieder anders aus.

    Aber so möchte ich hier primär einen sicheren Ort schaffen und einen, an dem ich mich nicht ständig über meine Diskussionspartner ärgern muss. Und beispielsweise in den Diskussionen mit Sabine war ich schon frustriert über den Eindruck, dass meine Aussagen nicht nur verpufften, sondern über den Nutzen als Zitatschatz hinaus ignoriert wurden. Vielleicht habe ich auch deshalb Timo früher angemahnt.

    Und natürlich ist es so, dass ich sowohl Timo als auch Sebastian vorher nicht aus anderen Kommentaren kannte. Wenn die ersten Kommentare derartig konträr sind, werde ich schon ohrspitzig.

    Aber vielen Dank für deine Aufmerksamkeit. Du hast definitiv Recht, dass Sebastian eine andere Qualität hatte als Timo. Ich nehme Sebastians Kommentar auch ernst. Aber darum will ich mit ihm erst Recht hier nicht reden. Ich möchte auf diesem Blog nicht mit Sebastians diskutieren und Personen mit möglichen Trauma-Erfahrungen werden mal wieder ausgeschlossen, weil sie jeden Moment mit solchen Sätzen konfrontiert werden. Da sperre ich Sebastian lieber aus.

    Posted 04 Mar 2011 at 17:24

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  1. From Über die Besonderheit von Vergewaltigungen « Gedankensalat… on 13 Nov 2011 at 20:28

    [...] Patrick hat auf seinem Blog einen sehr guten Artikel geschrieben, der die „Besonderheit“ von Vergewaltigungen beleuchtet. Bei kaum einem anderen Verbrechen spalten sich die Gemüter mehr und auch bei kaum einem anderen Verbrechen werden Täter mehr zu Opfern und Opfer zu Tätern gemacht. Bei kaum einem anderen Verbrechen wird vordergründig mehr über eine mögliche eigene Schuld des Opfers spekuliert, oder diese gar von Vornherein einfach vorausgesetzt. Das Problem, das Vergewaltigungen von anderen Verbrechen unterscheidet, ist die massive Schamgrenzüberschreitung. Und ein derart massiver Eingriff in die Intimsphäre eines Menschen und dessen Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit ist immer mit Scham verbunden, weil unsere tolle Gesellschaft dahingehend indoktriniert ist, einer Frau grundsätzlich eine Mitschuld zu geben, wenn ein Mann über sie herfällt. Wahrscheinlich war sie eben zu sexy und/oder hat provoziert. Und eine anständige Frau tut sowas eben nicht. Und diese Scham oder die Vorstellung dessen, was einer Frau blüht, die nicht schweigen will, hält so viele Betroffene davon ab, Anzeige zu erstatten. Das nicht nur in Frage stellen, sondern das regelrechte in Abrede stellen der Glaubwürdigkeit des Opfers und der Tat selbst, die Unterstellung der Mitschuld, der Vorwurf, sich nicht deutlich genug gewehrt oder klar genug „NEIN“ gesagt zu haben, das Nachforschen und Zurschaustellen des bisherigen Privat- und Intimlebens (bevorzugte Kleidung, Alkoholkonsum, Kontaktfreudigkeit, Anzahl der sexuellen Beziehungen,…) und sexueller Vorlieben, das höhnische Verreißen in den Medien und Internetplattformen, öffentliche Solidarisierungsbekundungen mit Tätern, verbale Ohrfeigen und lächerliche „Entschuldigungen“ und Rechtfertigungen wie „man sei halt auch nur ein Mann“, „sie habe es doch sicher so gewollt“, und schlußendlich die viel zu oft viel zu milden Urteile. All das trägt zur Zurückhaltung vieler Opfer und zur traurigen Besonderheit von Vergewaltigungen bei. Teilen Sie dies mit:Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt.  24. Februar 2011  onyx Kategorien: Crime, Geschlechterfragen/Gender, Gesellschaft, Medien/Internet, Misogynie, Sexismus Tags: Opfer, Scham, Schuld, Täter, Vergewaltigung [...]

  2. From Über die Besonderheit von Vergewaltigungen « Gedankensalat… on 17 Jun 2012 at 19:50

    [...] Patrick hat auf seinem Blog einen sehr guten Artikel geschrieben, der die “Besonderheit” von Vergewaltigungen beleuchtet. Bei kaum einem anderen Verbrechen spalten sich die Gemüter mehr und auch bei kaum einem anderen Verbrechen werden Täter mehr zu Opfern und Opfer zu Tätern gemacht. Bei kaum einem anderen Verbrechen wird vordergründig mehr über eine mögliche eigene Schuld des Opfers spekuliert, oder diese gar von Vornherein einfach vorausgesetzt. Das Problem, das Vergewaltigungen von anderen Verbrechen unterscheidet, ist die massive Schamgrenzüberschreitung. Und ein derart massiver Eingriff in die Intimsphäre eines Menschen und dessen Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit ist immer mit Scham verbunden, weil unsere tolle Gesellschaft dahingehend indoktriniert ist, einer Frau grundsätzlich eine Mitschuld zu geben, wenn ein Mann über sie herfällt. Wahrscheinlich war sie eben zu sexy und/oder hat provoziert. Und eine anständige Frau tut sowas eben nicht. Und diese Scham oder die Vorstellung dessen, was einer Frau blüht, die nicht schweigen will, hält so viele Betroffene davon ab, Anzeige zu erstatten. Das nicht nur in Frage stellen, sondern das regelrechte in Abrede stellen der Glaubwürdigkeit des Opfers und der Tat selbst, die Unterstellung der Mitschuld, der Vorwurf, sich nicht deutlich genug gewehrt oder klar genug “NEIN” gesagt zu haben, das Nachforschen und Zurschaustellen des bisherigen Privat- und Intimlebens (bevorzugte Kleidung, Alkoholkonsum, Kontaktfreudigkeit, Anzahl der sexuellen Beziehungen,…) und sexueller Vorlieben, das höhnische Verreißen in den Medien und Internetplattformen, öffentliche Solidarisierungsbekundungen mit Tätern, verbale Ohrfeigen und lächerliche “Entschuldigungen” und Rechtfertigungen wie “man sei halt auch nur ein Mann”, “sie habe es doch sicher so gewollt”, und schlußendlich die viel zu oft viel zu milden Urteile. All das trägt zur Zurückhaltung vieler Opfer und zur traurigen Besonderheit von Vergewaltigungen bei. ShareGefällt mir:Gefällt mirBe the first to like this.   12 Comments [...]

  3. From Derangierte Einsichten - Finden Sie das komisch? on 15 Jul 2012 at 19:56

    [...] habe mal beschrieben, warum Vergewaltigung ein besonderes Verbrechen sei – interessanterweise hat Chris Clarke genau meine Analogie bestätigt. Die Normalisierung vor [...]

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