(Trigger-Warnung: Gewalt)
Ich spürte seinen Atem in meinem Rücken, aber ich getraute mich nicht, ihn anzusehen.
»Sag es«, forderte er. Und noch einmal: »Sag es. Laut.«
Ich schauderte. Gehorchte. »Hannibal Lecter.«
»Ich bezeichne mich selbst als Vegetarier«, sagte Hannibal mit Schalk in den Augen. »Das heißt, ich weide nur Tiere aus. Meistens Hunde oder Katzen, die mir über den Weg laufen. Ich foltere sie zu Tode, um es nicht mit Menschen zu tun, aber um ehrlich zu sein, ist es doch nicht dasselbe. Ich mache das jetzt schon seit Jahren, und doch spüre ich den Drang immer noch in mir.«
»Ach«, sagte ich. »Ich habe keine Angst vor dir.«
»Kennst du die Krimiserien von den FBI-Psychologen, die ein Profil des Täters erstellen?«, fragte Hannibal. Seine Augen waren so finster wie die Nacht, sein Gesicht war engelsgleich.
»Ja«, flüsterte ich.
»Die meisten dieser Täter haben eine ganz bestimmte Art von Opfer, die sie bevorzugen, die sie geradezu in eine Mordlust versetzen.«
»Soll das heißen…«
»Ja«, sagte Hannibal. »Du bist genau meine Art von Opfer.«
»Weißt du«, sagte Hannibal Lecter und leckte sich die Lippen, »ich habe die ganze Nacht über deinem Bett gestanden und mit mir gerungen. Ich wollte dein Gesicht essen, aber ich wollte auch mit dir ausgehen. Ich spüre den Drang immer noch in mir. Jeden Augenblick könnte ich den Kampf verlieren und deine Leber mit Chianti essen.«
Ich kuschelte mich an ihn. »Ich liebe dich auch.«
Ich drückte meine Lippen auf die seinen, aber er stieß mich fort. Dann schüttelte er den Kopf.
»Wie stark ich doch bin. Gerade war ich so kurz davor, dir die Lippen abzubeißen und mich an deinem Blut zu besudeln. Ich wollte deine Schreie hören, dich langsam zu Tode quälen. Wenn ich nicht wüsste, dass dein Vater mich verdächtigen würde…«
»Er weiß nicht, dass ich bei dir bin«, sagte ich. »Ich habe ihm eine Lüge erzählt, damit du keine Probleme bekommst, solltest du mich töten.«
»Weißt du eigentlich, wie zerbrechlich du bist? Jeden Augenblick könnte ich zugreifen und dir den Arm brechen. Deinen Kopf gegen einen Stein hämmern und wie eine Kokosnuss aufbrechen, um an die Frucht zu gelangen. Jede deiner Bewegungen provoziert mich, dich zu ermorden.«
»Aber du wirst es nicht tun«, sagte ich und lehnte mich an ihn.
»Keine Angst«, sagte Hannibal. »Ich kenne zwei andere Serienmörder, mit denen lebe ich in einer WG. Die können auf deinen Vater aufpassen, während James dich jagt.«
Nee, wat romantisch!

Comments 2
Uah, ich weiß, warum ich das nie gelesen und gesehen habe.
Posted 24 Nov 2010 at 19:50 ¶<- hat laut gelacht
Posted 24 Nov 2010 at 20:42 ¶Post a Comment