Da-da-da-daa-da-da-daa-da-da-da! Das A-Team war eine meiner Lieblingsserien, auch wenn ich schon früh erkannte, dass die silbernen Maschinengewehre der Helden niemals einen Bösen trafen und die Bösewichter stattdessen stets mit ausgebreiteten Armen durch die Luft flogen. Die Serie war voller Schusswechsel und Explosionen, doch niemand starb jemals. Dafür konnte das Team aus Stroh, einer Schaufel und einer rostigen Badewanne einen Panzerwagen bauen. Sozusagen die Militärversion von MacGyver.

The A-Team (2010)
Diese Szene klingt abstrus und könnte in einem Film trotzdem großartig sein. Wie, das macht Salt vor: es als selbstverständlich betrachten. Denn als Zuschauer wende ich dann den Trick an, von Filmphysik auszugehen – in der Welt des A-Teams geht so was eben.
Stattdessen aber bekommen wir mehrere Einstellungen, bei denen das Team immer wieder festhält, wie unmöglich und unwahrscheinlich das ist, und wir bekommen die ungläubige Reaktion des Militärs, das sie abschießen will. Dadurch passiert zweierlei: erstens wird der mögliche Witz so zerdehnt, dass er verloren geht, und zweitens wird klar, dass das in unserer Welt passieren soll – und da passiert so etwas nicht. Die Action ist nur noch lächerlich, und nicht in positivem Sinn.
Dazu kommt die Art und Weise, wie das Team als Arschlöcher und nicht als liebenswerte Schurken inszeniert wird, vor allem, wenn es um Jessica Biels Agentin geht. Da sitzt Face, ihr Exfreund, mit den Füßen in einem aufblasbaren Schwimmbecken mitten in der Wüste und benimmt sich respektlos, was auch nicht dadurch besser wird, dass sich jede andere Figur in diesem Film respektlos gegenüber der einzig nennenswerten Frau benimmt. The A-Team ist wie der alte Konservative, der den Kopf darüber schüttelt, dass Frauen jetzt auch was anderes werden als Mutter oder Krankenschwester, obwohl er doch weiß, dass sie nicht so gut sind wie Männer.
Mark Strong macht einen guten Schurken (wie immer), und Liam Neeson hat Präsenz – und sonst? So, wie The A-Team auf seine abstruse Action aufmerksam macht, tut es der Film auch mit Witzen: das ist in etwa so, als würde jemand während des Witze-Erzählens ständig am Arm zupfen und sagen: »Das ist doch komisch oder? Pass auf, jetzt wirds lustig!« Witz lebt von Überraschung, und die wird so wirkungsvoll entzogen.
Dass die Schusswechsel aus den heute üblichen Nahaufnahmen bestehen, schnell geschnitten und mit wackeligen Bewegungsbildern vermischt, die den ganzen Kampf unübersichtlich machen, muss man gar nicht erwähnen.
Der reaktionär-dreckige Unterton des Films wäre jedenfalls viel ärgerlicher, wenn der Film nicht insgesamt so schlecht wäre. Ist er aber.

Comments 5
Ursprünglich hatte ich mir überlegt, diesen Film anzusehen. Als Fan des alten A-Team (und ganz speziell von Mad Dog Murdock alias Dwight Schultz) sollte ich das aber wohl eher lassen. Ist ja meistens so, dass ein Remake nicht an das Original ran kommt. Schade, denn die alte Serie hatte wirklich Witz und Charme.
Posted 07 Sep 2010 at 19:20 ¶Murdock war der Beste!
Posted 08 Sep 2010 at 00:20 ¶“Die Action ist nur noch lächerlich, und nicht in positivem Sinn.”
Nennt man auch:
Posted 20 Sep 2010 at 16:59 ¶https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Nuking_the_fridge
Argh! Das weckt schlechte Erinnerungen!
Posted 20 Sep 2010 at 18:05 ¶Eigendlich müßte man meinen, daß heutzutage, dank den Stand der Technik, möglich wäre, alte Filme und Serie ein geniales oder zumindest ein würdiges Come Back zu verhelfen. Aber Technik allein reicht nicht aus, um einen guten Remake zu machen
Die meisten Filme heutzutage nehmen sich viel zu ernst; Auf der einen Seite bemüht man sich um Authentität, auf der anderen Seite aber will man nicht auf übertriebene Effekte verzichten. Als Beispiel: Wenn ich ein Film über Münchenhausen drehen will, wie er auf eine Kanonenkugel reitet, dann darf ich es nicht zu ernst nehmen, weil die Wirkung sich sonst “neutralisiert”
Warum Hollywood sich so schwer damit tut, starke Frauen neben starke Männer zu stellen, ohne die Frau gleich abzuwerten, verstehe ich net. Andere Studios schaffen es auch. Warum ausgerechnet Hollywood, daß eigendlich ein Vorreiter darstellt, damit sich so schwer tut, weiß ich net.
Posted 18 Jun 2011 at 22:28 ¶Vielleicht hat Hollywood sich selbst überlebt.
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