Robert Rodriguez ist der untalentierte Freund von Quentin Tarantino: er mag Genre, aber er hat keine Ahnung, wie er seine Liebe dazu in gute Filme umsetzen soll. Rodriguez führt bei Predators (zum Glück) nicht Regie, aber man merkt, dass er als Produzent seine Finger im Spiel hatte: Predators hat alles, was einen Film dieser Reihe ausmachen sollte, und ist trotzdem kein großartiger Film, sondern ziemlicher Mist.
Aber bevor wir zur Kritik kommen, noch ein wichtiger Hinweis.

Heilige Sch...
Dieser Moment existiert nicht. In Wahrheit ist ein einziges Laserzielgerät auf Brody gerichtet, und das Marketing hat das einfach mal verfälscht. Eine Enttäuschung, die dem Rest des Films entspricht.
Die Frage ist, wie man diesen Film kaputtmachen konnte? Die Antwort ist umfangreich.
1. Darsteller: Adrien Brody hat unheimlich Muskelmasse antrainiert, aber er wirkt nicht muskulös, sondern magersüchtig. Man möchte ihm etwas zu essen geben. Die restlichen Darsteller bleiben relativ blass (außer natürlich Walt Goggins, der einfach weiß, wie man in einer Rolle Spaß hat).
2. Predatoren: In diesem Film gibt es neue Predatoren. Nicht nur, dass Brody und seine Kollegen es mit dreien dieser Monstren zu tun hat, sondern sie entstammen auch einer anderen Kaste, die den typischen Predator gefangen halten und mit ihm eine Blutfehde ausfechten. Völlig unnötig.
3. Der Rest: Die Idee ist, dass ein ganzer Haufen von geübten Killern auf dem Planeten landen und sich nun gegen die Predatoren wehren müssen. Dieser Haufen Leute, die sich nicht kennen, hat aber kaum Streit. Sie folgen von ziemlich Anfang an Adrien Brody, der sich noch nicht mal Mühe gibt, Anführer zu werden. Er ist eben der Amerikaner, und dem Drehbuch nach ist er also der Held und Anführer.
Dazu kommt, dass der Russe sich für den zweiten Amerikaner opfern darf. Der Schwarzafrikaner (Names des Charakters: Mombasa) wird ebenfalls zum Opfer. Der Japaner opfert sich. Quasi alle Ausländer opfern sich, mit Ausnahme der israelischen Scharfschützin Alice Braga, was verständlich ist, weil Israel ja eng mit den USA verbündet ist und sie außerdem eine Frau. Sogar der ursprüngliche Predator… opfert sich für Adrien Brody. Also, wenn ich ein trainierter Killer in so einer Situation bin, dann ist mein Augenmerk nicht, ob der Ami überlebt, sondern, wie ich überlebe.

Predators (2010)
Der Film kriegt es nicht mal hin, dass die trainierten Killer zusammenarbeiten, um wenigstens einen Predatoren umzunieten – alles Einzeltaten, was die ganze Grundidee: sie müssen zusammenhalten, um zu überleben ad absurdum führt.
Und dann kommt zu diesem hirnlosen Skript noch eine relativ einfallslose Kameraführung. Man sollte für halbwegs übersichtliche Kämpfe vielleicht schon dankbar sein, aber zu mehr als Schulterzucken konnte mich das dann auch nicht mehr aufraffen.

Comments 6
Robert Rodriguez soll untalentiert sein? Das musst du mir erklären.
Posted 01 Sep 2010 at 19:18 ¶Mach ich… da mache ich einen Blogbeitrag draus, glaube ich
Posted 01 Sep 2010 at 19:24 ¶Alien hab ich noch gesehen, alles andere nicht mehr. Aber warum schaust du dir solche Filme wirklich an? Naja, vermutlich aus demselben Grund, warum du über Twilight schreibst….. die Faszination des Grauens. *lol*
Posted 01 Sep 2010 at 22:27 ¶Um ehrlich zu sein, wollte ich einfach nur abschalten und unterhalten werden und nach dem ganzen Uni-Zeug und Klimawandel-Zeug (ich halte am 14. einen Vortrag in Essen) beschallt werden. Aber gut beschallt.
Darum habe ich ein paar Sommer-Blockbuster gesehen, die hier nach und nach ein review bekommen.
Posted 01 Sep 2010 at 22:52 ¶Ich hoffe, die waren nicht alle so schlecht wie dieser.
Posted 02 Sep 2010 at 18:12 ¶Ähh…
Nee, einer war besser.
Posted 02 Sep 2010 at 18:19 ¶Trackbacks & Pingbacks 1
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