BoW: School Hard (Buffy 2×03)

Ich bin ein Buffy-Fan. Darum gucke ich auch gerne die erste Staffel. Aber die Serie nimmt eigentlich erst wirklich Fahrt auf mit der dritten Episode der zweiten Staffel. In der ersten Folge wird noch einmal die erste Staffel abgehandelt, dann folgt eine relativ leicht zu vergessende Einzelfolge… und dann folgt School Hard. Oder, wie es auf deutsch heißt: Elternabend mit Hindernissen. Ächz.

Und es gibt Neuankömmlinge.

Einer der Neuankömmlinge ist der neue Schuldirektor, aber der ist nicht so wichtig. Ebenso nebensächlich ist die böse Schülerin Sheila, mit der Buffy den Elternabend vorbereiten muss, die aber prompt blau macht und von Vampiren gebissen wird. Nein, es geht um die neuen Bösewichte in Sunnydale, die geistig verwirrte Drusilla und vor allem James Marsters als Spike.

»Me and Dru, we're moving in.«

Mit seinem ersten Auftritt reißt Spike das Schild um, das Besucher willkommen heißt. Dann macht er sich über einen Vampir lustig, der angeblich bei der Kreuzigung dabei war. Obwohl am Samstag eine heilige Ritualnacht ist, kann er nicht warten und attackiert Buffy bereits am Donnerstag zum Elternabend, und dann bringt er den Anführer der örtlichen Vampire um. Spike wirft alles um, was irgendwie als Regeln gilt, und symbolisiert damit auch dem Zuschauer: ab heute ist nichts mehr, wie es war. Noch dazu hat Spike bereits zwei Jägerinnen getötet – eine direkte Gefahr für Buffy.

SPIKE: Yeah, I did a couple of slayers in my time, I don’t like to brag. (laughs) Who am I kidding? I love to brag!

James Marsters war für Buffy ein Glücksgriff. Nicht nur, dass er Spike zu einer der beliebtesten Figuren der Serie macht, sondern sein Auftreten ist so energiegeladen, dass er andere Darsteller mitreißen kann und in vielen Szenen die Aufmerksamkeit an sich reißt und den Zuschauer fesselt. Dieser Charakter, der eigentlich hätte sterben sollen, wird stattdessen zu einem Fixum und in späteren Staffeln eine wichtige Rolle einnehmen. Und man wünscht es sich eigentlich von der ersten Minute an.

SPIKE: So, how about that slayer? Is she tough?
(Cut to Buffy, combing her hair)
BUFFY: Ow.

Spikes (und Drusillas) Auftauchen ermöglicht auch, dass die Serie tiefer in Angels Vergangenheit eintaucht: hat Angel doch Drusilla erst in den Wahnsinn getrieben und dann zur Vampirin gemacht – was wir erst später erfahren – und mit den beiden lange die Welt unsicher gemacht. Insofern bringen Spike und Dru auch den übergreifenden Plot der zweiten Staffel ins Laufen, nämlich die Konfrontation mit Angelus. Spikes Enttäuschung über Angels Verrat ruft in Erinnerung, dass Angel einst gefährlich war, auch wenn Angel sich im Verlauf der Serie nicht als Spikes Erzeuger (»Sire«) entpuppt.

SPIKE: You think you can fool me? You were my sire, man. You were my… Yoda.
ANGEL: Things change.
SPIKE: Not us. Not demons. Man, I can’t believe this. You Uncle Tom.

Buffys Versuche, ihre Mutter von einer Begegnung mit dem neuen Schulrektor abzuhalten, gleicht im Großen ihren Versuchen, ihre Arbeit als Jägerin geheimzuhalten. Während Joyce Summers in dieser Folge nur fast erlebt, dass ihre Tochter Vampire jagt, deutet die Folge doch an, dass sich dieses Geheimnis nicht ewig erhalten lässt. Und tatsächlich ist es am Ende dieser Staffel, dass Buffy ihrer Mutter die Wahrheit sagt, mit unglücklichen Konsequenzen.

JOYCE: Wait till you have a job. (leaves)
BUFFY: I have a job.

Gleichzeitig rettet Joyce Buffy vor Spike und wiederholt, was diese Jägerin so besonders macht: ein soziales Netz, das ihr beisteht. Andere Jägerinnen waren einfacher zu töten, weil sie alleine waren, aber Buffy ist das nicht. Buffy, Angel und Firefly kennen alle den Wert von Familien, nimmt als Familie aber einen selbst ausgesuchten Kreis enger Freunde und Gefährten. Diese freiwillige Familie macht die Figuren in den Serien stärker, und so wird Buffy auch nicht Spikes Opfer.

VAMPIRE: Slayer.
BUFFY: Slayee.

Diese Folge hat auch die erste Andeutung des Bürgermeisters, als der Schulrektor und ein Polizist am Ende eine Geschichte ausdenken, um den Vampirangriff zu verschleiern (die üblichen Drogenabhängigen). Der Bürgermeister ist natürlich der Bösewicht der dritten Staffel und der vielleicht beste Bösewicht überhaupt, also wird selbst diese kleine Erwähnung mit Freunden angenommen.

XANDER: As long as nothing really bad happens between now and then, you’ll be fine.
BUFFY: Are you crazy? What did you say that for? Now something bad is gonna happen!
XANDER: Whadaya mean? Nothing’s gonna happen.
WILLOW: Not until some dummy says, ‘as long as nothing bad happens.’
BUFFY: It’s the ultimate jinx!
WILLOW: What were you thinking? Or were you even thinking at all?

Vor allem aber macht diese Folge Spaß. Sie ist vielleicht die erste Folge, die Buffys Mixtur von Humor, Drama und Action wirklich umsetzt, und ein guter Test für Leute, die diese Serie nicht kennen. Ein paar wenige Folgen gefallen vielleicht allen, aber das sind dann die Folgen, die das Gerüst der Serie brechen. Ansonsten darf man nicht übersehen, dass Buffy eine Serie von 1997 ist mit mitunter etwas billigen Effekten und einer Portion Albernheit. School Hard ist ein guter Test, ob jemand diese Serie mögen kann (und wird). Wenn es passt, dann wird man nach dieser Folge sicher weiter gucken wollen. Am Besten guckt man die zweite Staffel einfach durch, aber ich werde ansonsten in dieser Reihe alle Folgen vorstellen, die ich Neulingen mindestens zeigen würde.

SPIKE: I was rash, and if I had to do it all over again… Who am I kidding? I would do it exactly the same, only I’d do this first! (kills the anointed one) From now on we’ll have a little less ritual and a little more fun around here! Let’s see what’s on TV.

Nächstes Mal: eine Anspielung auf The Prisoner, und noch ein erster Auftritt eines wiederkehrenden Schurken.

Comments 2

  1. avatar Gwen wrote:

    Buffy hat mich nie sonderlich gereizt, aber nachdem ich mit all meinen Serien wiederholt am Ende angelangt bin, und ein großer Fireflyfan bin, dacht ich, ich geb ihr mal ne Chance. 1×01-1×03 und 2×01 hat mich alles andere als überzeugt. Hab dann mal deinen Ratschlag beherzigt und mir 2×03 angeschaut. Ok, ich geb der Serie noch ne Chance. Die Dialoge haben zum Teil wirklich Spaß gemacht, insbesonders die, in welchen Spike involviert ist.

    “Obwohl am Samstag eine heilige Ritualnacht ist, kann er nicht warten und attackiert Buffy bereits am Donnerstag”. Das fand ich mal wirklich entspannend. Ich kann die Macht der Feiertage u.Ä. nicht leiden, es ist so abgedroschen. Wann immer etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt passieren soll: in Buch und Film kann man sich sicher sein, dass dieser Zeitpunkt zwischen einer Stunde und sieben Tagen entfernt ist, egal ob es sich um ein jährliches oder jahrhunderliches Ereignis handelt.
    Und immer warten die Bösen brav, bis die Guten Zeit hatten sich vorzubereiten. Praktisch.

    Und schön, dass auch die Mutter nicht die undankbare Rolle der sich ewig Sorgenden Nervensäge abbekommen hat, sondern ihre Tochter im ersten Atemzug rettet, ihm nächsten ihr zugesteht, auf sich selbst aufpassen zu können.

    Seh ich das aber richtig? Zu Firefly bist du nie vorgestoßen, oder? (Bis auf deine Arbeit)

    Posted 30 Mar 2011 at 14:46
  2. avatar Patrick wrote:

    Meine Best-of-Whedon-Reihe hat nach Staffel 2 aufgehört, ja. Bis Firefly bin ich nie vorgestoßen, wenn es darum geht. Aber Firefly ist großartig und Serenity war ja sogar in meiner Top10 der Filme des letzten Jahrzehnts. :)

    Buffy ist ganz sicher etwas, na ja, am Besten passt “cheesy”, weil das ein paar Klischees und die billigen Monster gleich zusammenfasst. Das muss man abkönnen oder mögen.

    Posted 30 Mar 2011 at 14:54

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