Mary und Max

Mary ist ein achtjähriges Mädchen in Australien, nicht besonders hübsch und nicht gerade in einer glücklichen Familie. Bei einem Besuch auf der Post wählt sie per Zufall die Adresse von Max aus, einem 42-jährigen übergewichtigen New Yorker mit Asperger-Syndrom und Panikattacken, um ihm einen Brief und einen Schokoriegel zu schicken. In der Folge erzählt Mary von ihrem und Max von seinem Leben in einer überaus ungewöhnlichen Brieffreundschaft.

Und in einem ungewöhnlichen Film.

Mary und Max (2009)

Mary und Max ist ein Animationsfilm im plastischen Stil – als würden Knetfiguren animiert (ich gehe davon aus, dass es CGI ist). Die wichtigsten Figuren sind Mary, Max und der allwissende Erzähler, durch den die Geschichte eine märchenhafte Atmosphäre bekommt – was durch die Ereignisse allerdings wieder gebrochen wird. Denn Mary und Max behandelt Alkoholismus, Depression, Asperger-Syndrom usw. in direkter Manier.

Das macht auch das Problem des Films aus. Zwar geht die Brieffreundschaft der Hauptfiguren ans Herz, zwar enthält der Film ausreichend Humor, um gut zu unterhalten, aber die ernsteren Passagen und die kindgerechteren Momente beißen sich doch. An manchen Stellen fühlen sich Erwachsene sicher unterfordert und nicht ernst genug genommen, an anderen hingegen würde man kleineren Kindern den Horizont sprengen. Und ob diejenigen mittendrin, also Jugendliche von 12 bis 22, an so einem Film Interesse hätten, ist auch fraglich.

Insofern versucht Mary und Max leider, zu viel für zu viele zu sein. Als animiertes Drama ist die Geschichte nicht tief und komplex genug, als Kinderfilm ist die Thematik unter Umständen zu ernst. Ich habe mich nicht gelangweilt, aber den Film auch recht schnell wieder vergessen, und jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich nicht einmal weiß, wem ich den denn empfehlen sollte.

Na ja, aber wenn mal sonst nix ist, kann man hier einen Blick riskieren. Ist ja auch was.

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