Die Idee, die hinter den jetzt überall erscheinenden Flattr-Links steckt, ist einfach. Man meldet sich bei dieser Seite an und zahlt eine gewisse Monatssumme Geld ein. Jedes Mal, wenn man einen guten Artikel bei einem anderen Flattr-Mitglied sieht, kann man diesen Artikel “loben”, und am Ende wird die eigene Monatssumme unter den gelobten Artikeln verteilt.
Dieses System ist jedoch (noch?) mit gewissen Eigenarten behaftet.
Zumindest zu Beginn werden sich primär Leute dort anmelden, die auch hoffen, an Flattr zu verdienen. Und diese Personen sollten sich darüber im Klaren sein, dass das System große und bekannte Seiten bevorzugt – dies ist keine Möglichkeit für Blogger wie mich, zu verdienen, auch weil eben nicht jeder Netizen dabei ist.
Ein kleines Beispiel soll das verdeutlichen.
Es gibt 5 Flattr-Teilnehmer:
A wird von allen gelesen.
B wird von 4 Leuten gelesen.
C wird von 3 Leuten gelesen.
D wird von 1 Person gelesen.
E schreibt gar nicht, aber flattrt trotzdem.
Jeder der Teilnehmer zahlt 10 Euro ein, damit sind 50 Euro zu verteilen. Gehen wir der Einfachheit davon aus, dass jeder Schreiber von allen Lesern gelobt wird. Dann gibt es 5+4+3+1 = 13 Anteile, also 3,85 Euro pro Anteil:
A erhält 19,25 Euro
B erhält 15,40 Euro
C erhält 11,55 Euro
D erhält 3,85 Euro.
Hier macht also der Schreiber, der von mehr als der Hälfte der Teilnehmer gelesen wird, gerade so noch Gewinn. A allerdings bekommt aufgrund seiner Reichweite eine gute Entlohnung, fast Verdopplung seines Einsatzes.
Insofern lohnt sich Flattr am ehesten für große Zeitungen und Online-Portale, so etwas wie BildBlog oder netzpolitik haben sicher auch eine gute Grundlage.
Darüber muss man sich klar sein, wenn man bei flattr mitmacht. Man muss als kleiner Schreiberling wissen, dass man da wahrscheinlich Geld bezahlt, nicht bekommt. Man muss da mitmachen, um Online-Schreiben lukrativ zu machen und seinen Lieblingsautoren eine Kleinigkeit zukommen zu lassen. Nicht als Finanzquelle.
Hoffentlich wissen das alle.

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