Vorgestern diskutierte die McLaughlin-Gruppe in den USA, ob der Triumph der Demokratie im Irak Grund genug sei, um George Bush im Nachhinein Recht zu geben und den Irakkrieg zu befürworten. Am nächsten Tag gab es im Irak eine Serie koordinierter Anschläge, die mindestens 70 Tote und über 250 Verletzte forderten.
Wie weit ist es mit diesem Triumph der Demokratie also her?
Der Blog Obsidian Wings verweist auf den Iraq War Ledger – dort sind die Kosten des Krieges bislang aufgelistet.
Die menschlichen Kosten sind schon schlimm. zwischen 110.000 und 120.000 Tote hat der Krieg bislang gekostet, die überwältigende Mehrzahl irakische Zivilisten; 2,6 Millionen Menschen sind obdachlos geworden, weitere fast zwei Millionen zu Flüchtlingen.
Finanziell schlägt die Operation bislang mit 750 Milliarden Dollar zu Buche sowie geschätzten Kosten für die Versorgung von Veteranen von weiteren 400 bis 700 Milliarden Dollar – und da sind keine Kosten drin, um die Zerstörung im Irak wieder rückgängig zu machen.
Am wichtigsten erscheinen die strategischen Kosten: der Iran hat eine starke Präsenz im Irak und in der Region gewonnen. Der Irak selbst ist zum Ausbildungslager für Terroristen geworden. Der Westen, vor allem US-Amerika, hat seine moralische Autorität verloren. Der Krieg hat von Afghanistan abgelenkt, wo es vielleicht ohne den Irakkrieg besser aussähe. Der Konflikt zwischen den islamischen Sekten ist angefächert worden.
Vor allem aber ist der Irak gerade keine beispielhafte Demokratie, sondern eher ein abschreckendes Beispiel geworden, der demokratische Einflüsse in anderen Ländern behindert. Demokratie, so wird mit Fingerzeig auf den Irak gesagt, führt zu Unsicherheit und Instabilität. Nicht zu Freiheit und Wohlstand.
Und so kann man den Irakkrieg bislang wohl nur als gescheitert ansehen, auch wenn dabei ein mieser Diktator dran glauben musste.

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