Jetzt muss ich doch drüber schreiben. Schon vor über einer Woche geschah es, dass ein für den kommenden britischen Papstbesuch auf Staatskosten intern und als Witz gedachtes Schreiben öffentlich wurde. Darin wurde als Tagesablauf für den Papst unter anderem verzeichnet, er würde eine Abtreibungsklinik einweihen, eine Fabrik für Papstkondome besuchen, ein Lied mit der Queen singen, ein Hilfsangebot für missbrauchte Kinder starten, verfehlte Priester entlassen, eine Homo-Ehe segnen usw.
Das geht natürlich nicht. Zuerst einmal musste der Mitarbeiter sich entschuldigen und wurde versetzt. Aber der Vatikan moserte weiter über diese Unverschämtheit.
Wie wir alle wissen, versteht der Vatikan keinen Spaß und verlangt schnelle Konsequenzen. So geht die Kirche z.B. jetzt auch entschlossen gegen drei Nonnenkloster in den USA vor, weil es dort Beschwerden wegen »Feminismus« und »Aktivismus« gab.
Und jetzt wurde der Mitarbeiter des Außenamtes nicht mehr nur versetzt, sondern suspendiert und wird eine Untersuchung wegen Fehlverhaltens über sich ergehen lassen müssen, während die ganze Abteilung auf eine dringendeFortbildung in der Vielfalt der Gesellschaft geschickt wird.
Sich also darüber lustig zu machen, dass der Papst behauptet, Kondome würden AIDS übertragen; dass Homosexualität des Teufels ist; dass Priester, die sich an Kindern vergreifen, nicht geschasst werden – das hat solche Folgen?
Scheiß drauf. Hier ist Tim Minchin mit dem letzten Wort dazu.

Comments 2
Tja, der Vatikan beweist da eine Menge Chuzpe. Obwohl ich das jetzt so bestimmt nicht schreiben hätte dürfen. *ggg* In die Hölle mit mir!
Mich faszinieren die immer noch so großen Töne eines Vereins, der doch vor lauter Scham über manche seiner Mitglieder im Boden versinken müsste.
Posted 06 May 2010 at 16:17 ¶Dürftest du das nicht sagen, weil Chuzpe jüdisch ist?
Posted 06 May 2010 at 17:46 ¶Post a Comment