Das Poster von Basic zeigt John Travolta und Samuel L. Jackson, als wäre dies die Wiedervereinigung der beiden Pulp Fiction-Stars. Dabei haben sie kaum eine Szene zusammen, und überhaupt ist dies eigentlich die Geschichte der Militäranwältin Osborne (Connie Nielsen) und weniger die von Travoltas Ex-Militär Hardy und Jacksons Ausbilder West.
Zumindest ist das der Teil, der funktioniert.
Und hier geschieht etwas Besonderes: Connie Nielsens Figur ist typischerweise unerfahren, Travolta der alte Meister. Aber Nielsen behauptet sich. Natürlich hat Travolta ein paar Tricks drauf, aber Nielsens Instinkte erweisen sich als besser, und am Ende löst sie den Fall – nicht Travolta. Was wie die typisch sexistische Konstellation beginnt: der Mann zeigt der Frau, wie man es richtig macht – mündet in eine Dekonstruktion derselben, denn Nielsen ist die bessere der beiden. Sie darf Travolta sogar das Leben retten und ist eindeutig die wahre Heldin des Films, und umso schlimmer, dass das Filmplakat das nicht honoriert.
Leider, leider, leider ist Nielsen aber eine tolle Heldin in einem beschissenen Film. Basic verschreibt sich über weite Strecken einer Erzählweise wie bei Rashomon, indem die Schilderungen der Überlebenden eben alle persönlich geprägt und unzuverlässig sind. Aber damit hört es auch auf. Bei Kurosawa bleibt die Wahrheit offen zugunsten des Argumentes, jeder Anwesende habe seine eigenen Interessen im Blick und habe daher entsprechen die Erlebnisse verändert. Das geht in einem us-amerikanischen Film natürlich nicht, hier muss die Wahrheit offenbart werden. Die Filmemacher entscheiden sich auch noch dafür, diese Wahrheit zu einer derart abstrusen Geschichte zu machen, dass sie die kompletten vorangegangenen Ereignisse ungültig machen.
Es stellt sich heraus, dass Travolta, West und vier der sechs Soldaten einem geheimen Einsatzkommando angehören, das Drogenhandel auf der Basis aufdecken wollte. Keiner der angeblich Toten ist wirklich tot – mit Ausnahme eines korrupten Marines. Damit ergibt jedoch die Geschichte eines der beiden Überlebenden (der nicht Teil des Kommandos war) keinen Sinn – ebenso wenig hätte man damit rechnen müssen, dass Travolta angerufen wird. Auch ist das ganze Versteckspiel absolut sinnlos. Wer die Auflösung kennt, kann den Film nicht mehr ansehen, da das Drehbuch völlig auseinander fällt.
Darum habe ich das hier verraten, um den Film zu ersparen. Und das ist schade, denn Connie Nielsens Figur ist eine tolle Heldin, die es verdient hätte, in einem besseren Film zu sein – und auf dem Poster zu erscheinen.


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