Pro NRW – tschüss!

Gerade war ein Herr bei mir, der für Pro NRW Unterschriften sammelte. Wir gerieten in ein kurzes Gespräch auf dem Flur, da ich ihn verständlicherweise nicht in meine Wohnung lassen wollte. Er kam sofort mit Moscheen und damit, dass dort, wo Moscheen stünden, automatisch die Scharia herrsche. Und dann wollte er von mir hören, wo etwas im Koran stehe, das für »uns Juden und Christen« hilfreich sei. Ich sagte daraufhin, im Koran stünde Gutes und Schlechtes wie auch in der Bibel – da echauffierte sich der Mann aber und sagte, was »Sie Atheisten« meistens nicht wüssten, dass wir im Neuen Testament lebten und nicht im Alten, also gelte das Alte Testament nicht. Er forderte mich also auf, aus dem Neuen Testament eine Stelle zu zitieren, in der zum Mord an Ungläubigen aufgerufen werde wie 25 mal im Koran. Ohnehin eine sehr einseitige Herausforderung. Aber ich konnte ihm zum Glück Lukas 19, Vers 27 nennen, in der Jesus selbst gesagt haben soll:

Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und erschlaget sie vor mir.

Und in wunderbarer Stille schloss ich meine Wohnungstür.

Comments 9

  1. avatar Joe wrote:

    Bei mir fast das Gleiche:
    Es klingelt und es stehen zwei etwas 5 Meter grosse Zwergkaninchen vor der Tuer, reden irgendwas von Ostern und dass sie nicht arbeiten wollen.
    Ich wollte sie aufgrund Ihrer Fellfarbe verständlicherweise nicht in meine Wohnung lassen.
    Dann drueckten Sie mir ein Plakat in die Pfote, auf dem stand: “Hattu Moehrchen?” .

    Posted 29 Apr 2010 at 05:10
  2. avatar Patrick wrote:

    Und? Hattu Möhrchen gehat?

    Posted 29 Apr 2010 at 14:37
  3. avatar Clemens wrote:

    Ich kenn die Pro-Nrw(auch jede Menge nicht Christen dabei) nicht besonders gut, da ich nicht Deutscher bin. Bin aber aufgrund der Problematik, habe auch viel mit Muslimen zu tun, gerade dabei den Koran und die Bibel zu lesen. Da ich bei beiden Büchern schon ziemlich weit bin möcht ich mal kurz antworten.
    Ich muss sagen, dass ich das AT nicht gerade grauenhaft fand oder es unter Jugenschutz stellen würde. Wenn man sucht findet man zwar Genozide, Morde, etc., nur sind diese immer in Erzählungen, Beschreibungen eingewoben und stilistisch ist in erster Linie eine erzählerische und geschichtliche Schreibart vorhanden. Das wirkt einfach ganz anders. Und ja, das halte ich für wichtig. Wenn ich das 5. Buch Moses mal als Beispiel nehme:
    Wie man lesen kann gingen sie nicht gerade nett mit ihm um. Aufforderungen wie man handeln soll sucht man dennoch vergebens.
    Die psychologische erzieherische Komponente ist leicht vorhanden, aber nicht wie in Märchen wo meistens vor Schlimmen Taten und deren Folgen gewarnt wird. Die Taten an sich sind so allgemein gehalten, dass sie im Gegensatz zu Märchen wo eben Handlungen in Vordergrund treten, diese im Hinterkopf als einfache Geschehnisse im Gedächtnis bleiben und nur mehr die moralische Wertvorstellung übrig bleibt. Hier Daumen versus Daumen und zusätzlich Vergebung. Und das zieht sich wirklich durchgängig durchs ganze Buch.
    Zum NT. Hm, da such ich eigentlich wirklich vergeblich nach solchen Unterstellungen.
    Lukas hab ich schon durch und bei Lukas 19, Vers 27 ist Zächäus der das spricht und der kommt nicht gerade gut weg. Und Mt 10, Vers 37 mit dem Sager: war für mich eigentlich philosophisch gesehen sehr schlüssig, als Aufzeichnung des persönlichen Konfliktes und dessen Entzweiung.
    Man kann zwar viele Geschichten als langweilig bezeichnen, aber sonst? Das andere ist das ich persönlich nicht gerade auf Gleichnisse stehe, hat hier aber im NT-Kontext durchaus Sinn.
    Sonst kann ich deinen Ärger wegen dem PRO-NRW Typen nicht ganz verstehen. Gut, dass Tür an Tür gehn mag ich auch nicht besonders, dass wars dann aber schon. Er sammelt Unterschriften und?, muss sich daher auch negative Kommentare gefallen lassen, macht er ja auch.

    Jetzt was mir wirklich wichtig ist. Mir kommt einfach nur so vor, da es ja x-Religionen gibt, einfach zu jeder Religion sagt, das ist eh alles das Gleiche und halt Blödsinn voller Lügen. Das ist falsch. Gläubige selber nehmen sehr wohl ihre eigene Religion bitter ernst und verstehen da wenig Spaß. In diesem Kontext sollte man daher auch deren Religionen verstehen, als für sie gültige Werke und muss die Bücher daher ernst in Bezug auf sie nehmen. Es wäre sonst schreckliche und billige Relativierung.
    Sicher man kann alles mit allem vergleichen, ob zulässig merkt man dann schon. Ich finde einfach den Satz, im Koran stehe wie in der Bibel Gutes wie Schlechtes einfach wirklich schlecht und nichtssagend, ausser dass das man zugibt das man den Typen nicht ernst nimmt hört man da nicht heraus. Sicher fallen wir auch sonstige Negatives in der Bibel auf, ja aber ist ziehmlich rar, aber nicht in Bezug auf Gewalt. Halte es besser jede Religion getrennt und nach einander zu betrachten, wie ob Grundrechte, das ABGB etc. dadurch vielleicht verletzt werden. Die stehen nämlich vor der Religionsfreiheit. 2tens steht die persönliche Freiheit die gewahrt bleiben muss auch vor Religionsfreiheit! Da wird zu oft vermischt(siehe 5jähriges Kind singt “freiwillig” irgendwelche religiöse Hasslieder,).
    Der Koran unterscheidet sich grundlegend von anderen religiösen Büchern. Schreibstil, Wiederholungen, Erniedrigungen, einfache Reihung nach Länge der Suren, extrem politisch geschrieben. Erlaubnisse, Verbote und Aufforderungen das einem die Haare zu Berge stehen. Psychologisch ist der Koran ohne Zweifel das “härtere” Buch. Bin mit Sure 70 “Die Wege des Aufstiegs” schon fast durch, mit Hadithen hab ich dabei noch gar nicht begonnen. Die nehmen ja alle ausser die Aleviten und Drusen sehr ernst.
    Und was noch auffällt, da steht eine ganz andere Religionsfreiheit als was wir in Europa so gemein als Religionsfreiheit bezeichnet. Die ist im Koran anders gemeint. Ich les mir ja schon die unglaublichsten Beschönigungen von Islamwebseiten heraus, schön wenn es welche gibt, das meiste wird aber nicht positiver. Direkte Mordaufforderungen, direkte Aufforderung zum Täuschen/Lügen genannt Taqiyya lesen sich schon sehr pervers.
    Gut, da könnte man noch sagen, das war damals, zu Morde “oh, gut, das waren eben die damaligen Sitten”. Nach geschichtlicher Auffassung war das eben nicht so, vor mohammedanischer Zeitrechnung waren die Geschlechter weitgehend gleichgestellt. Durch die dichte Besiedlung aber eine eher strenge Rechtsprechung, in den restlichen Gebieten galt sowieso römisches Recht.
    Das könnte man Christen vielleicht vorhalten, ist mir aber auch zu wenig. Bevor das Christentum nach Deutschland kam ging es den Frauen recht gut. Die Rechtsprechung wurde durch Ablösung des römischen sogar schärfer.
    Den Islam entschärfen stell ich mir bis jetzt mehr als schwer vor. Es bleibt einfach nichts mehr übrig, wenn man nur Koran-Paragraphen die mit dem Strafrecht nicht übereinstimmen(alle die auf das jetzige Leben Bezug nehmen, die Drohungen im Höllenreich dürfen drinnen bleiben) löschen würde. Praktisch haben das wirklich nur die Drusen geschafft, die werden aber zum islamischen Glauben nicht gezählt und haben mehr Quellen als koranische. Ich kann den Koran einfach nicht in ein positives Licht rücken. Intellektuell ist er auch nicht gerade fordernd, aber die ständigen Wiederholungen nerven echt mit der Zeit. Den Islam nur spirituell sehen kann man einfach nicht. Ich lese nur wirklich nur Töten, Verbote und alles in direkter Form geschrieben. Kein einziges Mal das Wort Freiheit. Inexistent. Furchtbar fand ich das es mir vor kam wie ein einfacher langer Gesetzestext auf das hiesige Leben bezogen.
    Zum Himmel: Einer der wenigen Religionen in der nur die an diese Religion Gläubigen kommen. Nein, das ist im Judentum nicht so, Angehörige anderer Religionen können auch zu einem Leben danach kommen.

    Die, die nur an ein Leben glauben, wird so die Hälfte sein, kann das zwar faktisch egal sein, es ist aber psychologisch sehr wichtig.

    Das andere wäre in welcher Stellung das jeweilige Buch in Hinsicht deren Gläubigen steht. Der Koran wird als direkt durch eine vom Engel Gabriel geltende Offenbarung von Gott betrachtet.
    Die Bibel ist ein gesammelter Kanon von verschiedenen Autoren, im NT mehrheitlich die Apostel. Der letzte Wille wird verkündet im NT.
    Die Gemara besteht aus vielen Kommentaren vieler Autoren zur Mischna. Ist auch so zu sehen, mal abgesehen davon dass die Talmudsammlung weit über 7000 Seiten hat.
    Es kommt in deinem Text zwar nicht vor, lese aber oft von Minderheitenschutz, was ich sehr wichtig halte. Kein Muslim mit dem ich bis jetzt sprach, zählt sich zu einer muslimischen Minderheit in einen anders geprägten Staat, sondern immer als Mitglied der 1.1 Milliarden zählenden Gemeinschaft.

    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

    Posted 01 May 2010 at 18:01
  4. avatar Clemens wrote:

    ups, vergaß das AT-Beispiel. Ich wollte hier nur eine Stelle aus Richter anführen. Den Beginn. sorry.

    Posted 01 May 2010 at 18:05
  5. avatar Patrick wrote:

    Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mal, worauf ich hier antworten soll.

    Erstens erscheint es mir erstaunlich, dass du im AT keine Verhaltensregeln entdecken konntest – Levitikus und Deuterinomium sind doch die klassischen Regeltexte.

    Außerdem schreibst du selbst, dass Christen die Bibel natürlich ernst nehmen und daher auch die Moralgeschichten als Handlungsrichtlinien behandeln, denn die sind ja nicht als Märchen gedacht, sondern lesen sich höchstens von außen so.

    Drittens ist es vielleicht ein einfacher Satz, dass Bibel und Koran gute und schlechte Morallehren enthalten – aber das macht ihn nicht weniger wahr, zumal Mohammed ja sehr wohl in der Tradition der Bibel steht und nur der “letzte” Prophet ist (so, wie das Joseph Smith für die Mormonen ist).

    Und natürlich kann man Religionen vergleichen und, insofern sie sich auf einen Jahrtausende alten Text für ihre Morallehren berufen, auch über einen Kamm scheren. Damit mache ich nicht die Unterschiede klein, sondern betone die Gemeinsamkeiten.

    Schließlich weiß ich auch nicht, ob man mit einem dumpfen Unterschriftensammler eine ausführliche Textexegese führen kann oder sollte.

    Mein Problem mit ProNRW ist ganz einfach: da verbirgt sich erzkonservative Ideologie, Ausländerfeindlichkeit und, wie es scheint, auch konservativer Glaube (es werden ja speziell Juden und Christen angesprochen) in einer Partei, und ich kann mit allen drei Dingen nichts anfangen. Wenn dann jemand triumphierend einen schon sehr einseitigen Vergleich anstellt und nicht mal den richtig hinkriegt, dann finde ich das eben ein Eigentor, an dem ich mich sehr wohl ergötzen kann.

    Schließlich halte ich es für sehr einseitig, wie du die Stellung der Bibel und den Koran vergleichst. Denn die von dir geschilderte Distanz zum biblischen Text ist erstens durch Aufklärung, Humanismus und jahrhundertelange Textkritik beeinflusst und zweitens trotzdem immer noch keinesfalls die einhellige Meinung – es gibt genug Christen, für die die Bibel die Offenbarung Gottes ist. Ähnlich gibt es auch für die Frage, wer in den Himmel kommt, sowohl Leute, die gute Taten dafür verantwortlich machen, also auch jene, die eine vorgebürtliche Auslese propagieren oder aber der Meinung sind, einzig das Bekenntnis zu Jesus Christus als Erlöser sei entscheidend. Und die argumentieren alle mit passenden Bibelstellen.

    Ich stimme aber zu, dass der Koran auch aufgrund seiner Entstehungsgeschichte eine wesentlich politischere Religion proklamiert, und dass es daher Muslimen möglicherweise schwerer fallen könnte, eine Trennung von Kirche und Staat zu akzeptieren – es gibt kein “gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist”. Im Endeffekt ist der ganze Koran wie Paulus in der Bibel :) Und ja, auch das ist wieder sehr runtergebrochen.

    Posted 01 May 2010 at 19:36
  6. avatar Lia wrote:

    Keine Verhaltensanweisungen? Also bitte, der Jesus Sirach bietet sogar eine genaue Anleitung zur Sklavenhaltung. Auch die Bücher Mose strotzen nur so davon inkl. einer genauen Regelung zum Verhalten auf einer Reise durch die Pampas (mal ganz überzogen geschrieben ;-) ).

    Posted 01 May 2010 at 20:42
  7. avatar Patrick wrote:

    Lia: ja, stimme zu. Ich meine, bisweilen sind die Handlungsanweisungen in der Bibel (und anderen heiligen Texten) ja geradezu grotesk detailliert, z.B. im Umgang mit Frauen während ihrer Regel.

    Posted 01 May 2010 at 20:58
  8. avatar Anonymous wrote:

    Danke für die Antwort. Ja, zu Handlungsaufforderungen, dass war falsch von mir geschrieben. Das Vorherrschende im AT sind die Geschichten an sich, die auch in Erinnerung bleiben mit ja einer erzieherischen Komponente. Und dass finde ich in einem gewissen Aspekt auch nicht so schlecht. Das lädt einem eher zum Erzählen, Diskutieren ein.
    Anders als deine erwähnten 3ten und 5ten Bücher Moses, auch andere. Wie du schreibst sind das Regelwerke. Da kann man schwer darüber diskutieren, nur ablehnen oder annehmen. Die halte ich für wirklich negativ, da Gebote schwerlich Kritik vertragen(sie wirken aber viel nüchterner). Da gibt es sowieso nicht viel zu beschönigen, man kommt auch relativ zur Steinigung. Wollte auch zuerst das 5te Buch Moses als Beispiel nehmen, nahm dann aber Richter, (hab ich nicht ausgebessert). Die sind nun mal durch den neuen Willen(NT) hinfällig.
    Und das lässt sich auch nicht aufs Judentum anwenden. Da nach deren Verständnis die Torah sich weiterentwickelt(Todesstrafe gibt es nicht mehr), was nicht heisst das ein Buchstabe verändert wird, und so muss man das auch in Bezug auf die Bibel sehen.
    Hm, nein meine Schilderung zum biblischen Text war eigentlich nicht nach jahrhundert langen Diskurs und Aufklärung gemeint.
    Ja, ich glaub schon das nach theologischer Sicht die Bibel als Offenbarung Gottes gilt, ein gesammelter Kanon von etwa 40 Autoren(verschiedene Richtungen, Blickwinkel) macht aber einen gewaltigen Unterschied aus. Der Islam gilt als unveränderbar, das Christentum benötigt zusätzlich das eigene Denken, die jeweils verschiedene Richtung. Es hat einen sakralen Charakter, aber die eine richtige christliche Lebensführung gibt es nicht. Es gibt zwar viele christliche Strömungen, aber man ist sich einig, dass sie zum Christentum(egal ob Sekte) gehören, islamische Strömungen sprechen sich gegenseitig das Recht ab islamisch zu sein. Ich halte die Evangelien einfach für apolitisch, nicht für weniger politisch. Wichtig halte ich bei den Religionen das Fundament, d. h. man kann bei negativen Auswüchsen dessen einfach nicht sagen ” mei, dass sind eben Fundamentalisten”. Ich denke jetzt auch nicht, dass sich das Christentum so viel weiter entwickelt hat, das Fundament ist einfach ein anderes. Politisch agieren kann zwar die Kirche als Verein, aber eine Trennung von Kirche und Staat ist im Sinne des Christentums. Die Verwebung von Kirche und Staat begann erst viel später(und daraus wieder die Trennung). Durch die Bibelkritik, Aufklärung verschwand in erster Linie das wortwörtlich nehmen des AT. Die Einmischung in die Wissenschaft war für die Kirche ein denkbar schlechter Fehler. Jetzt ist auch das vollkommen getrennt, weil das dem Christentum auch nicht schaden kann.
    Jetzt anerkennen sie eben schon das Intelligent Design, würden sie noch zugeben dass das ID wissentschaftlich auch nicht haltbar ist und die Evolution anerkennen, ich kann mir nicht vorstellen, dass deshalb ein Glaubensmanko entsteht. Für die Himmelsfrage, weiss zwar nicht was davon die offizielle Version ist, aber beide machen durchaus Sinn. Es gibt ja auch zutiefst
    atheistische christliche Sichtweisen. Siehe:
    Review of Slavoj Žižek and John Milbank’s, The Monstrosity of Christ: Paradox or Dialectic.
    Den Koran halte ich nicht aufgrund der Entstehungsgeschichte für wesentlich politischer. Sie zeigt nur deutlich dessen Politik auf. Da Mohammed in der Tradition der Bibel steht erkenne ich nicht. Gehst du vom Arianismus aus? Das muslimische letzte Prophetgetue, es gab zwar nach ihm eine Reihe weitere, kann nur in eine geistige Sackgasse führen. Da gibt es nur eine konkrete Lebensschablone, nein die ist beim Christentum nicht zu finden. Der Koran ist der absolute geistige Gegensatz zur Bibel. Der Koran wirkt auf mich nur faschistisch. Er als vollendeter Text aller Weisheit kann schwer helfen den Islam zu säkularisieren. Ist zwar provokant, aber ich mag diese Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus einfach nicht, mehr als Terror und Terrorismus kann man da nicht unterscheiden. Finde es eher bemerkenswert wie zurückhaltend Christen reagiert haben nach Ausbreitung des Islams. Die ersten Koranübersetzungen ins deutsche mögen sicher auch propagandistisch gewesen sein, da wird im Vorwort oft lapidar von Kriegsreligion gesprochen(the turkish bibel).

    Unterschriftensammlung: Ja, das versteh ich vollkommen, eine Textexegenese wollt er sicher nicht, eher ne Unterschrift.
    Zu ProNRW: Hab mal ein wenig gegoogelt und deren Wahlprogramm angeschaut.
    Davor hab ich gleich 2 christliche Seiten gefunden die gegen ProNRW sind, was nicht weiter verwunderlich ist, dazu bei einer Seite ein Hinweis zu einem Satzungsänderungsantrag für Streichung der Vereinsparagraphen, ok das halte ich nicht grad für lustig, eher demokratiegefährdend(da hat die Linke auch einiges).
    Wirklich erzkonservativ erscheinen sie mir jetzt nicht, eher typisch für eine Lokalpartei.
    Das speziell Christen und Juden angesprochen werden würd ich mal verneinen, eher einzeln ein paar Christen. Für verfassungsfeindlich etc. halte ich sie bei weitem nicht, kann sein das ich da unrecht habe. Sie bezeichnen sich selbst als rechtspopulistisch(ein wenig linker als die NPD). Und das ist einfach eine logisch sich entwickelnde Gegenbewegung. Nur, bei dem Wort rechts, das ist einfach ein so negativ besetztes Signalwort, bei dem sofort Vergleiche zu einer 80 Jahre alten sozialistischen Dikt, gemacht werden die einfach meistens ungültig und lächerlich sind. Es gibt sicher einzeln Mitglieder mit einer extrem rechten Gesinnung, das möcht ich nicht abstreiten. Ich halte das braunmob, brauner Dreck Geschreie, gezielte Nazi(?), Nazi Schreie einfach für überhöht. quasi national sozialistisch für das ich sie nicht halte gegen international sozialistisch
    In Deutschland seh ich auch eher eine mehr linke Dendenz.

    Es ist doch so, dass man sich kaum politisch mehr äussern darf, Neudefinierung des Tatbestandes der Hetze, Religionen stehen unter noch größerem Schutz, …Strafbarkeit der Hetze aufgrund des Geschlechts, der Behinderung, des Alters, der sexuellen Orientierung…
    Da hört man nichts, und die Linke ist schön still.
    Ok, mit Ausländerfeindlichkeit fange ich gar nichts an. Nur Islamkritik und sogar Islamfeindlichkeit hat einmal gar nichts mit Ausländern zu tun. Die Hinterfragung dieser Ideologie muss sie sich schon gefallen lassen. Ist es doch bezeichnend, dass wirklich extrem rechte Gruppen immer schon islamophil waren und sind. Als Beispiel hat die österreichische FPÖ noch immer ein dezidiert pro-islamisches Parteiprogramm(soviel ich weiss die NPD auch).
    Seit den 80ern haben dann die Linken das übernommen, was beim ersten Blick anhand deren Geschichte extrem paradox ist. Bei einer eher rechten Partei Nazi schreien und gleichzeitig den Kulturgewinn durch den Islam betonen, oder es relativieren ist abstrus.
    Auf der anderen Seite ist es total en vogue Kirchenwitze bei jedem kleinem Anlass zu schreien. Die Kirche regt sich darüber zu Recht auch nicht auf. Würde man das selbe über den Islam machen gäbe es einen gewaltigen Aufschrei. In Zeit im Bild(österrisches Nachrichtenmagazin) musste sich Danielle Spera letztens öffentlich entschuldigen, da sie zu einem Beitrag auf die Gewalttätigkeit vieler Moslems hingewiesen hat. Bei dem Antisemitismus der Muslime ist man still.
    Schön find ich ja, wenn Linke gegen Rechte hetzen, sich dabei mit muslimischen Organisationen anfreunden und stolz sagen: Wir haben nichts gegen Juden, nur etwas gegen Zionisten. Das ist einfach nur mehr meschugge. Der Islam muss kritisiert werden, nur da gibt es einen totalen Abwehrreflex. Jede musl. Organisation wird gefördert und mit Politik vermischt und dabei alles relativiert oder mit anderen Rel. einfach gleichgezogen. Und Betonung auf Eingliederung muslimischer Politiker(als ob das nicht so wurscht wär). Ansprachen werden gehalten von Parteichefs bei moh. Geburtstagsfeiern.., obwohl in einer Demokratie Religion nichts aber gar nichts zu suchen hat. In Österreich ist es so, dass die islamische Glaubensgemeinschaft(Vertretung) wahabitisch ist und von einem sog. euro-Islam nichts hält.
    Die vielgemachte Aussage, ja mei der Islam ist halt noch 600 Jahre weiter hinten kann nicht stimmen.

    Ich weiss, es hat nicht alles jetzt zu deinem Text gepasst, wollt es trotzdem nur mal so grob darlegen.

    Posted 02 May 2010 at 22:41
  9. avatar Patrick wrote:

    Ich bin mir ehrlich nicht sicher, woher du die Sache mit den 40 Autoren der Bibel nimmst, durch die das Ganze mit der Offenbarung etwas distanzierter gesehen wird. Es gibt schließlich selbst heute noch genügend christliche Sekten – Pfingstkirchen sind gerne dabei, siehe USA –, die in der Bibel das Wort Gottes sehen und sie wörtlich befolgen (wollen).

    Bezüglich konservativ und links verweise ich dich auch auf meinen Beitrag vom 06. Mai – Politischer Kompass – oder die englische Seite Webseite. Und mit den Juden bei ProNRW bezieht sich auch darauf, dass der Typ bei mir an der Tür ganz selbstverständlich “wir Christen und Juden” gesagt hat.

    In Deutschland gibt es auch keinesfalls eine linke Tendenz – weder ökonomisch links noch “sozial links”. Wir sind schön rechts oben vom Nullpunkt.

    Außerdem will ich hier klarstellen, dass es ein großer Unterschied ist, ob man Meinungsäußerungen verbietet, Hetze oder gar Diskriminierung. Meinungsäußerungen sind i.d.R. von der Meinungsfreiheit gedeckt, auch wenn sie andere Personengruppen angeht. Volksverhetzung ist aufgrund der deutschen Vergangenheit davon ausgenommen. Hetze an sich sehe ich in der impliziten oder direkten Aufforderung zu Straftaten – hier hört die Meinungsfreiheit auf, ebenso wie bei Diskriminierung, also tatsächlichen Handlungen.

    Und so kann ich toller Kirchenkritiker sein und mich auch abfällig über Gläubige äußern, aber Christen z.B. nicht immer eine Note schlechter in Klassenarbeiten geben.

    Das sollte schon klar getrennt bleiben.

    Und das sich die Kirche über Kirchenwitze nicht aufregen soll, das halte ich für ein Gerücht. Da muss man nur mal den Typen vom Auslandsamt in GB fragen, oder die Titanic, oder…

    Und hochrangige Politiker sind hierzulande auch ganz dicke mit der Kirche.

    Und weil ich oben die USA angesprochen habe, dort kann man sehr gut sehen, dass auch das Christentum große politische Ziele haben kann. Die Unterschiede zwischen Christen und Moslems sind auch bei den Extremisten nicht so groß, wie du zu denken scheinst – in den USA bomben die eben Abtreibungskliniken und ermorden Ärzte, anstatt Säure auf Mädchen zu werfen, die keinen Schleier tragen, und sie gehen zu Purity Balls, bei denen die Töchter ihren Vätern sexuelle Enthaltsamkeit geloben.

    Der Islam hat sicher noch ein größeres militantes Potential, aber da eine Trennung zwischen diesem und dem Christentum oder auch dem Judentum zu machen, halte ich für verfehlt – oder auch vor militanten Hindus, Sikhs, Buddhisten (ja, die gibt es). Religion ist Religion.

    Ich habe doch den Eindruck, dass du einen etwas einseitigen Blick auf diese Thematik hast.

    Posted 05 May 2010 at 23:05

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