Ich habe endlich mal ein Mem gefunden, das mir gefällt: die 10 Bücher, die mich am meisten beeinflusst haben. Oder zumindest die zehn, an die ich mich jetzt erinnern kann. Die Position der Bücher hat nichts zu bedeuten, Nummerierung erfolgt nur zur Übersichtlichkeit.
- Stephen King, Das Leben und das Schreiben: Kein anderes Buch hat mir mehr über das Schreiben verraten, hat mich in meinem Schreibprozess weiter gebracht. Wenn man als jemand, der gerne schreibt, nur ein Buch darüber liest, dann dieses.
- Luke Crane, The Burning Wheel: Die Regeln dieses Fantasy-Rollenspiels zu lesen, war eine Offenbarung. So geht das also auch! Das Buch hat meine Freude am Rollenspiel neu belebt.
- Michael Schmidt-Salomon, Manifest des evolutionären Humanismus: Schmidt-Salomon schreibt viele gute Dinge, aber vor allem beschreibt er in diesem Buch in einem kleinen Satz auch etwas, das ich mir zu Herzen genommen habe: für die Bereicherung unseres Lebens, die Erklärung und Darstellung desselben, brauchen wir Wissenschaft, Philosophie und Kunst – alle drei.
- Allan Moore, V wie Vendetta: Dieser Comic ist für mich immer noch das literarische Äquivalent zu Serie The Prisoner: Aufbegehren gegen Autoritäten, ein liberaler Grundethos (bzw. anarchistischer), ich finde mich darin wieder.
- China Miéville, Der Eiserne Rat: Als ich dieses Buch las, hatte ich Miévilles politische Fantasy schon längst lieben gelernt. Aber im Eisernen Rat gibt es eine lange, sehr lange Rückblende, die den Bau einer Eisenbahn unter ausbeuterischen Bedingungen und den folgenden Proletarieraufstand beschreibt. Dieser Akt zählt immer noch zum Besten, das ich gelesen habe, und obwohl ich mich nicht marxistisch sehe, ist das ein gleichzeitig ein tolles politisches Essay.
- Michael Swanwick, The Iron Dragon’s Daughter: Ein unheimlich tolles Fantasybuch, das mich von meinen eskapistischen Anwandlungen befreite – hänge keinen Illusionen nach, sondern sieh, was wirklich vor dir ist.
- Naomi Klein, No Logo: Beschreibt wunderbar die Tatsache, dass Pareto-Effizienz und Wohlfahrtsmaximum nicht bedeuten, dass es allen gut geht – dieses Buch hat mein sozialkritisches Bewusstsein sehr gestärkt.
- Karl Popper, Logik der Forschung: Popper ist einfach “The Man”, er hat mir geholfen, die moderne Wissenschaft zu verstehen. Seine klare Schreibweise sollte vielen deutschen Wissenschaftlern ein besseres Vorbild sein.
- Terry Pratchett, Wachen! Wachen!: Das war bestimmt nicht das erste Buch, das ich von Pratchett gelesen habe, aber mir fällt nicht mehr ein, welches es war. Pratchett habe ich vor Douglas Adams entdeckt, und beide haben mir gezeigt, dass man sich über Dummheiten amüsieren kann und dass es sich lohnen kann, die Hintergründe auszuleuchten und genauer nachzusehen.
- Ursula K. LeGuin, The Dispossessed: an ambiguous utopia: Dieses Buch zementierte meinen Weg von der Fantasy zur Science Fiction. Dreißig Jahre nach Erscheinen hat dieses feministisch-egalitäre Buch nichts eingebüßt.
Interessant ist, dass viele meiner Lieblingsbücher nicht dabei sind, und natürlich auch keine Essays oder Reden, die ich gelesen oder gehört habe. Ebenfalls interessant, dass ich sowohl zu meinem Atheismus als auch meinem Skeptizismus ohne “Lehrbuch” gekommen bin, und Bücher, die ich “danach” gelesen habe, haben mein Leben nicht mehr entsprechend ändern können. Auch andere Einstellungen meinerseits wie z.B. meinen Feminismus mache ich nicht an speziellen Büchern fest.
Ebenfalls interessant: ich habe nur zwei Autorinnen dabei und m.W. nur kaukasische Autoren. Interessant und ein wenig peinlich.
Und jetzt seid ihr dran!

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