Ja, richtig gelesen. Korea hat 4D-Kinos, in denen es z.B. Avatar zeigt. Wie sieht so was aus?
Jeweils eine Gruppe von 4 Sitzen neigt sich zur Seite oder nach vorne und hinten, und natürlich vibriert die auch oder fällt eine kurze Strecke. Auf Knöchelhöhe gibt es Bürsten und im Rücken einen Stoß-Simulator. Aus den Sitzen strömt Luft, um Wind zu simulieren. Es gibt feines Wasserspray für Regen u.ä. Effekte. Die Gerüche sind anscheinend noch nicht ausgereift, aber auch schon vorhanden. Und Effekte mit Lasern und Blitzlicht gibt es auch.
Das ist die Zukunft des Kintopps.
Und mal ehrlich: ich könnte Avatary oder sogar Transformers in so einem “Kino” eher genießen. Denn diese Filme – Michael Bays Ding noch viel mehr als Camerons Film – sind im Grunde Jahrmarktattraktionen. Diese Form von 4D-Kinos gibt es bereits für zwanzigminütige Streifen in den Universal Studios und ähnlichen Parks. Hier wird wenigstens eindeutig, was Ziel des Filmemachens war: möglichst viel Bewegung, Gerüche, Lichteffekte einbauen, um das Publikum für eine gewisse Zeit hirnlos zu blenden.
In einem 4D-Kino will ich gar keine anspruchsvollen Dramen oder so etwas sehen – da könnte die ganze Technik ja nicht ausgenutzt werden. Wenn ich auf die Kirmes gehe, will ich Popcorn, Zuckerwatte, Geisterbahn, nicht Shakespeare.
Das Problem momentan ist, dass die großen Hollywoodfilme immer noch als Kino daherkommen, aber fast immer nur Kirmes sind. Dass im Kino eben neben der Geisterbahn genau der Shakespeare seinen Platz haben soll – ja, mehr noch, dass die Geisterbahn im Theater aufgeführt wird und den Shakespeare verdrängt.
Also, wenn die Studios schon auf 3D und diesem Zeug bestehen, um Kohle zu machen, dann wenigstens richtig. Gebt alle künstlerischen Anwandlungen auf und lasst Michael Bay von der Leine – aber ins 4D-Kino. Und in den normalen Kinosälen kann man dann auch normale, gute, erzählende und erzählerische Filme gucken.
Echtes Kino eben.

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