Ähhm… was?

Trigger-Warnung!
Lasst mich euch von Frederick Wood erzählen. Frederick stand unter dem Verdacht, seine Freundin verprügelt zu haben. Deswegen sollte er vor Gericht.

Nun ist es so, dass in den USA Eheleute nicht vor Gericht gegen den Ehepartner aussagen müssen. Frederick schaffte es irgendwie, das vermeintliche Opfer dazu zu bringen, einer Ehe zuzustimmen. Ob das damit zu tun hat, dass sie von ihrem Partner verprügelt wurde?

Allerdings kann man ja nicht so einfach heiraten. Erst Mal braucht man eine Lizenz, und dann muss man 48 Stunden waren – zumindest in Baltimore. Aber es fand sich zum Glück ein Richter, der diese Zeitbedingung aufhob und eine direkte Hochzeit erlaubte.

Und dann hat Darrell Russell, der Richter, bei dem Frederick wegen Misshandlung vor Gericht stand, die Ehe geschlossen.

Danach konnte er Frederick natürlich leider nicht mehr schuldig sprechen. Aber er durfte noch was sagen. Er sagte:

Herr Wood, ich habe sie für unschuldig befunden, also kann ich sie nicht verurteilen, aber heute früh habe ich Sie zu lebenslänglich mit ihr verurteilt.

Jepp. Frederick Wood wurde vom Richter für seine Misshandlungen damit bestraft, dass er sein Opfer heiraten musste. Das klingt sehr biblisch (danach müssen ja Vergewaltiger auch ihre Opfer heiraten).

Und ziemlich bescheuert. Im Jahre 2010 in einem vermeintlich aufgeklärten Land.

Derweil werden in Äthiopien übrigens Ehen so geschlossen: ein Mann sucht sich ein sieben- bis achtjähriges Mädchen und vergewaltigt es, und weil die Schande für die Eltern zu groß ist, muss das Kind dann den Mann heiraten. Glückliche Ehe garantiert. 69% aller Ehen beginnen angeblich mit so einer Vergewaltigung.

Wir sind wirklich weit gekommen in den letzten 5.000 Jahren.

Comments 1

  1. avatar Lia wrote:

    Wundert mich kein bisschen bei Amerika. Das ist ja auch die einzige Nation der Welt außer Somalia, das die Kinderrechtskonvention nicht unterschrieben hat. Warum sollte es dann nicht auch entsprechende Gesetze in Bezug auf Vergewaltigung und Misshandlungen in der Partnerschaft geben.

    Ehe als Strafe für gewalttätige Vergehen – man fragt sich doch, was das Opfer verbrochen haben muss um so etwas zu verdienen. Ist bei vielen Christen nicht permanent die Rede davon, dass die Ehe als heilige Institution geschützt werden muss? Natürlich nur in der Form Vater-Mutter-Kind(er). Nach amerikanischer Gesetzgebung könnte man also ergänzen, dass die Ehe das Fegefeuer ersetzt, in dem man ja angeblich für seine Sünden bestraft werden soll.

    Posted 05 Apr 2010 at 16:16

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