Vampire sind zur Zeit in. Das bedeutet, dass man einige dröge Klischeefilme, -serien oder vor allem Bücher mit Vampiren bekommt, Versuche, den Markt abzugraben. Aber man bekommt, weil das Thema eben aktuell ist, auch Sachen wie So finster die Nacht. Und Durst? Wo können wir diesen Film einordnen? Wenn wir wissen, dass der Regisseur Park Chan-Wook ist, der u.a. die Rachetrilogie (Sympathy for Mr. Vengeance, Oldboy, Lady Vengeance verantwortet, können wir schon ahnen, in welche Richtung die Antwort geht.

Durst (2009)
Wie dieser Priester mit seinem Fluch umgeht und welche Konsequenzen es hat, wenn er sich in Tae-Ju (Kim Ok-bin) verliebt, ist Gegenstand des Films. Obwohl ein Vampirfilm, geht es doch mehr als nur um Lust und Sex, sondern auch um Sünde, um Gewissen, um Glaube, um richtig oder falsch. Ist es richtig, wenn Sang-hyeon sich von Blut ernährt, auch wenn er dabei niemanden tötet? Und wenn doch? Darf er jemand anderen zum Vampir machen? Es entwickelt sich mehr ein Kammerspiel als eine Charakterstudie, und weil dies ein Film von Park Chan-wook ist, dürfen auch groteskere Momente nicht fehlen, und Blut fließt sowieso.
Trotzdem ist Durst kein Splatterfilm, sondern beschreibt das Grauen, ein Monster zu sein oder mit einem solchen umzugehen, die Gratwanderung, die man unternehmen muss, aber auch die Möglichkeiten, sich nicht zu vergessen und menschlich zu bleiben. Das ist ein Film, wie ihn Bella Swan aus der Twilight-Serie gut vertragen könnte – um ehrlich zu sein, wäre Twilight ein tausend Mal besseres Buch, würde es annähernd so beschreiben, wie Edward mit Hilfe seiner Liebsten gegen seine Natur kämpft, oder wie Bella nach ihrer unweigerlichen Vampirwerdung mit eben diesem Durst umgeht, der den Priester plagt, dieser Drang, Blut zu trinken und alle Sünden zu begehen, die man begehen kann.
Diese Geschichte erzählt Durst mit eindringlichen, bemerkenswerten Bildern, und auch, wenn man meint, Blut auf weißem Untergrund habe sich doch langsam überlebt, ist es trotzdem noch wirkungsvoll, eine visuell antiseptische Umgebung mit rot zu beschmutzen. Durst ist psychologischer Horror, und als solches wirkungsvoll und wirklich stellenweise schauderhaft – ein wohliger Grusel will sich nicht einstellen.
In einem starken Filmjahr ist Durst ein weiteres Beispiel von vielen, dass es Genrefilme geben kann, die nicht nur einfach Konventionen folgen, und die zu verpassen wirklich schade wäre.

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