Es sollte klar sein, dass bei der Fülle von hervorragenden Filmen eine Liste, die sich auf zehn Filme beschränken muss, zwangsläufig aufgrund von persönlichem Geschmack entsteht. Bislang hatten wir zwei Filme, die mich berührten und beschäftigten. Auf Platz acht allerdings setze ich einen Film, der mich als intellektuelle Übung anspricht, einen Film, der ein ganzes, verhasstes Genre dekonstruiert und vorführt.
Vorhang auf!
Shopping-Center King nimmt diese beiden Komödienformen nun und seziert sie. Dazu bedient Regisseur Jody Hill sich ausgerechnet Rogen, dem Apatow-Helden, der auch noch körperlich dem Kaufhaus-Cop Kevin James ähnelt. Rogen als bipolarer Ronnie vergewaltigt eine Betrunkene, schlägt einen Räuber tot und lebt seine Heldenfantasie bis zum Ende aus. Mit jeder Minute Film rücken wir Ronnie stärker auf die Pelle, werden weiter auf seine Seite gezogen und sehen gleichzeitig die Abgründe, die sich in seiner Psyche auftun.
Am Ende ist klar: die Kaufhaus-Rambos mit ihrem Traum vom Polizistendasein sind nur deshalb keine Gefahr für die Öffentlichkeit, weil sie latenten Respekt vor dem Gesetz haben – beziehungsweise der mit dem Gesetz verbunden Macht – und weil sie ihre Pillen nehmen. Diese ungebildeten Soziopathen will man nicht zum Retter oder Beschützer haben. In den letzten Momenten ist es, als wende sich Ronnie direkt ans Publikum und fragte mit blutigem Lächeln: »Findet ihr das komisch?«
Die Antwort ist nein, das ist nicht komisch, aber zu viele Leute lachen zu oft über diesen Mist, weil er so weichgespült serviert wird. Ob Jody Hill nun dachte, dass er die ultimative Komödie schaffe, oder ob er bewusst das Genre zerstört, ist dabei unerheblich. Er zerstört es. Er zeigt in letzter Konsequenz, was da eigentlich als harmlose Unterhaltung über die Leinwände läuft, wie rassistisch, sexistisch, verdummend und verrohend das ist. South Park hat das ultimative Statement zu Scientology und den Mormonen abgegeben. Shopping-Center King ist das ultimative Statement zu Loser-Komödien und Judd Apatow. Ein Schlag ins Gesicht der dumpfen Masse.
Jetzt bitte noch jemand, der das für Michael Bay macht.


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