Zehn Jahre, zehn Filme: 5

Dies ist Teil 7 von 11 der Serie 10 Jahre Film

Wo wir schon bei blöden Filmtiteln sind: wie klingt »Zwei abgewichste Profis«? Genau. Auch hier gilt also, nur der Originaltitel wird von mir genannt. Ansonsten ist das, was folgt, leider keine Abrechnung mit Michael Bay (& Co.) – allenfalls in dem Sinn, dass da ein kleiner Film daherkommt, der den teuren Produktionen zeigt, wies geht. Wie schon der Vorgänger Shaun of the Dead ist auch dieser Film eine Parodie, die das parodierte Genre dabei allerdings mit viel Sympathie aufs Korn nimmt und am Ende sogar einen tollen Beitrag zu eben jenem Genre abliefert. Nix Scary Movie

Muss ich es wirklich noch spannend machen?

Hot Fuzz (2007)

Hot Fuzz (2007)

Der zweite Teil der geplanten Blood and Ice Cream-Trilogie von Simon Pegg und Edgar Wright (Regisseur) sowie mit Nick Frost gibt uns das Konzept des Superbullen, der in eine Kleinstadt versetzt wird, wo er prompt eine Mordserie aufdeckt und einen entlaufenen Schwan fängt.

Fünf Filme lang habe ich jetzt hier geschrieben, warum mich ein Film berührte oder welche tiefere Aussage er hat. Hot Fuzz landet auf der Liste, weil ich mich in diesem Jahrzehnt bei keinem Film so gut aufgehoben gefühlt habe und dabei so sehr gelacht habe, auch beim zweiten und dritten Gucken. Ein Film, den man im Freundeskreis oder alleine sehen kann.

Hot Fuzz kennt das Genre, und spielt gekonnt mit den Konventionen. Aber es wird nie (vielleicht sehr selten) plump. Der Humor entsteht aus den Charakteren und Situationen, nicht nur, weil jetzt wieder ein Lacher gefordert wird – der Plot hat einen hohen Stellenwert, und es gibt zwar komische Zufälle und Tricksereien, aber keine wirklichen Logiklücken.

Die Darsteller sind gut – vor allem natürlich das eingespielte Duo Pegg und Frost –, aber das Drehbuch ist großartig. Die Dialoge, die Details, das Tempo – Hot Fuzz ist nicht nur billige Verarsche, sondern für sich allein ein guter Film. Die Actionszenen sind so inszeniert, dass Michael Bay bei Edgar Wright in die Lehre gehen sollte, und sie sind rasant und spannend, selbst wenn da betagte Greise mit der Schrotflinte ballern. Die parodistischen Elemente und Filmzitate sind da nur ein Bonus, und es ist überhaupt nicht schlimm, wenn man sie nicht oder nicht alle zuordnen kann.

Die Liebe zum Detail, das Buch, die Inszenierung – all das machen Hot Fuzz zur besten Komödie der letzten zehn Jahre und zum fünftbesten Film überhaupt.

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