Zehn Jahre, zehn Filme: 3

Dies ist Teil 9 von 11 der Serie 10 Jahre Film

Die letzten drei Filme unserer Liste, das Jahrzehnt geht zu Ende. Heute ein Film, der ein einziges »Heilige Scheiße« ist, ein Film, der mit 158 Minuten nicht zu lang ist, sondern ein perfektes Tempo hat. Ein Film, dessen Soundtrack auf dem Trommelfell zergeht wie französische Küche auf der Zunge. Ein Film, der einen Hauptdarsteller hat, und dieser Hauptdarsteller hat einen Namen, und der Name ist: »Heilige Scheiße«.

Denn Daniel Day-Lewis ist unfassbar gut.

There Will be Blood (2007)

There Will be Blood (2007)

Paul Thomas Anderson ist ein großer Regisseur (u.a. auch Punch-Drunk Love), und mit There Will Be Blood setzt er nicht nur der us-amerikanischen Ölindustrie ein (nicht sehr schmeichelhaftes) Denkmal, sondern vor allem dem vielleicht besten Schauspieler seiner Generation. In den anfänglichen Szenen verunglückt Daniel Plainview (Day-Lewis) in seiner Mine. Dann schleppt er sich mit einem gebrochenen Bein durch die Wüste, um seinen Goldfund anzumelden. Und von da an ist klar: Hier geht es um die Wurst, hier wird alles aufs Spiel gesetzt. Plainview ist niemand, der vor irgendetwas scheut.

Und dann dürfen wir erleben, wie Plainview als bereits erfolgreicher Geschäftsmann in eine Kleinstadt kommt, um den Bürgern deren Ölvorräte abzuschwatzen. Die Geschichte entwickelt sich zum Epos und zur persönlichen Tragödie, aber gleichzeitig Erfolgsstory.

Man ist, was man tut. Wie man sich verhält. Daniel Plainview wird von seinem Verhalten geprägt, und die Rücksichtslosigkeit lässt uns nicht einmal Gelegenheit, ihn zu hinterfragen. Wir können nur fasziniert starren auf diesen ehrgeizigen Mann, und wie Daniel Day-Lewis ihn zum Leben erweckt. All das minimalistisch untermalt und großflächig in Szene gesetzt. Dieser Film ist ein Film, bei dem man keine Sekunde verpassen will, bei dem man auf die Leinwand starrt und am liebsten den Atem anhielte, um alles mitzukriegen. Ein ruhiger, zweieinhalb Stunden langer Film, der einen atemlos zurücklässt und mit dem Wunsch, ihn sofort noch einmal zu sehen.

Was macht einen Menschen aus? Was ist Geschäft, was ist privat, und wo bleibt die Religion? Und vor allem »Heilige Scheiße«. There will be Blood macht einen dankbar, dass es Kino gibt, dass man so etwas dort erleben kann, dass man gefangen genommen werden kann von einer Geschichte, die unaufhaltsam Druck aufbaut, bis nicht der Kessel, sondern der ganze Herd zu brodeln scheint. Atemlos zweieinhalb Stunden, das geht nur mit PT Anderson und Daniel Day Lewis.

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Comments 1

  1. avatar Lethreon wrote:

    Immerhin ein Film der bei mir auch in der Liste stehen könnte.

    Posted 28 Dec 2009 at 10:59

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