Das Jahresende naht, die Top 10 ruft mich. Zur Not muss ich im neuen Jahr einfach einen Titel nachschieben, wenn ich feststelle, dass ich einen Film übersehen oder noch nicht gesehen habe, der aber hier rauf gehörte. Bevor ich heute mit der Nummer 10 beginne, will ich zuerst die Filme nennen, die am knappsten an der Liste vorbei geschrammt sind, also gerade eben erst ausgeschieden sind.
Da haben wir The Departed, das Gangsterdrama von Martin Scorsese, Letters from Iwo Jima, das eigentlich nicht besonders sein sollte (es aber ist), nur weil eine Kriegsgeschichte aus Sicht des traditionellen Feindes gezeigt wird, Moon, gerade erst gesehen und Vergiss mein nicht mit der sabberwürdigen Kate Winslet.
Und jetzt zum Hauptfilm.

Chihiros Reise ins Zauberland (2001)
Chihiro ist zudem ein Film, der nicht nur konservative Familienwerte bekräftigt, wie die Pixars es meistens tun. Hier werden zunächst einmal die Eltern vom Kind gerettet, und die Freundschaft schließt am Ende sogar die böse Hexe mit ein – sie wird besiegt, und dann darf sie mitfeiern, sie wird weder verstoßen noch getötet. Daneben gibt es natürlich noch mehr oder weniger deutliche Aussagen über Umweltverschmutzung oder Gier.
Bezeichnend ist, dass mir der Giergeist auch acht Jahre später noch im Gedächtnis geblieben ist. Von Chihiro aus Freundlichkeit in die Badeanstalt gelassen, wird er auch von ihr beruhigt und wieder klein gemacht, nachdem er sich an der Gier der anderen Bewohner fett gefressen hatte. Dann folgt er Chihiro, und als Chihiros kleine Reisegruppe mit dem Zug fährt, wird deutlich, wie einsam dieser vermeintlich böse Geist doch ist. Als er dann bei der guten Hexe ein Zuhause findet, freut man sich für diese Kreatur, die kurz zuvor noch eine große Gefahr darstellte und in anderen Filmen einfach besiegt worden wäre.
Insofern ist Chihiro vor allem eines: ein erwachsener Kinderfilm. Ein Film, der eindeutig für Kinder gemacht ist, aber ernsthaft mit seinem Publikum umgeht und ihm nicht einfach bunte Bilder und Werbebotschaften präsentiert. Chihiro braucht keine Shrek-mäßigen Anspielung auf aktuelle Popkultur, oder Witze, die gezielt an die Eltern gerichtet sind, um das Publikum bei der Stange zu halten. Selbst Erwachsene sind hier gut aufgehoben, und es gibt, soweit ich mich erinnere, keinen einzigen Gag über Pfürze.
Chihiros Reise ins Zauberland zeigt, wie man es richtig macht, und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde.

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