Surrogates

Surrogates beruht auf einem durchaus interessanten, wenn auch nicht weltbewegendem Comic. Dieser Comic erzählte eine ziemlich typische Genregeschichte, wie sie perfekt verfilmbar ist, in einer halbwegs faszinierenden Welt. Diese Welt, eine mögliche Zukunft der unsrigen, zeichnet sich durch die Benutzung von Surrogaten aus: jeder Erwachsene kann sich einen Roboter kaufen und diesen dann von zu Hause aus durch die Welt steuern. Kein Grund mehr, vor die Tür zu gehen. Dann tritt plötzlich ein maskierter Typ auf und überrascht ein Surrogat-Pärchen beim Rummachen. Durch einen elektrischen Schock zerstört er die Roboter und wirft die Menschen so “aus dem Netz”, mit ganz eigenen Problemen, wie der Scan zeigt.

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Da ist der Kerl, der einen viel attraktiveren Körper gekauft hat (das Mädchen war übrigens auch ein Mann), der sich jetzt keinen Ersatz leisten kann und seinen Job ohne Roboter nicht ausführen kann. Am Ende des ersten Comics ist ein vierseitiger Aufsatz (Seite 2, Seite 3, Seite 4), der auch noch einmal ausführt, dass die Welt halbwegs durchdacht ist.

Wie also gesagt: durchdachte Welt mit gängigem Plot, das sollte doch verfilmbar sein – und dann einen ansatzweise originellen Film ergeben.

Doch dann kam Hollywood.

Gleich zu Beginn werden nicht nur die Surrogate, sondern auch deren Führer getötet, und bei der Flucht des Assassinen gibt es noch einen krachenden Autounfall, um mehr Action reinzubringen. Der Grund für den Angriff wird komplett verdreht (und dämlich gemacht), dafür wird eine weitere rivalisierende Fraktion eingeebnet.

Im Grunde fragt sich der Comic, ob es eine gute Idee ist, sein Leben einem Roboter zu übergeben, und seine Antwort kann man durchaus bestreiten, auch wenn sie klar ausfällt. Aus einem friedlichen Aufstand wird natürlich eine Schießerei, dafür werden ein tragischer Selbstmord und eine zerrüttete Ehe einem Happy End geopfert.

Um es anders zu sagen: alles, was die Vorlage interessant machte, wird geändert, und so entsteht quasi die Blaupause für so-irgendwie-dystopische Science Fiction. Ein Film, den man schon einhundert Milliarden Mal gesehen, gelesen, gehört und geträumt hat. Bruce Willis tut sein Bestes, aber einer Totgeburt kann man so viel Luft einhauchen, wie man will. Surrogates ist stinklangweilig, stereotyp, eindimensional und wenig überraschend – das Ende ist im Trailer.

Ich kann keinen einzigen Grund nennen, warum man sich diesen Film ansehen sollte, nicht mal, wenn man Fan von schlechten Filmen ist. Boring as fuck und wert, vergessen zu werden, könnte man sich ein paar Tage später noch an irgendwas erinnern.

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