Ich bin ein Fan von Ellie. Ellie ist super. Ellie ist abenteuerlustig, forsch, neugierig, mutig, selbstbewusst, wissenschaftsbegeistert, fantasievoll, direkt. Ellie hat den Club, dem die Jungs beitreten möchten. Ellie ist die Ehefrau von Carl Fredricksen. Ellie ist Teil der grandiosen, überwältigenden Eröffnungssequenz von Oben. Ellie stirbt nach zehn Minuten des Films.
Ellie ist die einzige weibliche Sprechrolle.

Up (2009)
Trotzdem ist der nächste AKt des Films, in dem Witwer Carl aus seinem Haus vertrieben werden soll und stattdessen sein Haus an Luftballons in die Luft erhebt, um sich einen Traum zu erfüllen, noch sehr sehenswert. Der übergewichtige asiatische “Wildnis-Erkunder” Russell (wundersame Besetzung: ein asiatisches Kind) reist als blinder Passagier mit. Dazu nur eins: in den Szenen, in denen das Haus abhebt, ist die Veranda des Hauses eindeutig leer und von Russell nix zu sehen.
Oben begleitet die beiden ungleichen Helden in den Urwald, und hier nimmt der Film denn auch einen gewaltigen Dämpfer hin. Denn plötzlich sind unzählige sprechende Hunde die Stars desselben, und die emotionale Beziehung zu den Hauptfiguren macht Slapsticks und Eichhorn-Witzen Platz. Einzig der stumme Paradiesvogel vermag den Film lebhaft zu halten, ansonsten geht es gängige und viel befahrene Wege entlang. Der Epilog versucht dann noch einmal, das verlorene wieder einzufangen, aber das gelingt nur teilweise und auf Kosten von richtig auf die Tränendrüse drückender Inszenierung, wo das Genie der Eröffnung gerade war, dass sie ehrlich und natürlich erzählte.
Das Haus gerät im Dschungel in den Hintergrund, Carls Traum gerät in den Hintergrund, denn wir haben plötzlich die Jagd auf den Riesenvogel als zentrale Geschichte. Die sprechenden und vogeljagenden Hunde haben einen bösen Anführer (Alpha), einen liebenswerten Außenseiter (Hund), einen tollen Koch (Epsilon) und einen verrückten Meister, der alle Rivalen auf der Suche nach dem Vogel töten will und schließlich selber stirbt. Wie es sich in einem Film ohne Altersbeschränkung gehört.
All das sind eher mindere Kritikpunkte. Auch wenn Oben erzählerisch zum Mittelmaß abfällt, ist es trotzdem ein unterhaltsamer Film und ein Film, der sein Publikum immer noch respektvoller behandelt als Ice Age und verwandter Schrott. Insofern ist es zwar für Pixar (ausnahmsweise) kein Meisterstück; empfehlen würde ich Oben trotzdem. Wenn auch nicht so rückhaltlos wie andere Filme.
Ansonsten bleibt noch die Sache mit den Frauen / Mädchen. Ellie, wie sie in diesem Film gezeigt hat, ist eine eigenständige Person. Eventuell trifft das auch auf Jessie aus Toy Story 2 zu – es ist ewig her, dass ich den gesehen habe. Aber es wäre schön, wenn Pixar mal eine Frau ins Zentrum ihrer meistens hervorragenden Geschichten rücken könnten – und bitte, ohne sie zu einer Prinzessin zu machen.

Comments 2
Aber es wäre schön, wenn Pixar mal eine Frau ins Zentrum ihrer meistens hervorragenden Geschichten rücken könnten – und bitte, ohne sie zu einer Prinzessin zu machen.
Es wird einen geben! Naja- fast, die Protagonistin ist eine Prinzessin.
http://www.youtube.com/watch?v=tYg0VgPy6Uk
Erscheint 2012, mehr Infos hier : http://pixar.wikia.com/Brave
Posted 27 Jun 2011 at 21:25 ¶Ich bin auch vage optimistisch
Danke für den Link.
Posted 27 Jun 2011 at 22:24 ¶Trackbacks & Pingbacks 1
[...] via Derangierte Einsichten – Oben. [...]
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