Niemand wird sich wundern, dass 2012 ein Sammelsurium von Endzeitfilm-Klischees ist. Niemand wird sich wundern, dass es primär darum geht, dass ein Mann wieder zu seiner Exfrau (und Kindern) zurückkehrt (und dabei berühmt wird). Niemand wird sich wundern, wenn er den bösen Russen und seine komische Frau sieht, dass diese beiden die Plätze auf den Rettungsschiffen nicht einnehmen werden. 2012 ist nämlich Endzeit-Porno, und wie in jedem Porno ist Überraschung nicht gefragt.
Insofern geht mein Vorwurf auch nicht dahin, dass das Überraschungsmoment fehlt.

2012 (2009)
Mein zweiter Kritikpunkt ist CGI. Auch hier ist wieder Maßlosigkeit die Devise. Das Problem ist nur, mit heutiger Computertechnik kann man so ziemlich alles machen, was man will. Ein Flugzeug fliegt durch ein Hochhaus? Klar, warum nicht? Ist eh alles nur am Computer gezeichnet und animiert. Die Effekte in 2012 sehen toll aus, aber sie sind eben nur Computereffekte. Weder hat man tatsächlich das Gefühl, dass jemand in Gefahr sei, noch gibt es die verwunderte Frage, wie ein Effekt wohl umgesetzt wurde. Hier braucht man weder Stuntleute noch Modelle, sondern nur einen Geek am Rechner.
Dadurch sind die Effekte gewichtslos, sinnlos, wirkungslos. Sie spielen sich halt auf der Leinwand ab, aber es gibt keinen wirklichen Bezug zu dem, was mit den Schauspielern passiert. Ganze Städte stürzen ein und sind doch nur bewegte Pixel.
Ich will nicht raten, auf CGI zu verzichten, aber man muss sich als Filmemacher überlegen, welche Effekte man nur am Rechner macht, welche durch CGI unterstützt werden und welche vielleicht auch ohne Digitales auskommen. Und vor allem muss man sich überlegen, wie man die künstliche Welt des Rechners in die künstliche Welt des Filmsets integriert, wie man den Effekten wieder Leben einhaucht. Denn wenn buchstäblich alles möglich ist, ist keine der Umsetzungen mehr irgendetwas Besonderes – man muss sie erst besonders machen.
Leider gelingt das mit 2012 nicht. Darum sah ich Plots, die ich schon zigmal gesehen habe, die nicht gerade vor Subtilität strotzten oder realistisch sind (der Papst geht mit der Welt unter, “Berlusconi” auch? Ha!), und die im Dienste von Effekten stehen, die gut aussahen, aber kalt ließen. Und das zweieinhalb Stunden lang.
Nicht mal aufregen kann man sich da.

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