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	<title>Comments on: Pro und Kontra Burqa</title>
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	<description>Geschreibsel, Kommentare und Kritik</description>
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		<title>By: Ben</title>
		<link>http://p-pricken.de/2009/10/pro-und-kontra-burqa/comment-page-1/#comment-154</link>
		<dc:creator>Ben</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 21:50:54 +0000</pubDate>
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		<description>ad 1: Eine gesellschaftliche Ächtung der Verschleierung halte ich für kontraproduktiv. Diejenigen, die zur Verschleierung gezwungen werden, werden so aus der Öffentlichkeit vertrieben und müssen nicht nur mit dem heimischen Zwang, sondern auch noch einer (latent) feindseeligen Öffentlichkeit leben. So tun wir nichts für ihre Befreiung. Die freiwillige Kopftuchträgerin dagegen muss dann damit leben, dass ihr einerseits ebenfalls bereits genannte Feindseeligkeit entgegenschlägt und ihr andererseits die Fähigkeit zur freien Entscheidung abgesprochen wird, indem ihr unterstellt wird, sie trüge ihr Kopftuch nur aus Zwang. Ich denke hier ist viel eher der Verstoß gegen die Menschenwürde zu suchen. Zudem verstehe ich unter einer freiheitliche Gesellschaft etwas anderes, als die Menschen zu ihrem (vermeintlichen) Glück zu zwingen.

ad 2: Dein Problem scheint mir weniger die Verschleierung zu sein, als das grundsätzliche Zwangsregime, dem viele Frauen in musliischen Familien ausgesetzt sind. Da stimme ich Dir vorbehaltlos zu. Ich denke aber, dass ein Verbot der Verschleierung lediglich ein Operieren an Symptomen wäre. Nur weil sich die Frauen nicht mehr verschleiern dürfen, leben sie nicht freier. Es wäre doch viel sinnvoller, wenn in der Gesellschaft eine Atmossphäre herrschte, die den Frauen zeigt, dass sie - mit oder ohne Kopftuch - als freie Mitglieder der Gesellschaft willkommen sind und ihr Kampf gegen die heimische Unterdrückung von Staat und Gesellschaft unterstützt wird. Das wird aber nur durch Bildung (um das Emanzipationsverlangen der Frauen zu wecken) und Toleranz (innerhalb der Gesellschaft) erreicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ad 1: Eine gesellschaftliche Ächtung der Verschleierung halte ich für kontraproduktiv. Diejenigen, die zur Verschleierung gezwungen werden, werden so aus der Öffentlichkeit vertrieben und müssen nicht nur mit dem heimischen Zwang, sondern auch noch einer (latent) feindseeligen Öffentlichkeit leben. So tun wir nichts für ihre Befreiung. Die freiwillige Kopftuchträgerin dagegen muss dann damit leben, dass ihr einerseits ebenfalls bereits genannte Feindseeligkeit entgegenschlägt und ihr andererseits die Fähigkeit zur freien Entscheidung abgesprochen wird, indem ihr unterstellt wird, sie trüge ihr Kopftuch nur aus Zwang. Ich denke hier ist viel eher der Verstoß gegen die Menschenwürde zu suchen. Zudem verstehe ich unter einer freiheitliche Gesellschaft etwas anderes, als die Menschen zu ihrem (vermeintlichen) Glück zu zwingen.</p>
<p>ad 2: Dein Problem scheint mir weniger die Verschleierung zu sein, als das grundsätzliche Zwangsregime, dem viele Frauen in musliischen Familien ausgesetzt sind. Da stimme ich Dir vorbehaltlos zu. Ich denke aber, dass ein Verbot der Verschleierung lediglich ein Operieren an Symptomen wäre. Nur weil sich die Frauen nicht mehr verschleiern dürfen, leben sie nicht freier. Es wäre doch viel sinnvoller, wenn in der Gesellschaft eine Atmossphäre herrschte, die den Frauen zeigt, dass sie &#8211; mit oder ohne Kopftuch &#8211; als freie Mitglieder der Gesellschaft willkommen sind und ihr Kampf gegen die heimische Unterdrückung von Staat und Gesellschaft unterstützt wird. Das wird aber nur durch Bildung (um das Emanzipationsverlangen der Frauen zu wecken) und Toleranz (innerhalb der Gesellschaft) erreicht.</p>
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		<title>By: Patrick</title>
		<link>http://p-pricken.de/2009/10/pro-und-kontra-burqa/comment-page-1/#comment-153</link>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 20:45:59 +0000</pubDate>
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		<description>Danke für deinen Kommentar. Zu 1) bin ich durchaus für ein Verbot bestimmter Verschleierungen – Burqa und Niqab definitiv – an bestimmten, staatlichen Orten wie Schule und Universität – nicht grundsätzlich in der Gesellschaft, z.B. auf dem Markt. 

Gesellschaftliche Zwänge gibt es ja automatisch und auch jetzt schon, aber ich will keinesfalls, dass dann mit faulen Eiern geworfen oder beschimpft wird. Die Mädels können ja, wenn sie gezwungen werden, am wenigsten dafür.

Zu 2) kann ich nur sagen, dass ich damit zwei Probleme haben. Erstens ist die Frage, wie weit Religionsfreiheit geht, wenn die Religion an sich diese Verschleierung nicht fordert. Aber wichtiger ist, dass es sich tatsächlich für mich bei dem Kopftuchzwang ja nicht nur um den Zwang zum Kopftuch, sondern um einen ganzen Packen von Zwängen und Unterdrückung der Frau handelt. Da sehe ich schon die Menschenwürde beeinträchtigt und das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das Kopftuch wird zunächst einmal von außen aufgezwungen, das allein ist schon ein Verstoß – aber wenn dann dazu noch kommt, dass man keine deutschen Freunde haben darf, dass eine zu enge Freundschaft zu einem Mann Gewalt nach sich ziehen kann, dass man nur in Begleitung aus dem haus darf oder was auch immer... das Problem dabei ist, dass das Kopftuch hier eben auch sichtbares Moment einer möglichen, weiter gehenden Zwangsituation ist, die man eben nicht ansieht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für deinen Kommentar. Zu 1) bin ich durchaus für ein Verbot bestimmter Verschleierungen – Burqa und Niqab definitiv – an bestimmten, staatlichen Orten wie Schule und Universität – nicht grundsätzlich in der Gesellschaft, z.B. auf dem Markt. </p>
<p>Gesellschaftliche Zwänge gibt es ja automatisch und auch jetzt schon, aber ich will keinesfalls, dass dann mit faulen Eiern geworfen oder beschimpft wird. Die Mädels können ja, wenn sie gezwungen werden, am wenigsten dafür.</p>
<p>Zu 2) kann ich nur sagen, dass ich damit zwei Probleme haben. Erstens ist die Frage, wie weit Religionsfreiheit geht, wenn die Religion an sich diese Verschleierung nicht fordert. Aber wichtiger ist, dass es sich tatsächlich für mich bei dem Kopftuchzwang ja nicht nur um den Zwang zum Kopftuch, sondern um einen ganzen Packen von Zwängen und Unterdrückung der Frau handelt. Da sehe ich schon die Menschenwürde beeinträchtigt und das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das Kopftuch wird zunächst einmal von außen aufgezwungen, das allein ist schon ein Verstoß – aber wenn dann dazu noch kommt, dass man keine deutschen Freunde haben darf, dass eine zu enge Freundschaft zu einem Mann Gewalt nach sich ziehen kann, dass man nur in Begleitung aus dem haus darf oder was auch immer&#8230; das Problem dabei ist, dass das Kopftuch hier eben auch sichtbares Moment einer möglichen, weiter gehenden Zwangsituation ist, die man eben nicht ansieht.</p>
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		<title>By: Ben</title>
		<link>http://p-pricken.de/2009/10/pro-und-kontra-burqa/comment-page-1/#comment-152</link>
		<dc:creator>Ben</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 18:53:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://p-pricken.de/?p=929#comment-152</guid>
		<description>Hi,
ich habe mit der hier vorgeschlagenen Lösung aus zwei Gründen ein Problem.

1. Wenn ich Dich richtig verstehe, bist Du gegen ein staatliches Kopftuchverbot, fordert aber gleichzeitig (quasi als Ersatz) die Ablehnung durch die Gesellschaft und des Ausschluss der Verschleierten (oder aller anderen abweichend Gekleideten). Ich glaube nicht, dass es eine wünschenswerte Lösung ist, unter der Vorspielung von Freiheitsverwirklichung staatlichen Zwang durch gesellschaftlichen Zwang zu ersetzen. Erstens, weil dadurch die gezwungene Kopftuchträgerin noch stärker aus dem öffentlichen Leben verbannt wird als ohnehin schon - schließlich begegnet ihr ihre Umwelt feindselig; zweitens, weil staatlicher Zwang immer unter der Kontrolle der Gerichte steht, während die Gesellschaft völlig unreguliert und im Zweifelsfall unter vollständiger Missachtung der Menschenrechte diskriminieren kann, wen auch immer sie will.

2. Ich denke die Entscheidung zwischen einem Kopftuchverbot (ob es sich dann um ein &quot;Kopftuch&quot;- oder nur um ein &quot;Burka&quot;-Verbot handelt, sei mal dahingestellt) und der Duldung eventueller Unterdrückung muss nach dem Gewicht der betroffenen Rechtsgüter entschieden werden. Und hier stehen sich auf der einen Seite die Religionsfreiheit und auf der anderen Seite die allgemeine Handlungsfreiheit gegenüber und da sehe ich den Schwerpunkt eindeutig bei der Religionsfreiheit und bin daher gegen ein Kopftuchverbot. Anders sieht es höchstens aus, wenn man den (kulturellen, familiären etc.) Zwang zum Tragen eines Kopftuches als Angriff auf die Menschenwürde wertet, dann wäre der Staat zum Eingreifen verpflichtet. Aber bei allem Bemühen um Schutz muslimischer Frauen geht dieses Verständnis, glaube ich, zu weit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi,<br />
ich habe mit der hier vorgeschlagenen Lösung aus zwei Gründen ein Problem.</p>
<p>1. Wenn ich Dich richtig verstehe, bist Du gegen ein staatliches Kopftuchverbot, fordert aber gleichzeitig (quasi als Ersatz) die Ablehnung durch die Gesellschaft und des Ausschluss der Verschleierten (oder aller anderen abweichend Gekleideten). Ich glaube nicht, dass es eine wünschenswerte Lösung ist, unter der Vorspielung von Freiheitsverwirklichung staatlichen Zwang durch gesellschaftlichen Zwang zu ersetzen. Erstens, weil dadurch die gezwungene Kopftuchträgerin noch stärker aus dem öffentlichen Leben verbannt wird als ohnehin schon &#8211; schließlich begegnet ihr ihre Umwelt feindselig; zweitens, weil staatlicher Zwang immer unter der Kontrolle der Gerichte steht, während die Gesellschaft völlig unreguliert und im Zweifelsfall unter vollständiger Missachtung der Menschenrechte diskriminieren kann, wen auch immer sie will.</p>
<p>2. Ich denke die Entscheidung zwischen einem Kopftuchverbot (ob es sich dann um ein &#8220;Kopftuch&#8221;- oder nur um ein &#8220;Burka&#8221;-Verbot handelt, sei mal dahingestellt) und der Duldung eventueller Unterdrückung muss nach dem Gewicht der betroffenen Rechtsgüter entschieden werden. Und hier stehen sich auf der einen Seite die Religionsfreiheit und auf der anderen Seite die allgemeine Handlungsfreiheit gegenüber und da sehe ich den Schwerpunkt eindeutig bei der Religionsfreiheit und bin daher gegen ein Kopftuchverbot. Anders sieht es höchstens aus, wenn man den (kulturellen, familiären etc.) Zwang zum Tragen eines Kopftuches als Angriff auf die Menschenwürde wertet, dann wäre der Staat zum Eingreifen verpflichtet. Aber bei allem Bemühen um Schutz muslimischer Frauen geht dieses Verständnis, glaube ich, zu weit.</p>
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