Gefahr: falsche Jungfrauen

Der Jungfrauenkult ist etwas, das sich als sexistische Denkweise durch viele Kulturen zieht, und das gilt auch für Muslime. Oft hört man, wie Frauen, die ihre Jungfräulichkeit vor der Ehe aufgeben, entehrt oder gar bestraft werden. Diesen Markt will die chinesische Firma Gigimo bedienen: sie bieten ein künstliches Hymen an. Das kann sich frau für 30 Dollar kaufen und einsetzen, und wenn es durchbrochen wird, gibt es sogar ein wenig Flüssigkeit ab.

Ganz wie beim Original also.

Das mag auf den ersten Blick wie ein skurriles und leicht geschmackloses Produkt klingen, aber in manchen Regionen könnte dieses künstliche Hymen tatsächlich die Freiheit der Frau fördern und die Gefahr einer Bestrafung verringern. Natürlich wäre es besser, den Jungfrauenkult abzustellen, aber ihn zu unterlaufen ist ja auch was wert, und ein unterlaufener und damit nutzloser Kult erledigt sich vielleicht von selbst.

In Ägypten wurde die Gefahr erkannt. Dort forderten konservative Politiker, die Einfuhr dieses Hymens zu verbieten. Die Befürchtung ist, dass das Land dadurch vor die Hunde gehe. Und allein durch diese Reaktion wird die tragische Notwendigkeit dieses Produktes deutlich. Nicht zu vergessen: auch ohne Sex kann es sein, dass eine Frau ihr Jungfernhäutchen einreißt, oder was natürlich auch durch Selbstbefriedigung geschehen kann.

Der Jungfrauenkult aber hebt gleichzeitig die weibliche Sexualität auf ein Podest und tabuisiert sie – Männer müssen Jungfrauen gewinnen und am besten gleich mehrere “zur Frau machen”, aber Frauen sollen ja keinen Spaß an ihrem Körper und ihrer Lust haben. Sie haben zu kuschen, die Beine breit zu machen und beim ersten Mal gefälligst zu bluten. Gott will es, die Götter wollen es, und wehe dem Mädchen, das sich damit nicht abfinden kann.

Dass ich einmal ein künstliches Hymen als gutes Produkt bewerten würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Kann man mal sehen.

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