Die wirkliche Gefahr ist ja – auch dank Pharyngula – anscheinend abgewendet: Der Homöopathen ohne Grenzen e.V. wird hoffentlich nicht den Deutschen Engagementpreis gewinnen, sondern SOZIALHELDEN e.V. Ich habe übrigens für Mixed Leadership gestimmt.
Der Skandal ist dennoch da – die Nominierung alleine reicht.
Ein schneller Blick auf What’s the harm enthüllt 437 Beiträge zu Fällen, in denen jemand durch Homöopathie zu Schaden kam. Viele starben.
Natürlich nicht direkt an Nebenwirkungen der Homöopathie, sondern dadurch, dass eine ineffektive Behandlung zu Ungunsten einer effektiven Behandlung vorgezogen wurde. Anstatt zu einem Arzt zu gehen, bevor es zu spät war, schluckte das Opfer Zuckerpillen.
nIn einem Land wie unserem gehen solche Fälle nur selten so schlecht aus. Schließlich ist die medizinische Versorgung gut genug, damit nur jene, die wirklich über alle normalen Maßstäbe hinaus dem Arzt fernbleiben, in Gefahr geraten.
Homöopathen ohne Grenzen hat sich auf die Fahne geschrieben, in Regionen aktiv zu werden, wo das nicht unbedingt der Fall ist, sondern speziell dorthin zu reisen, wo “verbesserte Gesundheitsversorgung” dringend nötig ist, in Bürgerkriegsgebieten oder Krisenregionen nach Naturkatastrophen oder generell schlecht ausgestatteten Regionen. In Kenia arbeiten Hebammen mit Homöopathie. Nach dem Tsunami ging es natürlich nach Sri Lanka. Und so weiter.
Diese Grupe mag ja engagiert sein, aber nur im allergünstigsten Fall richtet sie keinen Schaden an, wenn sie wirkliche Hilfe mit Hexenmedizin ersetzt – nichts anderes ist Homöopathie schließlich.
Seien wir froh, dass Pharyngula da Alarm schlug und zumindest die Preisverleihung verhindern konnte – hoffentlich. Die Abstimmungsperiode geht noch bis November, da kann noch viel passieren.

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[...] Derangierte Einsichten (19.10.2009): Engagement, das töten kann [...]
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