Boing Boing hat mich auf eine wirklich verblüffende Geschäftsidee gestoßen: Die Firma Internet Eyes sucht freiberufliche Denunzianten für ein Gewinnspiel. Besitzer von Überwachungskameras können sich dort registrieren, und als Bürger beobachtet man dann diese Kameras und meldet verdächtige Aktionen. Je nach Güte der Meldung gibt es Punkte, und derjenige mit den meisten Punkten gewinnt am Ende des Monats 1000 Pfund.
Das ist nicht mal alles.
Aber selbst wenn, ist das natürlich schon ein perfide ausgelagertes Big-Brother-System. Anstatt Leute zu bezahlen, das Volk zu überwachen, lässt man das Volk sich selbst überwachen. Für mich besteht kein Zweifel, dass sich immer jemand finden lässt, der sich vor die Kamera setzt und nach Übeltätern sucht, also nach verdächtig ausländisch aussehenden Menschen, oder Jugendlichen, oder Leuten in komischer Kleidung, oder…
Aber wie gesagt, das war nicht mal alles. Wer seine Kamera da anmelden will, zahlt 20 Pfund. Als Denunziant bekommt man jeden Monat 3 kostenlose Meldungen – jede weitere Meldung kostet 1 Pfund. Und zur Erinnerung: am Ende des Monats gewinnt nur derjenige mit den meisten besten Meldungen 1000 Pfund, der Rest kriegt nichts. Wer um die tausend Pfund mitspielen will, muss praktisch über die 3 freien Meldungen hinaus gehen. Mit nur einer Meldung am Tag (also 27 überzähligen) braucht das Unternehmen nur 38 Leute, um mehr als tausend Pfund einzunehmen – ohne die Teilnahmegebühr der Kamerabesitzer.
Die Idee ist quasi doppelt fragwürdig, aber fast muss man Internet Eyes schon bewundern: es zockt Denunzianten ab.

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