Transformers (und Transporter 3)

Mir ist bewusst geworden, dass ich eine sehr schlechte Meinung von Transformers habe, den Film aber gar nicht kannte. In der Hoffnung auf ein groteskes Erlebnis, aber auch mit der Idee im Hinterkopf, mich irren zu können, habe ich mich also entschlossen, diesen Film und bei Gelegenheit auch den Nachfolger zu begutachten. Um mich einzustimmen, sah ich mir vorher Transporter 3 an, weil mir der zweite Teil als hirnloses Spektakel gefiel. Teil 3 hat allerdings die wahrscheinlich schlimmste Frauenrolle im gesamten Mainstream-Kino von 2008 – ein Titel, den Jason Statham mit Crank 2 verteidigen möchte – und darüber hinaus zwar Statham, aber sonst hauptsächlich müde Actionszenen mit schnellen Schnitten auch dann, wenn sie nicht nötig wären. Zumeist mittelmäßige Action (mit einer großartigen Ausnahme, bei der Statham ein Fahrrad fährt), ein extrem gestählter Hauptdarsteller und eine wirklich gruselige weibliche Hauptfigur.

Vielleicht lag es daran, dass ich nach einer halben Stunde Transformers richtig gut fand. Ich hatte mich wohl in dem Film getäuscht.

Transformers (2007)

Transformers (2007)

Bis dahin hatte ich einen Roboterangriff in der Wüste (Katar?) erlebt und dann die Einführung von Sam Witwicky (Shia LaBoef) und seines Schwarms Mikaela (Megan Fox). Sam bekommt sein neues Auto (ein Transformer – Spoiler) und kann Mikaela damit nach Hause bringen – es stellt sich heraus, dass sie etwas von Motoren versteht. Dann entdeckt Sam, dass sein Auto selbst fahren kann und flüchtet auf einem rosa Damenrad. Ja, die Ansprache, die Sam seiner Klasse über seinen Großvater hält, ist etwas sehr dumpf und expositorisch. Und die Tatsache, dass sowohl Sam als auch Mikaela ständig in Schweiß getaucht sind, damit sie richtig glänzen – na ja. Aber die Action war gut, der Humor nicht zu dämlich und alles sah natürlich sowieso sehr gut aus.

Leider war das nicht das Ende des Films. Nicht nur, dass wir immer wieder zu den tapferen US-Soldaten in der Wüste und anderswo schauten – alle Soldaten natürlich unter 30 und in reiner Army-Werbefilm-Pose. Nicht nur, dass wir die schlausten Köpfe der NSA zu sehen bekamen – alle natürlich unter 30 und die Hauptfigur (Rachael Taylor) dort mit deutlich britisch-australischem Akzent, wie es sich für NSA-Leute gehört. Nicht nur, dass…

Transformers kennt kein Nein. Der Film packt einfach alles rein, was so rumliegt, und hört nicht auf. Also kriegen wir geschätzte siebenhundert Einstellungen von sich verwandelnden Transformern, die eine Minute später wieder zurückverwandelt sind, damit sie sich wieder verwandeln können. Der ohnehin hauchdünne Plot wird einerseits ausgewalzt – auf der Suche nach dem Lebenswürfel (der angeblich alles lebendig macht, im Film aber nur böse Transformer (Decepticons) zu erschaffen scheint) kann es gar nicht genug Umwege geben – andererseits aber springt man von Moment zu Moment – in einer Szene haben wir eine Verfolgungsjagd mit mehreren Robotern auf der Autobahn, in der nächsten Szene fahren die Helden unverfolgt durch die Stadt. Überhaupt, am Ende führen die Helden die Roboter in eine nahegelegene Stadt, weil… es cooler aussieht, wenn Bürogebäude explodieren, als wenn es in der Wüste stattfindet.

Aber der Plot ist eigentlich unwichtig, und die vielen, vielen Plotlöcher fallen nur deshalb so sehr auf, weil der Film einem die Zeit lässt. Fast zweieinhalb Stunden dauert dieser Film und enthält längst nicht so viel Action, wie man erhoffen dürfte. Stattdessen haben wir Szenen mit dicken Hackern, die Dance Dance Revolution spielen. Auch nicht vergessen dürfen wir den Moment, als die guten Transformer (Autobots) sich in Sams Garten verstecken, weil tonnenschwere drei bis zehn Meter große Roboter ja niemandem auffallen, noch machen sie Spuren im Gras oder werden gar gehört, wenn sie sich in kleine Lücken quetschen oder an eine Hauswand oder mit Sam unterhalten. Eine gruselige, gruselige, gruselige Sequenz, die den Tiefpunkt des Films darstellte, wären da nicht die kleinen bösen Roboter, die mit Cartoon-Geräuschen orchestriert werden (Jibbidie, jibbidie, jab!) oder der Moment, in dem Autobot Bumblebee auf John Turturro pisst.

Am Ende werden die toten Roboter im Meer versenkt, um »keine Beweise« zu hinterlassen – außer der Tatsache, dass sich da gerade Riesenroboter in einer Großstadt mit der US-Armee ein Feuergefecht geliefert haben, dass Roboter wie Meteore zur Erde fielen und Riesenroboter auf einem Autobahnzubringer kämpften. Also, außer den Riesenrobotern eben. Die Autobots dürfen jetzt in Frieden und unerkannt leben (klar, nachdem der böse Megatron die Quelle aller moderner Errungenschaften war1, braucht man die lebenden Roboter nicht, und die toten auch nicht); verwundete Roboter reparieren sich irgendwie selbst, und Megan Fox mag aus irgendwelchen Gründen unseren Sam und sie küssen sich.

Dass die Kamera bei Michael Bay niemals still steht, und dass sie Megan Foxens Körper fast genauso liebevoll umstreichelt wie die schicken Autos, die heldenhaften Soldaten und die modernen Waffensysteme, ist ohnehin klar, aber auch das fällt erst negativ auf, als es nicht. aufhören. will.

Auf anderthalb Stunden oder vielleicht auch zwei Stunden zusammengeschnitten hätte das ein toller Eventfilm sein können. So geht in all dem Film der Spaß verloren. Am Ende kämpfen zwei Riesenroboter in den Straßen irgendeiner Stadt und ich langweile mich. Zu wenig kann ich dem direkten Geschehen folgen und die Tricks genießen, zu wenig liegt mir an dieser ausgenudelten Story und ihren Löchern und eindimensionalen Charakteren, zu sehr frage ich mich, wann das Ding endlich zu Ende sein darf.

Michael Bays Filme sind Events, die man nicht verpassen will. Und sie sehen gut aus (wenn man die Zeit bekommt, hinzusehen). Aber ähnlich wie Armageddon irgendwann die Grenze überschreitet und man endlich die Weltrettung sehen will und bitte nicht noch eine US-Flagge, so hat man hier irgendwann genug von den Robotern und ihrer seltsam menschlichen Mimik, von Megan Foxens Bauchpartie und schicken Autos, die sich ständig verwandeln. Die – vorhandenen – coolen Momente gehen unter in Pathos und Exzess. Transformers ist das eine, was ich bei Michael Bay für unmöglich gehalten hätte: langweilig. Auch noch nach Transporter 3.

  1. eine wunderbar us-zentristische Sicht []

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