Transformers: Die Rache

Beim ersten Teil dauerte es eine halbe Stunde, bis ich den Film nicht mehr zu mögen begann. Transformers: Die Rache hatte mich nach einer knappen Viertelstunde, und hier hatte ich sogar einen Kinoplatz bezahlt. Doppelt ärgerlich. Michael Bays Nachfolgeevent beginnt mit dem Kampf zwischen Optimus Prime und einem dreimal so großen Decepticon, bei dem ich leider keine Ahnung habe, was passiert, weil sich bei den Robotern jedes Teil ständig bewegen muss. Dann sehen wir Mikaela (Megan Fox) in einer FHM-Pose auf dem Motorrad. Dann zwei poppende männliche Hunde. Dann entdeckt Sam (Shia Laboef) ein Restteil des Lebenswürfels aus Teil 1 und belebt Küchengeräte zu Transformern und ich denke: cool! Dann sehen die Roboter aber keineswegs aus wie Küchengeräte, sondern wie stachelige Roboter, und einer von ihnen schießt mit einer Kanone auf Hüfthohe. Nein, ehrlich: mit einer Peniskanone. Und es folgt der Schnitt auf die poppenden Hunde.

Da war es dann mit mir vorbei, und es hatte nicht mal angefangen. Fünfzehn Minuten? Da scheißt Bay drauf!

Transformers: Revenge of the Fallen (2009)

Transformers: Revenge of the Fallen (2009)

Nur Sekunden, nachdem Bumblebee – einer der Roboter – Sam vor den kleinen Küchenfreaks rettet, sagt Sam: »Du musst mich nicht mehr beschützen, das ist vorbei.« Währenddessen sehen wir Mikaela strippen, von einem Lederoutfit in ein keusches weißes Kleid wechseln.

Ich glaube, Bay ist asexuell. Schließlich liebkost seine Kamera nicht nur Megan Fox (und die anderen Männermagazinschönheiten, die sich in Sams Astronomiekurs tummeln), sondern auch Roboter, Autos, Waffen als wäre es Pornografie, aber dazu kommt, dass bei aller angeblich zur Schau gestellten Sexualität Megan Fox stets (knapp) bekleidet ist, die Posen sich auf oben genannte “Erotik”-Magazine beschränkt und auch Abschiedsküsse schmatzen, aber zungenlos bleiben, während aus dem Off »Don’t let me come« gespielt wird. Bay macht ja wirklich Actionporno für kleine Jungs, aber dazu gehört anscheinend auch Pseudosexualität.

Dies ist die Art von Film, in dem eine Einblendung nicht nur »Paris« schreibt, sondern »Paris, Frankreich« und dazu eine Zeit angibt, die im Kontext des Films absolut unwichtig ist. Die Art von Film, in der eine der Schönheiten von Sams Auto verprügelt wird, bevor es ihr ins Gesicht spritzt – aber nicht erkennt, dass die Schönheit ein Roboter ist. Die Art von Film, in dem es keine Regeln gibt, denen die Roboter folgen müssten, in was sie sich verwandeln können oder wie sie sich zu verhalten haben, und daher auch keine Restriktionen, die irgendwie Spannung erzeugen könnten. Die Art von Film, in dem die Darsteller Handys wegwerfen, weil die von Decepticons geortet werden könnten, aber einen Decepticon (der Mikaelas Bein fickt) an einer Kette mitführen. Die Art von Film, in dem ein alter Decepticon einen Bart und einen Gehstock hat und Blähungen hat. Die Art von verdammtem Film, in dem ein Roboter riesige Metallklöten besitzt und wir die sekundenlang bewundern dürfen.

Und ja, es gibt die afroamerikanischen Roboter, die Goldzähne und affenähnliche Gesichter haben und nicht lesen können, aber das ist ein so winziger Teil dieses Films, dass er kaum auffällt. Ähnliches gilt für die erste große Fluchtsequenz von Sam vor den Decepticons, in denen Transformers: Die Rache fast zu einem Slasherfilm mutiert und wirklich spannend ist, bevor es wieder zu einem Kampf zwischen Robotern kommt.

Diesen Kämpfen kann ich nichts abgewinnen. Die Roboter sind zu deutlich Kreaturen von Special-Effects-Firmen, zu wenig erkennbare Figuren. Es steht nichts auf dem Spiel, wenn sie gegeneinander kämpfen, und wegen Bays frenetischer Kamera und den Milliarden beweglichen Teilen in den Effekten sieht es nicht mal gut aus, sondern nur hektisch. Auch bin ich nicht sicher, was ich davon halten soll, dass die Roboter “bluten” und “spucken”.

Bay macht nach eigener Aussage Filme für sechzehnjährige Jungs, aber in Wahrheit sind es Filme für die niedersten und unwählerischsten Teile von sechzehnjährigen Jungs. Das macht er zugegeben gut, leider so gut, dass er der wohl im Moment erfolgreichste Filmemacher Hollywoods ist. Das kann man ihm nicht nehmen, und auch nicht, dass anscheinend Millionen von Leuten diese Filme gut genug gefallen, um ihre Freunde nicht davor zu warnen.

Leider sind diese Filme gleichzeitig einfallslos und fast schon lieblos gemacht, mit Explosionen, wie man sie eben kennt, und Actionszenen ohne Eleganz – von Story oder Figuren will ich gar nicht reden. Auch leider wird Mikaela, die im ersten Teil wenigstens ein bisschen rocken dürfte, hier vollends zum Anhängsel gemacht. Und leider ist es eben so, dass ich, wenn ich nicht zum Publikum für diese nachlässige und herablassende Art des Filmemachens gehöre, in der Minderheit zu sein scheine.

Sommer 2011: Transformers – Dieselbe Scheiße wie zuvor, nur lauter.

Megan_Fox_009

Comments 1

  1. avatar Anonymous wrote:

    bist ja n intelligenter kerl und beim meisten muss ich dir zustimmen… terminator 4 is absolut scheisse aus allen deinen gruenden und mehr…

    aber du verreist echt alles in einer art die zeigt du bist halt doch n nerd mit zuviel zeit

    Posted 20 Nov 2009 at 21:17

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