Damit das klar ist: die SPD schließt Rot-Rot-Grün aus und kann damit höchstens Juniorpartner werden. Die Grünen schließen Schwarz-Gelb-Grün aus und verdammen sich zur Opposition, haben aber dafür die Freiheit eines nicht einzuklagenden Wahlprogramms, und die FDP bekennt sich zur CDU, um ja nicht zu eigenständig wirken zu müssen. Und die CDU tut, was Kanzlerin Merkel so erfolgreich gemacht hat: Nix.
Und ich drohe, FDP zu wählen.
Heute habe ich mich durch die Übersicht der Tagesschau zu den einzelnen Wahlprogrammen geklickt. Erstens musste ich feststellen, dass die Linke ebenfalls für einen sofortigen Atomausstieg ist, was ich ehrlich gesagt für Irrsinn halte, da momentan Atomenergie wohl durch Gas oder Kohle aufgefangen würde – und was da besser für die Umwelt ist, muss man nicht lange fragen. Auch klingt die Linke doch sehr staatsplanerisch, und vielleicht färbt da mein Wirtschaftsstudium auf mich ab, aber das ist m.E. keine Lösung.
Nun tendiere ich also doch wieder zu grün und damit zur klaren Opposition. Allerdings hat die FDP zumindest in Teilen gute Punkte, und sie haben ja zumindest einen sozialliberalen Anstrich. So traue ich Guido Westerwelle zu, die Rechte homosexueller Lebenspartnerschaften vertreten zu wollen, und in Punkto Datenschutz und Internetsperre auch. Anders aber traue ich der SPD nach den letzten Jahren so ziemlich gar nichts zu; das Urheberrecht wird unter beiden Parteien reformiert werden.
Wenn also die CDU eh gewinnt, ist es dann nicht vielleicht besser, einen starken liberalen Koalitionspartner zu fördern, als die zuschauende Opposition zu bilden? Oder würde das nur ein stärkeres Mandat suggerieren und damit die Ansprüche vergrößern?
Bei den Piraten, wie gesagt, fehlen mir einfach Ziele abseits des Datenschutzes zu Gleichstellung, Hartz IV usw.
Im Endeffekt macht eine Wahlstimme ohnehin keinen Unterschied, aber ich muss bei jeder Wahlmöglichkeit in den sauren Apfel beißen – komplette Übereinstimmung finde ich nicht. Also, Leserschaft, was soll ich wählen?

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