Krieg, Opfer, Orden

Nachdem die tapfere Bundeswehr nun schon seit Jahren in Afghanistan Krieg gegen irgendwen führt, um dadurch die deutschen Grenzen zu sichern (oder so), summieren sich die Toten nicht mehr nur in der Bevölkerung Afghanistans, die ja nicht zählen, sondern auch bei den Soldaten selbst. Natürlich wird nicht von Toten gesprochen, oder Kriegsopfern, sondern von Gefallenen, weil uns die Soldaten den Gefallen getan haben, richtig hinzufallen und sich beim Sturz tödlich zu verletzen und nicht etwa danach wieder aufzustehen.

Das muss belohnt werden.

Darum wird die Kanzlerin jetzt endlich wieder ein eisernes Kreuz für Tapferkeit verleihen, um die Soldaten zu ehren, die auf ihrer Fahrt in einen Hinterhalt gerieten und eben nicht fielen, sondern stehenblieben, weil sie so tapfer waren. Das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wird den Krieg Führenden die Anerkennung zuteil, unversehens in einem idiotischen Krieg mitgemacht zu haben, der nicht Krieg genannt werden kann, weil man ja gegen Krieg ist, aber trotzdem Leute erschießen will.

Und so dürfen sich jetzt beispielsweise solche Leute, die mit angesehen haben, wie Kameraden und Kinder starben, dafür belohnen lassen, dass sie versuchten, zu helfen, und sich von Politikern, die sie erst in diese Todeszone geschickt haben, einen Orden an die Brust heften lassen, damit die Politiker sich wieder besser fühlen und voller Stolz an das deutsche Heer denken können.

Und dann bitte eine Ehrensalve aus den Gewehren. Peng. Peng. Peng. Fürs Vaterland.

Comments 1

  1. avatar K.R. wrote:

    Krieg heisst jetzt “assymetrischer Konflikt”, wenn er nicht bilateral/multilateral zwischen mehreren Staaten ausgetragen wird. Demnach wird es offiziell weder in Afghanistan noch im Kosovo noch im Sudan Krieg geben. Und das wollte die Friedensbewegung doch immer: Make Love not War!

    Posted 07 Jul 2009 at 16:18

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