Die USA gelten ja nicht mehr so sehr als offizielles Vorbild, seit dort Folter, geheime Assassinenkommandos und Fox News an der Tagesordnung sind. Frank-Walter Steinmeier aber kümmert das nicht. Er nimmt das transatlantische Bündnis ernst, und darum hat er sich auch an Mark Sanford orientiert.
Marek Dutschke hat also Unrecht, wenn er sich darüber beklagt, dass Steinmeier jetzt auf unbestimmte Zeit in Südtirol ist. Steinmeier ist nämlich gar nicht in Südtirol.
Stattdessen hat er die Bergspaziergänge nur als Ausrede für sein Büro hinterlassen, um zu erklären, warum er nicht erreichbar ist. Aber er hockt auf keiner Berghütte, auf der es keinen Empfang gibt, sondern hat sein Handy einfach ausgeschaltet.
Frank-Walter Steinmeier liebt eine Spanierin. Das ist die logische und einfachste Erklärung, auch wenn es ebensogut eine Portugiesin sein könnte, so genau will ich da mal nicht sein. Aber so, wie Mark Sanford eine argentinische Geliebte brauchte, so lässt sich Steinmeier rechtzeitig zur Wahl von seiner Aldonza entflammen, um dann mit den Erinnerungen an durchliebte Nächte das Wahlpublikum zu bezirzen.
Wenn Steinmeier eins gelernt hat, dann hoffentlich, wie er die Nachricht anschließend lanciert. Er war ja schon klug genug, vor seiner Kanzlerwahl zu fahren und nicht erst nach dem Wahlsieg. Jetzt muss er nur noch verständlich machen, dass es durchaus etwas untypisch Deutsches hat, eine Spanierin erobern zu können. Er muss fast schon ein Stier im Bett sein – und das kann sich ja für das Kanzleramt nur positiv auswirken.
Also, wenn FW bald vor der Presse steht und berichtet, wie ihm beim Anblick seiner Geliebten die Brille beschlug, wie sie gemeinsame Nächte in teuren Hotelzimmern verbrachten und wie sein Herz Flamenco schlug, dann denkt daran: ihr habt es hier zuerst gehört.
Urlaub. Pfft. Wer glaubt denn so was?

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