Warum ich die Grünen nicht wähle? Ich bin weder gegen Atomkraft noch Gen-Food, und dazu kommt, dass die Grünen zumindest eine Affinität zu Esoterik und dem Pfusch mit »organischen Lebensmitteln« haben. Vor allem Atomkraft und Gen-Food sind wichtige Punkte bei den Grünen, und die fehlende Schnittmenge zwischen der Partei und mir fällt da ins Gewicht. Jetzt haben die Grünen sich wieder gemeldet, diesmal im Einklang mit der Linkspartei, der ich ja eigentlich pragmatisch meine Stimme zu geben überlegt hatte.
Und jetzt steh ich da.
Wie die Tagesschau meldet, haben sich sowohl Grüne wie auch Linke gegen bemannte Raumfahrt ausgesprochen:
Die bemannte Raumfahrt in ihrer jetzigen Form ist eine hoffnungslose Sackgasse, die Zukunft gehört unbemannten Missionen
Das Problem der bemannten Raumfahrt ist tatsächlich, dass sie sehr teuer ist und – im Vergleich zu unbemannten Missionen – nicht genug zusätzlichen Erkenntnisgewinn verspricht. Aber das ist nebensächlich.
Wenn wir als Menschheit unserem überbevölkerten Planeten entkommen möchten, müssen wir ins All.
Wenn wir der Vernichtung der Erde durch eines von unzähligen seltenen, aber auf Dauer sicher eintretenden Szenarien vorbeugen wollen, müssen wir ins All.
Ins All zu gehen zeugt von Visionen, es zieht eine ganze Generation von jungen Menschen heran, die davon träumen, selbst einmal zwischen den Sternen zu wandern. Fragt mal, wie viele Wissenschaftler heute von der Mondlandung inspiriert worden.
Zu guter Letzt: wenn wir nicht faul werden wollen und stagnieren, wenn unsere Neugier nicht versiegen soll, müssen wir ins All. Natürlich können wir uns zurücklehnen und am Fernseher beobachten, wie eine Sonde über Neptun schwebt, wie Auswanderer es in Kanada versuchen oder wie jemand Berühmtes ein Buch liest. Aber das ist nicht das selbe wie selbst zu lesen, selbst auszuwandern, selbst ins All zu reisen. Wenn wir das All erobern wollen, müssen wir das selber tun.
Auch die ersten bemannten Weltraummissionen waren von Standesdünkeln geprägt, und wer weiß, ob ohne den kalten Krieg wirklich das Geld geflossen wäre, um Neil Armstrong auf den Mond zu schicken? Was nebenbei ein Moment ist, der weltweit in der Erinnerung der Menschen geblieben ist, die das erlebt haben. Eine der wenigen wirklich global wahrgenommenen Errungenschaften.
Die Frage der Kosten ist ein Problem. Also müssen wir weiter daran arbeiten, vielleicht endlich Weltraumfahrstühle zu bauen oder eine große Raumstation in den Orbit zu setzen.
Allein schon für die vielen Nachwachsenden, denen man zeigen kann, was alles möglich ist, wenn man nur will – wir müssen ins All.
Wer von uns hat noch nicht unter einem Sternenhimmel gelegen oder gessessen oder gestanden und sich gefragt, wie es da oben wohl ist? Die wenigsten, würde ich sagen – und an diese gerichtet: Ihr neugierlosen Schlümpfe! Alle anderen kennen diese Idee, diesen neuen Traum vom Fliegen. Wer überhaupt träumen kann, hat schon mal davon geträumt.
Wir müssen ins All.
Und was mache ich jetzt mit meiner Wahlstimme?

Comments 2
Hallo, vielleicht interessiert dich zu dieser Debatte hinsichtlich der grünen Position auch dieses hier.
Posted 23 Jul 2009 at 09:19 ¶Danke, habe dort kommentiert.
Posted 23 Jul 2009 at 12:24 ¶Post a Comment