Auf der Webseite der Tagesschau kann man einen Kommentar zur freiwilligen Internetsperre von Kinderpornographieseiten lesen, der nicht nur wichtige Dinge ignoriert, sondern noch viel schlimmer ist: er ist anscheinend von einem geistig verwirrten Menschen geschrieben wurden.
Aber seht selbst.
Der Kommentar geht nicht darauf ein, wer und wie diese Seiten einordnet und wer kontrolliert, ob denn da auch wirklich Kinderpornos gemacht werden. Noch geht er darauf ein, dass die Mehrzahl der Seiten auf bekannt gewordenen Sperrlisten in Ländern beheimatet sind, in denen man auch gegen die Seitenbetreiber selbst vorgehen könnte, anstatt nur den Zugriff zu sperren – wenn es sich denn um strafrelevante Inhalte handelt.
So einseitig der Kommentar also ohnehin schon ist, kann er doch an den Realitäten nicht ganz vorbei:
Dieser Missbrauch wird sich zwar durch die Stoppschild-Initiative nicht verhindern lassen, richtig und dringend nötig ist sie dennoch.
Okay. Der Missbrauch lässt sich dadurch nicht verhindern. Die Initiative ist trotzdem nötig… weil? Wahrscheinlich, weil damit wenigstens niemand mehr konsumiert.
Ja, kranke Pädophile mit genügend krimineller Energie werden auch weiterhin Zugriff auf Kinderpornos haben.
Oh. Na ja, genügend kriminelle Energie suggeriert ja, dass man sich schon ziemlich anstrengen muss, um da an die Inhalte zu kommen, oder?
Wer technisch versiert ist, kann die geplanten Zugriffssperren leicht umgehen.
Leicht umgehen? Hmm… Und das berücksichtigt nicht einmal, dass die Betreiber der Webseite einfach eine andere Adresse benutzen und damit wieder der behördlichen Aufsicht voraus ist – und damit nicht einmal diejenigen unversierten wirklich vom Konsum ausschließt.
Die Hemmschwelle all derer, die anfangs vielleicht nur aus Neugier auf entsprechende Internetseiten gehen, so aber auch in großer Zahl angefixt werden, dürfte so spürbar erhöht werden.
In großer Zahl? Wie viele sind es denn, die sich aus Neugier Kinderpornoseiten ansehen und dann angefixt werden, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen? All meine Besuche auf rotten.com haben mich jedenfalls noch nicht zu einem Connoisseur von Gedärmen gemacht, die sind und bleiben eklig. Gibt es diese Leute überhaupt?
Die große Mehrheit wird jedoch abgeschreckt werden. Und genau darum geht es. Ein deutliches Signal zu setzen, dass auch der Konsum von Kinderpornos kein Kavaliersdelikt, sondern eine handfeste und obendrein besonders widerliche Straftat ist.
Ach was, darum geht es? Signalisieren, dass der Konsum von Kindesmissbrauch eine Straftat ist? Weiß das jemand etwa nicht?
Dieser Kommentar ist so ein unglaublicher Schwachsinn, dass er entweder nicht Korrektur gelesen wurde oder aber kalkuliert gesetzt wurde, um die emotionale Erpressung, die durch das Thema Kinderpornografie möglich ist, weiter voranzutreiben, und damit die Internetsperre auch verbindlich durchzukriegen – um dann endlich auch Urheberrechtsverletzungen (und mögliche solche), kritische Seiten und überhaupt, was so auffällig ist, zu sperren. Also Seiten, auf die auch Nutzer kommen, die vielleicht wirklich nur zufällig darüber stolpern und dann hängen bleiben.
Dass sich selbst Missbrauchsopfer gegen diese Form der Instrumentalisierung wehren, dass Bürgerrechtler, Computerexperten und viele mehr vor der Sperre warnen oder zumindest davon abraten – alles egal.
Es geht um Kindesmissbrauch. Den halten wir nicht auf, aber wir wollen ihn nicht mehr sehen. Dann können wir so tun, als hätten wir was getan.

Comments 1
Das Problem ist das einige dieser geistig verwirrten Menschen uns wohl regieren:
Posted 18 Apr 2009 at 12:21 ¶http://blog.fefe.de/?ts=b7162b13
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