Wenn man keine Ahnung hat…

…schreibt man für die Fünf Filmfreunde. Nicht nur, dass dort Mamma Mia oder Adam Sandler hoch gehandelt werden, sondern die Meinungen dieser Filmfreunde sind grundsätzlich nur schwer mit Filmverstand zu genießen. Allerdings, das soll zu ihrer Rettung gesagt sein, verlinken sie viele Trailer, Poster und ähnliches, so dass man recht gut auf der Höhe bleibt, wenn man das Gequassel ignorieren kann.

Manchmal geht das aber nicht.

So haben sie gerade einen Beitrag auf Slate verlinkt, in dem humorvoll gefragt wird, wie verschiedene Regisseure anstelle von Zack Snyder wohl Watchmen verfilmt hätten.

Das ist geradezu vorbildlich für die Idiotie dieser Filmfreunde. Denn sie picken sich für den Link das Beispiel von »Sophie Coppola« heraus und machen sich über deren Version lustig. Bei Slate ist Woody Allen titelgebende Zugfigur. Dazu ist folgendes zu sagen.

Obwohl mir Watchmen gefällt, ist Zack Snyder vieles vorzuwerfen, aber keine eigenen Ideen. Er filmt ab, was auf den Comicseiten war, wie er es auch bei 300 getan hat, er ist sozusagen die Tabula rasa unter den Regisseuren. Wenn die Vorlage das aushält, kann es gut gehen. Aber Zack Snyder macht keine »Zack Synder-Filme«.

Genau das aber haben alle Regisseure, die Slate bespricht, gemeinsam: Quentin Tarantino, Frau Coppola, Woodie Allen und Judd Apatow (sowie bei Slate, aber von den 5F unerwähnt: Pedro Almodóvar, Tyler Perry) machen sich Stoff zu eigen und drehen Filme, die für sie typisch sind, die auch etwas über sie verraten. Man kann das mögen oder nicht, aber fest steht, dass alle eine solche Aussage ermöglichen: »Ich mag keine Woody-Allen-Filme.« Wobei ich persönlich allergischer gegen Judd Apatow (und Perry) reagiere, aber gut. Bei Zack Snyder weiß man höchstens, dass er Blut und abgeschnittene Arme mag.

Die Filmfreunde nutzen also die einzige Frau darin, um – am internationalen Frauentag obendrein – sich über die »anämische Schwurbelregisseurin« lustig zu machen, anstatt einfach nur den durchaus lustigen, wenn auch ebenso oberflächlichen Artikel zu verlinken, geschweige denn, die Komik darin zu erkennen, wie hohl Snyders Regiestil im Vergleich zu den vier genannten ist. Aber Frauenfilme sind natürlich auch lustig, per se. Außer Mamma Mia.

Und Frau Coppola heißt nicht Sophie, sondern Sofia. Aber kann man von Filmfreunden erwarten, das zu wissen?

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